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Unternehmen Unternehmensgeschichte
Die ZF-Geschichte
Hightech mit Historie

In einer wechselvollen Geschichte hat ZF unternehmerische Chancen genutzt und sich von den Wurzeln als Spezialanbieter der Luftfahrtindustrie zu einem Weltkonzern der Mobilitätstechnik entwickelt.

1900

2.7.1908

Unternehmensgeschichte

Luftschiffbau als Geburtshelfer

Unternehmensgeschichte

Luftschiffbau als Geburtshelfer

Graf Ferdinand von Zeppelin (1838-1917), der den Namen Friedrichshafen schließlich in die Welt tragen sollte, zeigte vorerst noch kein Interesse, sich dort niederzulassen. Nachdem er als Gesandter des württembergischen Königs in Berlin 1891 jedoch den Zorn Kaiser Wilhelms II. auf sich gezogen hatte, gab er seine militärische und diplomatische Laufbahn auf und widmete sich ganz der Konstruktion von Luftschiffen. Es gelang Zeppelin, sich als Produktionsfläche ein Bodensee-Grundstück in der sogenannten Domäne Manzell – heute Teil des Stadtgebietes von Friedrichshafen – zu sichern. Am 2. Juli 1900 stieg von dort das erste Zeppelin-Luftschiff LZ 1 über dem Bodensee auf. Die Fahrt endete nach 18 Minuten. Potenzielle Investoren waren nicht in Sicht.

Erst eine Katastrophe – der Absturz des vierten Luftschiff-Prototypen LZ 4 bei Echterdingen im Sommer 1908 – brachte die wirtschaftliche Wende. Das Unglück löste quer durch alle Bevölkerungsschichten in Deutschland und sogar im Ausland eine Welle der Hilfsbereitschaft aus; Zeppelin wurde mit finanziellen Zuwendungen überhäuft. Die sogenannte „Volksspende“, insgesamt mehr als sechs Millionen Mark, ermöglichte die Einrichtung der Zeppelin-Stiftung, die im April 1909 ihre Arbeit aufnahm. Auf dieser finanziellen Basis entstanden in Friedrichshafen mehrere Technologieunternehmen, die ursprünglich nur als Zulieferer für den Bau von Luftschiffen und Riesenflugzeugen dienen sollten. Schon bald wuchsen die Tochtergesellschaften der Luftschiffbau Zeppelin GmbH jedoch über die ihnen zugedachte Rolle hinaus und schrieben eigene Erfolgsgeschichten. Neben Maybach Motorenbau sollte vor allem ein Unternehmen von sich reden machen: die ZF Friedrichshafen AG.

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1908

Zeitgeschichte

"Das Produkt bezahlt die Löhne"

Zeitgeschichte

"Das Produkt bezahlt die Löhne"

Dieses Zitat von Henry Ford (1863 -1917) charakterisiert seine revolutionäre Produktionsphilosophie. Die Einführung der Fließbandfertigung ist letztlich nur eine logische Konsequenz seiner ganzheitlichen Betrachtung: Rationelle Fertigung ermöglicht niedrige Produktionskosten und hohe Löhne - hohe Kaufkraft und niedrige Verkaufspreise steigern die Nachfrage und ermöglichen bei großen Stückzahlen eine rationelle Fertigung.

1910

11.1915

Zeitgeschichte

Die Jahrhundertformel

Zeitgeschichte

Die Jahrhundertformel

Albert Einstein (1879 - 1955) revolutioniert das Weltbild der Physik mit seinen fundamentalen Hypothesen der speziellen (1905) und allgemeinen (1915) Relativitätstheorie. Einstein zählt durch seine vielseitige Begabung und Weltoffenheit zu den überragenden Persönlichkeiten dieses Jahrhunderts.

20.8.1915

Unternehmensgeschichte

Die besten Zahnräder im Kaiserreich

Unternehmensgeschichte

Die besten Zahnräder im Kaiserreich

Alfred Colsman, seit 1908 Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, hat die Ereignisse um die Gründung von ZF so zusammengefasst:

„Solange bei den Zeppelin-Schiffen die Kraft vom Motor mit langen Stahlwellen auf die Propellergetriebe übertragen wurde, war das Geräusch des seitlichen Propellergetriebes und des in der Führergondel befindlichen Antriebs fast unerträglich, weshalb die Möglichkeit einer Milderung der Geräusche bei uns immer wieder diskutiert worden ist. Graf Soden, welcher die Versuchsabteilung im Luftschiffbau leitete und sich viel mit Getriebefragen beschäftigte, brachte eines Tages die Nachricht, dass dem schweizerischen Ingenieur Max Maag in Zürich die Herstellung mathematisch genauer Zahnräder gelungen sei. Mit solchen auf Maag-Maschinen geschliffenen Zahnrädern war eine Verringerung der Getriebegeräusche und erhöhte Sicherheit zu erhoffen, weshalb ich Lizenzverhandlungen mit der Maag Zahnräder A.-G. in Zürich aufnehmen ließ.

Tatsächlich sicherten sich Colsman und Soden im Zuge der Gründung von ZF, die am 20. August 1915 unter dem Namen „Zahnradfabrik, GmbH“ mit Sitz in Friedrichshafen erfolgte, die exklusive Lizenz für den Vertrieb von Zahnrädern und Getrieben nach dem Maag’schen System in Deutschland. Damit hatte ZF ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Die Profile der Maag-Zahnräder waren im Vergleich zur damaligen Konkurrenz deutlich genauer; die daraus aufgebauten Getriebe liefen geräuscharm, die Reibungsverluste blieben gering. Zudem waren sie durch die geringeren Toleranzen sehr zuverlässig. Bereits der erste Gesellschaftsvertrag von ZF sah den Einsatz solcher Getriebe auch in Motorwagen und Motorbooten vor. Obwohl der Impuls zur Gründung von ZF vom Luftschiffbau kam, hatten die Gründer Soden, Colsman und Maag demnach eine Ausweitung der Fertigung unter anderem auf den Automobilbereich im Sinn. Besonders als der Luftschiffbau nach Ende des Ersten Weltkriegs in eine erste schwere Krise geriet, sollte sich diese vorausschauende Strategie auszahlen.

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1920

2.11.1920

Zeitgeschichte

Das Radio geht auf Sendung

Zeitgeschichte

Das Radio geht auf Sendung

Die erste Radiostation der Welt nimmt 1920 ihren Betrieb in den USA auf. Harry P. Davis, Vizepräsident von Westinghouse, hatte die Möglichkeiten des Radios als Massenmedium erkannt und eine Lizenz beantragt.

Bereits am 2. November 1920 überträgt der junge Sender KDKA die Präsidentschaftswahlen der USA.

Am 1. November 1922 wird in London die British Broadcasting Company ( BBC) gegründet.

27.5.1921

Unternehmensgeschichte

Umwandlung in eine AG

Die Vorstände Graf Soden (Zweiter von rechts), Cappus (Dritter von rechts) und Fabrikationsleiter Dolt (Zweiter von links).
Unternehmensgeschichte

Umwandlung in eine AG

Die Vorstände Graf Soden (Zweiter von rechts), Cappus (Dritter von rechts) und Fabrikationsleiter Dolt (Zweiter von links).

Weniger als sechs Jahre nach der Gründung stand ZF am Scheideweg. Das Unternehmen arbeitete nicht profitabel, und alle Versuche, weitere Geldgeber zu finden, waren bisher gescheitert. ZF stand vor der Liquidation. Dennoch wagte Alfred von Soden eine optimistische Prognose: ZF werde die Wende schaffen, wenn sich die Gesellschafter zur Bereitstellung weiterer Mittel entschlössen. Die Schweizer Maag-Gruppe, seit 1915 mit 48 Prozent an der Zahnradfabrik GmbH beteiligt, war jedoch zu einer Kapitalaufstockung nicht bereit. Alfred Colsman, der die Mehrheitsgesellschafterin Luftschiffbau Zeppelin GmbH (LZ) vertrat, schlug daher die Umbildung der Zahnradfabrik zur AG vor, verbunden mit einer deutlichen Aufstockung des Kapitalanteils von LZ zu Lasten der Maag-Gruppe.

Harte Verhandlungen folgten, und am 27. Mai 1921 waren sich alle Seiten einig: Die Zahnradfabrik Friedrichshafen AG wurde in den Räumen des Stuttgarter Notars Heimberger gegründet; die Kapitalanteile zwischen den Gesellschaftern LZ und Maag waren nun im Verhältnis 80:20 verteilt. Noch am Tag der Gründung schloss die ZF Friedrichshafen AG mit der Maag-Gruppe einen neuen Lizenzvertrag, der jedoch für beide Seiten weniger exklusiv formuliert war und ZF etwa auch die Nutzung alternativer Herstellungsmethoden neben dem Maag-Verfahren erlaubte.

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23.9.1921

Zeitgeschichte

Der „Tropfenwagen“

T. Hesterberg mit Rumpler-Tropfenwagen
Zeitgeschichte

Der „Tropfenwagen“

T. Hesterberg mit Rumpler-Tropfenwagen

Der Österreichische Konstrukteur Edmund Rumpler bringt in kleiner Serie den "Tropfenwagen" auf den Markt. Die Stromlinienform begünstigt den außergewöhnlich guten Luftwiderstandsbeiwert von 0,28. Das auf der Berliner Automobilausstellung vorgestellte Fahrzeug ist ein Dreisitzer und als erster Wagen mit Schwingachsen und Heckmotor ausgerüstet.

1921

Technik

Soden-Getriebe

Technik

Soden-Getriebe

Mit der AG-Gründung im Mai 1921 kam ZF auch in den Besitz eines wichtigen technologischen Aktivpostens: Alfred von Soden übertrug alle auf seinen Namen laufenden Patente an einem von ihm entwickelten halbautomatischen Getriebe auf das Unternehmen. Das nach seinem Erfinder benannte Soden-Getriebe wurde für ZF zum ersten Meilenstein im Getriebebau. Den damals im Automobilbau verbreiteten unsynchronisierten Handschaltgetrieben war die Entwicklung unter dem Dach von ZF klar überlegen, denn die Gänge konnten zu einem beliebigen Zeitpunkt per Schalter am Lenkrad oder am Armaturenbrett vorgewählt werden und wurden anschließend allein durch Treten des Kupplungspedals eingelegt. Dies war ein erster Schritt in Richtung Automatgetriebe.

Für die Fahrzeuginsassen bedeutete das Soden-Getriebe ein Mehr an Komfort und Sicherheit, weil der nervenaufreibende Gangwechsel mit Zwischengas unterblieb, während der Fahrer besonders beim Schalten in Kurven beide Hände am Lenkrad behalten konnte.

Das Soden-Getriebe war seiner Zeit weit voraus. Obwohl es sich in zahlreichen Härtetests bewährte, blieb der wirtschaftliche Erfolg aus. Das Getriebe, das viele Hersteller lediglich als aufpreispflichtige Option anboten, war einfach zu teuer. ZF hatte jedoch unzweifelhaft bewiesen, dass man Getriebe bauen konnte, die allen anderen Produkten am Markt technologisch überlegen waren.

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1923

Unternehmensgeschichte

Lizenz zum Geldrucken

Unternehmensgeschichte

Lizenz zum Geldrucken

1923 geriet die bereits seit Kriegsende fortschreitende Geldentwertung in Deutschland völlig außer Kontrolle. Weil die Auslieferung von neuen Banknoten mit dem stündlichen Verfall der Mark nicht mehr mithalten konnte, ging ZF dazu über, in der Druckerei Gessler ein eigenes Notgeld zu drucken.

Der damalige Kassenleiter Josef Kuttner erinnerte sich Jahrzehnte später an die Monate im Sommer und Herbst 1923:

„Zu dieser Zeit wurde täglich Lohn und Gehalt ausbezahlt. Beim Druck des ZF-Geldes mussten die Buchhalter in der Druckerei als Aufsicht anwesend sein. Das dauerte oft bis zwei, drei Uhr morgens. Bis man Gelegenheit hatte, das dabei verdiente Geld auszugeben, hatte es bereits seinen Wert verloren. Es reichte gerade noch zu einer Tasse Kaffee im Café Bücher.“

81,2 Billiarden Papiermark lautete der Bilanzüberschuss der Zahnradfabrik für das Geschäftsjahr 1923. Da ein Stück Butter zeitweise mehrere Milliarden Mark gekostet hatte, diente dieser bizarre Saldo freilich nur rechnerischen Zwecken. Erst als am 15. November 1923 die sogenannte Rentenmark eingeführt wurde, deren Wert durch Hypotheken auf Immobilien und Grundstücke gedeckt war, begann sich die Lage zu normalisieren. 1924 konnte die Zahnradfabrik wieder eine geordnete – und erstmals gedruckt erscheinende – Bilanz vorlegen.

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12.3.1924

Zeitgeschichte

LKW mit Dieselmotor

Zeitgeschichte

LKW mit Dieselmotor

Am 12. März 1924 starten die MAN-Ingenieure Sturm und Wiebicke vom Werksgelände in Augsburg zur Fahrt nach Nürnberg mit einem M.A.N.-Saurer-Lkw. Angetrieben wird der 4-Tonnen-Pritschenwagen von einem Versuchs-Dieselmotor, der den Kraftstoff erstmals direkt in die vier Zylinder einspritzt.

Mit rund 40 PS legen die Testfahrer die 140 Kilometer Strecke in fünfeinhalb Stunden zurück. Die erfolgreiche Fahrt ist die Feuertaufe für eine Technologie, mit der die sparsamen Dieselmotoren erstmals so kompakt und leicht konstruiert werden konnten, dass sie zum Antrieb von Fahrzeugen geeignet waren.

10.1925

Unternehmensgeschichte

ZF Berlin entsteht

Unternehmensgeschichte

ZF Berlin entsteht

Um den Kontakt zu den weiter im Norden angesiedelten Kunden zu verbessern, errichtete ZF ab Oktober 1925 eine Filiale in der Berliner Gerichtstraße (Stadtteil Wedding). Der Betrieb diente anfangs vor allem dem Kundenservice und dem Vertrieb. Zunächst schrieb die Niederlassung Verluste, doch ausgerechnet 1932 – auf dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschaftskrise – verbuchte ZF Berlin erstmals einen bescheidenen Gewinn von 14.500 Reichsmark.

Die Zahlen täuschen jedoch leicht darüber hinweg, dass die Berliner Niederlassung für ZF bereits früh auch eine fertigungstechnische Bedeutung besaß. Noch im Gründungsjahr 1925 waren hier vier Profilschleifmaschinen aufgestellt worden, die nach dem sogenannten Minerva-Verfahren arbeiteten. ZF hatte eine entsprechende Lizenz im Februar 1925 von der Minerva Motors S.A. in Antwerpen gekauft. Auf Basis dieser Technologie war es nun erstmals möglich, schrägverzahnte Räder in Serie zu schleifen. Gegenüber den bisher eingesetzten geradverzahnten Stirnrädern boten die Minerva-Räder einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglichten deutlich leisere Getriebe. Der Weg zu den ersten funktionierenden Prototypen war allerdings noch lang.

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1929

Technik

Schalten wird einfacher

Aphongetriebe
Technik

Schalten wird einfacher

Aphongetriebe

Ende der 1920er-Jahre war das Automobil seinen Kinderschuhen entwachsen. Aber gerade die technologischen Fortschritte, etwa geschlossene Karosserien und leisere Motoren, ließen die noch vorhandenen Schwächen der Getriebe nur offensichtlicher werden. „Verwöhnt durch die Laufruhe des Wagens“, so der damalige Konstruktionsleiter Albert Maier, „nahm man am Geräusch beim ungeschickten Schalten mehr und mehr Anstoß.“ Die Lösung des Problems lag in einer sogenannten Synchronisierung, welche die Drehzahlanpassung beim Schalten automatisch vornahm.

Als die Aphongetriebe 1929 in Serie gingen, gab es solche Synchronisierungen bereits bei einigen amerikanischen Fabrikaten. Diese waren jedoch eher klobig. ZF entwickelte daher eine platzsparende Lamellenkupplung, die in die Konstruktion des Aphongetriebes integrierbar war. Dabei wurden zunächst „nur“ die oberen drei Gänge durch Synchronisierung leicht schaltbar gemacht.

Alle Versuche mit teilweise synchronisierten und teilweise geräuscharmen Getrieben konnten jedoch nur eine Zwischenlösung sein. Letztlich musste eine am Markt erfolgreiche Lösung alle Gänge optimal berücksichtigen und bei kompakten Abmessungen zugleich eine kostengünstige Fertigung ermöglichen. Dies schien angesichts der bisherigen Erfahrungen fast wie eine Quadratur des Kreises, und doch kam die Zahnradfabrik diesem Ideal in den wirtschaftlich schwierigen Jahren 1929 bis 1932 langsam näher. Mitte 1931 meldete ZF einen Freilauf zum Patent an, der, zwischen Getriebe und angetriebener Achse installiert, das Schalten in allen Gängen bedeutend erleichterte und zudem Kraftstoff sparte. Wie heute bei Fahrrädern üblich, konnte ein mit Freilauf ausgestattetes Automobil allerdings nur noch durch die Radbremsen verzögert werden. Eine „Motorbremse“ existierte nicht mehr. Das Fahrverhalten insbesondere bei Bergabfahrten oder im Stop-and-go-Verkehr war damit ebenso ungewohnt wie gefährlich, und der Freilauf blieb eine Episode.

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1929

Technik

Der Traum vom lautlosen Getriebe

Technik

Der Traum vom lautlosen Getriebe

Vor allem die Anbieter von Luxuswagen waren brennend an geräuscharmen Alternativen zu den penetrant „singenden“ Getrieben interessiert, die allgemein als Standard galten. Bei ZF begannen entsprechende Entwicklungsanstrengungen bereits 1921. Damals gelang es, durch die von ZF entwickelte „A-Verzahnung“ Räder zu herzustellen, die, wie Alfred von Soden feststellte, „vollkommen geräusch- und tonlos“ waren. Die Technologie kämpfte jedoch mit praktischen Problemen, denn für den geräuschlosen Betrieb war eine extreme Genauigkeit der Zahnflanken erforderlich. Durch den üblichen Verschleiß wurden die Räder schon kurze Zeit nach dem Einbau in ein Getriebe wieder so ungenau, dass sie den Vorteil der Geräuschlosigkeit verloren.

Einen neuen Anlauf zur Herstellung geräuscharmer Getriebe unternahmen die ZF-Ingenieure ab 1925 mit dem Einbau schrägverzahnter Räder. Die Entwicklung des ersten serienreifen Getriebes, welches die Vorteile der sogenannten Minerva-Schrägverzahnung nutzte, dauerte noch bis Juni 1929. Der zweite, dritte und vierte Gang des intern als G25 oder „Leiseganggetriebe“ bezeichneten Aggregats waren mit Schrägverzahnung ausgeführt, während erster Gang und Rückwärtsgang noch die traditionelle Geradverzahnung besaßen. Der kaufmännische Direktor Hans Cappus brachte schließlich die Idee ins Spiel, den Namen für das neue Produkt über ein Preisausschreiben unter den Mitarbeitern der Zahnradfabrik zu finden. Aus zahlreichen Vorschlägen wählte man schließlich die Bezeichnung „Aphongetriebe“ (griechisch etwa: „ohne Ton“).

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1929

Unternehmensgeschichte

Rezepte gegen die Krise

Datenverarbeitung nach dem Lochkartenverfahren nach Hollerith
Unternehmensgeschichte

Rezepte gegen die Krise

Datenverarbeitung nach dem Lochkartenverfahren nach Hollerith

1929 erlebte die Weltwirtschaft einen dramatischen Einbruch. Auslöser war ein Börsencrash an der New Yorker Wall Street im Oktober 1929, der wie ein Funke im Pulverfass wirkte. Da die USA einer der wichtigsten Handelspartner und Kreditgeber für viele Unternehmen in Deutschland waren, blieben dramatische Nachbeben auf dem Heimatmarkt von ZF nicht aus. Gegen den allgemeinen Trend gelang es bei ZF jedoch, die Belegschaft zwischen 1930 und 1932 auf einem Niveau von rund 530 Mitarbeitern stabil zu halten. Doch wie?

Eine leistungsfähige Fertigung und das vorhandene technologische Know-how können hierfür als Voraussetzungen gelten. Mit den Lizenzen von Maag und Minerva besaß ZF Zugang zu den damals besten Fertigungstechnologien für geradverzahnte und schrägverzahnte Räder. Die Zahnradfabrik selbst hatte bedeutende Erfinder in ihren Reihen. Allein der Konstruktionsleiter Albert Maier konnte für den Zeitraum zwischen 1925 und 1932 mehr als 20 Patente auf seinen Namen verbuchen. Damit übertraf er sogar den technischen Vorstand Alfred von Soden, der ebenfalls Inhaber wichtiger Gebrauchsmuster und Patente war.

Die verglichen mit anderen Unternehmen positive Entwicklung von ZF allein auf dessen organisatorische Basis zurückzuführen, wäre jedoch falsch. Es war vor allem der kommerzielle Erfolg der Einheitsgetriebe und Aphongetriebe, welcher das Überleben von ZF sicherte. Die Vorstände Alfred von Soden und Hans Cappus gingen darauf im Geschäftsbericht 1929 ein:

„Die als ‚ZF-Einheitsgetriebe‘ bekannt gewordenen Automobilgetriebe finden bei nahezu sämtlichen deutschen und einer Reihe von ausländischen Lastwagenfabriken ständige Verwendung. Soweit Vergrößerung der Fabrikationsserien durch Zusammenfassung des Bedarfes mehrerer Abnehmer möglich war, konnten wir systematisch in der angestrebten Preissenkung fortfahren und zur Verbilligung des deutschen Kraftwagens nicht unwesentlich beitragen. Auch der Personenwagenbau macht sich allmählich von der Überzeugung, alles selbst herstellen zu müssen, frei und geht mehr zu dem günstigen Bezuge fertiger Getriebe über. Das von uns neu herausgebrachte Aphongetriebe, ein Vierganggetriebe mit drei ruhigen Gängen, bietet hierzu besonderen Anreiz.“

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25.10.1929

Zeitgeschichte

Börsenkrach an der Wall Street

Zeitgeschichte

Börsenkrach an der Wall Street

Am 25. Oktober 1929, dem "Schwarzen Freitag", stürzen die Aktienkurse an der New Yorker Wall Street ins Bodenlose. Eine gewaltige Vermögensvernichtung treibt Banken, Unternehmen und private Spekulanten in den Ruin. Weltweit setzt eine Wirtschaftskrise ein, die das labile Deutschland besonders hart trifft. Die Massenarbeitslosigkeit steigt auf über sechs Millionen.

1930

1931

Zeitgeschichte

Vorstoß in die Welt des unendlich Kleinen

Zeitgeschichte

Vorstoß in die Welt des unendlich Kleinen

Dem Elektrotechniker Max Knoll und seinem Studenten Ernst Ruske gelingt der Bau eines Elektronen-Mikroskops. Dieses Gerät macht auch Teilchen sichtbar, die kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts. Das Elektronen-Mikroskop arbeitet in Verbindung mit einem fluoreszierenden Bildschirm, den die Elektronen zum Leuchten anregen.

1932

Unternehmensgeschichte

Von der Wirtschaftskrise ins Dritte Reich

Unternehmensgeschichte

Von der Wirtschaftskrise ins Dritte Reich

In der zweiten Jahreshälfte 1932 schien eine konjunkturelle Trendwende in Sicht. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sank langsam aber stetig, und ab August des Jahres konnte der Aktienindex des Statistischen Reichsamtes monatliche Zuwächse verbuchen. Kurz nach dem Jahreswechsel 1932/33 wurde der langsame wirtschaftliche Aufschwung durch die politischen Ereignisse überholt. Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 löste innerhalb der Unternehmensführung der Zahnradfabrik sicher wenig Euphorie aus. Zumindest der katholisch geprägte Alfred von Soden und der Aufsichtsratsvorsitzende Hugo Eckener, bekannt als Freund Amerikas, standen dem paramilitärischen Auftreten und dem offenen Rassismus von Hitlers Schlägertrupps distanziert gegenüber.

Dennoch sollten Vorstand und Aufsichtsrat der Zahnradfabrik sich während der zwölfjährigen Existenz des „Tausendjährigen Reiches“ als willige Helfer für Hitlers Rüstungsbemühungen erweisen. Sie handelten damit im wirtschaftlichen Interesse der Zahnradfabrik, die ihre Umsatzzahlen mehr als verzehnfachen konnte. Dass die mit ZF-Technologie rollenden Panzer und Wehrmachtsfahrzeuge im Dienst eines verbrecherischen Regimes standen, nahmen sie in Kauf. Hugo Eckener und Alfred von Soden, Hans Cappus und Hermann Dolt haben als Wirtschaftslenker zugleich daran mitgearbeitet, aus Friedrichshafen jenes Rüstungszentrum zu machen, das alliierte Bomberverbände schließlich in Schutt und Asche legten. Doch davon konnte Ende des Jahres 1932 niemand etwas ahnen. Die Sorge des Managements galt dem wirtschaftlichen Überleben der Zahnradfabrik.

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1932

Unternehmensgeschichte

Einstieg in den Lenkungsbau

Unternehmensgeschichte

Einstieg in den Lenkungsbau

Da die Zahnradfabrik fast ausschließlich mit der Entwicklung und dem Bau von Getrieben befasst war, konnte eine einzige Fehlentscheidung leicht den Ruin bedeuten – zumal, wenn der ökonomische Spielraum wie in der Weltwirtschaftskrise sehr eng war. Möglicherweise waren es Überlegungen wie diese, die Alfred von Soden zu dem Vorschlag veranlassten, ZF solle in Zukunft neben Getrieben auch Lenkungen herstellen. Da auf dem Gebiet praktisch keine Erfahrungen existierten, suchte ZF nach einem Partner mit einem technologisch überlegenen Produkt. Fündig wurde man bei der 1906 gegründeten Ross Gear and Tool Company mit Sitz in Lafayette im US-Bundesstaat Indiana.

Die Firma war bekannt für die sogenannte Einfingerlenkung, eine Konstruktion, die einfach aufgebaut war und dennoch leichtgängig, relativ genau und erschütterungsfrei funktionierte. 1932 erhielt ZF für die Dauer von fünf Jahren eine exklusive Lizenz für die Herstellung und den Vertrieb der Ross-Lenkungen in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern. ZF war verpflichtet, die Lenkschnecke, eine der Kernkomponenten, bei Ross in den USA einzukaufen. Im jeweiligen Stückpreis waren die Lizenzgebühren für den Bau der Lenkung inbegriffen. Erster Kunde waren die Wanderer-Werke in Chemnitz, die sich damals bereits unter dem Dach der staatlichen Auto Union AG befanden. Die in den ersten Monaten nach Beginn der Fertigung erzielten Umsätze ließen auf ein profitables Geschäft hoffen.

1964 wurde die Ross Gear and Tool Company von TRW gekauft. Nachdem TRW 2015 durch ZF übernommen wurde, ist der historische Kreis geschlossen: Der ursprüngliche Lizenzgeber für den ZF-Lenkungsbau ist heute selbst ein Teil der ZF-Tradition.

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30.1.1933

Zeitgeschichte

Die Machtergreifung

Zeitgeschichte

Die Machtergreifung

Nach einem politischen Intrigenspiel hinter den Kulissen ernennt der Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 einen neuen Reichskanzler: Er heißt Adolf Hitler. Mit dem Anschein demokratischer Legitimation sitzt der selbsternannte "Führer des deutschen Volkes" jetzt an den Schalthebeln der Macht.

1933

Unternehmensgeschichte

Rüstungsaufträge mit zivilem Anstrich

ZF-Aphongetriebe FG 31
Unternehmensgeschichte

Rüstungsaufträge mit zivilem Anstrich

ZF-Aphongetriebe FG 31

Auf technologischer Ebene bedeutete die Machtübernahme der Nationalsozialisten keinen Bruch, sondern vielmehr eine Anpassung des Bestehenden an neue politische Prioritäten. Bei ZF wurden etwa zivile Getriebekonstruktionen für die militärische Nutzung angepasst. ZF lieferte 477 Fünfganggetriebe vom Typ FG35, die wesentlich auf den zuvor für große Pkw entwickelten Aphongetrieben basierten. 1935 wurde in Zusammenarbeit mit Maybach eine leistungsstärkere Version entwickelt, die mit dem ZF-Aphongetriebe FG31 ausgerüstet war. Mehr als 2700 Fahrzeuge dieses Typs wurden bis 1939 gebaut. Dies war nicht mehr als ein Vorgeschmack auf die folgenden Jahre.

Dennoch erzielte ZF das Gros der Umsätze noch mit zivilen Produkten. Der beschleunigte Ausbau der Reichsautobahnen stellte die Konstrukteure dabei vor neue Aufgaben. Die von ZF Ende der 1920er Jahre entwickelten Getriebe waren nicht dafür vorgesehen, im Alltagsbetrieb über längere Zeit 80 km/h und schneller zu fahren. ZF-Konstrukteure entwickelten daher einen separaten „Autobahn-Ferngang“, der an die Allsynchrongetriebe vom Typ AK4S angeflanscht wurde. Damit musste kein vollständig neues Aggregat entwickelt werden; die erst 1933 mit hohen Kosten realisierte Serienfertigung der AK4S-Typen konnte weitergehen.

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1934

Technik

Allsynchrongetriebe

Technik

Allsynchrongetriebe

Ermuntert von den positiven Reaktionen der Fachwelt auf das Aphongetriebe, präsentierte ZF 1934 ein Getriebe, bei dem alle Vorwärtsgänge mit schrägverzahnten Rädern – damals sagte man oft „Schraubenräder“ – realisiert waren. Auch das Zahnradpaar für den ersten Gang befand sich nun im Dauereingriff. Die Zahnräder waren, verglichen mit dem Aphongetriebe, deutlich schmaler, wodurch sowohl Kosten als auch Gewicht eingespart wurden.

Wie bereits der Name „Allsynchron“-Getriebe sagt, waren nun alle Gänge synchronisiert. Anstelle von Lamellen kamen Synchronkegel zum Einsatz, die kostengünstiger waren und eine sehr kompakte Bauweise des Getriebes ermöglichten. Ausgeführt wurde das Allsynchrongetriebe für Pkw als 4-Gang-Getriebe. Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit von Autobahnen war jedoch eine weitere Übersetzungsstufe wünschenswert. Durch eine Planetenkonstruktion konnte ein fünfter Gang angebaut werden, der bei hohen Geschwindigkeiten ökonomisches und sicheres Fahren ermöglichte.

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1937

Zeitgeschichte

"Raffinierte" Produkte

Zeitgeschichte

"Raffinierte" Produkte

Benzin, Dieselkraftstoff, leichtes und schweres Heizöl entstehen als Raffinerie-Produkte, wenn petrochemische Methoden zum katalytischen Kracken von Rohöl eingesetzt werden. Die Petrochemie nimmt gegen Ende der 30er Jahre einen rasanten Aufschwung.

1937

Technik

Schleppergetriebe A12

Technik

Schleppergetriebe A12

Im Jahr 1937 war die erste Eigenentwicklung von ZF im Bereich Landmaschinen marktreif: Das A12 war ein 4-Gang-Getriebe speziell für Ackerschlepper, das bereits die heute noch verwendete Blockbauweise aufwies. Dabei bildete der Motor-Getriebe-Verbund mit der Hinterachse den tragenden Rumpf, der die komplette Karosserie trug. Zum Lieferprogramm zählte von Anfang an nicht nur das Getriebe, sondern auch das Achsdifferenzial, das sogar schon über eine Sperre verfügte. Hinzu kamen weitere Komponenten, die vom Kupplungspedal bis zum Abtrieb für eine Mähmaschine reichten.

Die Produktion erfolgte zunächst in Friedrichshafen, wurde jedoch 1946 nach Passau verlagert. Noch exakt 3052 Exemplare des Getriebes A12 wurden in der Donaustadt gebaut, die sich damit für ZF zum Kompetenzzentrum für die Produktion von Schleppergetrieben entwickelte. Ab 1948 lief das A15 vom Band. Der Nachfolger des A12 wurde zunächst mit einem zusätzlichen Vorwärtsgang, später auch mit einem weiteren Kriechgang angeboten.

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1937

Unternehmensgeschichte

Fertigung in Schwäbisch Gmünd

Unternehmensgeschichte

Fertigung in Schwäbisch Gmünd

Je weiter die deutsche Kriegsrüstung voranschritt, desto mehr bestimmte sie die Entwicklung von ZF. Die Planungen für den Standort begannen im Sommer 1936. Als Standort sahen die Planungen ein noch unerschlossenes Gelände im Ortsteil Schiesstal vor. Dort sollten unter dem Dach einer eigenen Tochtergesellschaft, der „Schwäbischen Zahnradwerke GmbH“, vor allem hochwertige Zahnräder für die Luftwaffe hergestellt werden. Parallel dazu entstand eine kleinere, räumlich und organisatorisch getrennte Fertigung am sogenannten Ziegelberg, die dem Bedarf des Heeres dienen sollte.

Bereits 1938 wurde hier die Produktion von Sperrdifferenzialen aufgenommen.

1938

Zeitgeschichte

Spaltung von Atomkernen

Zeitgeschichte

Spaltung von Atomkernen

Am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin gelingt es Otto Hahn, durch Neutronenbeschuss erstmals Urankerne zu spalten. Seine ehemalige Mitarbeiterin Lise Meitner deutet das Ergebnis des Experimentes richtig als Kernspaltung. Damit ist die Basis für die friedliche und militärische Nutzung der Atomenergie gelegt.

1940

12.5.1941

Zeitgeschichte

Als die Computer rechnen lernten...

Zeitgeschichte

Als die Computer rechnen lernten...

Am 12. Mai 1941 führt der Ingenieur Konrad Zuse den ersten programmgesteuerten digitalen Rechenautomaten vor - heute als Computer bezeichnet.

1941

Unternehmensgeschichte

Zwangsarbeit während des Krieges

Unternehmensgeschichte

Zwangsarbeit während des Krieges

Das NS-Regime benötigte dringend Arbeitskräfte für die heimische Wirtschaft, denn mit jeder verlorenen Schlacht wurden mehr deutsche Männer zur Wehrmacht einberufen. Der 1942 eingesetzte Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, ließ daher überall in Europa Menschen für die deutsche Landwirtschaft und Industrie zwangsrekrutieren. Die Situation der ausländischen Arbeitskräfte hing zugleich entscheidend vom Arbeitsumfeld und vom individuellen Verhalten der deutschen Vorgesetzten ab.

Die ersten Ausländer, die während der NS-Zeit in Friedrichshafen zu arbeiten begannen, kamen noch auf freiwilliger Basis. In nennenswertem Umfang sind diese Beschäftigten bei ZF erstmals 1940 nachweisbar. Für dieses Geschäftsjahr wurden im Werk Friedrichshafen 83 ausländische Arbeitskräfte gezählt, darunter 51 Belgier und 22 Jugoslawen. Zwischen 1941 und 1942 stieg die Zahl der Zwangsarbeiter bei ZF von 311 auf 1456. In den Jahren 1943 und 1944 erreichte die Beschäftigung von Ausländern mit einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von rund 34 Prozent schließlich ihren Höchststand. Einschließlich einer relativ geringen Zahl an Kriegsgefangenen waren bei ZF während des Krieges insgesamt mehr als 2.800 Zwangsarbeiter beschäftigt. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen stammten aus der Sowjetunion, Frankreich, den Niederlanden und Belgien. Bezogen auf Friedrichshafen entsprach die Zahl der bei ZF während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 beschäftigten Ausländer etwa 18,8 Prozent der insgesamt in den vor Ort ansässigen Industrieunternehmen eingesetzten Zwangsarbeiter. Die übrigen 81,2 Prozent entfielen auf Maybach, Luftschiffbau Zeppelin, die Baufirma Rostan, Dornier und die Reichsbahn.

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2.1942

Technik

Einfachheit im Getriebebau

Technik

Einfachheit im Getriebebau

Bereits 1937 war im LZ-Konzern die Entscheidung gefallen, dass die bei Maybach entwickelten Panzergetriebe primär in den Werken der Zahnradfabrik herzustellen seien. Die Vorstände von Soden und Cappus standen damit im Kriegsjahr 1942 vor der Herausforderung, die Massenfertigung des Olvar-Getriebes zu realisieren.

Als ZF Anfang 1942 den Auftrag zur Entwicklung eines Getriebes für den neuen mittelschweren Panzer „Panther“ erhielt, entschied man sich daher für eine Neukonzeption: Zwischen Februar und August 1942 entwickelte ZF das 7-Gang-Handschaltgetriebe AK7-200, dessen Aufbau stark mit den damaligen Lastwagengetrieben verwandt war. Es war relativ kompakt, und es besaß eine preisgünstige Kegelsynchronisierung. Technisch gesehen war das Projekt ein Wagnis, denn bis dato galt es unter Experten als unsicher, ob sich ein Kettenfahrzeug mit einer Masse von mehr als 43 Tonnen und einer Motorleistung von 700 PS überhaupt von Hand schalten lasse. Nachdem die ersten Versuche erfolgversprechend verlaufen waren, bestellte das Heereswaffenamt ohne weitere Erprobung 5000 Getriebe. Letztlich wurden bis Kriegsende mehr als 6200 dieser Aggregate gebaut, die neben dem „Panther“ auch im schwereren „Tiger“ eingesetzt wurden. Angesichts der gerade in der zweiten Kriegshälfte durch deutsche Panzerverbände angerichteten Zerstörungen, etwa während der Ardennenoffensive 1944/45, ist es eine tragische Tatsache, dass die von ZF gelieferten Getriebe überaus zuverlässig funktionierten.

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13.5.1943

Unternehmensgeschichte

Die Waldwerke in Passau

Unternehmensgeschichte

Die Waldwerke in Passau

Um den ständigen Forderungen nach Erhöhung der Produktion zu entsprechen, befanden sich Vorstand und Aufsichtsrat von ZF seit 1941 auf der Suche nach potenziellen neuen Standorten. Gemeinsam mit dem Oberkommando des Heeres fiel im Dezember die Entscheidung zur Gründung der Tochtergesellschaft Waldwerke GmbH mit Sitz in Passau. Nach zahlreichen Planverschiebungen wurde die Gesellschaft am 13. Mai 1943 gegründet. Im November wurde das erste Olvar-Getriebe für den „Tiger“ aus Passau geliefert.

Zwischen März und Oktober 1944 wurden mehrere hundert Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen neben den fast 2.000 zivilen Mitarbeitern der Waldwerke eingesetzt. Die höchste überlieferte Zahl für diese Gruppe beträgt 334 (Stichtag 23.09.1944).

29.4.1945

Unternehmensgeschichte

Kriegsende und Besatzung

Unternehmensgeschichte

Kriegsende und Besatzung

Am 29. April 1945, dem Tag des Kriegsendes in Friedrichshafen, standen die Ruinen des ZF-Werks fast leer. Nur ein einziger Mitarbeiter war zur Bewachung auf dem Gelände geblieben. Die Reste der Produktion und die kaum noch arbeitsfähige Verwaltung befanden sich seit langem in verschiedenen Außenwerken. Kurz nach dem überstürzten Abzug der letzten Wehrmachtssoldaten erreichten Soldaten der „Première Armée Française“ den Eingang zum Werksgelände.

Obwohl die Produktionsanlagen am Stammsitz weitgehend zerstört waren, blieb ZF für die Alliierten überaus wertvoll. Ebenso wie Maybach wurde auch ZF nur wenige Wochen nach Kriegsende durch die französischen Besatzer mit der Entwicklung eines Panzerantriebs beauftragt. Viel wichtiger aus Sicht von ZF blieb allerdings die Wiederbelebung des zivilen Produktportfolios. Hier war die Entwicklung seit Mitte der 1930er Jahre weitgehend stehengeblieben. Um überhaupt wieder produzieren zu können, benötigte ZF an den einzelnen Standorten eine Genehmigung der Alliierten. Hinzu kamen die dramatischen Kriegsschäden. Alles in allem eine schwierige Ausgangssituation für den Wiederaufbau.

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1945

Unternehmensgeschichte

ZF produziert wieder

Unternehmensgeschichte

ZF produziert wieder

Da ZF anders als die Konzernmutter Luftschiffbau Zeppelin nicht als reines Rüstungsunternehmen galt, waren die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Arbeit gegeben. Am 14. Mai 1945 genehmigte der zuständige Kommandant Lasnier Aufräumarbeiten auf dem Friedrichshafener Werksgelände. Am 6. Juni erlaubte er die Herstellung von Schleppergetrieben. Der Wiedereinstieg in die Produktion erfolgte nun unter primitivsten Bedingungen im Keller der ehemaligen Halle V, wo die verbliebenen Mitarbeiter die wenigen noch lauffähigen Maschinen aufstellten. Dem unmittelbaren Bedarf der ortsansässigen Bevölkerung entsprechend, wurden in den Unternehmen des LZ-Konzerns zunächst auch Haushaltsgeräte wie Spätzlepressen und Fleischwölfe gefertigt bzw. instandgesetzt. Nahezu reibungslos verlief der Neubeginn im Werk Schwäbisch Gmünd, das sich in der US-amerikanischen Besatzungszone befand. Nicht zuletzt deshalb, weil das Werk auf der Ostalb praktisch als einziger ZF-Standort uneingeschränkt arbeitsfähig war, entschied die Firmenleitung noch im selben Jahr, die gesamte Lenkungsfertigung dorthin zu verlagern.

5.1946

Unternehmensgeschichte

Am seidenen Faden

Unternehmensgeschichte

Am seidenen Faden

Die wenigen Produktionsmittel, die den Krieg überstanden hatten, waren für ZF keineswegs gesichert. Immer wieder drohte die vollständige Demontage aller Werke. Am 6. Mai 1946 klärte der in Tettnang ansässige Kreisgouverneur Pierre Ulmer die Vertreter von ZF über den Plan des Alliierten Kontrollrats auf, die Firma aufzulösen. Der erst kurz zuvor gewählte Betriebsrat von ZF unter Vorsitz von Georg Groner intervenierte daraufhin bei Ulmer – mit Erfolg. Bereits am 9. Mai konnte der französische Militärgouverneur den Betriebsräten mitteilen, dass ZF vorerst weiterarbeiten dürfe. Die Demontagen endeten jedoch nicht. In einer handschriftlichen Notiz aus dem September 1946 ist von insgesamt 537 Maschinen die Rede, die seit Kriegsende an die Besatzungsbehörden übergeben wurden. 417 davon gingen nach Frankreich, während 120 auf Befehl der Besatzungsbehörden an Daimler-Benz in Gaggenau vermietet wurden. Dagegen verblieben noch 293 Maschinen in Friedrichshafen.

Ein endgültiges Ende der Demontagen erreichte ZF erst im Juli 1948, als die Unternehmensführung sich mit den französischen Behörden darauf verständigte, den Aufbau einer französischen Getriebefabrik (SOFEN) durch die Vermietung von Maschinen zu unterstützen. Die Gründung in Frankreich war ein Fehlschlag, doch sie half ZF, den Weg zurück zu einem stabilen Geschäftsbetrieb zu finden.

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7.1946

Unternehmensgeschichte

Der Zeppelin-Konzern bricht auseinander

Kreisgouverneur Pierre Ulmer (Mitte) bei ZF
Unternehmensgeschichte

Der Zeppelin-Konzern bricht auseinander

Kreisgouverneur Pierre Ulmer (Mitte) bei ZF

Im Sommer 1946 waren die Gegensätze zwischen der etablierten ZF-Führung um Hans Cappus und den französischen Besatzungsbehörden unüberbrückbar geworden. Die Franzosen baten daher die Friedrichshafener Betriebsräte zum Gespräch. Colonel Meffre, der mit der Aufsicht über die Automobilindustrie am Bodensee betraut war, erklärte kurzerhand, dass die Liquidation von ZF unmittelbar bevorstehe. Die Stilllegung lasse sich, wie der Kreisgouverneur Pierre Ulmer ergänzte, nur verhindern, wenn die Vorstände Cappus und Dolt ihre Posten räumten und das Unternehmen in eine Genossenschaft umgewandelt werde. Noch am 8. Juli führten die Betriebsräte ein vertrauliches Gespräch mit den leitenden Angestellten Alfred Häfele, Albert Maier und Robert Pirker über den Plan, einen Führungswechsel zu erzwingen. So sollte die Existenz des Unternehmens gesichert werden.

Derweil verfolgte Hugo Eckener, der noch immer an der Spitze des auseinanderbrechenden LZ-Konzerns stand, eigene Ziele: Er wollte die Integrität des Gesamtunternehmens gegen die französischen Besatzungsbehörden verteidigen. Als die verschiedenen Interessengruppen am 11. Juli 1946 in einer Sitzung aufeinandertrafen, soll Eckener erklärt haben, er werde Friedrichshafen den Rücken kehren: „Ich gehe nach Amerika, ich habe gute Freunde überall.“ Anschließend verließ Eckener die Runde „ohne Gruß und unter Zurücklassung seines Hutes“.

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1946

Technik

Der Kleinwagen Champion

Technik

Der Kleinwagen Champion

Irgendwo zwischen Seifenkiste und klassischem Rennwagen: Was Albert Maier, damals Leiter des Technischen Büros, am 21. Juli 1946 mit geübter Hand auf ein Blatt Papier zeichnete, war selbst nach den damaligen Maßstäben ein Kleinstwagen: 1,4 Meter Radstand, eine tropfenförmige, offene Karosserie mit freistehenden Rädern, zwei Sitze ohne jede Polsterung, ein außenliegender Heckmotor mit darüber angebrachtem Tank. In großen Lettern hatte Maier auf die Motorhaube des Fahrzeugs den Namen „CHAMPION“ geschrieben.

Dahinter stand die Idee, den vielen Pendlern, die Tag für Tag vom Land in die zerstörten Innenstädte zur Arbeit kamen, eine verbesserte Mobilität zu ermöglichen. Maiers Ansatz bestand darin, die maximale Geschwindigkeit auf 40 bis 45 km/h zu begrenzen, um eine radikal einfache und preisgünstige Konstruktion mit kompaktem Motor und geringem Treibstoffverbrauch zu realisieren. Potenzielle Kunden sollten das Fahrzeug selbst montieren und damit weitere Kostenvorteile erhalten. Innovativ war auch die Idee, den gesamten Maschinenblock als herausnehmbare Einheit zu konzipieren, welche auch als Antrieb für Werkzeugmaschinen, Motormäher oder Boote eingesetzt werden konnte.

Trotz des vielversprechenden Konzepts stieg ZF niemals in die Serienfertigung des Champion ein. Unternehmensführung und Belegschaft hatten alle Hände voll zu tun, die stark ansteigende Nachfrage in den Kernbereichen Getriebe- und Lenkungsbau zu decken.

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7.1946

Unternehmensgeschichte

Ungewisse Zukunft für ZF

Gemüseanbau Werk 1
Es ist der Kampf um unsere Existenz, der uns zwingt, diesen ungewöhnlichen Weg zu beschreiten...
aus einem Brief der Betriebsräte
Unternehmensgeschichte

Ungewisse Zukunft für ZF

Gemüseanbau Werk 1

Wie ernst die Situation für ZF war, zeigt ein Brief der Betriebsräte vom 19. Juli 1946 an den SPD-Politiker, Tübinger Staatsrat und späteren Bundesratsminister Carlo Schmid:

„Es ist der Kampf um unsere Existenz, der uns zwingt, diesen ungewöhnlichen Weg zu beschreiten, um […] auch die letzte Möglichkeit auszuschöpfen, unsere Familien zu sichern. […] Der LZ-Konzern unterliegt dem Stilllegungsbescheid. […] Die Durchführung des Befehls, schon dreimal […] befohlen, wurde bis jetzt durch die Vermittlung des Herrn Kreisgouverneurs Commandant Ulmer aufgeschoben. Weitere Hilfe können wir […] nur erwarten, wenn die ZF sich der Belastung des Konzerns durch seinen Ruf als Rüstungsschmiede entzieht.“

Die im Nachfolgenden vorgeschlagenen Maßnahmen waren durchaus radikal: Lösung der ZF aus dem Stiftungsverbund und Neugründung durch die Belegschaft, leihweise Überlassung der Produktionsmittel durch die Militärverwaltung, Einsetzung einer neuen Firmenleitung, bestehend aus dem Betriebsrat und langjährigen Führungskräften, Abbau der Belegschaft auf perspektivisch 300 Mitarbeiter, Beschränkung der Fertigung auf landwirtschaftliche Maschinen und Ersatzteile.

Am 23. Juli 1946 trat Hans Cappus offiziell zurück; einen Tag später erklärte Hugo Eckener gegenüber dem ZF-Betriebsrat seinen Rückzug als Konzernchef, Aufsichtsratsvorsitzender von ZF, Vorstand der Zeppelin-Stiftung und Vorstand der Luftschiffbau Zeppelin GmbH – allerdings vorerst nur inoffiziell.

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4.1947

Unternehmensgeschichte

Wege zur Versöhnung

Hermann Metzger
Unternehmensgeschichte

Wege zur Versöhnung

Hermann Metzger

Vor allem zwei Vertreter der Besatzungsbehörden bemühten sich aufrichtig, die durch die NS-Verbrechen aufgerissenen Gräben zwischen Franzosen und Deutschen zu überwinden: der Tettnanger Kreisgouverneur Ulmer und der aus dem Elsass stammende ehemalige Deutschlehrer Albert Merglen, der Ulmer im Februar 1947 nachfolgte. In einer bemerkenswerten Initiative bat Merglen im April 1947 per Brief etwa 150 Personen aus dem Besatzungsgebiet darum, ihm offen über ihre Situation, ihre Erwartungen und über eventuelle Missstände zu berichten. Einer dieser Briefe ging an den vor kurzem gewählten Betriebsratsvorsitzenden von ZF, Hermann Metzger. Dieser zeichnete in seiner Antwort ein ungeschminktes Bild der damaligen Verhältnisse, wobei er u. a. die fortgesetzten Demontagen sowie die überaus schlechte Ernährungs- und Wohnungslage der einheimischen Bevölkerung scharf anprangerte.

Merglen reagierte überaus konstruktiv und wirkte in den folgenden drei Jahren seiner Tätigkeit vielfach zum Nutzen der Stadt Friedrichshafen und des Unternehmens ZF. Mit ZF-Betriebsrat Hermann Metzger entstand eine Freundschaft, die in zahlreichen Briefen dokumentiert ist. Im Oktober 1965 kehrte Merglen anlässlich des 50-jährigen Bestehens von ZF nach Friedrichshafen zurück. Albert Maier nutzte die Gelegenheit, um auf die Bedeutung der Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen für die erfolgreiche Entwicklung von ZF hinzuweisen: „Wir Ingenieure sind Kosmopoliten […]. Sehen Sie draußen die Fahrzeuge der französischen bedeutenden Fabriken? […] Sie sehen viele andere, auch aus anderen Ländern. Und auf dieses Zusammenarbeiten im Sinne eines großen Ingenieursdenkens sind wir stolz.“

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1.3.1947

Unternehmensgeschichte

Die Stiftung geht an die Stadt

Ernst Mühlhäuser
Unternehmensgeschichte

Die Stiftung geht an die Stadt

Ernst Mühlhäuser

Nach zahlreichen Verwirrungen um die Zukunft der Zeppelin-Stiftung und deren Vermögen war es gewissermaßen Graf Zeppelin selbst, der fast 30 Jahre nach seinem Tod den Konflikt löste: Die von ihm am 30. Dezember 1908 unterzeichnete Stiftungsurkunde bestimmte klar und deutlich, was zu geschehen habe, wenn der ursprüngliche Zweck der Zeppelin-Stiftung, d. h. der Bau von Luftschiffen bzw. die Förderung der Luftschifffahrt, nicht mehr zu erfüllen war. In diesem Fall, so heißt es in § 15, „fällt das Stiftungsvermögen an die Stadtgemeinde Friedrichshafen, die es unter der Bezeichnung ‚Zeppelin-Stiftung‘ abgesondert zu verwalten und die Erträgnisse […] zu mildtätigen Zwecken zu verwenden hat“. So kurios es scheint: Dieser Passus war bisher weitgehend übersehen worden. Erst Mitte Oktober 1946 machte der Jurist Ernst Mühlhäuser darauf aufmerksam, dass die Zeppelin-Stiftung folglich auf die Kommune übergehen müsse. Dies geschah zum 1. März 1947.

Noch immer lagen jedoch 82,5 Prozent der ZF-Aktien bei der Luftschiffbau Zeppelin GmbH. Diese wiederum stand als Symbol der deutschen Kriegsrüstung unter Zwangsverwaltung der französischen Besatzungsbehörden. Es kam daher, was kommen musste: Im Juli 1947 geriet auch ZF unter die Kontrolle des als Zwangsverwalter der Luftschiffbau Zeppelin GmbH berufenen Jean Deudon. Die aus Robert Pirker, Albert Maier und Konstantin Schmäh zusammengesetzte neue Geschäftsführung konnte dies lediglich zur Kenntnis nehmen.

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1948

Unternehmensgeschichte

Idee einer französischen ZF – der Plan Robin

Unternehmensgeschichte

Idee einer französischen ZF – der Plan Robin

Am 30. Juli 1948 erreichte ZF die Streichung von der Demontageliste der Alliierten. Der Preis dafür: Einem Vorschlag des französischen Ingenieurs Leo Robin folgend sollte ZF helfen, eine französische Zahnradfabrik unter dem Dach des in Paris ansässigen Getriebeherstellers SOFEN zu gründen und die dafür notwendigen Maschinen leihweise bereitstellen. Am 24. Juli 1948 unterzeichnete ZF (in Gestalt von Emile Knipper als Zwangsverwalter) einen entsprechenden Vertrag.

Im September 1948 teilte der Zwangsverwalter Emile Knipper den ZF-Geschäftsführern Maier, Pirker und Schmäh mit, dass er dem Gmünder Werkleiter Klug Generalvollmacht in allen kaufmännischen Belangen von ZF erteilt habe. Damit lag die wirtschaftliche Gesamtverantwortung für ZF faktisch in Schwäbisch Gmünd. Das französische Oberkommando in Baden-Baden hob jedoch die Zwangsverwaltung für ZF zum 30. September 1948 auf. Damit war zugleich Knipper seines Amtes enthoben und ebenso dessen Generalbevollmächtigter Klug.

Zu der geplanten Gründung einer französischen Zahnradfabrik auf Basis der Technologie von ZF sollte es ebenfalls nicht kommen. Offenbar verfügte die SOFEN nicht über das notwendige Kapital, und die bereitgestellten Maschinen standen größtenteils ungenutzt in Zwischenlagern. Bis Mai 1950 erhielt ZF rund 85 Prozent des Maschinenbestandes zurück; der Rest verblieb zur Deckung verschiedener Ansprüche in Frankreich.

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1948

Zeitgeschichte

Reifen-Revolution

Citroen 2 CV, Polizeiwagen
Zeitgeschichte

Reifen-Revolution

Citroen 2 CV, Polizeiwagen

Michelin macht´s möglich – mit dem Gürtelreifen. 1948 erscheint der erste Serien-Reifen in Gürtelbauweise auf den Felgen eines Citroen 2 CV. Die entscheidenden Vorteile liegen in geringerem Verschleiß, reduziertem Benzinverbrauch und einer höheren Fahrstabilität.

1950

17.8.1950

Unternehmensgeschichte

Neue Eigentümerstruktur

Unternehmensgeschichte

Neue Eigentümerstruktur

Nachdem ZF die Gründung einer französischen Zahnradfabrik zunächst unterstützt hatte und sich anschließend, als die Gründung scheiterte, ebenfalls konstruktiv verhalten hatte, waren die französischen Besatzungsbehörden nun bereit, stabile Eigentumsverhältnisse zu schaffen. Am 17. August 1950 wurden die im Besitz der Luftschiffbau Zeppelin befindlichen ZF-Aktien nach Maßgabe der bisherigen Beteiligungsverhältnisse auf die Stadt Friedrichshafen und auf die Familie Brandenstein-Zeppelin übertragen. Die Stadt Friedrichshafen (in Gestalt der Zeppelin-Stiftung) wurde mit einem Anteil von 89,8 Prozent Mehrheitsaktionärin; hinzu kamen die Familie Brandenstein-Zeppelin (6,2 %) und die Firma Maag (4,0 %).

1951

Technik

Von der Ross- zur Gemmer-Lenkung

Technik

Von der Ross- zur Gemmer-Lenkung

Der Anteil der nach dem System Ross gefertigten Lenkungen bei ZF ging in den 50er Jahren stetig zurück. ZF hatte mittlerweile Verbindungen zu dem Detroiter Unternehmen Gemmer Manufacturing geknüpft. Dies hing vor allem damit zusammen, dass ZF mittlerweile Verbindungen zu dem Detroiter Unternehmen Gemmer Manufacturing geknüpft hatte. Die Gemmer-Lenkung, auch Schneckenrollenlenkung genannt, war im Vergleich zur Ross-Lenkung robuster und bot einen größeren Lenkeinschlag. Während die Gemmer-Lenkung im Portfolio von ZF nach und nach die Ross-Lenkung ablöste, stiegen die Produktionszahlen der Lenkungssparte, die seit 1953 vollständig im Werk Schießtal (ein Stadtteil von Schwäbisch Gmünd) angesiedelt war, gewaltig an. Mit der sogenannten Spindel-Hydrolenkung für Fahrzeuge mit besonders hoher Achslast wurde 1956 erstmals eine Eigenentwicklung aus Schwäbisch Gmünd vorgestellt. Damit war der Lenkungsbau als wichtige Säule im Portfolio von ZF verankert.

1952

Unternehmensgeschichte

Die erste Urlaubsreise nach Kriegsende

Unternehmensgeschichte

Die erste Urlaubsreise nach Kriegsende

Ab Juni 1952 betrieb ZF im bayrischen Allgäu das Erholungsheim „Jägerwinkel“. Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung verbrachten 1105 Mitarbeiter, mehr als ein Viertel der Belegschaft, einige Tage dort, oft gemeinsam mit ihren Angehörigen. Für viele war dies die erste Erholungsreise nach dem Krieg. Hin- und Rückfahrt übernahm die Firma; Übernachtung und Verpflegung wurden subventioniert. Bei 25-jähriger Betriebszugehörigkeit erhielten Mitarbeiter eine Woche vollständig finanzierten Sonderurlaub inklusive Taschengeld. Da das Feriendomizil auch Mitarbeitern abseits des Stammwerks offenstand, trug es dazu bei, Brücken zwischen den Standorten zu bauen, wie der folgende Bericht aus der Zeitschrift „ZF-Ring“ zeigt: „Nur wenige unter uns kannten sich. Wir waren bunt zusammengewürfelt. Aber schon vom ersten Tage an bildeten wir eine Gemeinschaft frohsinniger Menschen. Ein besonders herzliches Verhältnis verband uns Friedrichshafener mit den Kollegen und ihren Angehörigen aus Schwäbisch Gmünd.“

Dennoch: Freiwillige Sozialleistungen wie diese waren kein zwingendes Argument für eine Tätigkeit bei ZF. Auch andere industrielle Arbeitgeber boten ihren Beschäftigten umfangreiche Vorteile. Umso wichtiger war es, dass ZF auch bei Löhnen und Gehältern kontinuierliche Steigerungen bieten konnte: So erhöhte sich beispielsweise der durchschnittliche Stundenlohn im Werk Friedrichshafen zwischen 1950 und 1960 von 1,42 DM auf 2,94 DM, also um rund 107 Prozent.

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1953

Unternehmensgeschichte

Der Wettlauf um Fachkräfte beginnt

Unternehmensgeschichte

Der Wettlauf um Fachkräfte beginnt

In ihrem Jahresbericht für 1953 beklagten die ZF-Vorstände, dass der Kampf um die besten Köpfe in der deutschen Automobilindustrie mittlerweile voll entbrannt sei:

„Wir mussten feststellen, dass gewisse Konkurrenzfirmen immer wieder versuchen, unsere führenden Spezialisten durch besonders verlockende Angebote abzuwerben. Allgemein ist bei Bewerbungen und Neu-Einstellungen zu beobachten, dass gute Kräfte bei anderen Firmen – vor allem in Norddeutschland – wesentlich besser bezahlt werden als bei uns. Wir bemühen uns, durch freiwillige soziale Leistungen einen gewissen Ausgleich dafür zu schaffen.“

Tatsächlich gab es kaum ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Mitarbeiters von ZF, für das nicht irgendeine Zahlung vorgesehen war: Hochzeit und Silberhochzeit, Geburt oder Erstkommunion eines Kindes, der Tod naher Angehöriger, Betriebsjubiläen und der 60. Geburtstag. Sogar die Goldene Hochzeit der Eltern wurde mit einem Tag Sonderurlaub berücksichtigt. Das seit 1951 gezahlte „Seehasengeld“ (anlässlich des alljährlich in Friedrichshafen stattfindenden Seehasenfestes) wurde 1957 durch ein Urlaubsgeld ersetzt. Weihnachtsgeld erhielten die Mitarbeiter erstmals 1950. Modern war die 1953 eingeführte Abschluss-Gratifikation, welche die Belegschaft zum Ende jedes Geschäftsjahres am wirtschaftlichen Erfolg beteiligte. Ihr stetiger Anstieg belegt die steigende Profitabilität von ZF. Große Bedeutung für die Mitarbeiter besaß auch die Wiedereröffnung der ZF-Betriebskrankenkasse im Jahr 1949.

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1953

Unternehmensgeschichte

Ein Stück Antike unter dem Kasino

Unternehmensgeschichte

Ein Stück Antike unter dem Kasino

Bis zu 2500 Personen fasste der Saal des im Februar 1955 eingeweihten Graf-von-Soden-Kasinos. Dimensionen und Ausstattung übertrafen die hölzerne Kantinenbaracke, die seit Kriegsende als Provisorium gedient hatte, bei weitem. Der erste Neubau nach 1945, der nicht unmittelbar der Produktion diente, sollte ein Geschenk an die Mitarbeiter in Friedrichshafen sein und symbolisierte zugleich, was ZF in den letzten Jahren erreicht hatte. Tief unter den Fundamenten schlummerten jedoch Spuren einer weit älteren Geschichte. Als die Bauarbeiten im Sommer 1953 begannen, stießen die Arbeiter auf antike Überreste, die der Lehrer und Historiker Ulrich Paret als römische Badeanlage identifizierte.13 In den Folgejahren förderten mehrere Grabungen auf dem Gelände von Werk 1 weitere römische Artefakte zutage. Alles deutet darauf hin, dass sich unter dem Areal einmal ein römischer Gutshof befand, möglicherweise der größte im Bodenseekreis. Wie bedeutend der Komplex tatsächlich war und wer genau ihn bewohnte, darüber können Archäologen bis heute nur spekulieren.

1955

Zeitgeschichte

Vereinigte Staaten von Europa

Zeitgeschichte

Vereinigte Staaten von Europa

Ein erster wichtiger Schritt zur politischen Einheit Europas vollzieht sich in Rom mit der Unterzeichnung der Verträge über eine Europäische Wirtschaftsgesellschaft (EWG). Die Signatar-Staaten heißen Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland.

1956

Unternehmensgeschichte

Ausbildung im Umbruch

Unternehmensgeschichte

Ausbildung im Umbruch

Da auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend Fachkräfte verfügbar waren, rückten Aus- und Weiterbildung in den Fokus. Die bisherige Praxis, vor allem Lehrlinge einzustellen, deren Verwandte bereits im Betrieb arbeiteten, wurde nach und nach zugunsten einer offenen Bewerberauswahl aufgegeben. Die Ausbildung bei ZF hatte bereits in den 1950er Jahren einen guten Ruf. Dennoch unterschied sie sich inhaltlich und atmosphärisch stark von den heute üblichen Standards. Julius Maier erinnert sich:

„Regie führten die Meister – an denen kam niemand vorbei. Einige unserer Ausbilder haben mich immer wieder durch ihr Praxiswissen beeindruckt – und durch ihre ehrliche Absicht, den Dialog mit uns Lehrlingen zu suchen. Trotzdem galten Schläge noch als probates Mittel. Nach einigen Fehlversuchen an der Drehbank musste auch ich dies schmerzhaft erfahren.“

Ab Mitte der 1950er Jahre setzte im Bereich der Ausbildung ein Kulturwandel ein. 1956 wurde die Friedrichshafener Lehrwerkstatt an ihrem angestammten Platz über der Werkzeugmacherei wiedereröffnet. Ab 1958 fanden IHK-Schulungen zu pädagogischen, arbeitspraktischen und technischen Themen für die Ausbilder statt. Das erste Seminar im April 1958 trug den bezeichnenden Titel „Jugend-Psychologie“; im Folgejahr ging es um „Menschenführung und Menschenbehandlung“. Zugleich traten Ende der 1950er Jahre viele altgediente Meister ihren Ruhestand an. Mit dem Generationswechsel gingen viele mittlere Führungspositionen an fachlich höherqualifizierte Mitarbeiter über. Die Qualität der Ausbildung verbesserte sich zusehends, und doch schien es fast unmöglich, genügend junge Menschen zu gewinnen, um den enormen Bedarf an neuen Arbeitskräften zu decken.

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1957

Zeitgeschichte

Sputnik 1

Zeitgeschichte

Sputnik 1

Wie ein Schock trifft die amerikanische Öffentlichkeit die Nachricht, dass die Sowjets einen künstlichen Satelliten in eine Erdumlaufbahn gebracht haben. Die Kugel mit den vier Sendeantennen wiegt 83,6 kg und hat einen Durchmesser von 58 cm.

1957

Zeitgeschichte

Neues Motorenprinzip

Zeitgeschichte

Neues Motorenprinzip

Dem Ingenieur Felix Wankel gelingt der erste Probelauf eines neuartigen Drehkolbenmotors. Grundgedanke des rotierenden Kolbens: Der Motor treibt die Welle direkt an.

In einem Trochoidengehäuse wickelt der dreieckige Rotor einen exakten Viertaktprozess ab - und das vibrationsarm.

1959

Unternehmensgeschichte

Großauftrag von DKW

Unternehmensgeschichte

Großauftrag von DKW

In den 1950er Jahren blieben die Absatzzahlen für Pkw-Schaltgetriebe zunächst hinter den Erwartungen zurück – bis ZF im Jahr 1959 einen Großauftrag erhielt, der alle bisherigen Dimensionen sprengte. ZF lieferte mit dem 4DS6-3 das Getriebe für den DKW Junior, einen Kleinwagen der in Ingolstadt ansässigen Auto-Union. Bereits 1960 liefen mehr als 65.000 Getriebe in Friedrichshafen vom Band. Für das erste echte Großseriengetriebe wurde zunächst eine geschlossene Fertigungsstraße im Werk 1 errichtet. Die Kapazitäten des Stammwerks waren jedoch schnell erschöpft, sodass ZF in einen Neubau investierte. Das „Werk 2“ wurde Anfang 1962 bezogen. Bis 1965 wurden mehr als 340.000 Einheiten des 4DS6-3 gefertigt.

1959

Unternehmensgeschichte

Boom als Herausforderung

Unternehmensgeschichte

Boom als Herausforderung

1959 erzielte ZF gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 29 Prozent. Hintergrund war ein enormer Nachfrageschub: Im Schwerlastwagenbau hatten unter anderem die unter Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (CDU) 1956 eingeführten Beschränkungen der Abmessungen und Nutzlasten von Lkw zu einer Erlahmung der Nachfrage geführt. Da ab Juli 1960 eine Lockerung der entsprechenden Bestimmungen angekündigt war, bestellten Spediteure und Logistikunternehmen nun wieder verstärkt große Lkw. Die Folge war eine Phase der Hochkonjunktur, welche zusätzlich noch durch Aufträge der öffentlichen Hand befeuert wurde.

Da ZF auch im Pkw-Bereich und – weniger ausgeprägt – im Landmaschinenbau Auftragszuwächse verbuchte, waren die Kapazitäten monatelang bis zum Anschlag ausgelastet. ZF musste ständig neue Mitarbeiter in die laufende Produktion integrieren.

Ausgerechnet die überaus positive Marktdynamik stellte ZF sozial wie wirtschaftlich vor ungeahnte Herausforderungen. Trotz steigender Umsätze sank die Produktivität. Arbeit, Maschinen und Material wurden, beflügelt durch die Konjunktur, immer teurer.

Die Vorstände beklagen die „äußerst langwierigen und sehr schwierigen Verhandlungen“ mit den eigenen Kunden. Offenbar gelang es nicht, die gestiegenen Produktionskosten an die Automobilhersteller weiterzugeben, weil diese stets auf die Eigenfertigung von Getrieben und Lenkungen ausweichen konnten. Für ZF blieb daher nur der Ausweg, produktiver zu werden. Rationalisierung wurde zum Gebot der Stunde.

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1959

Unternehmensgeschichte

Aufbruch nach Brasilien

Unternehmensgeschichte

Aufbruch nach Brasilien

Am Morgen des 13. April 1959 bot sich vor der Verladerampe der Friedrichshafener Gehäusefertigung ein ungewohntes Bild: Neun ZF-Mitarbeiter standen dort mit großen Koffern, umringt von ihren Frauen und Kindern, oft in Begleitung von Verwandten. Immer mehr Kollegen, darunter Vertreter von Geschäftsleitung und Betriebsrat, versammelten sich um die Gruppe, die viele Stunden Busfahrt und 14 Tage auf offener See vor sich hatte. Das Ziel der Reise: São Caetano do Sul, südwestlich von São Paulo, etwa 75 Kilometer hinter der brasilianischen Atlantikküste. Für ZF war der Gang nach Brasilien die erste Gründung eines Fertigungsstandorts in Übersee.

Max Mugler, der den Aufbau des Standorts maßgeblich unterstützte, berichtet, wie es dazu kam: „Die Gründung unseres ersten Auslandsstandorts hatte ihren Ursprung in der Geschäftsbeziehung zu Daimler-Benz. Die Stuttgarter betrieben bereits ein Werk in dem Land und wollten auch ihre Getriebe von dort beziehen. Es war nur logisch, dass wir unserem Kunden nachfolgten.“

Vorteil der ZF-Getriebe war aus Sicht von Daimler deren größere Robustheit im Vergleich zu den in Südamerika verfügbaren Produkten. Auch wenn der Stuttgarter Konzern auf eine dauerhafte Zusammenarbeit mit ZF in Brasilien setzte, sollte der Zulieferer vom Bodensee doch auch eigenständig am Markt tätig sein. Chancen gab es reichlich, denn auch andere internationale Hersteller planten eine Ansiedlung in Brasilien.

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1960

1960

Unternehmensgeschichte

Mittel gegen die Wohnungsnot

Unternehmensgeschichte

Mittel gegen die Wohnungsnot

Im Jahr 1960 hatte sich die Belegschaft von ZF gegenüber dem Stand von 1950 nahezu verdreifacht. Insgesamt waren 12 074 Menschen für die Zahnradfabrik tätig; allein am Standort Friedrichshafen hatte das Unternehmen 5117 Mitarbeiter. Damit wurde das altbekannte Problem des Wohnungsmangels, das die Stadt am

Bodensee seit ihrem industriellen Aufstieg begleitete, nur umso offensichtlicher.

1950 begann ZF daher, zinsgünstige Kredite zum Bau von Mietwohnungen an Genossenschaften, an die Zeppelin-Stiftung und direkt an Mitarbeiter zu vergeben. ZF ergänzte damit die kommunale Wohnungsbauförderung. Zwischen Anfang der 1960er und Anfang der 1980er Jahre baute ZF die Aktivitäten auf diesem Gebiet dann immer weiter aus.

1960

Unternehmensgeschichte

Bargeldlos und Rechnergestützt

Unternehmensgeschichte

Bargeldlos und Rechnergestützt

Der Rationalisierungsprozess in Produktion und Verwaltung führte auch dazu, dass ZF mehr und mehr auf die elektronische Datenverarbeitung setzte. Ab Januar 1960 wurde die bargeldlose Gehaltszahlung zunächst für die Angestellten in Friedrichshafen eingeführt und kurz darauf unternehmensweit umgesetzt. ZF war eines der ersten Unternehmen in Baden-Württemberg, das den Kulturwandel von der Gehaltstüte bzw. Lohntüte zur Banküberweisung vollzog.

Ein weiterer Baustein im Rationalisierungsprozess bei ZF war die Nutzung von Computern in Entwicklung und Verwaltung. Für ZF begann das Computerzeitalter 1962 mit der Installation einer IBM 1401, eines nach damaligen Maßstäben kompakten Systems, dessen Abmessungen ungefähr denen einer Einbauküche gleichkamen. Der Rechner wurde bis 1970 für Buchhaltungsaufgaben, aber auch im Rahmen der Fertigungssteuerung und Finanzplanung eingesetzt. Die Rechenleistung entsprach mit maximal 193 300 Additionen pro Minute nur dem Bruchteil dessen, was heute ein durchschnittliches Smartphone leistet. Im rechenintensiven Entwicklungsbereich setzte ZF seit 1959 einen Großrechner bei IBM in Böblingen ein, den parallel auch Daimler-Benz, MAN und Dornier nutzten. 1963 wurde am ZF-Standort Friedrichshafen mit dem IBM 1620 ein für technische Aufgaben konzipierter Computer aufgestellt, der bereits einen Plotter zur graphischen Ausgabe von Ergebnissen besaß. Bis zur Einrichtung der ersten Bildschirmarbeitsplätze sollten noch einige Jahre vergehen. Diese entstanden – früher als in vielen anderen Industrieunternehmen – im Jahr 1972.

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1960

Unternehmensgeschichte

Die deutschen Werke werden internationaler

Unternehmensgeschichte

Die deutschen Werke werden internationaler

Die Ausweitung der ZF-Fertigung nach Brasilien fand ihr Gegenstück in der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter in den deutschen Werken. Die Suche nach Bewerbern jenseits der Landesgrenzen wurde vom Vorstand vorangetrieben, weil eine Entspannung auf dem bundesdeutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt mittelfristig nicht zu erwarten war. Erstmals im Geschäftsjahr 1960 waren in den deutschen ZF-Werken Gastarbeiter in größerer Zahl tätig. Ihr Anteil, welcher damals bei rund drei Prozent bezogen auf die Gesamtbelegschaft lag, sollte bis 1969 auf mehr als 18 Prozent steigen. Die erste und anfangs auch größte Gruppe stammte aus Italien. Hinzu kamen Spanier, Griechen, Jugoslawen, Österreicher und Franzosen sowie – ab Ende der 1960er Jahre – zahlreiche türkische Kollegen. Auch viele andere Länder waren jeweils durch einzelne Mitarbeiter vertreten. In zeitgenössischen Berichten ist von mehr als zwanzig Nationen die Rede.

Der Übergang von einer Belegschaft, die mehrheitlich dem direkten Umkreis der Werke entstammte, hin zu einer weltweiten ZF-Familie, wie sie das Unternehmen mit mehr als 300 Standorten heute prägt, vollzog sich jedoch in einem langjährigen Prozess. Während die Unternehmensführung ebenso wie die Spitzen der bundesdeutschen Politik die Beschäftigung von „Gastarbeitern“ anfänglich als vorübergehende Maßnahme betrachteten, wurde bald offensichtlich, dass der internationalen Öffnung wirtschaftlich wie politisch die Zukunft gehörte. Nach und nach wurden unter dem Dach der ZF-Werke aus Fremden Kollegen und manchmal Freunde.

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1960

Technik

Achsen und Getriebe für Baumaschinen

Technik

Achsen und Getriebe für Baumaschinen

Am ZF-Standort Passau ging 1960 die erste Generation von Planetenlenkachsen PLA 5000 und Planetenstarrachsen PSA 7000 in Serie. Damit stieg ZF in die Fertigung von Aggregaten für Baumaschinen ein. Da der Markt für Ackerschleppergetriebe Anfang der 1960er Jahre deutliche Einbrüche erlebte – so stiegen beispielsweise mit MAN und Porsche wichtige Kunden aus dem Landmaschinengeschäft aus –, nahm die die Bedeutung des neuen Geschäftsfelds bald zu.

1963 erweiterte ZF das Baumaschinengeschäft in Richtung Getriebe. Unter der Baureihen-Bezeichnung „PW“ wurden ab 1966 Lastschaltgetriebe in Planetenbauweise produziert, darunter das bis Mitte der 1980er Jahre gebaute 4PW. Vorteil dieses Aggregats war die die kompakte Bauweise, die einen Einsatz auch in Maschinen mit sehr geringem Achsabstand erlaubte, etwa in Lade- und Planierraupen. Mit Fiat-Allis und John Deere gelang es ZF mit dem 4PW, erstmals international tätige Baumaschinenhersteller als Kunden zu gewinnen.

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8.1961

Unternehmensgeschichte

Ein Werk wird eingemauert

Unternehmensgeschichte

Ein Werk wird eingemauert

Der Bau der Berliner Mauer, der mit der Abriegelung der Sektorengrenzen durch Polizei und Grenztruppen der DDR in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begann, war eines der einschneidenden Ereignisse im Kalten Krieg. Die etwa 2,2 Millionen Einwohner West-Berlins waren über Nacht nicht nur vom Osten der Stadt, sondern vom gesamten Umland abgeschnitten. Teil dieser Enklave war auch das seit 1925 bestehende ZF-Werk Berlin-Wittenau, die größte Zahnradfabrik im Raum Berlin, gelegen im französischen Sektor. Der Mauerbau traf vor allem die Mitarbeiter, die bis dato jeden Tag aus dem Ostteil der Stadt gependelt waren. Für Sie war die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz bei ZF nahezu ausgeschlossen. Auch der Vertrieb stand vor großen logistischen Problemen, denn rund ein Drittel der Produktion war zur Ausfuhr nach Friedrichshafen und Schwäbisch Gmünd bestimmt.

Als die Betriebsräte von ZF im September 1961 in Berlin zusammenkamen, fanden Sie dennoch eine fast unwirkliche Normalität vor. „Nüchtern und realistisch“, so der Bericht in der Mitarbeiterzeitung „ZF-Ring“, gingen die (West-)Berliner mit ihrer überaus schwierigen Lage um. Offenbar glaubte hier niemand mehr, dass die nun zementierte Teilung der Stadt bald vorüber sein werde.

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1961

Zeitgeschichte

Der Mensch im Weltall

Zeitgeschichte

Der Mensch im Weltall

Den Beginn der bemannten Weltraumfahrt markiert am 12. April 1961 Juri A. Gagarin, der in seiner Raumkapsel die Erde umkreist. Der Wettlauf zum Mond zwischen Sowjets und Amerikanern befindet sich in vollem Gange.

1962

Zeitgeschichte

Satellit überträgt TV-Bilder

Zeitgeschichte

Satellit überträgt TV-Bilder

Nur wenige Jahre nach ihrem Start präsentieren die Amerikaner den ersten praktischen

Nutzen der Weltraumfahrt. Der Nachrichten- und TV-Satellit TELSTAR überträgt erstmals Fernsehbilder zwischen Bodenstationen in den USA und Frankreich. Wenig später übermittelt TELSTAR auch die ersten Telefonate.

1963

Technik

Im Rennsportfieber

Technik

Im Rennsportfieber

Am 8. September 1963 gewann der ehemalige Landwirt Jim Clark den Großen Preis von Italien und damit seinen ersten WM-Titel in der Formel 1. Nur wenige Tage danach wurde Clarks Rekordfahrzeug, ein grüner Lotus 25, auf dem ZF-Werkshof in Friedrichshafen präsentiert. Diese Geste des britischen Rennstalls kam nicht von ungefähr: Unter der Haube des rund 450 kg leichten Wagens steckte ein 5DS10 von ZF. Das Getriebe war von ZF 1961 im Auftrag des Lotus-Gründers und Chefkonstrukteurs Colin Chapman speziell für Jim Clark konstruiert worden. Die ZF-Konstruktion sowie zahlreiche andere technische Neuerungen wie der erstmalige Einsatz eines Monocoque-Chassis im Lotus 25 verhalfen Jim Clark zu einer bis heute legendären Siegesserie. Diese begann mit einem ersten Platz beim französischen Grand Prix de Pau am 3. April 1961. In den Folgejahren gewann Clark mehr als 50 Rennen. 1965 sicherte er sich seinen zweiten Formel-1-Weltmeistertitel.

Am 31. Mai 1965 belegte Jim Clark zudem den ersten Platz bei den legendären 500 Meilen von Indianapolis. Einen Tag darauf ging in Friedrichshafen ein Telegramm ein: „Jimmy Clark und Colin Chapman waren wirklich von Ihren Getrieben in Indianapolis 1965 begeistert. Team Lotus sendet Ihnen seine aufrichtigsten Glückwünsche.“

Einen tragischen Rückschlag erlebte der ZF-Motorsport im Jahr 1968, als Jim Clark am 7. April auf dem Hockenheimring infolge eines Reifenschadens tödlich verunglückte. Viele Mitarbeiter von ZF hatten an den zahlreichen Erfolgen des Lotus-Teams begeistert Anteil genommen und erlebten diesen Verlust als Schock.

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1965

Technik

ZF bringt das Pkw-Automatgetriebe nach Europa

Technik

ZF bringt das Pkw-Automatgetriebe nach Europa

Der Einstieg in den Bau von Pkw-Automatgetrieben ab Anfang der 1960er Jahre wurde seinerzeit von vielen Mitarbeitern bei ZF kritisch betrachtet, denn auf dem europäischen Markt wurden automatische Getriebe von den Kunden kaum geschätzt. Aus heutiger Sicht war die Entscheidung für das neue Produktsegment jedoch eine der wichtigsten für den wirtschaftlichen Erfolg von ZF. Hansjörg Dach, der die ersten Pkw-Automatgetriebe für ZF entwickelte, erläutert die Hintergründe:

„Die bereits damals erfolgreichen amerikanischen Getriebe waren für die europäischen Fahrzeuge nicht geeignet, weil sie erstens zu groß bauten und zweitens hubraum- und drehmomentstarke Motoren erforderten. Unser Entwicklungsziel war also eine kompaktere Konstruktion.“

Das erste vollautomatisierte Pkw-Getriebe von ZF entstand 1958 unter der Modellbezeichnung 2HP14 und besaß lediglich zwei Gänge. Im Stadtverkehr und insbesondere auch für leistungsschwächere Motoren schien ein Getriebe mit derart grober Gangabstufung jedoch wenig praktikabel. Bis Juni 1961 entwickelte Dach

daher das 3-Gang-Automatgetriebe 3HP12. Die Tests verliefen vielversprechend, und bald erklärte BMW, das 3HP12 in den neuen Mittelklassemodellen der Reihen 1800 und 2000 nutzen zu wollen. Peugeot gab nach einer längeren Erprobungsphase ebenfalls grünes Licht für den Einsatz des 3HP 12. Die Fertigung der ersten in Serie hergestellten Pkw-Automatgetriebe von ZF begann 1965. Anfangs blieben die Absatzzahlen jedoch bescheiden.

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29.10.1965

Unternehmensgeschichte

ZF als Symbol des Wirtschaftswunders

von links nach rechts: Direktor Robert Pirker, Direktor Dr. Albert Maier, baden-württembergischer Ministerpräsident Kurt Kiesinger, Oberbürgermeister Dr. Grünbeck
Unternehmensgeschichte

ZF als Symbol des Wirtschaftswunders

von links nach rechts: Direktor Robert Pirker, Direktor Dr. Albert Maier, baden-württembergischer Ministerpräsident Kurt Kiesinger, Oberbürgermeister Dr. Grünbeck

Als ZF am 29. Oktober 1965 sein 50-jähriges Bestehen feierte, kamen mehr als 700 Gäste zum Festakt in der Maschinenhalle des Werks II. Neben Vertretern der ehemaligen französischen Militärregierung war auch der baden-württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger, ein Freund des Aufsichtsratsvorsitzenden und Friedrichshafener Bürgermeisters Max Grünbeck, gekommen. Wie Kiesinger in seinem Festvortrag betonte, fiel das Jubiläum von ZF zusammen mit „einem Höhepunkt der wirtschaftlichen Entwicklung“ in der Bundesrepublik. ZF verkörperte den rasanten Wiederaufstieg der westdeutschen Wirtschaft in den 20 Jahren nach Kriegsende wie kaum eine andere Firma. Mit mehr als 14 000 Mitarbeitern im Jubiläumsjahr 1965 war die Zahnradfabrik, so stellte der kaufmännische Direktor Robert Pirker fest, „das größte europäische Spezialunternehmen für Zahnräder, Getriebe und Lenkungen“ geworden.

Ungewollt hatte Kurt Georg Kiesinger, der bald Bundeskanzler werden sollte, jedoch auch eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen, als er das erreichte Konjunkturniveau im Oktober 1965 als „Höhepunkt“ feierte. Die Anzeichen für ein Ende des seit Gründung der Bundesrepublik andauernden Booms mehrten sich. „Die Epoche des Wirtschaftswunders“, so Robert Pirker in der Aufsichtsratssitzung am 25. Juli 1966, „scheint zu Ende zu sein. Man gewinnt die Überzeugung, dass der Nachholbedarf gedeckt und der Wiederaufbau im Wesentlichen abgeschlossen ist.“ Um im Geschäft zu bleiben, brauchte ZF noch stärker als bisher internationale Perspektiven und innovative Produkte.

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1967

Unternehmensgeschichte

Kein Verlass mehr auf die Konjunktur

Unternehmensgeschichte

Kein Verlass mehr auf die Konjunktur

Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik zogen dunkle Wolken am strahlenden Konjunkturhimmel auf. Der Inlandsmarkt für Investitionsgüter – darunter die für ZF wichtigen Bereiche landwirtschaftliche Maschinen, Baufahrzeuge und Lkw – hatte eine gewisse Sättigung erreicht. Spekulationen über ein Ende des Wirtschaftswunders führten auch dazu, dass sich die bundesdeutschen Konsumenten beim Kauf privater Pkw zurückhielten – oder auf preiswertere ausländische Marken auswichen.

Höchste Zeit für ZF, auf den Wandel zu reagieren. Die seit 1965 betriebene Serienfertigung von Automatgetrieben war ein Schritt in diese Richtung. Durch die Vergabe von Fertigungslizenzen ins Ausland – etwa nach Japan, Indien oder in die Schweiz – sowie die Stärkung des internationalen Vertriebs sollte die Abhängigkeit vom Inlandsgeschäft verringert werden. Ende 1966 war zudem eine sogenannte Wirtschaftlichkeits-Aktion initiiert worden. Im Rahmen der Initiative wurden zahlreiche Mitarbeiter direkt angesprochen und um Verbesserungsvorschläge gebeten. Rund 80 individuelle Maßnahmen fanden bis April 1968 Eingang in die betriebliche Praxis. So wurden beispielsweise Nacht- und Überstundenzulagen durch Qualitätszulagen ersetzt, um sorgfältige Arbeit zu belohnen.

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1969

Zeitgeschichte

Der Mensch auf dem Mond

Zeitgeschichte

Der Mensch auf dem Mond

500 Millionen Fernsehzuschauer verfolgen live ein epochales Ereignis: Die Amerikaner Neil Armstrong und Edwin Aldrin betreten am 20. Juli 1969 als erste Menschen den Mond. Zusammen mit Michael Collins waren sie an Bord von APOLLO XI, einer 111 m hohen Rakete, am 16. Juli auf Cape Kennedy gestartet.

Die Astronauten bauen wissenschaftliche Geräte auf; sammeln Gesteinsproben und führen das erste Telefonat zwischen Erde und Mond mit dem amerikanischen Präsidenten Richard Nixon.

Bei einer der folgenden Mondlandungen werden die Amerikaner das „Lunar Roving Vehicle“ mitbringen - einen Mondjeep, dessen Räder von Elektromotoren angetrieben werden.

1969

Technik

Antriebe für die Luftfahrt

Technik

Antriebe für die Luftfahrt

Durch die Wiederaufnahme der Luftfahrtaktivitäten im Jahr 1957 hatte sich bei ZF eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, welche das Geschäftsfeld unter dem Dach der Konstruktionsabteilung für Bootsgetriebe (TBK­B) bearbeitete. Erst 1969 entstand daraus eine eigenständige Luftfahrtabteilung (TK­D, Technik/Konstruktion – Drehflügler).

Zu diesem Zeitpunkt stand das seit 1963 entwickelte Hochleistungsgetriebe FS72 für den bei MBB gebauten Mehrzweckhubschrauber Bo 105 kurz vor der Markteinführung. Obwohl der Erstflug bereits 1967 geglückt war, schien die Entwicklung keineswegs abgeschlossen, denn der Hersteller MBB hatte das Ziel ausgegeben, die zulässige Abflugmasse zu erhöhen. Dies gelang: Bis 1970 konnte die Zuladung von ursprünglich 1.600 Kilogramm auf 2.100 Kilogramm erhöht werden. Dafür mussten die Verzahnungen, Wellen, Lager und das Gehäuse des Getriebes an die höheren Belastungen angepasst werden. Damit entstand nebenbei der weltweit einzige Hubschrauber mit Kunstflugzulassung. Die Fähigkeit des Bo 105, einen Looping zu fliegen, ist ein augenfälliger Beleg für die Stabilität der Getriebekonstruktion.

Mehr als 30 Jahre lief die Produktion desB00 BO 105 bei MBB und Eurocopter Deutschland, ehe nach 1.404 ausgelieferten Exemplaren der Serienbau zugunsten von Nachfolgemodellen, aktuell dem EC-135 beendet wurde.

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1969

Technik

Getriebesteuerung optimiert

Technik

Getriebesteuerung optimiert

Angesichts des dramatischen Konjunktureinbruchs der Jahre 1966/67 ahnte kaum jemand, dass ein Belegschaftsabbau bald kein Thema mehr sein würde. Die deutsche Industrie erlebte einen massiven Wiederaufschwung, und ZF profitierte davon. Beflügelt durch den Boom gelang es, das Geschäftsfeld Automatgetriebe auf eine sichere Basis zu stellen. Die technologischen Herausforderungen hierbei lagen vor allem bei der Getriebesteuerung. In diesem Bereich schienen nur dann nennenswerte Verbesserungen möglich, wenn ZF zunehmend elektronische Komponenten in die Getriebe integrierte. Bereits auf der im selben Jahr stattfindenden Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main wurde eine optimierte Schaltung präsentiert.

1970

1971

Unternehmensgeschichte

Neue Internationalität im Kundendienst

ZF hat gelernt, uns nicht wie bisher nur als Kostenfaktor zu sehen.
Roland Schäffler, Kundendienst
Unternehmensgeschichte

Neue Internationalität im Kundendienst

Die Idee eines technischen Kundendienstes mit dezentraler Struktur in den Absatzländern entstand Anfang der 1970er Jahre. Dazu Willi Schacher:

„Auf unseren europäischen Auslandsmärkten gab es damals eigenständige Firmen, die als Auslandsvertretungen von ZF agierten. Unser neuer Vorstand Dr. Ernst Braun, der 1971 von SKF in Schweinfurt ins Unternehmen gekommen war, wollte diese Struktur reformieren – entweder durch Übernahme der im Ausland tätigen Vertriebsfirmen oder durch Neugründungen. So wuchs das ZF-Netzwerk zunächst in Europa, später auch bis nach Südafrika und in die USA. Diese Ausweitung unserer Kundendienstaktivitäten diente nicht nur dem selbstverständlichen Ziel, Profite zu erwirtschaften. Wir wollten auch unsere Märkte genauer beobachten und eine Art Warnsystem für Qualitätsmängel aufbauen. Es kam durchaus vor, dass wir uns bei der ZF-Entwicklung unbeliebt machten, weil wir auf Schwächen hinwiesen, während die Konstrukteure selbstverständlich hinter ihren Produkten standen. Aber dieser interne Wettbewerb war heilsam.“

Roland Schäffler, seit 1960 im Kundendienst tätig, stimmt zu: „ZF hat gelernt, uns nicht wie bisher nur als Kostenfaktor zu sehen. Indem wir die Reparaturpräsenz im Ausland verbesserten, haben wir auch unsere Absatzchancen erhöht. Übrigens

hat sich das Aufgabenspektrum des Kundendienstes etwa seit den 1980er

Jahren erweitert. Abteilungen wie die Inspektion oder die für die Erstellung von Betriebsanleitungen verantwortliche technische Redaktion wurden eingegliedert.

Statt wie bisher für 16 war ich bald für mehr als 60 Mitarbeiter verantwortlich.“

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1971

Zeitgeschichte

Nach Adam Riese…

Zeitgeschichte

Nach Adam Riese…

... haben ganze Schülergenerationen ihre Rechenaufgaben gelöst.

Der erste Taschenrechner aus dem Jahre 1971 arbeitet mit ganz anderen Hilfsmitteln, u. a. mit einem Mikrochip.

Die fortschreitende Miniaturisierung von elektronischen Bauelementen führt zum Mikroprozessor als zentrale Recheneinheit für den Computer und zum elektronischen Rechner im Taschenformat.

3.1972

Unternehmensgeschichte

Automatgetriebe aus Saarbrücken

Unternehmensgeschichte

Automatgetriebe aus Saarbrücken

Kurz vor Weihnachten 1970 konnte ZF die Auslieferung des 100.000. Pkw-Automatgetriebes vom Typ 3HP vermelden. Um das Engagement in diesem Geschäftsbereich weiter auszubauen, war ZF bereits 1969 in Gespräche mit dem US-amerikanischen Wettbewerber BorgWarner eingestiegen. Im März 1970 wurde die ZF-Borg-Warner GmbH zur Produktion von Automatgetrieben gegründet. Da weitere Kapazitäten in Friedrichshafen nicht vorhanden waren, fiel die Entscheidung für Saarbrücken als Fertigungsstandort. In der Region gab es zahlreiche verfügbare Arbeitskräfte, die vor allem aus dem seit Jahren rückläufigen Bergbau kamen. Zusammen investierten BorgWarner und ZF 48 Millionen D-Mark in die neue Gesellschaft, doch kurz vor Eröffnung der Produktion fiel bei BorgWarner die Entscheidung, aus dem Joint Venture wieder auszusteigen. Im März 1972 übernahm ZF sämtliche Anteile an der Tochtergesellschaft, die von nun an ZF Getriebe GmbH hieß.

1972

Unternehmensgeschichte

Der Bundespräsident besucht ZF

Unternehmensgeschichte

Der Bundespräsident besucht ZF

Als Bundespräsident Gustav Heinemann an einem Sonntag im Frühjahr 1972 überraschend ZF in Friedrichshafen besuchte, machte der Sprecher des Vorstands Erwin Ziebart die unsichere wirtschaftliche Entwicklung zum Thema. Gerade als Zulieferer für die Automobilindustrie sei ZF den Schwankungen des Marktes ausgesetzt. Wie Ziebarts Vorstandskollege Ernst Braun hinzufügte, hatte besonders die schrittweise Aufwertung der D-Mark seit Oktober 1969 die Wettbewerbsbedingungen für ZF verschärft. Deutsche Exporte waren nun teurer, und der Inlandsmarkt besaß zugleich größere Attraktivität für Anbieter aus dem Ausland.

Bundespräsident Heinemann ging darauf kaum ein, sondern blieb seinem politischen Programm als „Bürgerpräsident“ für alle Bevölkerungsschichten treu. Ausführlich erkundigte er sich nach dem Verhältnis zwischen Belegschaft und Arbeitgeberseite bei ZF – und konnte Positives in Erfahrung bringen. Sowohl der Betriebsratsvorsitzende Frithjof Reizner als auch der als Dolmetscher für die türkischen Gastarbeiter anwesende Ismet Aksan berichteten, dass der innerbetriebliche Zusammenhalt außerordentlich gut sei.

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1973

Unternehmensgeschichte

ZF auf Weltreisen

Unternehmensgeschichte

ZF auf Weltreisen

1972 erreichte die Exportquote 35 Prozent vom Gesamtumsatz. Indirekt lag der Anteil noch wesentlich höher, wenn man berücksichtigt, dass auch Getriebe und Lenkungen, die ZF an Kunden im Inland verkaufte, als Teil der fertigen Fahrzeuge ihren Weg ins Ausland fanden. Inzwischen hatte sich ZF do Brasil, die einzige ausländische Produktionsstätte, gut entwickelt. Dagegen geriet ZF im Inland zunehmend unter Druck: Die Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal waren in den zurückliegenden Jahren kräftig gestiegen. Dem stand ein lediglich moderates Wirtschaftswachstum gegenüber. Bei der Unternehmensführung wuchs die Bereitschaft, die Fertigung stärker zu internationalisieren.

Als Teil dieser Strategie erwarb ZF im Dezember 1973 50 Prozent an der spanischen Industrias Subsidiarias de Aviación S.A. (ISA) mit Sitz in Sevilla. 1979 übernahm ZF zunächst 49 Prozent an der argentinischen Fabrica Argentina de Engranajes S.A.I. y C. (FAE) mit Sitz in Buenos Aires. Ford, John Deere, Chrysler und Fiat zählten zu den Kunden der ersten Stunde. Konkreter Anlass war außerdem der Wunsch von Daimler-Benz, mit ZF in Argentinien zusammenzuarbeiten. Obwohl diese Investitionen für ZF letztlich nicht profitabel waren, stellten sie doch einen wichtigen Meilenstein im Prozess der Internationalisierung dar: Insbesondere in Südamerika besaß ZF mit den Werken in Brasilien und Argentinien nun erstmals die Möglichkeit, unabhängig von den deutschen Stammwerken Kunden vor Ort zu beliefern.

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1973

Technik

Der Ölpreisschock als Denkanstieg

Technik

Der Ölpreisschock als Denkanstieg

Wie stark sich scheinbar ferne Konflikte auf die alltägliche wirtschaftliche Situation der Menschen auswirken konnten, zeigte die Ölkrise des Jahres 1973: Die Kraftstoffpreise in der Bundesrepublik stiegen sprunghaft, und so mancher Autofahrer begann, aus dem eigenen Heim ein Tanklager zu machen. Die Politik reagierte im November 1973 mit dem „Energiesicherungsgesetz“. An vier Sonntagen im November und Dezember 1973 wurde auf dieser Basis die private und kommerzielle Nutzung von Motorfahrzeugen aller Art verboten. Die psychologische Wirkung der Fahrverbote war enorm; die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen brach ein. Rückblickend betrachtet, hatte die Ölkrise des Jahres 1973 jedoch auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. In den Entwicklungsabteilungen der Automobilunternehmen wurde nun vermehrt über kraftstoffsparende Antriebe nachgedacht.

ZF entwickelte nun die sogenannten Ecosplit-Getriebe für schwere Lkw, die gegenüber den bisher eingesetzten Typen deutliche Kraftstoffeinsparungen versprachen. Das Ecosplit-Getriebe wurde zu einem der langlebigsten Produkte im Nutzfahrzeugprogramm von ZF. Seit der Präsentation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main 1979 ist das Aggregat in seiner grundlegenden Konstruktion bis heute im Programm. Bereits 2008 feierte ZF die Auslieferung der zweimillionsten Einheit. Wesentliche Ursache für den Erfolg war die überragende Zuverlässigkeit. „Das Ecosplit“, so Julius Maier, der ab 1981 den technischen Kundendienst leitete, „erwies sich als derart problemlos, dass wir kaum Ersatzteile verkauften.“

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1973

Unternehmensgeschichte

Umdenken in Entwicklung und Qualitätssicherung

Unternehmensgeschichte

Umdenken in Entwicklung und Qualitätssicherung

Im August 1971 begannen die Bauarbeiten für ein neues Entwicklungs- und Versuchszentrum in Friedrichshafen. Damit sollte die bisherige Verteilung der Versuchsabteilungen und Prüfstände auf verschiedene Büros und Werkstätten im Werk 1 sowie angemietete Räume im Stadtgebiet ein Ende haben. Im November 1973 wurde das Gebäude offiziell eingeweiht. Parallel zu dieser räumlichen Veränderung fand im Entwicklungsbereich auch ein Kulturwandel statt: So setzte ZF bei der Konstruktion des Ecosplit-Getriebes erstmals auf einen teamorientiertes Modell, bei dem von Anfang an neben den eigentlichen Entwicklern auch Kundendienst und Qualitätssicherung eingebunden waren. Das neue Produkt wurde damit nicht nur vom technologischen Standpunkt aus betrachtet, sondern direkt auf die Anforderungen des Marktes hin entwickelt.

Neu war auch der Ansatz, Qualitätssicherung nicht wie bisher als Schadensbegrenzung, sondern als Prävention zu betreiben. Voraussetzung dafür war wiederum eine organisatorische Neuordnung: Unter dem Schlagwort Konzernnormung wurden 1974 die für die Fertigung benötigten Unterlagen vereinheitlicht, um Fehler durch Missverständnisse zu minimieren. Hermann Stahl, damals verantwortlich für diesen Prozess: „Anfang der 1970er Jahre existierten mindestens 30 verschiedene Zeichnungs-Vordrucke. Da die einzelnen Werke, etwa Schwäbisch Gmünd und Saarbrücken, wie kleine Königreiche funktionierten, gab es zunächst wenig Verständnis für unsere Forderung nach einer zentralen Festlegung. Ich musste hier viel Überzeugungsarbeit leisten.“

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1973

Zeitgeschichte

Erdöl als Waffe

Zeitgeschichte

Erdöl als Waffe

Im Zuge des Nahostkonfliktes mit Israel drosseln die arabischen Ölförderländer ihre Produktion um 25,1 %.

Das beschert der Bundesrepublik Deutschland im November 1973 ein Sonntagsfahrverbot.

Auch andere Länder ergreifen drastische Energiesparmaßnahmen.

Die OPEC entdeckt ihre Macht und erhöht den Erdölpreis zwischen 1970 und 1980 um das zwanzigfache.

Fast alle Volkswirtschaften kämpfen daraufhin mit schweren Strukturproblemen. Die Krisenerscheinungen betreffen ganz besonders die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Positiv dabei: Zahlreiche Fortschritte im Automobilbau werden durch die Ölkrisen angestoßen.

8.1.1976

Unternehmensgeschichte

Modernisierung des ZF-Warenzeichens

Unternehmensgeschichte

Modernisierung des ZF-Warenzeichens

Am 8. Januar 1976 ließ ZF in das Register des Deutschen Patent- und Markenamtes ein neues Logo eintragen, bei dem der traditionelle, seit März 1917 genutzte Kreis mit den Buchstaben „ZF“ durch ein Quadrat als Hintergrund ergänzt wurde. Dahinter steckte mehr als ein bloßer Verwaltungsakt: Das alte Zeichen repräsentierte gemäß Markenregister vor allem „Zahn- und andere […] Räder und Radteile“. Dagegen stand bei der Eintragung des neuen Logos die Produktion von Getrieben an erster Stelle.

Mit ein wenig Phantasie ist dieser Schritt auch grafisch sichtbar: Das Rad als traditionelles Hauptprodukt von ZF ist nun in ein schematisiertes, quadratisches Gehäuse integriert. Der Weg vom Zahnrad zum komplexen Aggregat, den ZF in den vergangenen Jahrzehnten beschritten hatte, wurde mit dem veränderten Warenzeichen nach außen dokumentiert. Zugleich fand mit dem neuen Logo die auf der IAA 1961 erstmals erprobte Modernisierung des ZF-Schriftzugs offiziell Eingang ins Corporate Design. Die klare Linienführung in serifenloser Schrift entsprach dem Zeitgeist. Auch das neue ZF-Logo hat sich als langlebig erwiesen und wird bis heute verwendet. Seit Januar 1992 steht das Kürzel „ZF“, das ursprünglich dem Warenzeichen vorbehalten war und darüber hinaus nur intern gebraucht wurde, auch für das Unternehmen als Ganzes. Der größte deutsche Getriebebauer besaß damit endlich einen Namen, der ihn nicht länger auf die Ursprünge als „Zahnradfabrik“ reduzierte. Zudem war die Bezeichnung „ZF“ besonders im Ausland leichter zu vermitteln – ein wichtiger Aspekt in einer Phase zunehmender Internationalisierung.

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8.3.1979

Unternehmensgeschichte

ZF of North America, Inc.

Unternehmensgeschichte

ZF of North America, Inc.

Am 8. März 1979 wurde ZF of North America, Inc. in Northbrook nahe Chicago gegründet. Mit 11 Beschäftigten begann am 1. Mai 1979 die Geschäftstätigkeit. Durch die Gründung dieser 100-prozentigen Tochtergesellschaft war ZF nun auch im damals wichtigsten Industrieland direkt vertreten. Zwei Ziele waren damit verbunden: ZF wollte sich auf dem US-Markt als Erstausrüster der großen OEMs etablieren. Und darüber hinaus sollte der eigene Kundendienst in Nordamerika leistungsfähiger werden.

Die verstärkte Engagement in Nordamerika zahlte sich aus: Anfang der 1980er Jahre erhielt ZF von Ford den Auftrag, ab Mitte 1986 binnen fünf Jahren 500.000 vollsynchronisierte 5-Gang-Handschaltgetriebe für Pick-ups zu bauen. Nachdem auch der Plan, die Getriebe in Brasilien herzustellen, an terminlichen Schwierigkeiten gescheitert war, fiel die Wahl auf Friedrichshafen. Hier entstand in der Rekordzeit von einem halben Jahr eine neue Produktionshalle mit 16.300 Quadratmeter Grundfläche, die Platz für rund 300 Mitarbeiter bieten sollte. Als die neue Fertigung im Februar 1986 eingeweiht wurde, sprach der ZF-Betriebsratsvorsitzende Frithjof Reizner von einem „Wunder“ – und meinte damit sowohl die termingerechte Fertigstellung der Halle als auch die zu erwartenden Einnahmen aus dem Getriebeexport.

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1980

1980

Zeitgeschichte

Allrad für den Alltag

Zeitgeschichte

Allrad für den Alltag

Mit dem Audi Quattro beginnt die Begeisterung für allrad-getriebene Fahrzeuge. Besonders·japanische Hersteller ziehen nach und profilieren sich in diesem Marktsegment mit Angeboten für Limousinen und Kombis, aber auch mit speziellen Gelände- und Freizeitfahrzeugen.

1980

Technik

Serieneinführung von Ecosplit

Technik

Serieneinführung von Ecosplit

Mit dem Ecosplit-Getriebe für schwere Lkw ging 1980 ein Produkt in Serie, das zu den langlebigsten im ZF-Portfolio gehört. Um die Wartungsfreundlichkeit zu optimieren, war ZF unkonventionelle Wege gegangen, wie der beteiligte Ingenieur Heinz Hässle 1980 in einem Artikel für die „Automobiltechnische Zeitschrift“ erörterte: „Es sollte ein einfaches, unkompliziertes Getriebe entstehen. Alles, was nicht unbedingt notwendig war, sollte eliminiert werden.“

Seit der Präsentation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main 1979 ist das Aggregat in seiner grundlegenden Konstruktion bis heute im Programm. Bereits 2008 feierte ZF die Auslieferung der zweimillionsten Einheit. Wesentliche Ursache für den Erfolg war die überragende Zuverlässigkeit. „Das Ecosplit“, so Julius Maier, der ab 1981 den technischen Kundendienst leitete, „erwies sich als derart problemlos, dass wir kaum Ersatzteile verkauften.“

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7.5.1980

Unternehmensgeschichte

Gründung in Japan

Unternehmensgeschichte

Gründung in Japan

Mit Wirkung ab dem 7. Mai 1980 wurde die Vertriebsgesellschaft ZF Japan Co. Ltd. in Tokio gegründet. Nachdem sich Japan als einer der wichtigsten Fahrzeugmärkte der Welt etabliert hatte, wobei die Hersteller im Land der aufgehenden Sonne seit Jahren expandierten, war es für die ZF notwendig geworden, auf diesem Markt mit einer eigenen Gesellschaft vertreten zu sein. Hauptaufgabe sollte – neben der Markterkundung und kaufmännischen Abwicklung von Liefergeschäften – die Akquisition neuer Kunden sein.

1982 konnte die Gesellschaft erste erfolgreiche Geschäftsabschlüsse für Serienprodukte verzeichnen. Es handelte sich dabei vor allem um Aufträge für Nkw-Automatgetriebe sowie um Ecosplit-Getriebe.

1981

Unternehmensgeschichte

Tochtergesellschaft in Indien

Unternehmensgeschichte

Tochtergesellschaft in Indien

Bereits 1981 entstand unter Beteiligung des indischen Automobilherstellers Bajaj Tempo Ltd. die Tochtergesellschaft die ZF Steering Gear (India) Pvt. Ltd. in Poona. Die Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Partnern bestand schon länger, denn Bajaj Tempo nutzte seit 1965 für seine leichten Nutzfahrzeuge das ZF-Getriebe 4 DS 10, das durch Bajaj selbst in Lizenz gefertigt wurde. Die neu gegründete Gesellschaft sollte in Zukunft die Fertigung von Lenkungen auf dem Subkontinent mit damals rund 600 Millionen Menschen übernehmen. Nachdem die Serienfertigung bereits im Dezember 1983 angelaufen war, wurde das Werk Anfang 1984 eingeweiht. Im selben Jahr wurde mit Firma Premier Automobiles in Bombay ein weiterer OEM als Kunde gewonnen.

1981

Zeitgeschichte

Mit der Raumfähre ins Weltall

Zeitgeschichte

Mit der Raumfähre ins Weltall

Die Raumfähre „Columbia" läutet ein neues Kapitel der Weltraumfahrt ein.

Als erstes wiederverwendbares Raumfahrzeug stellt sie eine kostengünstige Alternative zu den bisherigen Einweg-Raketen dar. "Columbia" und die anderen Raumgleiter dieser Baureihe transportieren Raumlabors und Satelliten in den Orbit.

1982

Unternehmensgeschichte

Neue Führungsstruktur

Friedrich Baur
Unternehmensgeschichte

Neue Führungsstruktur

Friedrich Baur

Im Juni 1982 wurde der 1927 im württembergischen Schrozberg geborene Friedrich Baur Vorstandsvorsitzender von ZF. Unter ihm begann ZF, sich auch nach Nordamerika und Asien zu orientieren. Zunächst jedoch stand die innere Reorganisation des inzwischen auf über 22 000 Beschäftigte angewachsenen Konzerns im Mittelpunkt. Diese begann Mitte 1982 zunächst bei den Führungsstrukturen. Zum ersten Mal in der Geschichte von ZF gab es mit ihm einen Vorsitzenden – nicht wie bislang einen Sprecher – des Vorstands. Hintergrund war das erklärte Ziel, die Entscheidungsprozesse an der Unternehmensspitze zu beschleunigen.

Das operative ZF-Geschäft wurde auf zwei regionale Unternehmensbereiche aufgeteilt, von denen der erste die Standorte Friedrichshafen, Saarbrücken sowie die Fertigung in Brasilien und Argentinien umfasste. Im zweiten Bereich waren Schwäbisch Gmünd, Passau und Sevilla/Spanien integriert. Anders als zuvor fanden sich damit unterschiedliche Standorte unter ein und demselben Dach. Der für ZF typische Regionalismus sollte damit ein Gegengewicht erhalten. Darüber hinaus wurden konzernübergreifende Fachressorts (Technik, Markt, Finanzen und Verwaltung, Personal, Fertigung) geschaffen, an deren Spitze jeweils ein Vorstandsmitglied stand.

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1983

Zeitgeschichte

Maschine oder elektronischer Knecht

Zeitgeschichte

Maschine oder elektronischer Knecht

Das Zeitalter der Roboter beginnt in der deutschen Fahrzeugindustrie mit der Inbetriebnahme der VW-Endmontagehalle 54 in Wolfsburg, in der überwiegend Industrie-Roboter eingesetzt werden.

1983

Zeitgeschichte

Persönliches Denkzeug

Zeitgeschichte

Persönliches Denkzeug

Der Personal Computer erobert die Büros rund um den Globus. Die Erfolge der Mikroelektronik schlagen sich in immer leistungsfähigeren Computern, immer kleineren Abmessungen der Geräte, bei gleichzeitig sinkenden Kosten, nieder. Auch die Benutzerfreundlichkeit steigt, so daß auch Laien nach kurzer Zeit mit einem PC arbeiten können.

1983

Technik

Niederflurtechnologie

Technik

Niederflurtechnologie

Der entscheidende Impuls kam Anfang der 1980er Jahre aus Frankreich: Der öffentliche Personennahverkehr sollte so umgebaut werden, dass Gehbehinderte ihn leichter nutzen konnten. Dazu bedurfte es beim Linienbus eines Einstieges ohne Stufen. Für ZF lag die Lösung auf der Hand: In Arbeitsmaschinen und dem Universal-Motorgerät Unimog wurden bereits Portalachsen eingesetzt, die die Radnaben nicht auf direkter Linie miteinander verbanden, sondern ein „Portal“ bildeten, um im Gelände eine höhere Bodenfreiheit zu erlauben. ZF fertigte solche Achsen für Ackerschlepper bereits seit den 1950er Jahren. Wurde die Portalachse umgedreht, war es möglich, die Bodenfreiheit zu verringern und den Fahrzeugboden abzusenken.

Die erste invertierte Portalachse wurde von ZF im Sommer 1980 zum Patent angemeldet. 1983 folgte der Einstieg in die Serienfertigung unter der Modellbezeichnung AV130. Kunde der ersten Stunde war Ende 1983 der kleine französische Bushersteller „Cars & Bus Le Mans“, der später von Renault übernommen wurde. Beim Leitkunden Kässbohrer ging die Niederflurachse von ZF 1985 in Serie.

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2.1.1984

Unternehmensgeschichte

Die Übernahme von Lemförder

Dr. Jürgen Ulderup
Unternehmensgeschichte

Die Übernahme von Lemförder

Dr. Jürgen Ulderup

Ein glücklicher Zufall brachte ZF Anfang der 1980er-Jahre mit dem Unternehmer Jürgen Ulderup zusammen, der über einen Verkauf der von ihm 1947 gegründeten

Lemförder Metallwaren AG nachdachte. Im Dezember 1983 schlugen die ZF-Vorstände dem Aufsichtsrat vor, eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen zu erwerben: „Die Produkte der Lemförder Metallwaren AG haben bei unseren wichtigsten Kunden der Fahrzeugindustrie einen sehr guten Ruf.“

Von Friedrichshafen aus betrachtet, lagen die Vorzüge eines Einstiegs auf der Hand. Die Kernkompetenzen von Lemförder erstreckten sich auf bestimmte Bereiche der Fahrwerktechnik, unter anderem Spurstangen, Achsstreben und Radgelenke, die das ZF-Portfolio sinnvoll ergänzten. In den genannten Bereichen hielt Lemförder bei zahlreichen deutschen und europäischen Kunden Marktanteile um die fünfzig Prozent.

Der Vertrag zur Übernahme wurde am 28. Dezember 1983 unterzeichnet; bereits am 2. Januar 1984 trat er in Kraft. Danach blieb die Dr.-Jürgen-Ulderup-Stiftung als Minderheitsgesellschafterin an den Unternehmen beteiligt. Damit war die Akquisition auf der juristischen Ebene abgeschlossen, und ZF verbuchte bezogen auf Umsatz und Belegschaft einen augenblicklichen Zuwachs von rund 22 Prozent. Die eigentliche Herausforderung für beide Seiten bestand nun darin, auch innerlich zu einem Unternehmen zu verschmelzen.

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1984

Zeitgeschichte

Bremsen ohne Blockieren

Zeitgeschichte

Bremsen ohne Blockieren

Nach mehreren Anläufen verschiedener Hersteller wird das Anti-Blockier-System (ABS) serienmäßig eingesetzt.

Auch hier sorgte die Mikroelektronik für den entscheidenden technischen Durchbruch, denn die Entwicklung von Anti-Blockier-Systemen hatte schon in den 60er Jahren begonnen.

1985

Zeitgeschichte

Ein Mann verändert die Welt

Zeitgeschichte

Ein Mann verändert die Welt

Am 11. März 1985 übernimmt Michail Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der sowjetischen Kommunistischen Partei. Seine politischen Schlagworte lauten „Glasnost" und "Perestroika". Diese Begriffe setzen das Rad der Geschichte in Bewegung. Es dreht sich in Richtung Frieden und Abrüstung, Demokratie und Marktwirtschaft in den Staaten des Ostblocks.

1985

Zeitgeschichte

Entgiftung

Zeitgeschichte

Entgiftung

Die Umweltdiskussion beschleunigt die Einführung von 3-Wege-Katalysatoren nachamerikanischem Vorbild in der Bundesrepublik und der Schweiz.

In abgestufter Form und mit Übergangsfristen einigt sich die EG auf eine Abgasreinigung für alle Personenkraftwagen. Parallel zu dieser Entwicklung wird flächendeckend bleifreies Benzin eingeführt, ohne das der Katalysator zerstört werden würde.

1985

Zeitgeschichte

Mehr Sicherheit durch Simulation

Zeitgeschichte

Mehr Sicherheit durch Simulation

Nach siebenjähriger Bauzeit weiht Daimler Benz den aufwendigsten Fahrzeugsimulator der Welt in Berlin ein. Die Anlage wird zu Verkehrssicherheitsstudien betrieben, deren Ergebnisse in die Serie einfließen sollen.

Die 3, 7 t schwere Fahrerkuppel kann alle beim realen Fahrzeug auftretenden Längs- und Querkräfte sowie Neigungswinkel simulieren. Ein Bildrechner erzeugt ein I80 Grad breites Bild von Straße und Landschaft.

Der Fahrdynamik-Computer rechnet die Verkehrssituation und die Befehle für die Bewegungen des Simulators nach einem System von 2.000 mathematischen Gleichungen etwa 100mal pro Sekunde durch.

1986

Unternehmensgeschichte

Transatlantische Perspektiven

Unternehmensgeschichte

Transatlantische Perspektiven

Ein Hauptziel der ZF-Unternehmensführung in den 1980er Jahren bestand darin, die Fertigung auf eine breitere internationale Basis zu stellen. Entsprechend groß war die Freude in Friedrichshafen, als die nahe Detroit beheimatete Ford Motor Company ZF beauftragte, ab Mitte 1986 binnen fünf Jahren 500 000 vollsynchronisierte 5-Gang-Handschaltgetriebe für Pick-ups zu bauen. In Friedrichshafen wurde daraufhin in der Rekordzeit von einem halben Jahr eine neue Halle mit 16.300 Quadratmeter Grundfläche gebaut, die Platz für rund 300 Mitarbeiter bieten sollte. Die hohen Profiterwartungen trafen jedoch nicht ein, wie Willi Schacher, zunächst Leiter des internationalen Kundendienstes und ab 1980 Leiter Markt im Unternehmensbereich I, betont:

„An dem Tag, an dem die ersten Getriebe in die USA verschifft wurden, hatte der Dollar gegenüber der Deutschen Mark verglichen mit dem Stand vom Februar 1985 bereits mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt. […] Mit jedem Getriebe, das wir lieferten, zahlten wir drauf.“

Der Absturz des Dollarkurses hatte jedoch auch Vorteile, die ZF für sich nutzen konnte. Vor allem Investitionen in den USA erschienen nun viel lohnender als noch wenige Jahre zuvor. ZF nutzte die Gunst der Stunde und gründete 1986 insgesamt drei Gesellschaften: ZF Industries Inc. in Dover/Delaware, ZF Steering Gear (US) Inc. in Brewer/Maine und ZF Transmissions Inc. in Gainesville/Georgia. Von Jahr zu Jahr verlagerte ZF nun einen steigenden Anteil der für Ford bestimmten Getriebefertigung auf den Standort Gainesville.

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1986

Zeitgeschichte

Auf dem absoluten Nullpunkt

Zeitgeschichte

Auf dem absoluten Nullpunkt

Den Physik-Nobelpreis des Jahres 1986 erhalten der Deutsche Georg Bednorz und der Schweizer Karl Alex Müller für die Entdeckung eines neuen supraleitenden Materials.

Supraleitung entsteht, wenn Material bis nahe an den absoluten Nullpunkt (-273,15 Grad Celsius) abgekühlt wird. Dann fließt Strom ohne jeden elektrischen Widerstand.

Bednorz und Müller entdecken ein keramisches Material, das bereits bei -238 Grad Celsius supraleitend wirkt. Der Innovation wird eine ähnlich durchschlagende Bedeutung prophezeit wie dem elektrischen Halbleiter.

1986

Technik

Servotronic

Technik

Servotronic

Mitte der 1980er Jahre eroberte die Mikroelektronik zunehmend den Automobilbau. So wurde es erstmals möglich, die Lenkradbetätigung vom Lenkeinschlag an den Rädern völlig zu entkoppeln. Mit der 1982 erstmals präsentierten Servotronic zeigte ZF die erste Lenkung, bei der die Servounterstützung geschwindigkeitsabhängig gestaltet war. Beim Parkieren arbeitete die Lenkhilfe mit voller Kraft, so dass der Fahrer auch bei breiten Reifen oder einem hohen Fahrzeuggewicht leichtes Spiel hatte. Bei höheren Geschwindigkeiten nahm die Servounterstützung ab, die Lenkungssteifigkeit hingegen zu – und somit auch die Lenkpräzision.

In Serie ging die Servotronic im Jahr 1986 im BMW 7er, kurz darauf auch in anderen Fahrzeugen. Im Flaggschiff von Opel, dem Senator, gehörte die elektronisch geregelte Lenkhilfe von ZF ab 1987 sogar zur Serienausstattung. 1998 präsentierte ZF die zweite Generation unter dem Namen Servotronic 2. Technisch hatte sich an der grundsätzlichen Ausführung nichts geändert, allerdings fiel der elektronisch-hydraulische Teil des Lenksystems kompakter aus. Vor allem aber war eine preisgünstigere Fertigung möglich, so dass einer raschen Verbreitung im Massenmarkt nichts mehr entgegenstand. Die Servotronic zählt zu den herausragenden Erfolgsgeschichten von ZF: 25 Jahre nach dem Produktionsstart – also im Jahr 2011 – wurde das zwölfmillionste System ausgeliefert.

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1989

Zeitgeschichte

"Wir sind das Volk"

Zeitgeschichte

"Wir sind das Volk"

Wie ein Orkan fegt eine Welle der Demokratisierung durch die Ostblock-Staaten.

Alte kommunistische Machtstrukturen zerbrechen innerhalb kurzer Zeit. Pluralismus und demokratische Wahlen verändern die politische Landschaft in Osteuropa. Den Weg geebnet hat die Politik von Michail Gorbatschow, der den früheren Vasallenstaaten eine eigenständige Entwicklung zugesteht. Fast überall wird die Marktwirtschaft eingeführt, als letzte Hoffnung, die ruinierten Volkswirtschaften aufzurichten.

1989

Unternehmensgeschichte

Positive Bilanz der Ära Baur

Unternehmensgeschichte

Positive Bilanz der Ära Baur

Aus Sicht von ZF hatten sich die Hoffnungen, die mit der Übernahme von Lemförder verbunden waren, erfüllt. Der Unternehmensbereich erzielte stabile Zuwächse, und ZF konnte sein Portfolio in der Fahrwerktechnik bedeutend erweitern. Hinzu kam, dass ZF einen Spezialisten an Bord hatte, der bei den Kunden viele Türen öffnete. Wie der Geschäftsbericht für 1989 ausführte, war Lemförder mit seinen Kompetenzen im Fahrwerkbereich „an allen wesentlichen Entwicklungsprojekten der deutschen und der europäischen Fahrzeughersteller beteiligt“.

Friedrich Baur, der den Vorstandsvorsitz bei ZF zum Jahreswechsel 1989/90 an Klaus Bleyer übergeben sollte, konnte die Akquisition von Lemförder – die bislang größte in der Firmengeschichte von ZF – als Erfolg verbuchen. Die kritische Presseberichterstattung aus den Anfangsjahren seiner Vorstandstätigkeit war vergessen, als Baur im Juli 1989 letztmalig zur Bilanzpressekonferenz einlud. Von einem „Jahresabschluss […] praktisch ohne Fehl und Tadel […] mit einer fast spektakulären Ertragsverbesserung“ berichtete die „Schwäbische Zeitung“. ZF hatte in den 1980er Jahren insgesamt einen beeindruckenden Aufschwung genommen und vor allem die eigene Produktivität gesteigert: Zwischen 1980 und 1989 war die Belegschaft um 44 Prozent auf 34 559 Mitarbeiter gestiegen, während der Konzernumsatz im selben Zeitraum um 157 Prozent auf 5,47 Milliarden D-Mark zunahm.

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1990

1990

Unternehmensgeschichte

ZF Kunststiftung

Unternehmensgeschichte

ZF Kunststiftung

Um Kulturförderung unabhängig von der aktuellen Geschäftsentwicklung zu ermöglichen, wurde 1990 die ZF Kunststiftung gegründet. „Die Idee war“, so der damalige ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Bleyer, „die zahlreichen Anfragen, die wir inzwischen von Vereinen, Initiativen und Privatpersonen in der Bodenseeregion bekamen, in kompetenten Händen zu bündeln und unsere Fördertätigkeit auch qualitativ auf ein neues Niveau zu heben. Außerdem ging es um ein klares Bekenntnis zu Friedrichshafen als Unternehmenssitz.“

Ab Mitte der 1990er Jahre konzentrierte die Stiftung ihre Aktivitäten vermehrt auf einzelne Institutionen und Veranstaltungsformate. Inzwischen bestehen dauerhafte Förderbeziehungen beispielsweise zum Kunstverein Friedrichshafen, zum Zeltfestival „Kulturufer“ und zu den Internationalen Weingartener Tagen für Neue Musik. 1996 wurde unter dem Titel „Die Kunst des Fliegens“ die erste große Sonderausstellung im neu gestalteten Zeppelin Museum in Friedrichshafen finanziert. Im selben Jahr begann die ZF Kunststiftung, Stipendien an Künstlerinnen und Künstler aus den Bodensee-Anrainerstaaten zu vergeben. Seit 1999 fördert die ZF Kunststiftung das Internationale Klavierfestival junger Meister in Lindau. Aus diesem Engagement heraus entstand die Idee, einen ZF-Musikpreis für junge Pianistinnen und Pianisten zu stiften. Erstmals 2001 wurde der Preis im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben. Inzwischen nimmt die ZF Kunststiftung einen festen Platz innerhalb der regionalen Kulturlandschaft am Bodensee ein. Damit dies so bleibt, hat ZF das Stammkapital der Stiftung mehrfach aufgestockt.

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1990

Unternehmensgeschichte

ZF und die Deutsche Wiedervereinigung

Unternehmensgeschichte

ZF und die Deutsche Wiedervereinigung

Auf die totale Veränderung der politischen Rahmenbedingungen 1989/90 reagierte ZF vergleichsweise zurückhaltend. Als die Werkzeitschrift „ZF-Ring“ den Vorstandsvorsitzenden Klaus Bleyer im März 1990 zur Situation der DDR interviewte, versprach dieser lediglich „eine nüchterne Bestandsaufnahme“. Dafür, dass ZF bei der marktwirtschaftlichen Durchdringung des Ostblocks nicht voranpreschen werde, nannte Bleyer zwei Gründe: Zum einen müsse man abwarten, wie sich die großen Automobilhersteller orientierten. Zum anderen gebe es bereits langjährige Beziehungen nach Osteuropa und entsprechend gute Kenntnisse in einigen Marktsegmenten. In der Tat bestanden seit 1980 Kontakte in die Sowjetunion, wo Lenkungen sowie Nutzfahrzeuggetriebe nach ZF-Lizenz gefertigt wurden.

Mit Lizenzpartnern in Ungarn hatte ZF seit 1974 ununterbrochen zusammengearbeitet. Die Beziehungen zu Betrieben in Jugoslawien reichten sogar bis 1967 zurück. Zudem hatte ZF in den zurückliegenden Jahren viel Geld und Personal in den Aufbau einer Fertigung in Nordamerika investiert, und auch die Integration von ZF Lemförder war noch nicht abgeschlossen. Kein Wunder, dass die Unternehmensführung neuen Großprojekten auf dem Gebiet der DDR wenig aufgeschlossen gegenüberstand.

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3.1991

Unternehmensgeschichte

Einstieg in Brandenburg

Unternehmensgeschichte

Einstieg in Brandenburg

Obwohl ZF keine Großinvestitionen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer plante, fanden noch vor der Wiedervereinigung Sondierungen zwischen ZF und verschiedenen Betrieben in Ostdeutschland statt. Einzig mit dem Getriebewerk Brandenburg zeichnete sich eine konkrete Zusammenarbeit ab. Wenngleich der Erwerb des Getriebewerks Brandenburg bereits Ende 1990 beschlossene Sache war, zogen sich die Verhandlungen noch hin. Erst im März 1991 kam es zur Vertragsunterzeichnung.

Eine offizielle Schlüsselübergabe durch die Treuhand an ZF fand im Rahmen einer Betriebsversammlung am 22. Juli 1991 statt. Nun standen die ZF-Unternehmensführung und die Belegschaft in Brandenburg vor einer gewaltigen Aufgabe: Das ehemalige DDR-Getriebewerk musste von Grund auf saniert werden und brauchte vor allem eine echte Entwicklungsperspektive. Eine solche konnte ZF nur garantieren, wenn auch die Mitarbeiter im Westen zu Zugeständnissen bereit waren, wie der damalige Vorstandsvorsitzende Klaus Bleyer berichtet:

„Wir entschieden, die Produktion des Nutzfahrzeuggetriebes S5-24 von Schwäbisch Gmünd nach Brandenburg zu verlagern und das Werk im Osten zu einem modernen Standort für Handschaltgetriebe auszubauen. Obwohl wir gleichzeitig in den Jahren 1991 und 1992 mehr als 3000 Stellen streichen mussten, die meisten davon in den westdeutschen ZF-Werken, hat die Mehrheit unserer Mitarbeiter diesen Prozess äußerst solidarisch mitgetragen.“

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1991

Unternehmensgeschichte

Reif für die Insel

Unternehmensgeschichte

Reif für die Insel

Angesichts der aufziehenden Krise in der deutschen Automobilwirtschaft stellte die Mitarbeiterzeitschrift „ZF-Ring“ Im Dezember 1991 seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitete Fließbandproduktion in Frage: „Die in Europa überwiegend anzutreffen-den Produktionsmethoden […] können mit den wachsenden Ansprüchen der Kun-den nach Qualität, Individualität und Schnelligkeit nicht mehr Schritt halten. Außerdem sind sie viel zu teuer. Als größter Hemmschuh hat sich dabei […] die immer weiter fortentwickelte Arbeitsteilung erwiesen.“ Nach dem Vorbild von Japan, wo das Fließband längst durch eine mehr eigenverantwortliche Gruppenarbeit abgelöst worden war, gingen nun auch die deutschen Automobilhersteller neue Wege in der Fertigung. So auch ZF.

Der damalige Fertigungsleiter Karlheinz Erbacher erinnert sich an die Anfangstage des neuen Systems:

„Im Januar 1992 haben wir zunächst drei sogenannte Pilotinseln im Friedrichshafener Werk I eingerichtet, um die Methode der Gruppenarbeit zu erproben. Es brauchte aber auch ein neues Denken in der Belegschaft. Jeder Einzelne musste anders als zuvor alle Prozessschritte beherrschen, und die jeweilige Arbeitsgruppe trug gemeinsam die Verantwortung für ‚ihr‘ Produkt. Auch die beim Wechsel von einem Produkt auf ein anderes notwendige Umrüstung der Maschinen wurde nun durch die Mitarbeiter selbst übernommen. Die spürbar höhere Effizienz und die gewachsene Bedeutung jedes einzelnen Mitarbeiters sorgten auch in der Belegschaft für Begeisterung. Nach den Zeiten am Fließband sehnte sich bald niemand mehr zurück.“

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1992

Unternehmensgeschichte

Die Ära López

Gründung von ZF Italia: Giorgio Donà und Dr. Ernst Braun
Unternehmensgeschichte

Die Ära López

Gründung von ZF Italia: Giorgio Donà und Dr. Ernst Braun

Anfang der 1990er Jahre nahm der Kostendruck auf die Zulieferindustrie bedeutend zu. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt ein Wandel in den Geschäftsbeziehungen zwischen OEMs und Zulieferern, der vor allem von einem Mann angestoßen wurde: dem Spanier José Ignacio López, der 1992 die Einkaufsverantwortung bei General Motors, dem weltgrößten Automobilkonzern, übernommen hatte. Spätestens jetzt wurde sein Denken bestimmend für den gesamten Industriezweig. Vor allem das Ideal der unbedingten Kostensenkung wurde damit zu einem Mittel der Wahl für viele große Automobilbauer.

Damit veränderte sich der Ton zwischen ZF und seinen Kunden, wie sich Giorgio Doná, damals Geschäftsführer und Teilhaber von ZF Italia Srl, erinnert:

„Früher funktionierte die Pflege von Kundenbeziehungen vor allem über persönliche Beziehungen, und auch ingenieurwissenschaftliches Know-how, verbunden mit einer genauen technischen Kenntnis der Produkte, war wichtig. Unter dem neuen Dogma ging es nur noch darum, welcher Zulieferer bei gleichbleibend hoher Qualität maximale Rabatte gewährte.“

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1993

Unternehmensgeschichte

Pioniere im Reich der Mitte

Unternehmensgeschichte

Pioniere im Reich der Mitte

Das Thema China stand bei ZF sehr früh ganz oben auf der Agenda“, betont Sieg-fried Goll, der seit 1993 den Geschäftsbereich Pkw-Antriebstechnik leitete und 1997 Mitglied des Vorstands wurde. „Der Aufbau unserer Geschäftsbeziehungen begann bereits in den 1980er Jahren, zunächst mit Hilfe von Lizenzverträgen. Als ich 2006 in Ruhestand ging, hatten wir nicht weniger als 20 Produktionsstätten im Reich der Mitte.“ Zu einem ersten Joint Venture kam es 1993 mit Beijing North Vehicle Works (NVW). Im Pekinger Stadtbezirk Fengtai entstand ein gemeinsames Servicecenter, an dem ZF mit 70 Prozent beteiligt war. Nach einer zweijährigen Verhandlungspha-se wurde 1994 mit der ZF Shanghai Steering Co. Ltd. die erste Produktionsgesellschaft gegründet.

Die Fertigung von Lenkungen in dem Joint Venture zwischen ZF (51 %) und der Shanghai Automotive Industry Corp. (49 %) startete zunächst mit Lieferungen an die chinesischen Standorte von Volkswagen. 1995 investierte ZF so viel Geld in seine Auslandsaktivitäten wie noch nie seit Bestehen des Unterneh-mens. Allein in China entstanden zwei neue Joint Ventures: die Liuzhou ZF Ma-chinery Co. Ltd., welche gemeinsam mit dem größten chinesischen Hersteller von Radladern und Hydraulikbaggern, Guangxi Liugong, gegründet wurde, und die Shanghai Lemförder Automotive Components Factory Ltd., eine Kooperation mit den Shanghai No. 8 Auto Components Works. 1998 war die Stellung von ZF auf dem chinesischen Markt so weit gefestigt, dass erstmals die Gründung einer 100-prozentigen Tochter möglich wurde: ZF Drivetech Co. Ltd. in Suzhou.

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1993

Unternehmensgeschichte

Das "harte Jahr" 1993

Die Krise 1993 war zweifelsohne eine harte Zeit, aber sie hatte auch ihr Positives.
Johann Kirchgässner
Unternehmensgeschichte

Das "harte Jahr" 1993

1993 brach die Pkw-Produktion in Westeuropa, dem nach wie vor wichtigsten Markt für ZF, um 15 Prozent ein. Bei schweren Nutzfahrzeugen waren es sogar 29 Prozent.10 Jetzt zahlte sich aus, dass ZF noch vor Erreichen dieser Talsohle einen tiefgreifenden inneren Wandel angestoßen hatte. Dennoch war aus Sicht der Unternehmensführung ein weiterer Stellenabbau unausweichlich. Darüber kam es zum Streit mit der Belegschaftsvertretung, die stattdessen eine Ausweitung der Kurzarbeit forderte.

Johann Kirchgässner, damals stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Friedrichshafen, erinnert sich:

„Bis zum Sommer 1993 haben die Mitarbeiter am Standort regelmäßig Überstunden gemacht. Unsere Abnehmer vergaben weiter Aufträge – allerdings nur, weil niemand zuerst als Krisenunternehmen in der Presse stehen wollte. Als dann der erste Kunde Kurzarbeit anmeldete, folgten fast alle anderen auf dem Fuße. Wir glaubten jedoch fest daran, dass die Konjunktur nach einem vorübergehenden Abschwung wieder anziehen werde. Dagegen stellte sich der Vorstand auf einen längeren Absatzeinbruch ein. Entsprechend waren wir für Kurzarbeit; die Geschäftsleitung in Friedrichshafen wollte Entlassungen. Als dann in 1994 der von uns erhoffte Aufschwung tatsächlich kam, stellte ZF die Mehrzahl der bereits abgebauten Mitarbeiter wieder ein. Die Krise 1993 war zweifelsohne eine harte Zeit, aber sie hatte auch ihr Positives: Ich würde sagen, dass sowohl der Betriebsrat als auch die Unternehmensführung wichtige Lehren daraus gezogen haben.“

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1994

Technik

Achsenmontage in den USA

Technik

Achsenmontage in den USA

Trotz des dynamischen Wachstums in China blieben die USA auch in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre der wichtigste Auslandsmarkt für die deutschen Automobilhersteller. ZF unterhielt hier bereits mehrere Standorte, doch die eigentliche Wertschöpfung blieb gering. Dies änderte sich ab 1994, als ZF zwei Werke zur Fertigung der Achsen für den BMW Z3 Roadster in Spartanburg und Duncan (South Carolina) aufbaute. Anfang 1996 lief die Serienfertigung an.

Unter Federführung von ZF Passau entstand ab 1996 zudem ein Fertigungsstandort in der US-amerikanischen Universitätsstadt Tuscaloosa (Alabama), 26 Meilen entfernt vom 1996 eingeweihten Daimler-Benz-Werk in der Kleinstadt Vance. ZF sollte in Tuscaloosa die Achsen für die neue Mercedes M-Klasse herstellen. Auch hier stand demnach die Strategie im Hintergrund, die zugelieferten Systeme möglichst nah am Kunden zu montieren, um die Lieferung just in time zu garantieren. Anders als in der Vergangenheit ging es diesmal jedoch nicht nur um die Fertigung. Das gesamte Achsmodul war bei ZF konstruiert worden war. Die höhere Komplexität der Anforderungen führte zu einem neuen Selbstverständnis. ZF verstand sich von nun an als Systemlieferant.

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1995

Unternehmensgeschichte

Aufbau eines Europäischen Fertigungsverbunds

Unternehmensgeschichte

Aufbau eines Europäischen Fertigungsverbunds

1994 übernahm ZF die verbleibenden 50 Prozent an der Henschel Flugzeug-Werke GmbH in Kassel. Im Geschäftsfeld Marine kaufte ZF im Januar 1995 die HURTH Marine Gear S.p.A. mit Sitz in der norditalienischen Stadt Arco hinzu. Akquisitionen aus dem Geschäft der Münchner HURTH-Gruppe gab es auch auf anderen Gebie-ten. Ebenfalls zum Beginn des Jahres 1995 erwarb ZF die Bereiche Bahntechnik und Flurförderzeuge. Im ehemaligen HURTH-Getriebewerk Gotha, das nun als ZF Gotha GmbH firmierte, entstand in der Folgezeit ein Kompetenzzentrum für Stapler-systeme und für die Montage von Achsgetrieben.

Im Kerngeschäft als Automobilzulieferer war ZF Mitte der 1990er Jahre einem wachsenden Preisdruck ausgesetzt. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, Teile der Produktion in Länder mit niedrigerem Lohnniveau zu verlagern. In Ungarn, wo be-reits seit Mitte der 1970er Jahre Lizenzpartnerschaften bestanden, kaufte ZF 1995 ein Getriebewerk des Nutzfahrzeugherstellers Csepel in der Stadt Eger. Als ZF Hungaria Kft. produzierte das Werk ab dem folgenden Jahr Getriebe für leichte und mittelschwere Lkw.1997 ergab sich für ZF die Möglichkeit, das Renault-Getriebewerk in Bouthéon (Departement Loire) in ein Joint Venture mit ZF einzu-bringen. Ab 1998 wurden in Bouthéon Getriebe der Ecomid-Baureihe für mittel-schwere Nutzfahrzeuge hergestellt. Durch die verschiedenen Übernahmen ent-stand ein europäischer Fertigungsverbund.

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1995

Unternehmensgeschichte

Qualität neu definiert

Unternehmensgeschichte

Qualität neu definiert

Bis Ende 1995 war die Gruppenarbeit bei ZF nahezu flächendeckend eingeführt. Parallel dazu ging die Unternehmensführung unter dem Schlagwort Total Quality Management (TQM) daran, Verschwendung und Reibungsverluste im Produktionsprozess zu verringern. In einem 1992 erschienenen Beitrag für die Zeitschrift „Automobil-Produktion“ beschrieb ZF-Vorstandsmitglied Hubertus Christ die Unterschiede zur bisherigen Praxis:

„Unternehmensqualität bei ZF […] wird heute als ein übergeordneter Begriff verstanden, der nicht nur die Teilequalität […], sondern alle Tätigkeiten im Unternehmen betrifft: vom Umgang miteinander über die Zügigkeit der Korrespondenz und Freundlichkeit am Telefon bis zur gemeinschaftlichen Umsetzung der Qualität des Endproduktes.“

Im Zuge der Einführung von TQM gelang es ZF, das betriebliche Vorschlagwesen aus seinem bisherigen Schattendasein zu befreien. Die große Resonanz brachte jedoch die Herausforderung mit sich, möglichst viele Verbesserungsvorschläge auch tatsächlich umzusetzen. Bisher hatten engagierte Kollegen oft frustriert feststellen müssen, dass ihre Ideen in der unternehmensinternen Bürokratie untergingen. ZF begegnete dem durch eine Dezentralisierung des Betrieblichen Vorschlagwesens und durch Patenschaften zwischen den Einreichern von Ideen und deren Führungskräften.

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1997

Technik

AS Tronic

Technik

AS Tronic

In den neunziger Jahren betrat ZF mit der AS Tronic, dem ersten vollautomatisierten Lkw-Getriebe, technisches Neuland. Die damals noch junge Mechatronik stellte die Entwickler vor große Aufgaben. Das Engagement in diesem Bereich erschien jedoch sinnvoll, weil die herkömmlichen Methoden zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs bei Nutzfahrzeugen weitgehend ausgereizt waren. Gleichzeitig wurde Effizienz als Verkaufsargument für die Fahrzeughersteller immer wichtiger.

Die elektronische Steuerung stellte erstmals sicher, dass unabhängig vom Fahrer immer der optimale Gang für eine bestimmte Betriebssituation genutzt wurde. Nach rund neun Jahren Entwicklungsarbeit war es 1997 so weit: Die AS Tronic ging bei ZF in Serie. Bereits Ende 2007 lieferte ZF das 250.000. AS Tronic_Getriebe aus, die Marke von einer halbe Million wurde im Sommer 2011 überschritten. Auch über das Segment schwerer Lkw hinaus etablierte sich die AS Tronic: in Reisebussen und vielen Spezialanwendungen bis hin zu Kranen und Schienenfahrzeugen.

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1997

Unternehmensgeschichte

Das Experiment Zeppelin NT

Unternehmensgeschichte

Das Experiment Zeppelin NT

Die Idee, den Bau von Luftschiffen in Friedrichshafen wiederaufleben zu lassen, starb nie ganz aus. Um die Entwicklung eines neuen Luftschiff-Typs auf den Weg zu bringen, entstand im September 1993 die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH (ZLT), zu deren Gesellschaftern auch die ZF Friedrichshafen AG sowie deren Tochter Lemförder Metallwaren zählten. Anders als seine historischen Vorläufer wurde der „Zeppelin Neuer Technologie“ (NT) nicht als Starrluftschiff mit einem vollständigen Gerippe entwickelt, sondern als halbstarre Konstruktion. Als Gasfüllung kommt Helium zum Einsatz – eine teure, aber ungefährliche Alternative zum leicht entzündlichen Wasserstoff. Die Propeller des Zeppelin NT sind schwenkbar, wodurch sich die Manövrierfähigkeit insbesondere bei Start und Landung und stärkeren Winden dramatisch verbessert.

Seit 1997 wurden acht Luftschiffe Neuer Technologie gebaut. Der eigentliche Flugbetrieb ist inzwischen kostendeckend möglich, jedoch werden sich aller Voraussicht nach die Entwicklungs- und Anschaffungskosten nicht amortisieren. Trotz ihrer unsicheren finanziellen Basis erfreuen sich die Luftschiffe heute wie damals großer Beliebtheit. Seit dem Beginn der Rundflüge mit dem Zeppelin NT im Jahr 2001 haben weltweit nahezu 200 000 Passagiere dieses exklusive touristische Angebot genutzt. Sehr erfolgreich wurden Luftschiffe dieses Typs in den vergangenen Jahren auch in Missionen für den Klimaschutz und für viele andere wissenschaftliche Anwendungen eingesetzt. Hier hat der NT die Erwartungen weit übertroffen.

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1997

Unternehmensgeschichte

Das US-Geschäft wird erwachsen

Elisabeth Umberson
Unternehmensgeschichte

Das US-Geschäft wird erwachsen

Elisabeth Umberson

Trotz des dynamischen Wachstums in China blieben die USA auch in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre der wichtigste Auslandsmarkt für die deutschen Automobilhersteller. ZF unterhielt hier bereits mehrere Standorte, doch die eigentliche Wertschöpfung blieb gering. Elizabeth Umberson, die 1999 als erste Frau in der Geschichte von ZF zur Werkleiterin aufstieg, erinnert sich:

„Als ich 1994 zum ersten Mal nach Gainesville im Bundesstaat Georgia kam, um mich bei ZF vorzustellen, war die Firma in den USA fast unbekannt. Das war kein Wunder, denn die amerikanischen Standorte kauften fast alles in Friedrichshafen ein. Die Verantwortlichen bei ZF hatten das Problem erkannt und das Ziel ausgegeben, die Fertigung in Nordamerika in den kommenden Jahren stärker zu regionalisieren. Nachdem ZF begonnen hatte, das USA-Geschäft eigenständig zu entwickeln, haben wir jährliche Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich erzielt.“

Insgesamt stieg der Konzernumsatz von ZF vor dem Hintergrund der neuen Strategie im Ausland zwischen 1994 und 1999 um rund 62 Prozent, während die Belegschaft im selben Zeitraum um rund 6,4 Prozent wuchs – Zeichen einer deutlichen Erhöhung der Produktivität.

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1998

Unternehmensgeschichte

Auf dem Weg zum globalen Systemlieferanten

Unternehmensgeschichte

Auf dem Weg zum globalen Systemlieferanten

1998 überschritt ZF beim Umsatz erstmals die Marke von 10 Milliarden D-Mark. Diesen Erfolg allein auf die konsequente Internationalisierung zurückzuführen, würde zu kurz greifen. ZF profitierte auch von einem Strategiewechsel bei den großen Automobilherstellern. Statt wie früher auf weitgehende Eigenfertigung zu setzen oder auf die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl kleiner Teilelieferanten, waren viele OEMs Ende der 1990er Jahre bestrebt, komplette Systeme im Fahrzeug von einzel-nen, sehr leistungsfähigen Partnern zu beziehen. Ein Unternehmen wie ZF, das mit deutlich über 30 000 Mitarbeitern bereits damals zu den Großen der Branche gehörte, konnte diese Tendenz für sich nutzen.

Im November 1997 berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass ZF den Zuschlag für die Achsenfertigung der neuen Mercedes M-Klasse erhalten habe:

„So einfach das Wort ‚Achse‘ klingt, so komplex ist, was ZF für Daimler-Benz fertigt: Nabe, Radlager, Achsschenkel, Lenker und Subrahmen gehören ebenso zum Sys-tem wie Lenkgetriebe, Spurstangen und Stabilisatoren, Bremssättel, Bremsscheiben und Feststellbremse, dazu Achsgetriebe und die seitlichen Antriebswellen.“

Unter Federführung von ZF Passau entstand dafür ein neuer Standort in Tuscaloosa (Alabama) unweit der Fertigung von Daimler-Benz. Die Vorgehensweise, die zu-gelieferten Systeme möglichst nah am Kunden zu montieren, um die Lieferung just in time zu garantieren, war nicht neu. Bereits ab Mitte 1994 hatte ZF zwei Werke zur Fertigung der Achsen für den BMW Z3 Roadster in Spartanburg (South Carolina) und Duncan (South Carolina) aufgebaut.

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2000

2000

Unternehmensgeschichte

Förderung von Bildung und Wissenschaft

Unternehmensgeschichte

Förderung von Bildung und Wissenschaft

Wie praktisch alle großen Technologieunternehmen hat ZF ein vitales Interesse an der Verfügbarkeit von Ingenieuren und anderen hochqualifizierten Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Im Jahr 2000 finanzierte ZF daher die Einrichtung eines Studiengangs Fahrzeug- und Systemengineering an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit Sitz in Ravensburg. Seit der Gründung im Jahr 2003 wird auch die private Zeppelin Universität in Friedrichshafen von ZF unterstützt, etwa durch die Finanzierung eines Stiftungslehrstuhls für Personalmanagement und Führung. Überdies flossen 2006 Spenden von einer Million Euro in den Aufbau der IT-Infrastruktur und der Bibliothek.

Gemeinsam mit anderen Unternehmen der Automobilbranche finanziert ZF seit 2003 zudem eine Stiftungsprofessur für Kraftfahrzeug-Mechatronik an der Universität Stuttgart. 2010 wurde die Hochschulförderung durch die Schaffung von drei weiteren Stiftungsprofessuren an der Dualen Hochschule Ravensburg-Friedrichshafen, an der Hochschule Ravensburg-Weingarten und an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz ausgeweitet. Hinzu kommen langjährige Hochschulpartnerschaften in China, darunter auch der 2012 eingerichtete Stiftungslehrstuhl für Pkw-Fahrwerktechnik an der Tongji-Universität in Shanghai. 2012 kam es zur bis dato größten Zuwendung an eine Bildungsinstitution: Mit insgesamt 20 Millionen Euro ermöglichte ZF den Campus-Neubau der Zeppelin Universität auf dem ehemaligen Kasernengelände „Fallenbrunnen“ in Friedrichshafen.

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2001

Unternehmensgeschichte

Ende der Unsicherheit für Sachs

Unternehmensgeschichte

Ende der Unsicherheit für Sachs

Sachs beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme durch ZF im Jahr 2001 rund 18.000 Menschen. Durch die Fortführung des Sachs-Geschäftes im bisherigen Umfang vergrößerte sich die ZF-Belegschaft damit um knapp 50 Prozent. Damit handelte es sich um den größten Sprung seit Gründung von ZF. Unmittelbar nach dem Kauf war die Umbenennung in ZF Sachs AG erfolgt. Die eigentliche Herausforderung bestand jedoch darin, die ehemalige Mannesmann-Tochter kulturell in den ZF-Konzern zu integrieren. „Der Austausch zwischen den Unternehmen und mit den Kollegen“, so der Schweinfurter Betriebsratsvorsitzende Willy Dekant, „ist sehr gut. […] Auch die Kontakte mit dem Vorstand von ZF […] sind nicht auf Konflikt angelegt – im Gegenteil. So treffen wir […] auf die Einstellung, dass wir erst einmal über alles reden können und sollen. Mit der Integration […] geht vor allem die Zeit der Ungewissheit und Unruhe […] zu Ende.“

Wie schon bei der Akquisition von Lemförder im Jahr 1984 setzte ZF auf Föderalismus: Die renommierte Marke SACHS blieb erhalten; ZF Sachs agierte mit einem eigenständigen Portfolio zunächst weiter unabhängig am Markt. Erst allmählich sollten die beiden Traditionsunternehmen mehr und mehr verschmelzen. Hermann Sigle, seit 1996 stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei Mannesmann Sachs, berichtet:

„Niemand kann sagen, wo wir heute wären, wenn ZF uns keine langfristige Perspektive eröffnet hätte. Auf der anderen Seite haben wir auch eine Menge Assets eingebracht: Noch unter dem Dach von Siemens hatten wir ab dem Jahr 2000 wichtige Investitionsvorhaben angestoßen.“

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2001

Unternehmensgeschichte

Sachs wird ein Teil von ZF

Unternehmensgeschichte

Sachs wird ein Teil von ZF

Am 3. Februar 2000 kurz vor Mitternacht wurde die Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch den britischen Konkurrenten Vodafone besiegelt. Bereits 1999 war der gesamte Industriebereich von Mannesmann einschließlich der späteren ZF-Tochter Sachs in die Atecs Mannesmann AG eingebracht worden. Nach dem Kauf des Mannesmann-Konzerns durch Vodafone wurde die Atecs Mannesmann AG an ein Konsortium verkauft, in dem Siemens und Bosch den Ton angaben. Siegfried Goll, seit 1997 im Vorstand von ZF, beschreibt die Situation so:

„Bosch und Siemens gingen nun daran, das von ihnen erworbene Konglomerat zu entflechten. Obwohl das Portfolio von Sachs sehr gut mit dem von ZF harmonierte, sind wir erst relativ spät in konkrete Verhandlungen eingestiegen. Zu diesem Zeit-punkt hatten sich bereits mehrere Kaufinteressenten zu Wort gemeldet, die jedoch jeweils nur einen Teil des traditionellen Sachs-Geschäfts übernehmen wollten. ZF erklärte dagegen, alle vier Hauptbereiche – Antriebsstrang, Fahrwerktechnik, Gum-mi-Metall-Verbindungen und den Ersatzteilhandel – möglichst vollständig integrie-ren zu wollen. Das hat uns intern bei den Verantwortlichen in Schweinfurt viel Zustimmung gebracht.“

Angesichts ihrer Dimension verlief die darauffolgende Übernahme von Mannes-mann Sachs durch ZF vergleichsweise schnell und geräuschlos. Nach einer mehr als ein Jahr dauernden Vorbereitungsphase unter Federführung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Bleyer unterzeichnete dessen Nachfolger Siegfried Goll im August 2001 die entsprechenden Verträge. Im Oktober 2001 traten diese in Kraft.

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2002

Unternehmensgeschichte

Große Synergiepotenziale

Unternehmensgeschichte

Große Synergiepotenziale

Wenn der Geschäftsbericht 2001 verkündete, ZF und Sachs passten zusammen „wie Schraube und Mutter“, so war dies mehr als nur ein griffiger Marketing-Slogan. Die von Sachs produzierten Kupplungen, Drehmomentwandler und Stoßdämpfer korrespondierten mit den Antriebsaggregaten, Getrieben und Lenkungen ebenso wie mit den Achssystemen und Fahrwerkkomponenten von ZF. Ihr volles technolo-gisches Potenzial konnte die Akquisition von Sachs jedoch erst durch aufeinander abgestimmte Produktentwicklungen entfalten.

Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz verschiedener ZF-Technologien in den Gelenk-bussen vom Typ Mercedes-Benz CapaCity seit 2009, unter anderem im Nahverkehr von Stuttgart und Istanbul. In den 19,5 Meter langen Fahrzeugen kommen ZF-EcoLife-Getriebe zum Einsatz. Ihre hohe Wirtschaftlichkeit verdanken die Aggregate unter anderem einem Drehmomentwandler, der bereits bei geringen Motordrehzah-len hohe Beschleunigungswerte ermöglicht. Der Systemgedanke findet seine Fort-setzung beim Fahrwerk: Die Portalachsen samt Einzelradaufhängung stammen von ZF Passau, die zugehörigen 2-Rohr-Dämpfer sind SACHS-Produkte. Ein echtes Ineinandergreifen der verschiedenen Produktbereiche konnte jedoch im Jahr der Sachs-Übernahme 2001 nur ein längerfristiges Ziel sein. Mögliche Synergien auf Konzernebene lagen zunächst eher auf der ökonomischen Ebene. Durch das brei-tere Portfolio und größere potenzielle Auftragsvolumina besaß ZF im Wettbewerb größeres Gewicht.

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13.5.2003

Neue Eigentümerstruktur

Neue Eigentümerstruktur

2003 entschloss sich die Unternehmensführung von ZF in Abstimmung mit der Dr.-Jürgen-Ulderup-Stiftung zu einer Änderung der Eigentümerstruktur. Am 13. Mai 2003 übernahm ZF die Lemförder Metallwaren AG zu 100 Prozent, während die Stif-tung ihre bisherige Beteiligung von 24,4 Prozent an der ZF-Tochter gegen einen Anteil von 6,2 Prozent am Gesamtunternehmen eintauschte. Die restlichen 93,8 Prozent am Grundkapital von ZF verblieben bei der Zeppelin-Stiftung. Der Anteils-tausch diente unter anderem dem Ziel, klarere Strukturen in dem Wachstumsseg-ment Pkw-Fahrwerktechnik zu schaffen. Dadurch konnte ZF leichter bereichsüber-greifende Entwicklungen realisieren und entsprechende Investitionen tätigen.

2004

Unternehmensgeschichte

ZF hilft weltweit

Unternehmensgeschichte

ZF hilft weltweit

Dass gesellschaftliches Engagement bei ZF von zahlreichen Mitarbeitern aktiv mitgetragen wird, zeigt eindrucksvoll der Verein ZF hilft. Es war die verheerende Tsunami-Katastrophe, die am 26. Dezember 2004 an den Küsten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschenleben forderte, die im April 2005 zur Gründung des Vereins führte. Nachdem bei der ersten Aktion rund 477 000 Euro durch Geldspenden und die Umwandlung von Arbeitsstunden zustande gekommen waren, stockte ZF den Betrag auf eine Million Euro auf.

Unter der Maßgabe „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurden in der Folgezeit mehrere Projekte realisiert. 2010 stellte ZF hilft etwa 350 000 Euro für Mikrokredite zur Verfügung, die Frauen im indischen Bundesstaat Chhattisgarh den Aufbau einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz ermöglichen. 2011 spendete der Verein 100 000 Euro an die Opfer des Erdbebens und der Reaktorkatastrophe vor der japanischen Küste. 2012 kamen 415 000 Euro für Projekte im Tschad und in Kenia zusammen. 2013 stand ganz im Zeichen der Unterstützung für die Hochwasseropfer am ZF-Standort Passau. Da hier auch zahlreiche Kollegen betroffen waren, erreichte die Spendenbereitschaft innerhalb der Belegschaft ein Rekordniveau: 750 000 Euro brachte der Verein auf; weitere 250 000 kamen als Zuschuss von der AG.

Im Jubiläumsjahr 2015 schließlich startete mit der Aktion 100 Jahre – 100 Schulen in Kooperation mit UNESCO das bislang größte humanitäre Projekt der Unternehmensgeschichte. Das ehrgeizige Ziel: die Finanzierung von 100 Bildungseinrichtungen in den ärmsten Regionen der Welt.

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2004

Technik

CDC im Opel Astra

Technik

CDC im Opel Astra

Noch vor dem Zusammenschluss mit ZF entstanden bei Sachs die Grundlagen für die kontinuierliche Dämpfer-Verstellung CDC (Continuous Damping Control). Über ein elektrisch verstellbares Proportionalventil konnte das Ölvolumen nun stufenlos geregelt werden – und damit die Stärke der Dämpfung an jedem einzelnen Rad. So wurde es möglich, die Fahrwerkseigenschaften im laufenden Betrieb ständig anzupassen. Sensoren im Fahrzeug lieferten die dazu notwendigen Daten, etwa Werte zur Aufbau-, Rad- und Querbeschleunigung.

Der erste Serieneinsatz von CDC erfolgte in besonders sportlichen Modellen der Marke Opel, unter anderem im Opel Astra. Ab 2006 wurde CDC auch für Nutzfahrzeuge angeboten. Dabei spielte nicht nur die Anpassung der eigentlichen Konstruktion, sondern auch die Weiterentwicklung der Software eine entscheidende Rolle.

2005

Technik

Alternative Antriebe als Hoffnungsträger

Technik

Alternative Antriebe als Hoffnungsträger

2005 überstieg der Konzernumsatz von ZF erstmals zehn Milliarden Euro. Gegenüber dem Stand von 1995 entsprach dies mehr als einer Verdoppelung. Nach wie vor blieb die Automobilindustrie die weitaus wichtigste Branche für ZF. Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren hier mehrere globale Trends erkennbar: So verlagerte sich das Wachstum im Automobilsektor zunehmend nach Asien, speziell nach China und Indien. Die traditionellen Automobilmärkte wie die USA oder Deutschland durchliefen einen tiefgreifenden Wandel: Intelligente und effiziente Fahrzeuge standen zunehmend hoch im Kurs – bei den Konsumenten ebenso wie seitens der Politik.

Hier profitierte ZF von bestehenden Erfahrungen mit alternativen Antriebskonzepten. 1994 präsentierte ZF auf der IAA Nutzfahrzeuge den EE-Drive, einen elektrischen Radnabenmotor speziell für Niederflurbusse. Die Technik wurde in den folgenden Jahren in großangelegten Feldversuchen, unter anderem in Oberstdorf, Leyden und Berlin, erprobt. Ein vollelektrischer Bus von MAN verkehrte zeitweise im Pendelverkehr zwischen den Friedrichshafener ZF-Werken. Für viele ZF-Mitarbeiter dürfte dies die erste Begegnung mit einem Elektrofahrzeug im regulären Straßenverkehr gewesen sein. Inzwischen hat ZF dieses alternative Antriebskonzept für Stadtbusse in Form der elektrischen Achse AVE 130 erfolgreich weiterentwickelt. Auf der IAA 2004 stellten DaimlerChrysler und ZF den Prototyp eines Mercedes Sprinter vor, der auf kurzen Strecken bis 30 Kilometer einen potenziell emissionsfreien, rein elektrischen Betrieb ermöglichte.

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2006

Technik

EcoLife

Technik

EcoLife

Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentierte ZF im Jahr 2006 das neue Busgetriebe EcoLife, das eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Ecosplit-Getriebes darstellte. Der Namensbestandteil „Life“ sollte dabei auf die im Vergleich zum Vorgänger höhere Lebensdauer und insbesondere die höhere Temperatur-Standfestigkeit hinweisen. Das 6­Gang­Automatgetriebe besaß zu diesem Zweck ein zweigeteiltes Kühlsystem: Getriebe­ und Retarder­Wärmetauscher waren getrennt, was sowohl eine niedrigere Öltemperatur im Normalbetrieb als auch eine um bis zu 40 Prozent höhere Retarder­Bremsleistung ermöglichte.

Eine Vielzahl weiterer Detailverbesserungen sorgte auch dafür, dass der Kraftstoffverbrauch in der Praxis gegenüber der letzten Ecomat­Generation noch einmal um rund fünf Prozent gesenkt werden konnte.

2006

Technik

6HP in neuer Generation

Technik

6HP in neuer Generation

Nach rund vier Jahren Bauzeit überarbeitete ZF im Jahr 2006 das erfolgreiche Pkw-Automatgetriebe 6HP. Die mechanische Grundkonstruktion wurde dabei nicht angetastet. Große Änderungen erfuhren hingegen die elektrohydraulische Ansteuerung und die Software. Dabei ging es nicht nur um weitere Verbrauchseinsparungen, sondern vor allem um die Steigerung von Schaltdynamik und Schaltpräzision.

Mit der zweiten Generation gelang es ZF, den Vorwurf zu entkräften, dass Automatgetriebe mit hydrodynamischem Wandler zwangsläufig zu höherem Verbrauch und geringerer Dynamik führen. Gegenüber der ersten Generation erzielte das neue Aggregat weitere drei Prozent Kraftstoffersparnis im offiziellen Normzyklus, bei Dieselmotoren sogar sechs Prozent. Gleichzeitig konnte das Getriebe dank einer neuen Dämpfungstechnologie die Drehungleichförmigkeiten auch von Dieselmotoren mit hoher Leistungsdichte ausgleichen, was insbesondere Motoren mit geringerer Zylinderzahl zugutekam. Durch Änderungen an der Elektronik und der hydraulischen Steuerung konnten zudem Schaltgeschwindigkeit und Schaltkomfort gesteigert werden.

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7.2007

Unternehmensgeschichte

ZF Engineering Pilsen

Unternehmensgeschichte

ZF Engineering Pilsen

Im Juli 2007 gründete ZF zur Erweiterung des internationalen Entwicklungsnetzwerks die ZF Engineering s.r.o. in Pilsen (Tschechien) und übernahm damit zugleich das tschechische Unternehmen Value Engineering Services. Dahinter stand das Ziel, einen Teil des stetigen Wachstums innerhalb der Entwicklungsbereiche im Ausland zu realisieren. Schwerpunktmäßig sollte sich die neue Gesellschaft mit zunächst rund 150 Mitarbeitern den Bereichen Software und Mechatronik widmen.

2008

Technik

Zukunft der Antriebstechnologie: hybrid und unkonventionell

Technik

Zukunft der Antriebstechnologie: hybrid und unkonventionell

Um sich auf dem Zukunftsfeld der Hybridantriebe zu etablieren, ging ZF 2005 eine strategische Allianz mit dem Automobilzulieferer Continental ein. Diese Allianz wurde 2006 durch Volkswagen mit dem Bau eines kompletten Hybridantriebsmo-duls beauftragt. Bereits auf der IAA 2007 wurde die Neuentwicklung als Prototyp in einem VW Golf V vorgestellt. Für 2008 war der Serienstart geplant, doch tatsächlich kam es erst 2010 mit dem Facelift des VW Touareg dazu. Für ZF gelang die Markteinführung der hauseigenen Hybridtechnologie dennoch schon 2008: Der in diesem Jahr vorgestellte Mercedes S 400 Hybrid besaß eine elektrische Maschine von ZF Sachs.

Trotz der Intensität, mit der die Entwicklung alternativer Antriebe vorangetrieben wurde, glaubte im Management von ZF niemand an eine baldige Verdrängung der konventionellen Verbrennungsmotoren. „Langfristig“, so der für Entwicklung zu-ständige Vorstand Dr. Michael Paul in einem Interview aus dem Jahr 2009,

„werden verschiedene Antriebsarten nebeneinander bestehen.“

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2009

Technik

Markteinführung des 8HP

Technik

Markteinführung des 8HP

Bereits 2007 hatte ZF ein 8-Gang-Automatgetriebe (8HP) präsentiert, das gegenüber dem Aggregat mit sechs Gängen eine Kraftstoffeinsparung von rund sechs Prozent ermöglichte. Angesichts der Tatsache, dass auf den Straßen noch zahlreiche Fahr-zeuge mit 4- und 5-Gang-Automatgetrieben unterwegs waren, lagen die realen Einsparungen beim Umstieg auf das 8HP oft noch deutlich höher. Das

Getriebe, das als Baukasten auch bereits eine Hybridvariante umfasste, wurde standort- und bereichsübergreifend entwickelt, wobei auch potenzielle Kunden intensiv in den Entwicklungsprozess einbezogen wurden. Bereits 2009 erfolgte die

Serieneinführung des 8HP.

Inzwischen litt die gesamte Automobilbranche unter den Auswirkungen der 2008 ausgebrochenen internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Besonders hart traf es die Hersteller von Lkw und Baumaschinen. Bei ZF brachen die Umsätze in den entsprechenden Bereichen teilweise um mehr als 50 Prozent ein. Wenngleich der Pkw-Bereich gegenüber dem Nutzfahrzeugsektor weniger stark betroffen war, forderte die schwerste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs auch hier ihren Tribut: 2009 ging die Pkw-Produktion in Europa um 17 Prozent zurück. Der zügigen Markteinführung der 8HP-Getriebe tat dies jedoch keinen Abbruch, denn die Hersteller benötigten die neue Getriebegeneration, um ihre Fahrzeuge im Verbrauch zu optimieren. Inzwischen hat sich das Pkw-Automatgetriebe 8HP zu einem der erfolgreichsten Produkte in der Geschichte von ZF entwickelt: Zwischen 2009 und 2014 wurden rund 7,5 Millionen Einheiten produziert.

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2009

Unternehmensgeschichte

Gestärkt aus der Krise

Unternehmensgeschichte

Gestärkt aus der Krise

2009, als die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte, lag der Konzernumsatz von ZF rund 26 Prozent unter dem von 2007. Im Ergebnis musste ZF einen Verlust von 421 Millionen Euro ausweisen. Angesichts der dramatischen Zahlen spricht es für ein erfolgreiches Krisenmanagement, dass ZF die gesamte Stammbelegschaft halten konnte und selbst in Nord- und Südamerika, obwohl das Instrument der Kurzarbeit dort nicht zur Verfügung stand, mit einer vergleichsweise niedrigen Zahl an Entlassungen auskam. Insgesamt ging die Belegschaft zwischen 2008 und 2009 lediglich um gut ein Prozent zurück. Zur Sicherung der Liquidität wurden durch diverse Maßnahmen rund 600 Millionen Euro eingespart.

Rückblickend hat sich die strategische Position von ZF im Zuge der Krise sogar verbessert: So konnte ZF in den USA als Zulieferer für Chrysler bedeutende Marktanteile hinzugewinnen. In Frankreich kaufte ZF 2010 die Fonderie Lorraine in der Nähe von Saarbrücken von der insolventen Honsel AG. 2011 wurde dann auch das Honsel-Werk Nürnberg übernommen. Damit holte ZF die vormals ausgelagerte Gehäusefertigung für die Automatgetriebe unter das eigene Dach.

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2009

Unternehmensgeschichte

Ingenieure von morgen

Unternehmensgeschichte

Ingenieure von morgen

Bereits im Kindesalter setzt die Arbeit des Vereins Wissenswerkstatt an, der in Friedrichshafen Anfang 2009 seine Pforten öffnete. Peter Köpf, damals Entwicklungsleiter im ZF-Konzern, erklärt den dahinterstehenden Ansatz:

„Unsere Idee war es, bei Kindern und Jugendlichen – insbesondere auch bei Mädchen – frühzeitig ein Interesse für technische Fragen zu wecken. Dafür haben wir auf 450 Quadratmetern eine Lernwerkstatt eingerichtet, die jährlich von rund 4000 jungen Menschen besucht wurde. An den nicht unerheblichen Kosten hat sich ZF mit zwei Millionen Euro beteiligt. Damit war die Finanzierung zunächst für zehn Jahre gesichert. Das Konzept war so erfolgreich, dass wir es Schritt für Schritt auch an anderen deutschen Standorten – Passau, Schweinfurt, Schwäbisch Gmünd, Diepholz und Saarbrücken – verwirklicht haben. Für mich ist die Wissenswerkstatt zugleich ein schönes Beispiel für das langfristige Denken, das charakteristisch für ZF ist. Wir investieren in die Zukunft, auch wenn sich der Erfolg nicht sofort in Profiten messen lässt. Deshalb habe ich stets gern hier gearbeitet.“

Im Jubiläumsjahr 2015 erhält der Friedrichshafener Verein ein neues Domizil in einer „gläsernen Werkstatt“ auf dem Gelände der neu errichteten Hauptverwaltung von ZF. Dass die Bildungsarbeit, an der sich auch Ingenieure von ZF ehrenamtlich beteiligen, in direkter Nachbarschaft zu den Büros des Konzernvorstands stattfindet, zeigt den hohen Stellenwert der Initiative.

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2010

2010

Unternehmensgeschichte

Restrukturierung mit go4ZF!

Unternehmensgeschichte

Restrukturierung mit go4ZF!

Seit ZF 1926 mit dem Aufbau des Werks Berlin begonnen hatte, auch außerhalb der Bodensee-Region zu produzieren, prägte das Spannungsverhältnis zwischen regionalen Identitäten und globaler Strategie den Konzern. Charakteristisch für ZF war dabei stets das Bekenntnis zur „Einheit in Vielfalt“, also zu einer gewissen Au-tonomie der einzelnen großen Werke. Die dezentrale Struktur brachte jedoch diver-se Schwierigkeiten mit sich, auf Kundenseite etwa eine Vielzahl von Ansprechpart-nern für dasselbe Fahrzeug-Projekt. Die Reorganisation in vier Divisionen, die ZF 2010 unter dem Motto „Go4ZF!“ durchführte, sollte auch nach außen für eine klare Kompetenzverteilung sorgen.

Der Wandel war auch daran ablesbar, dass fast alle deutschen ZF-Gesellschaften (mit Ausnahme der ZF Services GmbH, der ZF Luftfahrttechnik GmbH und der als Joint Venture mit Bosch betriebenen ZF Lenksysteme GmbH) zum 1. August 2011 in der ZF Friedrichshafen AG aufgingen und erstmals einheitlich firmierten.

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2011

Technik

Auf dem Weg zum 9HP

Technik

Auf dem Weg zum 9HP

Die Automatgetriebe der Baureihe 8HP wurden so stark nachgefragt, dass die Produktionskapazitäten in Saarbrücken noch im Jahr 2010 erweitert wurden. Trotz des überragenden Erfolges gab es noch Raum für neue Produkte im Segment der Pkw-Automatgetriebe. Wie Entwicklungschef Michael Paul betonte, schien es „wichtig […], hochwertige, effiziente Technik auch für kleine und kostengünstige Modelle verfügbar und bezahlbar zu machen. Denn klar ist: Es gibt eine Bedarfsverschiebung hin zu kleineren Fahrzeugen.“ Um auch hier ein entsprechendes Produkt an-bieten zu können, arbeiteten ZF-Ingenieure am weltweit ersten 9-Gang-Automatgetriebe (9HP).

Dieses war für einen Front-quer-Einbau vorgesehen und kam somit anders als die Baureihe 8HP auch für kompakte Fahrzeuge in Frage. In dem hochmodernen Aggregat wurde erstmals eine leistungsfähige Steuerungselektronik eingesetzt, die von ZF Electronics entwickelt wurde. ZF Electronics war zuvor aus der Übernahme der Cherry Corporation im Jahr 2008 hervorgegangen. Im Juni 2011 wurde das Aggregat internationalen Fachleuten und der Presse erstmals vorgestellt; 2013 begann im US-amerikanischen Gray Court (South Carolina) die Produktion.

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2011

Unternehmensgeschichte

Windkraftgetriebe: Vom Newcomer zur Nummer 3

Unternehmensgeschichte

Windkraftgetriebe: Vom Newcomer zur Nummer 3

2010 fiel bei ZF die Entscheidung, am US-amerikanischen Standort Gainesville ein neues Werk zur Produktion von Windkraftgetrieben zu errichten. Geplant war zu-nächst die Neuentwicklung eines Getriebes für die 2-Megawatt-Plattform des dänischem Weltmarktführers Vestas. Im Vergleich zur bisherigen ZF-Produktion war da-für eine völlig andere Produktionslogistik notwendig: Es gab praktisch keine Teile mehr, die von Hand bewegt werden konnten. Das hohe Gewicht der einzelnen Zahnräder und Gehäuse erforderte neue Bearbeitungsmethoden, die ZF parallel zum eigentlichen Produkt entwickeln musste.

Um von der vorhandenen Kompetenz im Marktsegment Windkraft zu profitieren, kaufte ZF im November 2011 den belgischen Spezialisten Hansen Transmissions International NV, der neben der Produktion in Belgien auch Werke in China und Indien besaß. Damit war ZF augenblicklich zur Nummer 3 auf dem Weltmarkt für Windkraftgetriebe aufgestiegen. Im Februar 2014 wurde unter der Bezeichnung „At-las 1“ schließlich auch das erste unter dem Dach von ZF entwickelte Windkraftgetriebe vorgestellt. Um für das neue Produkt einen entsprechenden Kundendienst bieten zu können, investierte ZF kräftig in die Infrastruktur. An den Standorten Dortmund und Vernon Hills (Illinois) wurden regionale Windenergie-Service-Center eröffnet, die jeweils Kapazitäten für etwa 200 Reparaturaufträge jährlich besitzen. Als der Markt für Windkraftanlagen 2014 nach mehreren Jahren der konjunkturellen Flaute wieder eine Aufwärtstendenz zeigte, war ZF bereit, die Zukunft der Energieversorgung in einem entscheidenden Bereich mitzugestalten.

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2012

Unternehmensgeschichte

Investitionen in Asien und Nordamerika

Unternehmensgeschichte

Investitionen in Asien und Nordamerika

Während die deutschen Standorte im Zuge der Strukturveränderungen von „Go4ZF!“ näher aneinanderrückten, standen die Zeichen im Ausland auf Expansion. 2012 begann der Bau eines Werkes zur Montage von Pkw-Achsen in Peking, das 2013 die Produktion aufnahm. Damit existiert nun erstmals ein ZF-Fertigungsstandort in der chinesischen Hauptstadt. Zudem intensivierte ZF die seit 1995 laufende Kooperation mit LiuGong, einem der weltgrößten Hersteller von Baumaschinen: In einem neuen Joint Venture werden im südchinesischen Liuzhou nun Achsen für Radlader hergestellt, die speziell auf den chinesischen Inlandsmarkt zugeschnitten sind.

Stärker noch als in China engagierte sich ZF in den vergangenen Jahren lediglich auf einem Auslandsmarkt: in den USA. Nach dem Kauf eines Werkes zur Produktion von Achsgetrieben in Marysville (Michigan) 2009, dem im Geschäftsjahr 2010 realisierten Ausbau der Fertigung von Elektrolenkungen in Florence (Kentucky) und dem Aufbau einer neuen Produktionslinie für Windkraftgetriebe in Gainesville (Georgia) in den Jahren 2011 und 2012 errichtete ZF bis zum Sommer 2013 eine Fabrik zur Herstellung der neuen 8-Gang- und 9-Gang-Automatgetriebe in Gray Court (South Carolina).

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2012

Technik

Weltweit erstes 7-Gang Schaltgetriebe

Technik

Weltweit erstes 7-Gang Schaltgetriebe

Nachdem 2008 die Fertigung des ZF-Doppelkupplungsgetriebes 7DT angelaufen war, entwickelte ZF das Aggregat bis 2012 zum weltweit ersten 7-Gang-Schaltgetriebe weiter. Die Nutzung der technischen Basis des 7DT brachte eine technische Herausforderung mit sich: Die Zahnräder für die Gänge lagen nicht in der gewohnten Reihenfolge auf den beiden Getriebewellen. Um dem Fahrer trotzdem die gewohnte H-Schaltung zu ermöglichen, entstand unter dem Dach von ZF ein Mechanismus, der die Bewegung des Handschalthebels so konvertiert, dass jeweils der richtige Gang eingelegt wird. Unter der Bezeichnung „MEKOSA“ (Mechanisch konvertierte Schalt-Aktuatorik) wurde diese Entwicklung patentiert.

2013

Technik

Serieneinführung des 9HP

Technik

Serieneinführung des 9HP

Nach der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007 bis 2009 ging der Trend auf dem Automobilmarkt verstärkt in Richtung kleinere und effiziente Fahrzeuge. Um neben dem höchst erfolgreichen 8HP auch in diesem Segment ein entsprechendes Produkt anbieten zu können, arbeiteten ZF-Ingenieure seit dem Jahr 2009 am weltweit ersten 9-Gang-Automatgetriebe (9HP). Dieses war für einen Front-quer-Einbau vorgesehen und kam somit für kompakte Fahrzeuge in Frage. In dem hochmodernen Aggregat wurde erstmals eine leistungsfähige Steuerungselektronik eingesetzt, die von ZF Electronics entwickelt wurde.

ZF Electronics war zuvor aus der Übernahme der Cherry Corporation im Jahr 2008 hervorgegangen. Im Juni 2011 wurde das Aggregat internationalen Fachleuten und der Presse erstmals vorgestellt; 2013 begann im US-amerikanischen Gray Court (South Carolina) die Produktion. Im selben Jahr erfolgte die Markteinführung in Modellen der Marken Chrysler und Land Rover.

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2014

Technik

Innovation Truck - Um Längen voraus

Technik

Innovation Truck - Um Längen voraus

Mehr als 25 Meter lang, rund zweieinhalb Meter breit und voll beladen bis zu 40 Tonnen schwer – damit beeindruckt der IAA-Star des Jahres 2014 von ZF bereits im Stand. Doch erst wenn er auf engem Raum bewegt wird, offenbart sich, warum der Innovation Truck von ZF seinem Namen alle Ehre macht: Für Rangiermanöver muss bei diesem Lastzug niemand mehr hinterm Steuer sitzen – und auch der Dieselmotor kommt nicht zum Einsatz. Der Lkw lässt sich bei niedrigem Tempo ganz einfach per Tablet von außen fernsteuern und rein elektrisch rangieren. Das funktioniert dank fortschrittlicher Technologiekomponenten von ZF, die innovativ zu einem Rangier-Assistenten vernetzt sind.

2015

Unternehmensgeschichte

100 Jahre ZF

Unternehmensgeschichte

100 Jahre ZF

„One global ZF“ – unter diesem Motto feierte der Konzern 2015 sein 100-jähriges Jubiläum. Der weltweite Austausch unter den Mitarbeitern stand dabei im Mittelpunkt. Ausgewählte Beschäftigte mit einem besonderen Lebensweg bereisten ZF-Standorte in der ganzen Welt und kamen so mit unterschiedlichen Kollegen in Kontakt.

Unter den Teilnehmern verschiedener Mitmachaktionen wie „Mein Foto mit der 100“ oder „ZF-Fundstücke“ wurden zusätzliche Reisen zu anderen Standorten verlost. So erhielten weitere Mitarbeiter die Chance, „One global ZF“ hautnah zu erleben. Eine bewährte ZF-Tradition sind die Familientage, bei denen Mitarbeiter den Angehörigen ihren Arbeitsplatz zeigen. Sie standen ganz im Zeichen des Jubiläums und boten an vielen Standorten eine zusätzliche Möglichkeit zum Austausch. Den virtuellen Dialog ermöglichte ein eigens zum Jubiläum aufgesetztes Intranet für die Mitarbeiter.

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20.5.2015

Unternehmensgeschichte

Ein Meilenstein von historischer Bedeutung

Unternehmensgeschichte

Ein Meilenstein von historischer Bedeutung

Mit der Integration von TRW in den ZF-Konzern als neue ZF-Division "Aktive & Passive Sicherheitstechnik" bündeln zwei weltweite Champions ihre Stärken und füllen den Integrationsslogan „THE POWER OF2“ mit Leben.

Beide Unternehmen bieten Technologien an, die sie zu Marktführern gemacht haben. ZF bringt Lösungen für die Antriebs- und Fahrwerktechnik einschließlich E-Mobility ein, dazu Elektronik-Knowhow; TRW steuert Sicherheits-, Lenkungs- und Bremstechnik bei sowie Fahrerassistenzsysteme.

Dieses breit gefächerte Portfolio enthält die richtigen Lösungen für die Megatrends in der Mobilität: autonomes Fahren, mehr Sicherheit und höhere Effizienz.

Biographien

Alfred Graf von Soden-Fraunhofen

Der Mitgründer und erste Geschäftsführer von ZF wurde am 21. November 1875 in Neufraunhofen geboren.

Alfred Colsman

Alfred Colsman, Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH (LZ) von 1908 bis 1929, war eine der Schlüsselfiguren in der frühen Unternehmensgeschichte von ZF.

Ferdinand Graf von Zeppelin

Graf Zeppelin, der erst nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn im Alter von 52 Jahren zum Techniker und Erfinder wurde, entwickelte sich schnell zu einem Visionär seiner Zeit.

Dr. Jürgen Ulderup

Die Fahrwerktechnik ist heute ein wichtiges Standbein der ZF Friedrichshafen AG. Doch woher kommt dieses Know-how?

Ernst Sachs

Gemeinsam mit Karl Fichtel gründete Ernst Sachs die "Schweinfurter Präcisions-Kugellager-Werke Fichtel & Sachs", Ursprungsgesellschaft des Traditionsunternehmens, das seit 2001 zur ZF gehört.

Von der Zahnradfabrik zum Weltkonzern

Wie sich das Friedrichshafener Unternehmen seither zum globalen Technologieführer entwickelt hat, zeigt der History-Film.

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ZF Forum

Starkes Symbol für den Wandel

SACHS Ausstellung

Erleben Sie die beeindruckende Geschichte des Unternehmens Fichtel & Sachs und die Entwicklung der Marke SACHS am Standort Schweinfurt.

Karriere bei ZF

Einstiegsmöglichkeiten, offene Stellen und gute Gründe finden Sie hier.
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