ZF gratuliert zu 75 Jahren Porsche-Sportwagen
Ob Ferry Porsche damals schon geahnt hat, dass die von ihm gegründete Firma einmal den wohl ikonischsten Sportwagen der Automobilgeschichte schaffen würde? Und was hatte ZF von Anfang an damit zu tun? Wir gehen auf Spurensuche…
Mit ZF auf der Überholspur: Als der Typ 911 vor 60 Jahren – zunächst noch unter der Bezeichnung 901 – zum ersten Mal vorgestellt wurde, war er mehr als nur ein Blickfang – er war eine Revolution. Mit seinem luftgekühlten Sechszylinder-Heckmotor und dem unverwechselbaren Design brachte er frischen Wind in die Autowelt. Von Anfang an mit dabei: Technik von ZF. Die enge Zusammenarbeit zwischen Porsche und ZF hatte schon in den 30er Jahren begonnen.
Bereits damals hatte Ferdinand Porsche die innovativen ZF-Selbstsperrdifferenziale für einen Entwurf für den Typ 114 – ein Sportwagen mit V-10-Motor und 1,5-Litern Hubraum – vorgesehen. Das in der Antriebsachse eines Fahrzeugs eingebaute Ausgleichsgetriebe ist erforderlich, um die unterschiedlich langen Wege der beiden Antriebsräder beim Kurvenfahren auszugleichen und Verspannungen zu vermeiden.
Fast überall, wo das Konstruktionsbüro Porsche für andere Firmen gewirkt hatte, wurden Selbstsperrdifferenziale von ZF sowie Kupplungen und Stoßdämpfer von Fichtel & Sachs verwendet. Kein Wunder also, dass auch der Typ 356, der als erstes Fahrzeug unter dem Markennamen Porsche den Beginn einer neuen Ära des Sportwagenbaus markiert, mit dieser ZF-Technik ausgestattet war.
Porsche verwendete schon bereits ab dem ersten Sportwagenmodell von Ferry Porsche, dem Typ 356, auch Lenkungen von ZF.
Eine neue Ära des Sportwagenbaus
Kurze Zeit später brachte Porsche mit dem legendären Typ 550 Spyder schon bald einen richtigen Rennsportwagen auf die Rennstrecken. Der Typ 550 war mit leichter Aluminiumkarosserie sowie Sperrdifferenzial, Kupplung und Stoßdämpfern von ZF versehen. Ab 1954 dann auch mit einem kräftigen Viernockenwellen-Motor. Der 550 Spyder sollte für Privatiers angeboten werden. In der überarbeiteten Version des Typ 550 A kam später neben den Alu-Rippen-Stoßdämpfern mit verrippten Gehäusen, auch noch die gleiche ZF-Lenkung wie im Typ 356 A zum Einsatz.
Der legendäre Typ 550 entwickelte sich zum Exportschlager nach USA. Er war mit Lenkung und Sperrdifferential von ZF sowie Kupplung und Stoßdämpfern von Fichtel & Sachs ausgestattet.
Die wichtigsten technischen Erkenntnisse aus dem Rennsport finden bekanntermaßen meist auch in der Serienproduktion Anwendung. So wurde für den Porsche Formel 1-Wagen Typ 804 von ZF eigens eine Zahnstangenlenkung entwickelt. Die nach vorne weisenden Lenkhebel waren nicht starr ausgeführt, sondern bogen sich unter schwerer Last. Wie Fahrversuche auf der Straße zeigten, flatterten dadurch die Vorderräder in Kurven weniger beziehungsweise brachen weniger aus. Der Lenkkomfort wurde dadurch erhöht. Dieses gewonnene Know-How der neuen Lenkung wurde später auch auf den Typ 901 übertragen.
Auch Jahrzehnte später gab es eine ZF-Innovation in der Lenkung: So waren im Jahr 2013 die Porsche-Modelle 911 GT3 und 911 Turbo als erste mit der Active Kinematics Control (AKC) genannten aktiven Hinterachs-Lenkung von ZF ausgestattet. Diese bringt in jeder Fahrsituation Vorteile – durch verbesserte Wendigkeit bei niedrigem, und höhere Stabilität bei hohem Tempo. Das System entschärft zum Beispiel die Fahrzeugreaktionen bei plötzlichen Ausweichmanövern und verbessert damit die aktive Sicherheit.
Eine weitere ZF-Technik unterstützt besonders sportliche Fahrleistungen im Porsche 911: Mit dem Doppelkupplungsgetriebe wurden direkter Vortrieb und blitzschnelle Gangwechsel ohne Unterbrechung der Schubkraft möglich. Wegen des sehr guten Wirkungsgrades können auch Verbrauchswerte erzielt werden, die unter denen eines manuellen Schaltgetriebes liegen. Das gemeinsam von Porsche und ZF entwickelte Doppelkupplungsgetriebe ist daher ideal geeignet für dynamisch-sportlich ausgelegte Fahrzeuge und meistert den Spagat zwischen reiner Sportlichkeit und höchstem Reisekomfort. Das bedeutet entspanntes Cruisen und verbesserte Beschleunigung gleichermaßen.
Das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gibt es auch mit Hybridmodul.
Egal, ob auf der Rundstrecke oder auf kurvigen Landstraßen, das Doppelkupplungsgetriebe trägt dazu bei, dass der Porsche 911 seine Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen kann. Durch ein integriertes E-Modul ist die 8-Gang-Version des PDK (Porsche-Doppelkupplungsgetriebe) für die Panamera-Modelle auch als Hybridvariante erhältlich.
Wer seinen Porsche-Sportwagen dennoch lieber per Hand schaltet, hat auch dazu die Möglichkeit: Seit 1992 werden bei ZF in Brandenburg manuelle Getriebe für Porsche gefertigt. Seit 2011 sogar mit sieben Gängen.
Im Laufe der Jahrzehnte trugen viele ZF-Produkte somit maßgeblich zur Fahrdynamik und dem unverwechselbaren Fahrgefühl aller Porsche-Modelle bei. So ist Porsche beispielsweise in puncto Sperrdifferenzial ZF von den Anfängen bis heute treu geblieben.
Der lange, gemeinsame Weg von Porsche und ZF ist eine erfolgreiche Partnerschaft, die mit Exzellenz, Leistung und Innovationen verbunden ist, die die Automobilbranche maßgeblich geprägt haben. Gemeinsam sind beide bereit, auch die Zukunft der Mobilität mit ihren Herausforderungen zu gestalten. Herzlichen Glückwunsch Porsche – und wir sind dankbar für diese lange und erfolgreiche Zusammenarbeit!