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Unlocking Our Potential

Navigating Challenges, Shaping Opportunities.

Transformation auf Kurs

Trotz des sehr herausfordernden Marktumfelds haben wir im Geschäftsjahr 2024 zielgerichtet unsere Transformation fortgesetzt und wichtige Meilensteine auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft erreicht. Unser Unternehmen entwickelt sich weiter, Strukturen und Produktportfolio sind heute noch gezielter auf die globalen Märkte und die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet. Wo es sinnvoll ist, stellen wir Unternehmensbereiche eigenständig auf oder suchen starke Partner mit denen wir als „Ecosystem-Player“ zusammenarbeiten.

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Geschäftsbericht 2024 als PDF

Stärken stärken und Potenziale entfalten – ZF will sich auch zukünftig weltweit als leistungsstarkes und nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln, mit einem auf profitables Wachstum ausgerichteten Portfolio. Details hierzu sowie Daten und Fakten zum Jahresabschluss 2024 gibt es hier zum Herunterladen im PDF-Format.

Die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2024 auf einen Blick

Umsatz
41,4
Mrd.
Bereinigtes EBIT
1,5
Mrd.
Bereinigte EBIT-Marge
3,6
%
Umsatz
41,4
Mrd.
Bereinigtes EBIT
1,5
Mrd.
Bereinigte EBIT-Marge
3,6
%
Ausgaben für Forschung und Entwicklung
3,6
Mrd.
Investitionen in Sachanlagen
2,3
Mrd.
Ausgaben für Forschung und Entwicklung
3,6
Mrd.
Investitionen in Sachanlagen
2,3
Mrd.
Mitarbeiter
161631
Reduktion von CO2 e-Emissionen Scope 1 & 2
im Vergleich zu 2019
51
%
Mitarbeiter
161631
Reduktion von CO2 e-Emissionen Scope 1 & 2
im Vergleich zu 2019
51
%
Umsatzverteilung nach Regionen

EMEA blieb mit 46,8 % (Vorjahr:44,7 %) die Region. Der Umsatzanteil Nordamerikas fiel leicht von 28,1 % auf 27,0 % wie auch der Anteil der Region Asien-Pazifik, der sich von 24,2 % im Vorjahr auf 22,9 % im Berichtsjahr veränderte. Die Region Südamerika weist einen Umsatzanteil von 3,3 % (Vorjahr: 3,0 %) auf.

Jahre:
2023 - 2024
Berühren Sie die Segmente im Schaubild, um mehr über die Umsatzverteilung zu erfahren.
Umsatz nach Divisionen

So entwickelten sich die Umsatzanteile nach Divisionen:

41.377
(46.627)
Vorjahreswerte in Klammern/Gesamtumsatz in Mio. €
Berühren Sie die Segmente im Schaubild, um mehr über die Verteilung des Umsatzes zu erfahren.

Strengthening our Strengths – Unlocking our Potential

Unser strategischer Ansatz „Stärken stärken – Potenziale entfalten“ ist der Schlüssel, um ZF auch künftig leistungsstark und nachhaltig auf profitables Wachstum auszurichten. In einer sich wandelnden Branche und globalen Wirtschaft wollen wir gestärkt aus der Transformation hervorgehen – und dies weltweit. Dafür setzen wir konsequent auf drei Hebel: Wettbewerbsfähigkeit steigern, Portfolio optimieren und Unternehmensstruktur und -kultur anpassen.

Navigating Challenges – Shaping Opportunities

In einem dynamischen Marktumfeld haben wir 2024 unsere Transformation konsequent vorangetrieben und wesentliche Meilensteine erreicht. Wir haben unsere Unternehmensstrukturen geschärft, unser Produktportfolio optimiert und unsere Organisation gestärkt – mit mehr Eigenständigkeit, neuen Partnerschaften und als Player in einem flexiblen „Ecosystem“. Durch Digitalisierung und Vernetzung schaffen wir ein zukunftsfähiges System – agil und mit Innovationskraft – und gestalten aktiv die Zukunft von ZF.

Strategische Partnerschaften

Partnerschaften und die Ausgründung von Unternehmensbereichen bieten ein enormes Potenzial, um bestehende Wachstumskräfte freizusetzen und gleichzeitig die Flexibilität für zielgerichtete Investitionen zu schaffen.

Neue Marke ZF Lifetec gestartet

Im vergangenen Jahr startete unsere Division Passive Safety Systems vielversprechend in die Eigenständigkeit. ZF Lifetec präsentierte in ihrem ersten Geschäftsjahr eine Vielzahl an Innovationen bei Airbag-, Gurtund Lenkradsystemen. Die neue Marke setzt sich mit der Mission „Wir retten Leben“ zum Ziel, die tägliche Mobilität noch sicherer und nachhaltiger zu machen. Mit einem technologiegetriebenen Ansatz in Kombination mit führenden Innovationen baut die Nummer 2 in der passiven Sicherheitstechnik ihre Wettbewerbsposition weiter aus und hat sich zum Ziel gesetzt, schneller als der Markt zu wachsen. Die gestiegene unternehmerische Flexibilität als eigenständige Marke bietet jetzt die Möglichkeit, noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. 2024 eröffnete ZF Lifetec ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Indien sowie zwei neue Werke in China für die Produktion von Airbags und Sicherheitsgurten.

Bild eine Autos, das mit hilfe von Sensoren das Umfeld analysiert.

Systemlösungen von ZF Lifetec helfen Fahrzeugherstellern, den Insassenschutz signifikant zu verbessern.

Der Markt für passive Sicherheitssysteme ist unabhängiger von den disruptiven Entwicklungen, die aktuell die Automobilindustrie kennzeichnen. Studien zufolge soll das Gesamtmarktvolumen von rund 19 Milliarden Euro im Jahr 2023 voraussichtlich bis 2030 mit einer kumulierten jährlichen Wachstumsrate von rund 4 Prozent wachsen. Haupttreiber des Wachstums sind steigende Sicherheitsvorschriften und die automobilen Megatrends wie automatisiertes Fahren, Elektrifizierung und neue Innenraumkonzepte. Damit bieten sich für ZF Lifetec zusätzliche Geschäftsfelder.

Joint Venture ZF Foxconn Chassis Modules auf Wachstumskurs

Im April 2024 haben wir die Gründung unseres Joint Ventures mit Foxconn (Hon Hai Technology Group) abgeschlossen. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent. ZF Foxconn Chassis Modules (ZFFCN) führt global den Markt an und nutzt sehr erfolgreich die Chancen der E-Mobilität für das Achsgeschäft. Trotz der aktuellen Eintrübung am Automobilmarkt profitiert das neu gegründete Unternehmen von einem attraktiven Wachstum durch einen starken Auftragseingang der Top-Hersteller und den anhaltenden Outsourcing-Trend. Daher rechnet ZFFCN gegen den Trend mit einer Umsatzverdopplung von aktuell 4 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro bis 2029. Im Herbst 2024 nahmen zwei neue Werke in Ungarn den Vorserienbetrieb für Kunden auf, um die globale Präsenz zu stärken und neue Märkte zu erschließen. Weitere neue Werke sind in Planung, darunter in Nordamerika und China.

Bild eines Mitarbeiters, der in einer Fertigungshalle steht.

Mit Prozess-Know-how konzentriert sich ZF Foxconn auf den wachsenden Markt der Achssystemmontage.

Die Zusammenarbeit im Rahmen des Joint Ventures ZF Foxconn Chassis Modules erweitert den globalen Footprint von ZF, insbesondere in Asien. Zudem fördert sie den Zugang zu fortschrittlichen Fertigungstechnologien und ermöglicht die Entwicklung innovativer Fahrwerklösungen für Elektrofahrzeuge. Gleichzeitig stärkt sie unsere Marktposition durch die Erschließung neuer Kundenkreise.

Kein Wettbewerber kann auf jahrzehntelanges Know-how im Achsgeschäft zurückgreifen und gleichzeitig neue Impulse und Skaleneffekte des weltweit größten Elektronik-Auftragsfertigers nutzen. Im vergangenen Jahr feierte ZF Foxconn 30 Jahre Achssystemmontage- und Logistikkompetenz. Seit 1994 wurden insgesamt 40 Millionen Achssätze weltweit produziert.

Unabhängiges Softwareunternehmen Qorix gegründet

Zur Weiterentwicklung und Vermarktung von branchenweit einzigartigen Middleware-Stacks haben wir unsere seit 2021 bestehende Entwicklungskooperation mit KPIT Technologies in das unabhängige Software-Unternehmen Qorix überführt. KPIT und ZF sind zu gleichen Teilen an dem neu gegründeten Unternehmen beteiligt. Offene und skalierbare Middleware-Plattformen von Qorix bieten Fahrzeugherstellern die Möglichkeit, die ständig wachsende Software-Komplexität leichter zu beherrschen und gleichzeitig die vollständi?ge Kontrolle über die Software-Architektur zu behalten.

Kooperationsprojekt zu KI-Algorithmen mit Infineon

Strategische Partnerschaften bieten uns einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Gestaltung der Mobilität von morgen. Das zeigt auch unsere Kooperation mit der Infineon Technologies AG im Rahmen des Projekts „EEmotion“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wurde. Wir haben unsere bestehenden Softwarelösungen cubiX und Eco Control 4 ACC um KI-Algorithmen erweitert und auf den Mikrocontroller (MCU) Aurix TC4x mit integrierter Parallel Processing Unit (PPU) von Infineon implementiert. Das Ergebnis: Die auf Künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmen sind effizienter. Sie optimieren Software und Steuergeräte für Fahrdynamiksysteme.

Ressourcen gezielt einsetzen

Wir setzen unsere Ressourcen gezielt in den Unternehmensbereichen ein, in denen wir besonders stark und erfolgreich positioniert sind. Unser Schlüssel zum Erfolg sind dabei wegweisende Technologien, Innovationen und Technologietransfer. So generieren wir zusätzliches profitables Wachstum.

Position als Taktgeber der Nutzfahrzeugindustrie weiter stärken

Mit dem breitesten Produkt- und Lösungsangebot am Markt sind wir der global erfolgreichste Anbieter für Nutzfahrzeugtechnologien. Diese internationale Führungsposition unserer Division Commercial Vehicle Solutions haben wir durch gezielte Investitionen weiter ausgebaut. Unser Schlüssel zum Erfolg sind wegweisende Technologien und Innovationen sowie unsere Strategie des Technologietransfers. Wir entwickeln Technologien und Plattformen einmal und setzen sie über verschiedene Produktsegmente hinweg ein. Dadurch können wir Innovationen schneller industrialisieren als der Wettbewerb und unsere Kunden profitieren von einem Technologievorsprung.

Bild einer futuristischen Nutzfahrzeugflotte.

Wir entwickeln Antriebstechnologien für die Nutzfahrzeugindustrie von morgen.

So konnten wir im Geschäftsjahr 2024 mit unseren Lösungen aus den Bereichen Fahrwerktechnik, Sicherheit und Dekarbonisierung zahlreiche neue Kundenaufträge generieren. Im Bereich der elektrifizierten Antriebstechnologien für Nutzfahrzeuge steigen wir zur Nummer 1 in Europa auf. Der neue E-Mobility-Antriebsbaukasten bietet Herstellern die Möglichkeit, ein Antriebssystem zu konfigurieren, das auf ihre individuellen Anforderungen zugeschnitten ist – vom mittelschweren Nutzfahrzeug bis zum 44-Tonnen-Lkw. Das modulare Angebot besteht aus E-Motoren, passenden Invertern, einem 3-Gang-Getriebe und den dazugehörigen elektrischen Komponenten. Damit eignet sich der Baukasten für die rasche Dekarbonisierung in der Nutzfahrzeugindustrie. Neu vorgestellt wurde auch das Getriebesystem TraXon 2 Hybrid für schwere Nutzfahrzeuge. Auch unser innovatives System „TrailTrax“ zur Elektrifizierung von Sattelaufliegern verzeichnet wachsendes Kundeninteresse. Gleiches gilt für die speziell für Nutzfahrzeuge entwickelte Variante der Fahrwerksoftware cubiX und den neuen autonomen Notbremsassistenten OnGuardMAX, der einen höheren Standard in der aktiven Sicherheit von Nutzfahrzeugen setzt.

Industrietechnik wächst mit dem Wind, auf der Schiene und auf See

Unsere Division Industrial Technology gehört zu den Top 3 der Global Player. In der weltweiten Windkraftindustrie sind wir mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent einer der Hauptlieferanten von Getrieben. Damit tragen wir unmittelbar zur Umstellung des Energiesektors auf erneuerbare Stromerzeugung bei. Im Wachstumsmarkt Indien befinden wir uns auf dem Weg zum führenden Anbieter. Rund 50 Prozent der dort installierten Windkraftanlagen arbeiten bereits mit ZF-Produkten. Im vergangenen Jahr haben wir einen Meilenstein von 50 Gigawatt erreicht. In den nächsten fünf Jahren erwarten wir eine Verdopplung. Indien verfügt derzeit mit rund 47 Gigawatt über die viertgrößte installierte Windkraftkapazität der Welt. Bis 2030 soll sie auf 140 Gigawatt wachsen. Dazu ist ein jährlicher Kapazitätszuwachs von 10 Gigawatt erforderlich.

Getriebe legten vor 100 Jahren den Grundstein für unseren Konzern und unser einzigartiges strategisches Erfolgsrezept des Technologietransfers. 1924 passte ZF das für Pkw entwickelte „Soden-Getriebe TS18.5“ für den Einsatz in Schienenfahrzeugen an. Auch heute können wir bei unseren Bahnkunden mit der Übertragung innovativer Antriebstechniken aus anderen Anwendungsbereichen punkten. Das macht uns weltweit zum bevorzugten Technologiepartner, um Mobilität auf der Schiene effizienter, sicherer und nachhaltiger zu machen. So kann beispielsweise unser neues Bahngetriebe EcoWorld 2 den Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Das neue digitale Condition-Monitoring-System „connect@rail“ erkennt Schäden am Antriebsstrang und der Gleisinfrastruktur frühzeitig und ermöglicht so eine effiziente Wartung.

Bild eines futuristischen Zugs.

Seit 100 Jahren ist ZF ein zuverlässiger Partner und Innovationslieferant für die Mobilität auf der Schiene.

Effizienz und Nachhaltigkeit stehen auch im Fokus unserer Innovationen für den Einsatz auf See. Mit dem neuen Hybridgetriebe ZF 3000 NRD PTI weiten wir unsere Expertise für maritime Antriebe auf ein weiteres Anwendungsfeld aus. Wir bieten eine platz- und gewichtssparende Lösung, um hybriden Vortrieb in Waterjet-Schiffen zu realisieren. Das ermöglicht geräusch- und schadstoffarmes Fahren beispielsweise in Häfen und Buchten. Erste Kundenprojekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt. So verrichten Patrouillenboote und Feuerlöschschiffe im asiatischen Raum seit letztem Jahr zuverlässig ihren Dienst mit unserem neuen Hybridgetriebe.

Powerhouse der Fahrwerktechnik

Egal, wie die Mobilität der Zukunft aussieht: Das Fahrwerk bleibt die Basis jedes Fahrzeugs und bildet die Grundlage für Fahrdynamik, Komfort und Sicherheit. Als führender Zulieferer im Chassis-Bereich sorgen unsere Lenk-, Brems-, Dämpfungs- und Stabilisierungssysteme sowie unsere übergeordnete Steuerungssoftware schon heute für Komfort und Fahrsicherheit in Millionen von Fahrzeugen weltweit.

Doch die Transformation zur Elektromobilität, zum automatisierten Fahren und zum Software-definierten Fahrzeug wirkt sich auch auf die Fahrwerke von Pkw aus. Die Bedeutung von Radführung, Dämpfung, Lenkung und Bremsen wird noch größer, da grundlegende Veränderungen unter anderem in der elektrischen und elektronischen Architektur neuer und zukünftiger Fahrzeugplattformen stattfinden. Im Software-definierten Fahrzeug wird die Fahrdynamik zunehmend mit der übergeordneten Koordination und Interaktion der Aktuatoren miteinander positiv beeinflusst und nicht nur durch die Optimierung einzelner Aktuatoren. Was man also braucht, ist umfassendes System-Know-how. Genau das haben wir mit unserer neuen Division Chassis Solutions maximiert und perfektioniert.

Die Division entstand zum Januar 2024 durch die Zusammenlegung der ZF-Divisionen Car Chassis Technology und Active Safety Systems. Seitdem ist die neue Division weltweit führend im Chassis-Bereich und bietet ein branchenweit einzigartiges Portfolio, das Lösungen in Hard- und Software für alle Dimensionen der Fahrdynamik (Längs-, Quer- und Vertikaldynamik) umfasst. Schon innerhalb des ersten Jahres bringt diese Strategie deutliche Erfolge: So ging die neuartige aktive Dämpfungstechnologie sMOTION, welche die Komfort- und Dynamikeigenschaften von Fahrzeugen signifikant steigert, erstmals in Premium-Modellen eines renommierten deutschen Sportwagenherstellers in Serie.

Als Technologieführer hat ZF zudem branchenweit das größte Portfolio an By-Wire-Technologien, die ohne direkte mechanische Verbindung oder Systemflüssigkeiten auskommen. Das Interesse der Kunden ist groß. Unser innovatives Steer-by-Wire-System befindet sich bereits in einem Fahrzeug eines nordamerikanischen Herstellers und geht 2025 im neuen Premiummodell ET9 des chinesischen Kunden NIO in Serie. Der ET9 ist das erste Modell mit Steer-by-Wire, das in China die Freigabe zur Massenproduktion erhalten hat.

5
Millionen
Brake-by-Wire-Systeme für einen globalen Fahrzeughersteller

Vor Kurzem konnte der Konzern zudem den Gewinn eines bedeutenden Großauftrags verkünden, der – neben zahlreichen weiteren Chassis-Produkten – auch ein Brake-by-Wire-System umfasst. Fast fünf Millionen Fahrzeuge eines weltweit führenden Fahrzeugherstellers werden mit dieser innovativen elektromechanischen Bremstechnologie von ZF ausgestattet.

Aufbau der Führungsposition im Aftermarket-Geschäft

Ebenfalls auf Wachstumskurs ist unsere Division Aftermarket – die Nummer 2 im weltweiten Ersatzteil- und Servicegeschäft. Mit einer Reihe von Produktneuheiten und innovativen Lösungen setzen wir neue Maßstäbe im Hinblick auf die Wertschöpfung für unsere Kunden und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Damit bauen wir unsere Führungsposition weiter aus.

Foto eines Auto-Cockpits mit einem Tablet, das eine digitale Service-Anwendung zeigt.

ZF Aftermarket ist Nummer zwei im weltweiten Ersatzteil- und Servicegeschäft.

Wir geben unseren Kunden ein Uptime-Versprechen: Mit proaktiven Wartungslösungen, erweiterten Diagnosefunktionen und kontinuierlichem Support wollen wir die Ausfallzeiten für unsere Kunden minimieren und die Produktivität bei jedem Schritt steigern. Mit ZF [pro]Diagnostics bieten wir beispielsweise eine neue, ganzheitliche Diagnoselösung für Pkw und Nutzfahrzeuge aller Kraftstoffarten in Europa. Werkstätten, Reifenservicebetriebe und Flotten können Probleme schnell und präzise feststellen. Das spart wertvolle Zeit und Ressourcen. Darüber hinaus bringen wir die ADAS-Technologie auf OE-Niveau in den freien Ersatzteilmarkt und die passende Kalibrierungsausrüstung, um die fortschrittlichen Systeme zu handhaben.

Mit der Einführung unseres neuen ZF REMAN-Labels erhöhen wir die Sichtbarkeit von wiederaufgearbeiteten Produkten. Es spiegelt die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit für Kunden im automobilen Aftermarket wider. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden mit CorExpedia einen noch einfacheren Prozess für die Rückführungslogistik von Altteilen. Dabei handelt es ich um eine Online-Plattform, die ursprünglich für die Rückgabe von Teilen der Produktmarke WABCO in Europa entwickelt wurde. Jetzt rollen wir CorExpedia sukzessive für das gesamte Portfolio von ZF Aftermarket aus – ein bedeutender Schritt für eine funktionierende, nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Design for Sustainability

ZF setzt bereits in der Produktentwicklung auf Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Die neue Direktive „Design for Sustainability“ definiert die Anforderungen an Komponenten, um eine Wiederaufbereitung zu ermöglichen. Ziel ist, möglichst vielen Produkten ein „zweites Leben“ zu geben. So nutzen wir beispielsweise korrosionsbeständigere Werkstoffe und neue Verbindungstechniken, die eine beschädigungsfreie Demontage ermöglichen. Dadurch können wir auch Fahrzeugteile in den Materialkreislauf zurückführen, die sich bislang noch nicht wirtschaftlich aufbereiten lassen. Ein Beispiel für eine neue Produktgeneration, die nach den Leitlinien des „Design for Sustainability“ konzipiert wurde, ist die dritte Generation des Anhänger-Antiblockiersystems iABS von WABCO. Es hat unter anderem einen besseren Zugang zur Leiterplatte, die zudem jetzt auch „reflashbar“ ist.

Zukunft gestalten

Wir wollen die Zukunft der Technologie für Mobilität und Industrie aktiv mitgestalten. Unser Ziel ist es, die Impulse für den Erfolg von morgen zu geben und Potenziale von heute nachhaltig in Wettbewerbsvorteile von morgen umzuwandeln.

Die Zukunft der Produktion: CO2-neutral, effizient und digital

Unser ambitioniertes Ziel ist, bis 2040 über alle Emissionskategorien hinweg klimaneutral zu werden. Auf dem Weg dorthin arbeiten wir konsequent daran, die CO2-Emissionen in unseren Produktionswerken zu reduzieren und, wo möglich, sogar ganz zu vermeiden. So konnten wir die CO2e-Emissionen im Vergleich zu 2019 bereits um 51 Prozent reduzieren und fokussieren bei Scope 3 auf die Dekarbonisierung unserer Lieferkette und Produkte. Bis Ende 2025 sollen alle Werke zu 100 Prozent mit Grünstrom versorgt werden. Darüber hinaus setzen wir auf den Ausbau erneuerbarer Energien zur eigenen Stromerzeugung und eine nachhaltigere Wärmeversorgung. Mit Solaranlagen können sie einen Teil ihres jährlichen Strombedarfs abdecken. Klimaneutrale Wärmepumpen ersetzen die bisherigen Heizungsanlagen mit fossilen Energieträgern. Eine Blaupause für alle bestehenden und neuen Werke ist unsere Fabrik im tschechischen Klášterec. Sie ging im vergangenen Jahr mit einem umfassend dekarbonisierten Energiesystem in Betrieb.

Auch die digitale Transformation in der Produktion schreitet voran. Mehr als 60 Werke mit mehr als 7.000 Maschinen sind bereits an die „Digital Manufacturing Platform“ (DMP) mit zentraler Cloud-Lösung angeschlossen. Die werksübergreifende Integration und die einfache Skalierbarkeit der DMP machen uns unabhängig von lokaler Infrastruktur. Das Ergebnis sind sinkende Produktionskosten, optimierte Lagerbestände, eine gesteigerte Produktionsleistung und -qualität sowie eine effizientere Personalplanung. Durch optimierte Produktionsprozesse wird Ausschuss vermieden und verbesserte Maschinenlaufzeiten senken den Energieverbrauch. Bis zum Jahr 2026 sollen alle Werke an die DMP angebunden sein.

Bild einer futuristischen Fertigung.

Bis zum Jahr 2026 sollen alle Werke an die DMP angebunden sein.

Ausbau der Batterieprüfstände in Passau

In Deutschland haben wir mit der Erweiterung des Portfolios von ZF Test Systems um Prüfstände für Batterien ein neues, zusätzliches Wachstumsfeld erschlossen. Hier können Fahrzeughersteller und Dienstleister ihre Batterien für Elektrofahrzeuge testen und zertifizieren – von der Zelle über das Modul bis hin zum Pack. Aufgrund der großen Nachfrage werden wir diese Prüfstände in Passau jetzt weiter ausbauen.

Insgesamt entwickelt sich der Geschäftsbereich Prüfsysteme sehr gut und wird mit dem künftigen internationalen Hochlauf der Elektromobilität weiteres Wachstumspotenzial entfalten. Von dieser internen Prüfkompetenz profitieren auch die ZF-Produktbereiche durch hohe Qualitätsabsicherung, zum Beispiel für vibrations- und geräuscharme E-Achsen.

"Local for local" in Wachstumsregionen

In Wachstumsregionen wie Asien-Pazifik, Indien und Nordamerika bauen wir unsere Aktivitäten „local for local“ aus. Ziel ist, von der dortigen Dynamik zu profitieren, nachhaltig zu wachsen und neue Kunden zu gewinnen.

So haben wir in China, dem derzeit größten Elektrofahrzeugmarkt der Welt, im vergangenen Jahr unser drittes Produktionswerk für elektrische Antriebstechnologien eröffnet. China hat sich über Jahrzehnte zu einem bedeutenden Produktions- und Entwicklungsstandort von ZF für den asiatisch-pazifischen Raum entwickelt. Für unsere fortschrittlichen ADAS-Systeme haben wir als erster ausländischer Automobilzulieferer eine Level-4-Testlizenz für hochautomatisiertes Fahren in Shanghai erhalten.

Bild eines Level-4-Autos, das auf der öffentlichen Straße fährt.

ZF setzt Maßstäbe in China: Level-4-Testlizenz für hochautomatisiertes Fahren in Shanghai.

In Nordamerika stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit durch die Lokalisierung von Hybridgetrieben in unserem US-amerikanischen Werk Gray Court und ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Monterey, Mexiko. Das Werk in Gray Court, South Carolina, wird für die flexible Produktion von konventionellen und elektrischen Antrieben für Pkw und Nutzfahrzeuge umgerüstet. 2025 beginnt die Produktion des 8-Gang-Automatgetriebes, das auch für Plug-in-Hybridfahrzeuge geeignet ist. Die Fertigung des hybridfähigen PowerLine-Getriebes für mittelschwere Lkw, Busse und Pick-ups ist bereits angelaufen. Unsere Hochlaufplanungen sehen bereits für 2025 bis zu 200.000 PowerLine-Einheiten vor. Davon profitieren auch deutsche Werke. So kommen die Mechatronik-Module aus Saarbrücken und die elektrischen Steuerungen aus Auerbach. Mit den erweiterten Produktionskapazitäten können wir zukünftig noch flexibler auf die Wünsche der nordamerikanischen Kunden und der steigenden Nachfrage nach Hybridantrieben eingehen.

Gruppenbild mit Mitarbeitern.

ZF Werk Gray Court: flexible Produktion von konventionellen und elektrischen Antriebe.

Der neue ZF Campus in Monterey verstärkt die Konzernforschung und -entwicklung von fortschrittlichen Technologien für elektrische und autonome Fahrzeuge. Das Spektrum reicht von Software über Cybersicherheit und Algorithmen bis hin zu E-Motoren. Zudem verfügt der Campus über 16 hochmoderne Labore, die reale Bedingungen simulieren können.

Luftaufnahme des ZF-Firmengebäudes in Monterey.

Neuer ZF Campus Monterey: Forschung und Entwicklung neuer Technologien für elektrische und autonome Fahrzeuge.

Indien ist einer der größten Wachstumsmärkte der Welt. Neben erneuerbaren Energien wächst auch der Markt der Elektromobilität rasant. Bis 2030 soll der Anteil der elektrischen Fahrzeuge bei Pkw auf 30 Prozent und bei Lkw und Bussen sogar auf 70 Prozent steigen. Die ZF-Divisionen Commercial Vehicle Solutions und Industrial Technology nutzen diese Wachstumschancen und bauen ihre Produktion vor Ort weiter aus.

Foto des Firmengebäudes.

Die Hauptverwaltung von ZF India in Pune.

Als Taktgeber der Nutzfahrzeugtechnologie und Ermöglicher einer schnellen Dekarbonisierung des Lieferverkehrs eröffnete ZF im vergangenen Jahr ein neues Werk in Oragadam (Provinz Tamil Nadu), wo die Produktion von Bremsen und Fahrwerkkomponenten startete. In einer zweiten Phase wird das Werk um die Fertigung von elektrischen Komponenten wie Luftkompressoren für leichte und mittelschwere Nutzfahrzeuge erweitert.

Die Division Industrial Technology investierte in eine neue Produktionsanlage in Coimbatore zur Lokalisierung der ERGOPOWER M Getriebeserie. Das neue Werk in Indien wird zusammen mit dem Hauptstandort in Friedrichshafen die erforderlichen Produktionskapazitäten für das künftige Marktwachstum auf dem indischen und globalen Baumaschinenmarkt schaffen.

Insgesamt verfügt ZF heute über annähernd 30 Produktions- und Entwicklungsstandorte auf dem indischen Subkontinent. Die lokale Produktion ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der langfristigen Wachstumsstrategie. Sie ermöglicht es, die Nachfrage und Erwartungen der Kunden flexibler zu erfüllen und ihnen einen einfachen Zugang zu unseren weltweit führenden Technologien mit lokaler Fertigungskompetenz zu bieten. Zudem hilft sie, Einfuhrzölle und Transportkosten zu vermeiden

„Wir bekennen uns klar zum Standort Deutschland"

Wie bleibt Deutschland für ZF als Produktions- und Innovationsstandort wettbewerbsfähig? Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin, spricht im Interview über die Zukunft der deutschen ZF-Werke, nachhaltige Investitionen und die Bedeutung smarter Fertigungs- und Entwicklungsprozesse. Ihr Ziel: starke Standortverbünde schaffen, die langfristigen Erfolg und Arbeitsplätze sichern.