Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der ZF Friedrichshafen AG Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der ZF Friedrichshafen AG

"Wir bekennen uns klar zum Standort Deutschland“

Wie bleibt Deutschland für ZF als Produktions- und Innovationsstandort wettbewerbsfähig? Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin, spricht im Interview über die Zukunft der deutschen ZF-Werke, nachhaltige Investitionen und die Bedeutung smarter Fertigungs- und Entwicklungsprozesse.

Datum: 2025-03-20

Wie wichtig wird der Standort Deutschland nach der Konsolidierung für ZF sein?

Deutschland wird im globalen ZF-Konzern auch in Zukunft eine führende Position haben mit dem Sitz unseres Headquarters und wesentlichen Entwicklungs- und Produktionsstandorten. Bei der Konsolidierung geht es darum, die deutschen Werke langfristig wettbewerbsfähig zu machen, damit sie neue Projekte gewinnen und die Beschäftigung sichern. Aktuell haben wir eine kleinteilige Standortlandschaft, die Ineffizienzen mit sich bringt. Daher wollen wir schlanke und starke Standortverbünde schaffen, die ein nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften ermöglichen.

Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von ZF

Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von ZF

Das heißt: Wir bekennen uns klar zum Standort Deutschland und wollen auch weiterhin bis zu 30 Prozent hier investieren. Wettbewerbsfähig zu sein, heißt nicht zwangsläufig, die geringsten Lohnkosten zu haben, sondern die smartesten Fertigungskonzepte, die besten Entwicklungsprozesse und die höchste Qualität. So konnte zum Beispiel der Standort Friedrichshafen eine zweite Fertigungslinie für das Getriebesystems TraXon gewinnen. Und in Saarbrücken investieren wir einen dreistelligen Millionenbetrag in eine hochmoderne, flexible Produktionslinie für zwei weitere elektrische Pkw-Achsantriebe.

Bei der Restrukturierung soll die demografische Struktur der Belegschaft gezielt genutzt werden. Wie stellen Sie sicher, dass dem Konzern Know-how erhalten bleibt?

Unsere unternehmerische Verantwortung ist, ZF zukunftsfähig auszurichten. Dazu gehört auch sicherzustellen, dass die Kompetenzen der Kollegen, die ZF verlassen, erhalten bleiben und intern weiterentwickelt werden. Im vergangenen Jahr konnten wir rund 1.750 interne Besetzungen und Beförderungen realisieren und dadurch gezielt das Potenzial und die Kompetenzen unserer Mitarbeiter weiterentwickeln. Wir investieren kontinuierlich in die Weiterbildung unserer Beschäftigen und haben umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen gestartet. Gerade in diesen Zeiten der Transformation ist die Aus- und Weiterbildung ein wesentlicher Faktor für die Innovationsfähigkeit und damit den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens. So haben wir beispielsweise auf einer digitalen Lernplattform im vergangenen Jahr über 36.000 Mitarbeiter in den Bereichen E-Mobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit geschult. Dabei entspricht es unserer ZF-Kultur, Lösungen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung zu finden.

"Gerade in diesen Zeiten der Transformation ist die Aus- und Weiterbildung ein wesentlicher Faktor für die Innovationsfähigkeit und damit den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens."
Dr. Lea Corzilius, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von ZF

Was zeichnet die ZF-Kultur in Zeiten der Transformation aus?

Im Fokus steht das Wir. Unser Transformationsprogramm und Wertesystem ZF Way legt mit seinen fünf Prinzipien fest, wie Zusammenarbeit und Führung im Konzern gestaltet werden. Sie sind fest im Unternehmen verankert und geben den Rahmen vor, in dem wir unsere Strategie erfolgreich umsetzen. Die Prinzipien sind Leidenschaft, vorausschauendes Handeln, Vielfalt, Befähigung und Verantwortung. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter offen und respektvoll zu sein, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen. Wir finden, dass Vielfalt inspiriert und sind überzeugt, dass sie den Nährboden für Kreativität, Innovation und dauerhaften Erfolg schafft.

Überall auf der Welt fördern wir ein Arbeitsumfeld voller Wertschätzung und Chancengleichheit. Ebenso wichtig ist – gerade in Zeiten der Transformation – das Feedback unserer Mitarbeiter. Unsere zweite globale Befragung „Hallo ZF Team!“ wurde von knapp 70 Prozent der Mitarbeiter genutzt, um Meinungen, Ideen und Bedenken zu äußern – einfach und vertraulich.

Die zweite globale Umfrage „Hallo ZF Team!“ wurde von knapp
70
%
der Mitarbeiter genutzt, um Meinungen, Ideen und Bedenken zu äußern.

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