Die Zukunft fährt mit Software

Wie das softwaredefinierte Auto die Fahrzeugwelt verändert.

Was ist ein Software-defined Vehicle (SDV)?

Die Automobilindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Fahrzeuge entwickeln sich von hardwarezentrierten Maschinen zu softwaregesteuerten, intelligenten Systemen. Damit beginnt eine neue Ära, in der Software nicht nur Funktionen ergänzt, sondern die zentrale Rolle in der Fahrzeugarchitektur übernimmt.
Ein SDV zeichnet sich dadurch aus, dass seine Funktionen weitgehend durch Software definiert und aktualisierbar sind. Die Trennung von Hardware und Software ermöglicht eine flexible Weiterentwicklung dieser Funktionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Over-the-Air-Updates, modulare Softwareplattformen und eine serviceorientierte Architektur sind dabei zentrale Elemente. Darüber hinaus verändert sich damit, wie Fahrzeuge entwickelt und betrieben werden. Software wird zum Innovationstreiber, der auch neue Geschäftsmodelle ermöglicht, die Kundenbindung stärkt und die Integration in digitale Ökosysteme vorantreibt.

Codezeilen
150
Millionen
Zeilen Software-Code enthält ein Oberklassefahrzeug heute, über zehn mal mehr als noch vor zehn Jahren.

Intelligente Lösungen für das Fahrzeug der Zukunft

ZF treibt die Entwicklung des Software-defined Vehicle (SDV) mit einem umfassenden Portfolio voran.

ZF ProAI
Middleware
Intelligente Kameras
By-Wire
Open Source
cubiX
Intelligentes Fahrwerk
Antriebsstrang
ZF ProAI

ZF ProAI

Die ProAI-Familie von ZF ist ein Zentralrechner, der für alle Fahrzeugplattformen, Softwareanwendungen und E/E-Architekturen geeignet ist – von kostengünstigen Einstiegsmodellen für reine Frontkamerasysteme oder reine Parkassistenzsysteme über leistungsstarke Komfortkonfigurationen für ADAS- und Fahrwerkslösungen der Stufen 2+ und 3 im Premiumsegment bis hin zu All-in-One-Supercomputern, die komplett autonome Anwendungen steuern.

ProAI Supercomputer
Middleware

Middleware

Die Middleware ermöglicht als eine Art Vermittlerin die effiziente Kommunikation zwischen Softwarefunktionen und Hardwarekomponenten. Sie ist unabhängig und kompatibel und macht Fahrzeugplattformen so zukunftssicher.

ZF Middleware
Intelligente Kameras

Intelligente Kameras

ZF ist weltweit führend bei smarten Kameras für ADAS-Funktionen. Die neuste Generation der Frontkamera – die Smart Camera 6 – verfügt über ein 120-Grad-Sichtfeld mit einer mehr als viermal höheren Bildauflösung (8 Megapixel) als die Vorgängergeneration und einer höheren Rechenleistung. Dank der Möglichkeit von Over-the-Air-Updates verbessert die Smart Camera 6 die Leistung und ermöglicht neue Funktionen für zukünftige System-Upgrades.

Smart Camera 4.8
Open Source

Open Source

Für die Wertschöpfung im Automobil ist Software äußerst wichtig. Funktionen, die „over the air“ aktualisiert werden, gehören mittlerweile ebenso zum Automobilmarkt wie mechanische Komponenten. Deshalb spielt auch Open-Source-Software eine zunehmend wichtige Rolle. Im partnerschaftlichen Zusammenspiel der Automobilindustrie bringt sie große Vorteile.

cubiX

cubiX

Die Steuerungssoftware cubiX vernetzt und koordiniert die aktiven und semiaktiven Aktuatoren mit einem Regelalgorithmus. Das skalierbare System ist modular ausgelegt und lässt sich so individuell an die Anforderungen jedes Automobilherstellers anpassen. Durch die optimale Vernetzung der einzelnen Aktuatoren ergeben sich neue Funktionen, die neben dem Komfort auch zusätzlich die Dynamik und die Sicherheit des Fahrzeugs erhöhen.

Intelligentes Fahrwerk

Intelligente Fahrwerkkomponenten

ZF bietet ein umfassendes Portfolio an intelligenten Chassis-Komponenten für moderne Fahrzeugarchitekturen: von Achsen, Lenkungen und Bremsen bis zu innovativen Dämpfungssystemen und smarter Fahrwerksensorik.

Darstellung eines Fahrwerksquerlenkers mit zugehörigen Einzelteilen, darunter Lager, Kugelgelenk und Befestigungskomponenten. Das Bild zeigt die Komponenten in Explosionsansicht.
Antriebsstrang

Antrieb

Softwaredefinierte Fahrzeuge sind die Zukunft der Elektromobilität – sicher, effizient, vernetzt und bereit für morgen. Im Kern verwandelt intelligente Software den Antriebsstrang in ein intelligentes, adaptives System. Es ist das Gehirn hinter Elektromotoren von ZF, das präzise Drehmoment, Geschwindigkeit, Energiefluss und thermische Bedingungen steuert. Es garantiert Sicherheit und Cybersicherheit und ermöglicht gleichzeitig nahtlose Konnektivität durch fortschrittliche Schnittstellen und terrestrische Updates. Mit einem agnostischen Rahmen integriert es hybride und vollelektrische Plattformen für ultimative Flexibilität.

Explosionsdarstellung eines elektrischen Achsantriebs mit sichtbaren Komponenten wie Elektromotor, Leistungselektronik, Getriebe und Gehäuseteilen

Intelligente Steuerungssysteme und Fahrdynamikfunktionen

ZF gestaltet den Wandel hin zum Software-defined Vehicle aktiv und strategisch, indem das Unternehmen eine standardisierte, modulare Softwarearchitektur für das Chassis entwickelt und intelligente Steuerungssysteme wie cubiX integriert, die bereits in Serienproduktion sind und eine harmonische Abstimmung von Fahrdynamikfunktionen ermöglichen. Mit datenbasierten Services und innovativen Technologien wie Steer-by-Wire und Brake-by-Wire treibt ZF die Digitalisierung und Vernetzung moderner Fahrzeuge voran. Neue Hardware-Plattformen wie ProConnect stellen sicher, dass Diagnosen und Updates reibungslos und over-the-air funktionieren, was eine zukunftsfähige und effiziente Fahrzeugentwicklung ermöglicht.

„Mit unserem Chassis 2.0-Ansatz treffen wir aktuelle Marktanforderungen passgenau. Wir werden in allen wichtigen Marktsegmenten unseres Chassis 2.0-Portfolios künftig markt- und technologieführende Positionen einnehmen.“
Dr. Peter Holdmann, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich für Pkw-Fahrwerktechnik

Wie das Fahrwerk Software-definierte Fahrzeuge ermöglicht

Herzstück zukünftiger E/E-Architekturen im Fahrzeug sind leistungsfähige Domänen- oder Zonen-Steuergeräte, auf denen die zentrale Software läuft. So wie das Gehirn mit allen Organen des Körpers verbunden ist, interagieren die Zentralrechner des Autos mit allen Sensoren und Aktuatoren, um die Funktionen für automatisiertes Fahren, Elektromobilität, Vehicle Motion Control und integrierte Sicherheit zu ermöglichen. In diese "mobile Fahrwerksplattform", bestehend aus Hochleistungssteuergeräten, Continuous Damping Control, Bremssystemen, Lenksystemen und elektrischem Antrieb, können dann verschiedene Fahrzeugtypen integriert werden.

cubiX entfesselt das Potenzial im Fahrwerk

Eine Steuerungsplattform für alles, was das Fahrwerk kann – das ist cubiX®. Das Software-Produkt von ZF ist bereits in ersten Serienfahrzeugen aktiv. Einige Funktionen zeigen das Potenzial der Lösung – die auch Autohersteller weiter ausschöpfen können.

Chassis 2.0 – ZF-Lösung für das softwaredefinierte Fahrzeug

Die drei Megatrends Elektrifizierung, softwaredefiniertes Fahrzeug und autonomes Fahren bringen Chancen und Herausforderungen: Das Fahrwerk muss in der Lage sein, sich innerhalb seiner Architektur und mit seiner Umgebung zu vernetzen. Die Antwort von ZF ist das Chassis 2.0.

Perfektion im Verborgenen

Miriam Beck hat in 16 Jahren bei ZF einen Paradigmenwechsel erlebt. Sie macht ihren Job besonders gut, wenn der Endkunde nicht bemerkt, dass es sie gibt: Miriam Beck arbeitet am Fahrwerk der Zukunft. Das Wichtigste dafür sind Funktionen – und Kollegen aus anderen Teams. Das Ergebnis: cubiX.

Schmale Straßen, dichter Verkehr und intelligente Lösungen

Er kennt die Eigenheiten der Mobilität in Indien: Dhananjay Gaikwad reist viel vom ZF-Standort in Pune zu den Entwicklungszentren der Automobilhersteller im gut 150 Kilometer entfernten Mumbai.

Wie funktioniert das SDV?

Die Grundlage für das SDV bilden leistungsstarke zentrale Rechner, sogenannte High Performance Computer wie die ZF ProAI, und neue, vernetzte Elektronikarchitekturen. Diese ermöglichen es, komplexe Softwarelösungen zu entwickeln, die mehrere Systeme gleichzeitig steuern und koordinieren. Die Hardware wie Bremse, Lenkung oder Dämpfung wird dabei digital angesteuert, etwa über moderne Steer-by-Wire-Systeme von ZF.

Supercomputer: So geht die Rechnung auf

Fürs autonome Fahren benötigen Fahrzeuge künstliche Intelligenz und immense Rechenpower. Mit ZF ProAI RoboThink liefert ZF den leistungsstärksten KI-Zentralrechner im Automotive-Umfeld.

X-by-Wire: Wenn nur noch die Elektronik steuert

ZF hat branchenweit das größte Portfolio an By-Wire-Technologien. Welche Vorzüge bringt es, wenn die Elektronik das Kommando über Bremse, Lenkung und andere Systeme im Auto hat – ohne mechanische Verbindung zum Fahrer?

Vermittlerin in der Automobil-Software

Die Middleware verbindet das Betriebssystem moderner Fahrzeugrechner mit den darauf laufenden Anwendungen und das unabhängig von der Hardware. Sie ermöglicht schnellere Software-Updates, erleichtert die Integration neuer Funktionen und reduziert die Komplexität in der Fahrzeugentwicklung. So bleibt das Fahrzeug über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg aktuell und anpassbar.

Middleware für softwaredefinierte Fahrzeuge

Qorix ist ein Joint Venture von ZF, KPIT Technologies und Qualcomm Ventures. Das Unternehmen entwickelt skalierbare Middleware-Lösungen für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV). Die Qorix-Technologie unterstützt Automobilhersteller und Zulieferer dabei, komplexe Softwarearchitekturen effizient zu integrieren und sicher zu betreiben.

Kompetenzzentrum für Open Source

Open-Source-Software spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie fördert Kooperation und beschleunigt Innovation in der Automobilindustrie.

Das Open Source Program Office (OSPO) sorgt konzernweit für den professionellen Umgang mit Open Source. Es definiert klare Richtlinien, gewährleistet Compliance und unterstützt Entwicklerteams bei der sicheren Integration von Open-Source-Komponenten. So schafft OSPO die Basis für effiziente Softwareentwicklung und stärkt ZF als Technologiepartner im softwaredefinierten Fahrzeug.

Mit Open-Source-Software zum Auto der Zukunft

Open-Source-Software bietet deutliche Vorzüge im partnerschaftlichen Zusammenspiel der Automobilindustrie. Den konzernweit optimalen Einsatz und professionellen Umgang damit gewährleistet das Open Source Program Office (OSPO).

Mit Open Source schneller zum softwaredefinierten Fahrzeug

Automotive-Software schneller entwickeln ist ein wichtiges Ziel in der Autoindustrie. Dabei spielt Open Source eine zentrale Rolle.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“

ZF hat sich mit dem „ZF Free and Open Source Software Manifesto“ zum verstärkten Einsatz von Open-Source-Software bekannt. Sarah Moser schaut auf die Wirkung dieses Meilensteins und gibt einen Ausblick.

Software macht den Unterschied

Software-Entwickler bei einem der weltweit größten Automobilzulieferer zu sein, ist vielfältig, spannend und immer am Puls der Zeit. Das berichtet zum Beispiel Manuela Sodinca, Cross Divisional Test Managerin bei ZF.