Biografie
Simon Ramo und Dean Everett Wooldridge
Zwar nennen Quellen das Jahr 1901 als Gründungsdatum von TRW, doch ist diese Zahl mit dem Vorgängerunternehmen der „Thompson Products Company“ verbunden. Thompson Products wurde erst nach der offiziellen Gründung von TRW im Jahr 1958 ein Teil von TRW. Hinter „TRW“ stehen vor allem die Namen zweier visionärer US-Unternehmer: Simon Ramo und Dean Everett Wooldridge. Die beiden gründeten im Jahr 1953 das Technologieunternehmen „Ramo-Wooldridge Corporation“. Von Anfang an als Finanzier dabei: die Thompson Products Company. Durch die Fusion mit Thompson im Jahr 1958 entstand „Thompson Ramo Wooldrige“, primär ein Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen mit einem Automobilzweig. Erst von 1965 an war die Abkürzung „TRW Inc.“ der offizielle Firmenname.
Die Anfänge von TRW
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in Zeiten des beginnenden kalten Krieges, arbeiteten Ramo und Wooldridge in der US-Verteidigungsindustrie bei Hughes Electronics, dem Unternehmen des exzentrischen Howard Hughes. Beide promovierte Physiker kannten sich bereits aus der Zeit beim California Institute of Technology. Nur Tage, nachdem sie im Jahr 1953 gemeinsam Hughes Electronics verlassen hatten, gründeten sie die „Ramo-Wooldridge Corporation“. Noch am Gründungstag suchte die US-Luftwaffe den Kontakt zu den beiden Elektronik-Spezialisten. Es ging um nichts weniger als die Entwicklung von US-Interkontinentalraketen, um der russischen Bedrohung durch die Atombombe zu begegnen.
Im Jahr 1958 fusionierte Thompson mit der Ramo-Wooldridge Corporation zu „Thompson Ramo Wooldridge“. Wooldridge wurde dessen Präsident, Ramo fungierte als geschäftsführender Direktor, der sich auf die Technologieentwicklung konzentrierte. Während Ramo als extravagant und impulsiv beschrieben wird, sah Wooldridge mit seiner Goldbrille wie ein Professor aus und verhielt sich auch so: ruhig und besonnen.
Der Aufstieg
Die kommenden wechselvollen Jahrzehnte von TRW waren gekennzeichnet durch starkes Wachstum und viele Zukäufe. Im Jahr 1997 erweiterte der Rüstungs-, Raumfahrt- und Elektronikkonzern TRW sein Automobilgeschäft, unter anderem durch den Kauf der Sparte „Airbag- und Lenkradsysteme“ von Magna International: die Geburtsstunde von „TRW Airbag Systems“ und der Einstieg ins Geschäft mit Insassenschutzsystemen. Im Mai 1999 übernahm TRW den britischen Autozulieferer „LucasVarity plc“ für sieben Milliarden US-Dollar. Drei Jahre später, 2002, entstand „TRW Automotive“ durch Ausgründung und Verkauf aus der „TRW Inc.“ an den Finanzinvestor „Blackstone Group“. 2004 ging „TRW Automotive“ an die New Yorker Börse. Im September 2014 akzeptierte der Spezialist für Bremsen, Elektronik sowie für aktive und passive Fahrzeugsicherheit das Übernahmeangebot von ZF. Am 15. Mai 2015 gliederte ZF schließlich das US-Unternehmen als Division „Aktive & Passive Sicherheitstechnik“ in den Konzern ein.