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Smog und Treibhausgase: Krankmacher Mobilität

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Tags: NullEmissionen, #MobilityLifeBalance
Großstädte auf der ganzen Welt leiden unter den Folgen eines explodierenden Straßenverkehrs. Es ist eine Herausforderung, aber nicht unmöglich, die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen.
Kathrin Wildemann, 01. Juli 2019
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Kathrin Wildemann gehört seit 2016 zum festen Autorenteam bei ZF. In On- ebenso wie in Offline-Beiträgen beschäftigt sie sich bevorzugt mit Elektromobilität und anderen Nachhaltigkeitsthemen.
Was gibt es schöneres, als bei Sonnenschein und blauem Himmel an der frischen Luft zu sein? Im Park zu joggen, mit den Nachbarskindern Ball zu spielen, abends durch das Viertel zu bummeln und mit Freunden im Biergarten den Tag ausklingen zu lassen. Doch was ein wichtiger Bestandteil von Alltag sein sollte, wird in vielen Städten zunehmend zur Gefahr für Gesundheit und Leben. Feinstaub, Stickoxide, Kohlenmonoxid sorgen im wahrsten Sinne des Wortes für dicke Luft in den Städten rund um den Globus.

Luftverschmutzung, ein gewaltiges Problem weltweit

Luftverschmutzung, ein gewaltiges Problem weltweit

Die Auswirkungen der Emissionen auf die Gesundheit sind weitreichend. Smog verursacht unter anderem Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen, Fehlbildungen in der Schwangerschaft oder Krebs. Rund 4,2 Millionen Menschen sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich an den Folgen von Luftverschmutzung. Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Lage alarmierend. Dort überschreiten fast alle Städte mit 100.000 oder mehr Einwohnern die Grenzwerte der WHO – und das teils dramatisch. In den Industriestaaten sieht es besser aus, doch auch hier scheitern 56 Prozent aller Großstädte an den Grenzwerten. Insgesamt atmen neun von zehn Menschen weltweit Luft, die zu stark mit Schadstoffen belastet ist.

Innenstädte ersticken in Abgaswolken

Innenstädte ersticken in Abgaswolken

Dass es die Bevölkerung in Ballungszentren am härtesten trifft, ist kein Zufall. Immer mehr Menschen leben in Städten und bringen mit ihrem Bedürfnis nach Mobilität die Verkehrsinfrastruktur dort an ihre Grenzen. Bis zum Jahr 2050 werden zwei Drittel der Erdbevölkerung in Städten leben. Immer mehr Autos, Mopeds und Trucks stauen sich auf Straßen und Stadtautobahnen. Dabei erzeugen sie Unmengen von Abgasen. Auch wenn der Straßenverkehr bei weitem nicht die einzige Quelle der Luftverschmutzung ist, trägt er doch einen beachtlichen Teil dazu bei. Die WHO schätzt, dass bis zu 50 Prozent der Feinstaubemissionen in OECD-Ländern aus den Auspuffrohren von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor stammen.
Zum gesundheitsschädlichen Mix aus Stickoxiden und Feinstaub kommt ein weiterer, nicht minder problematischer Faktor: Treibhausgase wie Kohlendioxid belasten das Klima und sind verantwortlich für die globale Erwärmung. Nach Aussagen der Internationalen Energieagentur IEA war der Straßenverkehr im Jahr 2016 für mehr als 18 Prozent des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich.
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In vielen Metropolen ist Smog für die Bewohner zum täglichen Begleiter geworden.

90 Prozent
aller Menschen weltweit atmen Luft, deren Schadstoffgehalt die Grenzwerte der WHO überschreitet.

Mit E-Power gegen Smog und Treibhausgase

Mit E-Power gegen Smog und Treibhausgase

Städte und Regierungen weltweit versuchen auf unterschiedliche Weise, gegen die Luftverschmutzung vorzugehen. So setzen einige Städte auf Fahrverbote unterschiedlicher Ausprägung. Das geht vom Fahrverbot für dieselbetriebene Busse und Trucks in Kopenhagen und reicht bis zum komplett autofreien Sonntag in Bogotá. Doch Beschränkungen allein helfen nicht dauerhaft. Gefragt sind Alternativen zum rein verbrennungsmotorisch betriebenen Individualverkehr. Ein wichtiger Lösungsansatz ist hier die Elektromobilität. Schließlich erzeugt ein elektrischer Antrieb während der Fahrt keinerlei Abgase – egal, ob er in einem reinen E-Mobil arbeitet oder in einem Hybridfahrzeug. Hybridfahrzeuge der kommenden Generation können längere Strecken als bislang rein elektrisch zurücklegen. Der Verbrennungsmotor ist gedacht als pragmatischer Zusatzantrieb für lange Fahrten. Selbstverständlich sind E-Antriebe auch eine interessante Option, um die Emissionen von Stadtbussen, Lieferwagen und selbst von Baustellenfahrzeugen nachhaltig zu senken.
Gleichzeitig setzen die Vorreiter-Stadtväter bei der Luftqualität auf eine gut ausgebaute Infrastruktur. Sie verknüpft den öffentlichen Nahverkehr mit Lösungen für Mikromobilität und Mobility-as-a-Service-Angeboten. Ein Beispiel dafür ist Kopenhagen mit seinem gut ausgebauten Wegenetz für Fahrräder und E-Bikes. Dort sind zwischenzeitlich fast die Hälfte der Pendler in der Innenstadt auf zwei Rädern unterwegs.
Hybridfahrzeuge der kommenden Generation können längere Strecken als bislang rein elektrisch zurücklegen. Der Verbrennungsmotor ist als Zusatzantrieb für lange Fahrten gedacht.
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Unter den Abgasen leiden auch die Verkehrsteilnehmer, die selber keine Emissionen beitragen.

#MobilityLifeBalance

Mit einer Initiative stellt ZF den Menschen in den Mittelpunkt von Mobilitätsangeboten und zeigt Lösungen, wo und wie dies am besten gelingt.

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