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NachhaltigkeitNachhaltigkeit in der Lieferkette

Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Die gute Zusammenarbeit mit allen Lieferanten ist das Fundament unser Wertschöpfungskette. ZF pflegt diese Partnerschaften und erwartet von seinen Geschäftspartnern, dass sie Werte wie Umweltschutz, Qualität und Menschenrechte achten und fördern.

Als weltweit tätiges Technologieunternehmen mit Schwerpunkt Mobilität produziert ZF an über 160 Standorten. Für die Beschaffung notwendiger Materialien unterhält ZF ein globales Netzwerk mit rund 60.000 Lieferanten – von kleinen Familienbetrieben bis hin zu großen Konzernen.

Weltweit einheitliche Beschaffungsstandards und Vorgaben für unsere Lieferanten, sind dabei die Voraussetzung, um die hohe Qualität und Liefersicherheit unsere Produkte gewährleisten zu können und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Werte entlang der gesamten Wertschöpfungskette Gültigkeit besitzen.

Um eine verantwortungsvolle Beschaffung zu gewährleisten, hat der Konzern ein funktionsübergreifendes Vergabegremium (Sourcing Decision Board oder kurz SDB) geschaffen. Es ist das höchste Entscheidungsgremium für die Beschaffung bei ZF und stellt sicher, dass ökologische, soziale, qualitative, technische, logistische und preisliche Anforderungen bei der Auswahl eines Lieferanten gleichermaßen erfüllt werden. Auch Zielkonflikte werden innerhalb des SDBs gelöst.

Soziale und ökologische Standards in der Lieferkette

Alle neuen und bestehenden Lieferanten sind verpflichtet,den ZF Geschäftspartnerkodex zu akzeptieren. Er enthält die zentralen Werte, die für ZF unabdingbar sind. Das Einhalten nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften an allen Standorten weltweit ist eine Mindestanforderung. Weiterhin steht der Kodex im Einklang mit diversen Prinzipien und Konventionen, wie den Grundsätzen des UN Global Compact, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Genauer ausgeführt enthält der Kodex Richtlinien, die grundlegende Anforderungen an die Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern von ZF festlegen. Sie behandeln Themen wie Menschenrechte, Arbeitsnormen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Geschäftsethik und Compliance. Von den Geschäftspartnern wird insbesondere erwartet, dass sie jede Form von Sklaverei, Zwangsarbeit und Kinderarbeit ablehnen. Ebenso erwartet ZF, dass sie die Vereinigungsfreiheit und das Recht zur Bildung von Interessenvertretungen respektieren, faire und angemessene Entlohnung und Arbeitszeiten nach geltendem Recht bieten und die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter fördern. Der Kodex enthält außerdem die Erwartung, dass Zulieferer auch in ihrer Lieferkette sicherstellen, dass die genannten Werte eingehalten werden.

In Deutschland müssen externe Dienstleister eine zusätzliche Erklärung zur Einhaltung von Tarifverträgen unterzeichnen, die faire Löhne, normale Arbeitszeiten und die Ablehnung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung enthalten. Diese Erklärung gilt auch für die von ZF beauftragten Subunternehmer und bestimmt, dass ZF die Einhaltung jederzeit überprüfen kann.

Wahrung der Sorgfaltspflicht

Die formulierten Werte und Normen sind nicht nur Teil des Geschäftspartnerkodex, sondern bestimmen bereits die Auswahl unserer Lieferanten. Im Rahmen der Neuzulassung und bei der Auswahl von Lieferanten fordert ZF von potenziellen, neuen und bestehenden Lieferanten eine Selbstbewertung auf Basis der Themen des Geschäftspartnerkodex. ZF verwendet hierzu einen Selbstauskunftsfragebogen zum Thema Nachhaltigkeit, das Sustainability Criterion. Es umfasst die Themen Klimabilanz, Menschenrechte und Compliance sowie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (Environment, Health und Safety – EHS).

Zusätzlich hat ZF einen umfassenden internen Risikoanalyseprozess für Compliance-Risiken implementiert. Ziel ist es, Compliance-bezogene Risiken so früh und effektiv wie möglich zu identifizieren, zu bewerten und ihnen zu begegnen. Detaillierte Informationen finden Sie im ZF-Geschäftsbericht.

Risikomanagementprozess

ZF nutzt einen Risikomanagementprozess, um seine Lieferkette systematisch mit Blick auf die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards zu analysieren, zu bewerten und um Risiken frühzeitig zu erkennen.

Dadurch haben wir Lieferanten identifiziert, bei denen ein Risiko für die Verletzung von Nachhaltigkeitsstandards bestehen kann. Entsprechend fordern wir diese Lieferanten auf, den Selbstauskunftsfragebogen über NQC Ltd. auszufüllen, um für Transparenz und Informationen zu sorgen. Nach Verifizierung des Fragebogens ergänzt ZF das Ergebnis mit zusätzlichen Informationen zur Nachhaltigkeitsleistung der Lieferanten anhand eigener Systeme. Daraus ergibt sich für den Lieferantenstandort eine interne Risikobewertung.

Wir nehmen Hinweise auf mögliche Verstöße in unserer Lieferkette sehr ernst. Neben den Kontaktmöglichkeiten im regulären Geschäftsverlauf hat ZF dafür ein elektronisches Berichtswesen aufgebaut: ZF Trustline steht allen Mitarbeitern und Geschäftspartnern zur Verfügung, wenn sie den Verdacht auf schwerwiegendes Fehlverhalten in Bezug auf Richtlinien, Vorschriften oder Gesetze anonym melden wollen.

Konfliktmineralien

Elemente wie Gold, Coltan, Kassiterit, Wolframit und deren Derivate wie Tantal, Zinn oder Wolfram gelten als Konfliktmineralien, weil die Förderung und der Handel mit diesen Mineralien in der Demokratischen Republik Kongo und den angrenzenden Ländern auch zur Finanzierung von bewaffneten Konflikten dient. Für zahlreiche Produkte sind sie jedoch unverzichtbar – auch bei ZF. Obwohl ZF nicht den Regulierungen des „Dodd-Frank Act“ (Sec. 1502) und der EU-Verordnung 2017/821 über die „Festlegung von Pflichten zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette für Einführende von Zinn, Tantal, Wolfram, deren Erzen und Gold in die EU aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“ unterliegt, nehmen wir unsere Verantwortung ernst und bekennen uns zu einem verantwortungsvollen Bezug von 3TG.

Dazu fordern wir jährlich alle relevanten Lieferanten von Produktionsmaterialien auf, die Herkunft ihrer Ressourcen offenzulegen.

Dekarbonisierung

Damit alle nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten in der Lieferantenbasis gestärkt werden können, hat ZF Materials Management außerdem ein Team für Nachhaltigkeit in der Lieferkette eingerichtet. Das Team hat 2021 eine Roadmap zur Dekarbonisierung erarbeitet, die sich am Ziel der Klimaneutralität bis 2040 orientiert. Die entsprechenden Erwartungen wurden den Lieferanten bereits im Rahmen des digitalen Global Supplier Summit 2020 mitgeteilt. Zusätzlich wurden individuelle Informationsschreiben an jeden Lieferanten versandt.

Darauf aufbauend startete ZF 2021 eine neue Initiative, um die zehn größten Treibhausgas-Verursacher (anhand der CO2-Äquivalente, CO2e) jeder Produktkategorie zu ermitteln. Anschließend wurde der Reifegrad der einzelnen Lieferanten mit Blick auf das jeweilige Klimamanagement, die Verwendung von Recyclingmaterial und Energieeffizienz betrachtet. Lieferanten mit unterdurchschnittlicher Bewertung vereinbarten mit ZF ausgewählte Maßnahmen, mit dem Schwerpunkt der CO2e-Reduktion.

Darüber hinaus werden Umweltschutzaspekte von Produkten in der Qualitätsrichtlinie für Lieferanten (QD83) und im jährlichen Conflict Minerals Report behandelt. Diese beiden Dokumente richten sich auch an Unterlieferanten und umfassen Aspekte wie die EU-Chemikalienverordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals oder kurz REACH), Logistik und Verpackungsspezifikationen.