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UnternehmenNachhaltigkeit Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Die gute Zusammenarbeit mit allen Lieferanten ist das Fundament unser Wertschöpfungskette. ZF pflegt diese Partnerschaften und erwartet von seinen Geschäftspartnern, dass sie Werte wie Umweltschutz, Qualität und Menschenrechte achten und fördern.

Globale Präsenz, einheitliche Standards

Als weltweit tätiges Technologieunternehmen mit Schwerpunkt Mobilität produziert ZF an über 160 Standorten. Für die Beschaffung notwendiger Materialien unterhält ZF ein globales Netzwerk mit rund 53.000 Lieferanten – von kleinen Familienbetrieben bis hin zu großen Konzernen.

Weltweit einheitliche Beschaffungsstandards und Vorgaben für unsere Lieferanten, sind dabei die Voraussetzung, um die hohe Qualität und Liefersicherheit unsere Produkte gewährleisten zu können und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Werte entlang der gesamten Wertschöpfungskette Gültigkeit besitzen.

Zentrale Steuerung

ZF hat ein funktionsübergreifendes Sourcing Decision Board eingesetzt, das aus Vertretern des Wareneinkaufs, dem Programmeinkauf, der Logistik, der Qualität, dem Lieferantenmanagement, der Technik, dem Programmmanagement und der Produktion besteht. So stellen wir sicher, dass neben der Preisgestaltung auch Umweltaspekte, Qualität, technische und logistische Anforderungen bei der Auswahl der Lieferanten berücksichtigt werden.

Hierfür wurde im Sommer 2019 zusätzlich der Bereich Nachhaltigkeitsmanagement Lieferkette in der Materialwirtschaft mit dem Ziel geschaffen, die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen, Lieferanten zu dem Thema Nachhaltigkeit inklusive Menschenrechte zu sensibilisieren und gegebenenfalls Maßnahmen bei Verstößen einzuleiten.

Im Umgang mit Geschäftspartnern dient der ZF Verhaltenskodex als das zentrale Dokument, um Verantwortung im Unternehmen zu verankern. Er wurde in 27 Sprachen veröffentlicht und gibt allen Mitarbeitern bei ZF klare Orientierung, wie sie sich im Geschäftsalltag zu verhalten haben. Der ZF Verhaltenskodex geht dabei auch auf die Achtung der Menschenrechte ein, wobei er die Ablehnung von Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit klar zum Ausdruck bringt. Eine detailliertere Beschreibung unseres Ansatzes zum Thema Menschrechte veröffentlichen wir zudem in unserer Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte.

Soziale und ökologische Standards in der Lieferkette

Alle neuen und bestehenden Lieferanten sind angehalten, den ZF Geschäftspartnerkodex anzuerkennen und die enthaltenen Werte sowie Prinzipien in ihrem Unternehmen und in ihrer eigenen Lieferkette zu stärken. Dieser basiert dabei auf geltenden Prinzipien und Konventionen wie beispielsweise den Prinzipien des UN Global Compact, den OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den UN-Leitsätzen für Wirtschaft und Menschenrechte und den einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Der Kodex behandelt explizit Themen wie Menschenrechte, Arbeitsnormen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung, Geschäftsethik und Compliance. Von den Geschäftspartnern wird insbesondere erwartet, dass sie jede Form von Sklaverei oder Zwangsarbeit sowie Kinderarbeit ablehnen. Von ihnen wird auch erwartet, dass sie die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Bildung von Interessengruppen respektieren, dass sie für eine faire und angemessene Entlohnung und Arbeitszeiten sorgen und die Qualifikation ihrer Mitarbeiter unterstützen.

In Deutschland müssen externe Dienstleister eine zusätzliche Erklärung über die Einhaltung von Tarifverträgen unterzeichnen, die faire Löhne, normale Arbeitszeiten und die Ablehnung von nicht angemeldeter Arbeit und Steuerhinterziehung garantieren. Diese Erklärung gilt auch für die von ZF beauftragten Subunternehmer und enthält die Bestimmung, dass ZF die Einhaltung jederzeit überprüfen kann.

Wahrung der Sorgfaltspflicht

Die formulierten Werte und Normen sind nicht nur Teil des Geschäftspartnerkodex, sondern bestimmen bereits die Auswahl unserer Lieferanten. Im Rahmen des Freigabeprozesses fordert ZF von potenziellen neuen Lieferanten eine Selbstbewertung auf Basis der Themen des Geschäftspartnerkodex. ZF verwendet hierzu eine angepasste Version des Selbstbewertungsfragebogens zu CSR und Nachhaltigkeit, der von der Brancheninitiative Drive Sustainability entwickelt wurde. Dabei werden sowohl auf Unternehmens- als auch auf Standortebene Informationen zum Management sozialer, ökologischer und ethischer Themen abgefragt.

Zusätzlich hat ZF einen umfassenden internen Risikoanalyseprozess für Compliance-Risiken implementiert. Ziel ist es, Compliance-bezogene Risiken so früh und effektiv wie möglich zu identifizieren, zu bewerten und ihnen zu begegnen. Detaillierte Informationen finden Sie im ZF-Geschäftsbericht.

Kontinuierlicher Prüfprozess

2019 wurde ein Social Media Monitoring System etabliert, in dem täglich potentielle Vorfälle zu nachhaltigkeitsbezogenen Themen in unserer Lieferkette erfasst und überprüft werden. Dies ermöglicht erste Hinweise. Bei Verdachtsfällen treten wir mit unseren Lieferanten in Kontakt und leiten weitere Untersuchungen ein. Das stetige Monitoring der Lieferkette hat dabei insgesamt das Ziel, Risiken zu minimieren und die Aufmerksamkeit unserer Lieferanten auf ihre Auswirkungen zu verstärken. ZF behält sich das Recht vor, die Geschäftsbeziehungen zu überprüfen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wenn Abweichungen oder Verstöße festgestellt werden.

Zusätzlich haben wir mit 800 strategischen Lieferanten ein Pilotprojekt gestartet, das auf eine bessere Nachhaltigkeitsbewertung aller Lieferanten abzielt. Dabei werden Standards berücksichtigt wie der SA 8000 für Menschenrechte & Arbeit oder die ISO 37001 für Korruptionsbekämpfung sowie nichtfinanzielle Informationen, die im Rahmen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes zu veröffentlichen sind.

Wir nehmen Hinweise auf mögliche Verstöße in unserer Lieferkette sehr ernst. Neben den Kontaktmöglichkeiten im regulären Geschäftsverlauf hat ZF dafür ein elektronisches Berichtswesen aufgebaut: Die ZF Trustline steht allen Mitarbeitern und Geschäftspartnern zur Verfügung, wenn sie den Verdacht auf schwerwiegendes Fehlverhalten in Bezug auf Richtlinien, Vorschriften oder Gesetze anonym melden wollen.