Walter Erke - Mosaik aus Erfahrungen und mutigen Schritten
Nicht jeder berufliche Werdegang folgt einem geradlinigen Pfad. Manche Karrieren gleichen vielmehr einem Mosaik aus Erfahrungen, Entscheidungen und mutigen Schritten. Walter Erkes Lebenslauf erzählt von einem Menschen, der stetig nach neuen Herausforderungen suchte.
Was mit einer Ausbildung zum Werkzeugmacher in Münster begann, entwickelte sich über eine Weiterbildung in Maschinenbau und Betriebswirtschaft und beruflichen Stationen als Geschäftsführer in den USA und Mexiko zu einer beeindruckenden internationalen Laufbahn mit großer Gestaltungskraft, die nach der Leitung Marketing & Kommunikation der ZF Sachs AG in Schweinfurt und dem Aufbau der Sachs-Ausstellung von 2011 bis 2015 endete.
Ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird
„Das Ausstellungsprojekt hat Geschichte, Menschen und Technik verbunden. Es war eine einmalige Chance, bleibende Werte zu schaffen“, so der Rückblick des damaligen Projektleiters, der die SACHS-Ausstellung maßgeblich prägte. “Was zunächst als Buch geplant war, wurde schließlich zu einer Ausstellung, einem lebendigen Mosaik aus Erinnerungen, Entwicklungen und Innovationen. So wird Vergangenheit nicht nur dokumentiert, sondern erlebbar gemacht.“
Schweinfurt habe nun ein wichtiges industriegeschichtliches Aushängeschild. Und er freue sich, dass dieses noch immer so rege besucht und zugleich vom Unternehmen auch stetig weiterentwickelt werde.
Führung in Zeiten des stetigen Wandels
Der Start seiner internationalen Laufbahn war in Mexiko: Von 1973 bis 1976 baute er im Auftrag einer mexikanischen Familie einen Automobilzulieferer auf, der VW belieferte. Nach weiteren beruflichen Stationen in Deutschland kam er 1991 zu Mannesmann Sachs als Geschäftsführer der Mannesmann Fahrzeugteile GmbH in Duisburg.
1995 schließlich übernahm er die Verantwortung für den Bereich Powertrain in Nordamerika und die Geschäftsführung der Mannesmann-Sachs-Standorte in Mexiko mit dem Ziel, die mexikanischen Aktivitäten und die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Hinblick auf die NAFTA (Nordamerikanische Freihandelszone) weiterzuentwickeln.
Er koordinierte die Mannesmann-Aktivitäten in Mexiko, beispielsweise die 1998 vollzogene Übernahme von Aralmex, eines mexikanischen Stoßdämpferherstellers durch Mannesmann Sachs. Danach entwickelte sich das Werk in Guadalajara zu einem der größten Produktionsstandorte für ZF Suspension Technology weltweit und zudem zum Zentrum der Aftermarket-Aktivitäten in Mexiko.
Die Zeit in Mexiko beschreibt Walter Erke als eine der prägendsten Etappen seiner Laufbahn. Neben den unternehmerischen Aufgaben in Produktion und Technik sah er sich mit komplexen Herausforderungen des nordamerikanischen Marktes konfrontiert. Doch gerade diese Phase habe ihn geformt: „Ich musste an vielen Stellen aufräumen, bevor ich mit meinem Team zunächst pragmatisch und mit geringen Mitteln wieder aufbauen konnte. Das war nicht immer einfach. Aber echte Erfolge entstehen nicht durch Bequemlichkeit“, sagt er rückblickend.
Für ihn war Offenheit ebenso wichtig wie Verlässlichkeit und zudem eine maximale Technik- und Qualitätsorientierung. Besonderen Wert legte Erke auf klare Kommunikation, kurze Entscheidungswege und kluges Team Building über alle Bereiche. Gemeinsame Projekte wie der Aufbau eines Hot Rod oder ein Fußballturnier der Sachs-Unternehmen förderten den Teamgedanken und die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen.
Dankbar ist er nicht nur für den Rückhalt des Teams vor Ort, sondern auch für die gezielte Vorbereitung durch das Unternehmen. Führungskräfteschulungen und interkulturelle Trainings bildeten dabei eine wichtige Grundlage. „All das hat mir geholfen, auch schwierige Situationen mit Klarheit und Konsequenz zu meistern.“ Für Walter Erke ist eines entscheidend: Führung muss Haltung zeigen, gerade wenn Entscheidungen unbequem sind.
Ein Lebensweg, der Orientierung gibt
Walter Erkes Rat an heutige Kolleginnen und Kollegen lautet: positiv bleiben und aktiv gestalten: „Herausforderungen oder etwa strukturellen Anpassungen müssen bewusst adressiert und angegangen werden – mit Klarheit, Empathie und dem Blick nach vorn.“ Für ihn bedeutet das: Veränderungen erklären und neue Perspektiven bieten. „Veränderung ist nie bequem – aber sie ist notwendig. Wer sie ehrlich kommuniziert und konsequent begleitet, schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage für jede Form von Motivation.“