Vision, Vertrauen, Vorsprung – Der Weg von Dr. Ulrich Walz am Standort Schweinfurt
Wenn Dr. Ulrich Walz kurz vor dem Ruhestand über seinen Weg bei ZF spricht, schwingt Dankbarkeit mit – und berechtigter Stolz auf eine Karriere, die fast vier Jahrzehnte umspannt. Der promovierte Physiker begann 1989 in Schweinfurt und prägte nicht nur die Technikentwicklung, sondern auch den Aftermarket-Bereich von ZF.
Vom Forschungslabor in Jülich zur Kundenorientierung in Schweinfurt
Geboren in Köln, führte ihn der Weg nach seiner Promotion im Forschungszentrum Jülich zur Hannover Messe – und dort zum Stand von Fichtel & Sachs. Was folgte, war der Beginn einer außergewöhnlichen Laufbahn. Vom Entwickler für elektronische Systeme über die Verantwortung für das Produktmanagement und Marketing bei damals Sachs Handel bis hin zum Vice President Aftermarket Deutschland und Schweiz – Dr. Ulrich Walz hat nahezu alle Seiten des Geschäfts kennengelernt. Was ihn so lange im Unternehmen hielt? „Es gab immer neue Herausforderungen“, sagt er. „Und ich hatte das Glück, diese mitgestalten zu dürfen – in einem Umfeld, das Innovation fördert und Verantwortung ermöglicht.“
Aftermarket – mehr als Ersatzteile
Heute steht ZF Aftermarket für weit mehr als qualitativ hochwertige Ersatzteile wie Kupplungen, Stoßdämpfer oder Bremsen. Es geht um ein umfassendes Ökosystem: Service, Diagnose, Schulung, Dokumentation, digitale Unterstützung. Oder wie Ulrich Walz es ausdrückt: „Metall verkaufen können viele – wir beherrschen das Ganze drum herum.“ Dabei reicht das Angebot von klassischer Ersatzteilversorgung mit SACHS Produkten bis hin zur Online-Kalibrierung komplexer Systeme – ein Bereich, der mit zunehmender Digitalisierung und Elektrifizierung der Fahrzeuge immer wichtiger wird.
Schweinfurt – das Herz des Aftermarket
In Schweinfurt laufen nicht nur Kundenanfragen aus aller Welt zusammen – hier werden auch innovative Trainingskonzepte entwickelt, neue Diagnosewerkzeuge getestet und digitale Tools zur Effizienzsteigerung entworfen. Allein das Logistikzentrum beeindruckt: Mit über 46.000 Palettenplätzen, 1.100 Sendungen täglich und fast 30.000 Quadratmetern Fläche ist es Rückgrat der globalen Versorgung. 18.800 Teile sind permanent verfügbar – mit dem Anspruch, jedes einzelne in OE-Qualität, also in Original Equipment-Qualität, zu liefern.
Luftaufnahme aus dem Jahr 2000: Zu dieser Zeit leitete Ulrich Walz das Produktmanagement der damaligen Sachs Handel GmbH.
Erfahrung trifft Vision
Ulrich Walz hat diese Entwicklung begleitet – und mitgestaltet. Als er begann, machte Deutschland 40 Prozent des Umsatzes aus. Heute liegt der Anteil bei 20 Prozent, der Rest verteilt sich auf Europa und die Welt. Aus einem national geprägten Geschäft wurde ein globales Unternehmen – mit lokaler Nähe. „Das Ziel war, näher an den Märkten zu sein“, erklärt Walz. „Nicht mehr nur exportieren, sondern wirklich vor Ort präsent sein.“ Das bedeutete: Standortgründungen weltweit, neue Managementstrukturen, aber auch ein konstanter Anspruch an Qualität – made in Schweinfurt. „Elementar ist dabei das Gefühl für den Markt und die Kunden. Und dass man Kunden wie Kollegen zuhört.“
Menschen und Marken, die Vertrauen schaffen
Dass Walz nicht nur Prozesse im Blick hatte, sondern vor allem Menschen, zeigt sich in seiner Art, über das Unternehmen zu sprechen. Immer wieder betont er die Chancen, die ihm gegeben wurden: die Freiheit zu gestalten, eigene Ideen umzusetzen, auch mal Fehler machen zu dürfen. Und immer wieder die Position und damit die Perspektive wechseln zu können und so den Horizont zu erweitern, war elementar für die berufliche Entwicklung. „Das ist nicht selbstverständlich und macht das Unternehmen für mich besonders.“ Diese Haltung gab er weiter – in Form von Organisationsentwicklung, Mitarbeiterführung und gelebtem Vorbild.
Die Marke SACHS spielt bei ZF Aftermarket immer noch eine große Rolle.
Ein wichtiger Teil dieser Erfolgsgeschichte ist die Marke SACHS. Auch wenn sie heute „nur“ noch einen Teil des umfassenden Portfolios ausmacht, steht sie wie keine andere für Qualität, Verlässlichkeit und OE-Standards. „SACHS lebt“, sagt Walz schlicht – und meint damit nicht nur ein Produkt, sondern ein Leistungsversprechen.
Ein Blick zurück – und nach vorn
Mit 65 Jahren blickt Dr. Ulrich Walz auf eine Laufbahn zurück, die ihn vom Physiker zum Strategen gemacht hat – ohne je die Bodenhaftung zu verlieren. Besonders in Erinnerung bleibt ihm ein Projekt aus der Anfangszeit: die Entwicklung eines Rollstabilitätssystems, das schließlich bei BMW in Serie ging. „Wir waren ein buntes Team aus Konstrukteuren, Elektronikern, Programmierern, Hydraulikern und ich als Physiker mittendrin“, erinnert er sich. „Das war echte Teamarbeit – typisch Schweinfurt.“ Sein Wunsch an die nächste Generation? „Bei aller Globalisierung – vergesst nicht, wo wir herkommen. Die Gründlichkeit, die Effizienz, die Kreativität: Das ist unser Ursprung, unsere Stärke und das, was uns unterscheidet.“