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Innovation und Unternehmenskultur – Andreas Dorsch und die Zukunft der Nutzfahrzeugtechnik

Andreas Dorsch kennt die Werkhallen der Nutzfahrzeugtechnik in Schweinfurt seit über vier Jahrzehnten – vom ersten Tag an als jemand, der anpackt. Vom Lehrling zum Werksleiter – seine Laufbahn steht sinnbildlich für Schweinfurt: Engagement, Bodenständigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Vom Schlosser-Lehrling zum Werksleiter

1984 beginnt Andreas Dorsch seine Ausbildung bei Fichtel & Sachs – in einem Unternehmen, das in seiner Familie tief verwurzelt war. Der Begriff „Sachs-Familie“ war für ihn keine Floskel: Sein Vater, sein Großvater und zahlreiche weitere Verwandte hatten hier gearbeitet. Doch sein Weg verlief nicht gradlinig. Eigentlich wollte er Anlagenelektroniker werden, doch seine Mathe-Note machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Also wurde ich Maschinenschlosser“, sagt er schmunzelnd.

CVS-Geschichte in der SACHS-Ausstellung: Andreas Dorsch prägt den Nutzfahrzeugbereich am Standort seit Jahrzehnten.

Tradition als Fundament – Innovation als Triebkraft

Die Geschichte der Nutzfahrzeugtechnik in Schweinfurt reicht bis ins Jahr 1929 zurück. Es entstand die erste eigene Schwerlastkupplung - ein technologischer Meilenstein, der den Standort früh zum Vorreiter machte und bis heute zu ZFs Rolle als führender Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik beiträgt. Seither wird Innovation hier immer wieder neu gedacht.

„Ich kann kein Teil mehr selbst fertigen – aber ich weiß, was meine Leute leisten.“
Andreas Dorsch, Leiter Operations Commercial Vehicle Systems Standort Schweinfurt

Ein weiterer Meilenstein war die Gründung des Entwicklungszentrums 1990. Hier entstanden zahlreiche Technologien, die Maßstäbe setzten – darunter die selbstnachstellende Kupplung XTend, das elektronisch gesteuerte Zentralausrücksystem ConAct oder der elektronisch regelbare CDC-Dämpfer mit dem in Schweinfurt entwickelten CDCivo-Ventil. Viele dieser Systeme sind bis heute weltweit millionenfach im Einsatz.

Auch heute entstehen in Schweinfurt Lösungen, die Mobilität neu denken: etwa eAct, ein elektronischer Aktuator für eine vollintegrierte elektrische ZF-Antriebsachse für schwere Nutzfahrzeuge, oder eWorX, ein System, das Ladeflächen kippt oder Müllpressen antreibt – vollelektrisch, ohne laufenden Motor. Gleichzeitig werden bewährte Komponenten wie Torsionsdämpfer weiterentwickelt, um auch in hybriden und konventionellen Antrieben Emissionen zu senken.

Zwischen Werkbank und Werkleitung

„Ohne meine Mannschaft wäre ich nicht da, wo ich bin“, sagt Dorsch. Wertschätzung ist für ihn nicht nur ein Wort – sondern gelebte Haltung. Trotz strategischer Aufgaben bleibt er nah an der Fertigung, weiß, was seine Leute bewegt – fachlich wie persönlich.

Andreas Dorsch im Jahr 2007: Im Austausch über Führungswerte und gelebte Verantwortung am Standort Schweinfurt.

Ein Schlüsselmoment in seiner Laufbahn war 2005 die Einführung des Toyota-Produktionssystems am Standort Schweinfurt. Dorsch begleitete die Umstellung aktiv, gestaltete neue Abläufe, führte Teams durch die notwendig gewordenen Veränderungen. Unter seiner Leitung wurde die Fertigung effizienter, digitaler – und ist dabei bis heute menschlich geblieben.

„Veränderung gelingt nur, wenn man die Menschen mitnimmt – und selbst Verantwortung übernimmt,“ betont Dorsch.

Ein Standort mit Geschichte. Und Zukunft.

Heute stehen Nutzfahrzeuglösungen am ZF-Standort Schweinfurt für automatisierte und smarte Produktion, moderne Entwicklungsarbeit – und für Kontinuität. Denn viele Produkte laufen hier seit Jahrzehnten in Serie. Weiterentwickelt, modernisiert – aber getragen von einem eingespielten Team, das Technik nicht nur beherrscht, sondern versteht.

Andreas Dorsch ist ein prägender Teil dieser Geschichte – jemand, der die effiziente Fertigung der Nutzfahrzeugtechnik in Schweinfurt wesentlich mitgestaltet hat. Und gezeigt hat, dass Karriere nicht vom Titel abhängt, sondern vom Willen, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

Technik, die begeistert: Im SACHS-Depot wecken Produkte aus 130 Jahren Innovationsgeschichte bei Andreas Dorsch sichtbare Technikleidenschaft.