Workshop #1 mit Luisa Muth
Politik, Posts und Polarisierung: Chancen & Risiken politischer Kommunikation auf Social Media
Presented by ZF
Noch nie spielte Social Media in Wahlkämpfen eine so zentrale Rolle wie bei der Bundestagswahl 2025. Ganz vorne mit dabei: Die Linke und die AfD auf TikTok. Gerade diese Parteien erzielten besonders gute Ergebnisse bei jungen Wählerinnen und Wählern. Doch dieser Erfolg hat eine Kehrseite: Politische Inhalte in sozialen Netzwerken können gesellschaftliche Polarisierung verstärken. Wie also sollten politische Organisationen, Medien und Parteien in den sozialen Medien auftreten, um politische Inhalte sichtbar zu machen, ohne gesellschaftliche Spaltung zu fördern? Hier kommt ihr ins Spiel! In diesem Workshop seid ihr die Kampagnenstrategen. Nach einem kurzen theoretischen Input werdet ihr selbst aktiv und entwickelt in Kleingruppen ganzheitliche Social-Media-Konzepte für verschiedene politische Institutionen. Ziel ist es, durch passgenaue Zielgruppenansprache und kreative Formate Begeisterung für politische Inhalte zu wecken und Polarisierung klug entgegenzuwirken.
Social Media Managerin
Luisa Muth
Luisa Muth arbeitet als Social Media Managerin bei der CDU Deutschlands und ist Head of Content Marketing des Young Politician Communicators Club. Nachdem sie Stationen bei der NATO und dem Deutschen Bundestag durchlief, übersetzte sie im jüngsten Wahlkampf der CDU die Botschaften rund um die Partei und ihren Spitzenkandidaten Friedrich Merz in die Sprache der sozialen Medien. Ihr Fachgebiet ist die Schnittstelle von politischer Kommunikation, Social Media und Influencer-Marketing.
© Steffen Böttcher
Workshop #2 mit Detlev Simons
Zukunft der NATO: Unsere liberale Lebensweise verteidigen
Presented by ZF
Noch vor wenigen Jahren wurde die NATO als überholt und nicht mehr zeitgemäß angesehen. Heute hat sich die sicherheitspolitische Lage dramatisch verändert. Autoritäre Regime erlangen weltweit immer mehr Einfluss und nutzen klassische Machtpolitik, einschließlich des Militärs, zur rücksichtlslosen Durchsetzung Ihrer Interessen. Damit ist auch unsere liberale Lebensweise bedroht.
Die NATO ist ein klassiches Verteidigungsbündninis und soll ihre Mitgliedstaaten vor Bedrohung schützen. Ist die NATO dazu derzeit überhaupt in der Lage? Welche Veränderungen sind erforderlich, um der Bedrohungslage gerecht zu werden? Welche Rolle spielen die USA - und welche die europäischen NATO-Staaten? Was ist notwendig, um unsere liberale Lebensweise zu verteidigen?
Diese und weitere Fragen möchte der Chef des Stabes des in Ulm beheimateten Joint Support and Enabling Commands der NATO, der niederländische General Detlef Simons, zusammen mit Ihnen diskutieren. Als weiterer Experte ist Prof. Dr. Simon Koschut, Professor für Internationale Sicherheitspolitik an der Zeppelin Universität zu Gast.
NATO-Generalmajor
Detlev Simons
Seit 2024 ist Generalmajor Detlev Simons Chef des Stabes des NATO Joint Support and Enabling Command (JSEC) in Ulm. Zuvor leitete er im niederländischen Verteidigungsministerium die Abteilung Politikentwicklung und unterstützte in Brüssel als Chief of Cabinet den Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses.
Workshop #3 mit Prof. Dr. Maria Debre
Völkerrecht unter Druck: Anspruch und Wirklichkeit in der Zeitenwende
Presented by Zeppelin University
Das Völkerrecht steht unter massivem Druck. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt einen klaren Bruch des Gewaltverbots der UN-Charta dar. Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) sieht sich mehr denn je harscher politischer Kritik ausgesetzt. China und andere autoritäre Staaten versuchen gezielt, die Bedeutung von Menschenrechten umzudeuten. Und innerhalb der EU entziehen sich Mitgliedstaaten wie Ungarn zunehmend rechtsstaatlicher Kontrolle.
In diesem Workshop setzen wir uns mit der Rolle autokratischer Regime und autoritärer Praktiken im internationalen Rechtssystem auseinander. Wir analysieren, welche Grundprinzipien das liberale Verständnis von Völkerrecht prägen und wie autoritäre Staaten diese Prinzipien gezielt in Frage stellen, unterwandern oder durch alternative Deutungen ersetzen. Anhand konkreter Fallbeispiele zur internationalen Strafgerichtsbarkeit, zum globalen Menschenrechtsschutz, zum Welthandelsrecht und zur Klimarechtsprechung untersuchen wir, ob sich ein systematischer Wandel vollzieht. Erleben wir einen grundlegenden Umbruch des Völkerrechts hin zu einer autoritären Rechtsordnung? War das Völkerrecht je ein wirkungsvolles Instrument zur Begrenzung staatlicher Macht? Wird es zunehmend politisiert und ausgehölt? Und wenn ja, von wem geht die zentrale Bedrohung aus?
Zeppelin Universität
Prof. Dr. Maria Debre
Seit 2024 führt Prof. Dr. Maria J. Debre den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen an der Zeppelin Universität und untersucht, wie autoritäre Regime die globale Ordnung herausfordern. Zuvor vertiefte sie ihren Blick für internationale Krisendynamiken an der Universität Potsdam, der Maastricht University und als Fox Fellow an der Yale University.
Workshop #4 mit Flurina Ambühl
Psychologische Sicherheit in politisch angespannten Zeiten: Welchen Einfluss hat Dialog aktuell noch?
Presented by Rolls Royce
Psychologische Sicherheit war zuletzt ein wichtiges Thema für Organisationen, die den Erfolg ihrer Teams auch in unsicheren Zeiten und in komplexen Situationen sicherstellen wollen. Besonders durch die Google-Studie „Aristoteles“ und das Buch „A fearless organization“ von Harvard-Professorin Amy Edmondson ist die Relevanz eines sicheren Raums für den Dialog zwischen Menschen in den Fokus gerückt.
In der aktuell angespannten politischen Lage liest man hingegen häufig, dass wir als Gesellschaft verlernen überhaupt noch einen Dialog mit verschiedenen Ansichten zu führen. Gemeinsam gehen wir daher der Frage nach: Welchen Einfluss hat ein gut geführter Dialog aktuell noch? Und wie können wir dafür sorgen, dass die psychologische Sicherheit als Grundlage dazu vorhanden ist?
Transformation Coach / Rolls-Royce Power Systems AG
Flurina Ambühl
Flurina Ambühl ist Transformation Coach im Bereich Organisationsentwicklung bei Rolls-Royce Power Systems. Nach ihrem Master-Abschluss in Managament & Economics an der Zeppelin Universität arbeitete sie bei Rolls-Royce Power Systems in verschiedenen Positionen im Marketing und Kommunikation, u.a. für den Bereich Digital.
© Stefan Söll
Workshop #5 mit Prof. Dr. Matthias Weiss
Innovation, Transformation und KI – Herausforderungen für unsere Gesellschaft
Presented by Zeppelin University
Digitale Technologien, insbesondere die künstliche Intelligenz (KI), verändern unsere Welt rasant – von Wirtschaft und Bildung bis hin zu Wertvorstellungen und gesellschaftlichem Zusammenleben. Dieser interaktive Workshop beleuchtet die gesellschaftlichen Auswirkungen von Innovation und daraus folgender technologischer Transformation. Im ersten Teil bietet ein Impulsvortrag einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und zentrale Herausforderungen im Umgang mit KI und digitaler Transformation. Im zweiten Teil diskutieren wir gemeinsam: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für unsere Gesellschaft? Und wie können wir Innovation verantwortungsvoll und nachhaltig gestalten? Ziel ist es, ein kritisches Bewusstsein zu fördern, Perspektiven auszutauschen und Impulse für eine zukunftsfähige Gestaltung von Technologie und Gesellschaft zu gewinnen, die nicht nur einer Minderheit zugutekommt.
Zeppelin Universität
Prof. Dr. Matthias Weiss
Prof. Dr. Matthias Weiss, promoviert an der WHU und habilitiert an der LMU München, ist Inhaber des ZEPPELIN-Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Transformation an der ZU. Er forscht daran, wie Menschen in Organisationen befähigt werden können, Innovationen zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, Unternehmen Wege aufzuzeigen, um Innovationspotenziale wirksam zu nutzen.
Workshop #6 mit Katja Stockburger-Sinner
Handel als Waffe - Die neuen Fronten globaler Konflikte
Presented by ZF
Globaler Handel ist längst mehr als der Austausch von Waren. In Zeiten geopolitischer Rivalitäten werden wirtschaftliche Maßnahmen Sanktionen und Exportkontrollen zu strategischen Machtinstrumenten – am deutlichsten sichtbar im Wettbewerb zwischen den USA und China. Für international agierende Unternehmen können solche Maßnahmen Marktbedingungen abrupt verändern, Lieferketten unterbrechen und langfristige Geschäftsstrategien infrage stellen.
Für ein Unternehmen wie ZF stellt sich die Frage, wie man in einem Umfeld agieren kann, in dem wirtschaftliche Aktivitäten zunehmend politisch aufgeladen sind. Wie lassen sich Risiken frühzeitig identifizieren und handhaben? Wie können Geschäftsentscheidungen und die Auswahl von Partnern fundiert und vorausschauend getroffen werden? Und wie gelingt es, Trade Compliance weltweit konsistent umzusetzen, ohne an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen?
Der Workshop lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu beleuchten und zu diskutieren – mit Blick auf die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und ihre konkreten Auswirkungen auf internationale Unternehmen.
Head of Foreign Trade der ZF Group
Katja Stockburger-Sinner
Katja Stockburger-Sinner ist Syndikusrechtsanwältin und Leiterin der zentralen Governance Abteilung "Foreign Trade" der ZF Friedrichshafen AG. Sie hat umfangreiche internationale Erfahrung durch diverse Auslandsaufenthalte in USA, Südafrika, UK, Frankreich und Schweden gesammelt und berät den ZF-Konzern zum Außenwirtschaftsrecht.
Workshop #7 mit Dr. Eda Keremoğlu
Netz, Macht, Kontrolle: Wie Autokratien das Internet regieren
Presented by ZF
Das Internet gilt zugleich als Chance für mehr Freiheit und als Instrument autoritärer Herrschaft. Der Workshop beleuchtet, wie Autokratien digitale Kommunikation auf verschiedenen Ebenen kontrollieren: durch Zugangsbeschränkungen, Überwachung, Zensur und Propaganda. Im Zentrum steht die „digitale Werkzeugkiste“ autoritärer Regime und ihr Zusammenspiel mit klassischen Strategien wie Repression, Kooptation und Legitimation. Diskutiert werden zudem zentrale Forschungsfragen: Wie lassen sich die unterschiedlichen Taktiken theoretisch einordnen? Welche empirischen Belege gibt es für ihre Wirksamkeit – und unter welchen Bedingungen erweisen sie sich als kontraproduktiv? Ziel ist es, ein systematisches Verständnis von Internetkontrolle als Bestandteil moderner Autokratien zu entwickeln. Abschließend wird auch die Frage gestellt, inwiefern Demokratien – etwa durch Plattformregulierung oder Überwachungspraktiken – selbst an Grenzen stoßen, wenn es um den Schutz freier Meinungsäußerung im digitalen Raum geht.
Universität Konstanz
Dr. Eda Keremoğlu
Dr. Eda Keremoğlu ist Postdoktorandin in der Forschungsgruppe „Communication, Networks and Contention“ am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz. Ihre Forschung konzentriert sich auf vergleichende Autoritarismusforschung, digitale Politik, Repression und gesellschaftliche Kooptation.
© Ulrike Sommer