Mit dem Intarder stehen dem Fahrer mehrere Bremsstufen zur Auswahl, um die Bremsleistung des Fahrzeugs optimal an Streckenverlauf und Verkehrssituation anzupassen. Die hydrodynamische Strömungsbremse verzögert dabei unabhängig von der Motordrehzahl und ermöglicht verschleißfreies Dauerbremsen. Auch während des Kuppelns und Schaltens wird die Bremskraft nicht unterbrochen.
Im Gegensatz zu Retardern anderer Hersteller wird der Intarder platzsparend in das Getriebe integriert. Er lässt sich damit einfach an manuelle und automatische Getriebesysteme anbauen und optimal in das Fahrzeug-Bremsenmanagement inklusive Tempomat-Funktion einbinden.
Verfügbar ist der Intarder sowohl für manuelle ZF-Synchrongetriebe mit 9, 12 und 16 Gängen als auch für die automatisierten Getriebe AS Tronic, TC Tronic und TraXon.
| Datenblätter für folgende Produkte: |
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| Intarder für TraXon |
| Intarder für ZF-Ecosplit |
| Produktübersicht für die oben aufgeführten Produkte |
Der ZF-Intarder ist eine hydrodynamisch arbeitende Strömungsbremse. Er ist abtriebsseitig im Getriebe integriert und hat einen gemeinsamen Ölkreislauf mit dem Getriebe.
So funktioniert der Intarder
Im Inneren des Intarders stehen sich die Schaufelräder des Rotors und des Stators gegenüber. Der Rotor ist über eine Hochtreiberstufe (i = 1:2) an die Abtriebswelle des Getriebes gekoppelt und wird mit der doppelten Drehzahl des Getriebeabtriebs angetrieben.
Beim Betätigen des Intarders strömt Öl in den Retarderraum. Der Rotor beschleunigt das Öl und versetzt es in eine Kreiselbewegung. Auf seinem Umlaufweg gelangt das Öl in die stillstehenden Schaufelräume des Stators, wo es umgelenkt und zum Rotor zurückgeführt wird. Durch die Umströmung der Rotorschaufeln entsteht ein Drehmoment, das der Bewegungsrichtung des Rotors entgegenwirkt. Dieses Bremsmoment wird über die Hochtreiberstufe zurück auf den Getriebeabtrieb, und damit auf den Antriebsstrang, übertragen. Das Fahrzeug wird abgebremst.
Die entstehende Bremsenergie wird in Wärmeenergie umgewandelt, die über den Wärmetauscher an den Kühlkreislauf des Fahrzeugmotors abgeführt wird.
Während einer Bremsung läuft das Öl, das die Bremsenergie ableitet, auf kurzem Wege zwischen Intarder und Wärmetauscher um.
Ist der Intarder ausgeschaltet, wird mit der Hydraulikpumpe das Öl aus dem Getriebe direkt durch den Intarder-Wärmetauscher geführt. Dadurch werden Temperaturspitzen im Getriebe vermieden und im Mittel eine deutlich niedrigere Öltemperatur erreicht. Dies führt insgesamt zu einer geringeren Ölalterung. Die Lebensdauer aller Komponenten wird positiv beeinflusst.
Eine Besonderheit des Intarders ist die Heizfunktion:
In der Startphase des Nutzfahrzeugs erwärmt sich das Kühlwasser deutlich schneller als das Getriebeöl. Der Kühlkreislauf bzw. der Temperaturaustausch wird jetzt umgekehrt, so dass die Wärme des Motorkühlwassers auf das kühlere Getriebeöl übertragen wird. Das Getriebeöl erreicht schneller seine Betriebstemperatur und das gesamte System arbeitet schneller im optimalen Temperatur- und Wirkungsgradbereich.
Wenn die Betriebstemperatur des Getriebeöls erreicht ist, wird der Temperaturaustausch wieder in den normalen Kühlmodus geschaltet. Das Getriebeöl gibt die durch Bremsungen vom Intarder erzeugte Wärmemenge dann wieder an das Kühlwasser ab.