Vom Maschinenbau zum Cybersicherheitsexperten Cybersecurity Experten
Ich begann meine Karriere im Maschinenbau mit einer großen Leidenschaft für Fahrzeuge und Technologie. Mit der Zeit entwickelte sich dieses Interesse hin zur Cybersicherheit. Heute arbeite ich als Cybersecurity Systems Engineer bei ZF und schütze kritische Fahrzeugsysteme in einer zunehmend vernetzten und digitalen Automobilwelt.
Wie alles begann: Von Chennai nach Michigan
Ich wuchs in Chennai, Indien, auf und absolvierte meinen Bachelorabschluss in Maschinenbau an der Sathyabama University. Schon damals war ich fasziniert von Fahrzeugen – wie sie sich bewegen, wie sie gebaut sind und wie rasant sich die Technik weiterentwickelt.
Diese Neugier brachte mich in die USA, wo ich meinen Master in Automotive System Engineering an der University of Michigan – Dearborn abschloss. Dieses praxisorientierte, industriebezogene Programm war im Herzen der US-Automobilindustrie angesiedelt – ideal, um zu verstehen, wie Fahrzeuge nicht nur mechanisch, sondern auch elektronisch und digital intelligenter werden.
Der Wendepunkt: Cybersicherheit
Nach meinem Einstieg als Produktentwickler wechselte ich zu Ford Motor Company als Systems Engineer. Dort kam ich zum ersten Mal mit dem Thema Cybersicherheit in Berührung. Ich arbeitete an Systemdesigns mit Fokus auf Sicherheitsaspekte – identifizierte potenzielle Bedrohungen, berücksichtigte regulatorische Anforderungen und stellte sicher, dass unsere Systeme widerstandsfähig waren.
In diesem Moment machte es Klick: Cybersicherheit war kein Randthema – sie würde ein zentraler Bestandteil zukünftiger Automobilinnovationen sein. Mir wurde klar, wie anfällig moderne Fahrzeuge tatsächlich sind, und ich verspürte den Wunsch, an vorderster Front daran mitzuwirken, sie zu schützen. Dieser Aha-Moment prägte meinen weiteren beruflichen Weg nachhaltig
Der Weg zum Cybersecurity Systems Engineer
Als sich die Gelegenheit bot, bei ZF als Cybersecurity Systems Engineer einzusteigen, habe ich sie sofort ergriffen. Heute arbeite ich in Livonia, Michigan, und konzentriere mich darauf, einige der kritischsten Fahrzeugsysteme – etwa Bremsen und Lenkung – vor Cyberbedrohungen zu schützen.
Gerade diese sicherheitsrelevanten Systeme sind in vernetzten Fahrzeugen stärker denn je Risiken wie Hacking oder unbefugtem Zugriff ausgesetzt. Meine Aufgabe ist es, genau das zu verhindern. Gemeinsam mit meinem Team sorgen wir dafür, dass Sicherheitsmaßnahmen von Beginn an in die Systementwicklung integriert werden – und nicht erst im Nachhinein
Mein Alltag: Praktische Cybersicherheit
Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, um diese zu beheben oder zu verhindern. Dazu gehören Risikoanalysen, das Durchdenken möglicher Angriffsszenarien und das Erstellen von Sicherheitsanforderungen, die die Systementwicklung leiten. Wir orientieren uns dabei an internationalen Standards, um höchste Sicherheits- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
Ich arbeite nicht im Alleingang – im Gegenteil. Täglich arbeite ich eng mit Systemingenieuren, Softwareentwicklern und anderen Teams zusammen, um Cybersicherheit nahtlos in den Entwicklungsprozess zu integrieren. Wir führen regelmäßige Besprechungen, Reviews und Workshops durch, um abgestimmt zu bleiben und Sicherheit in jeder Entwicklungsphase mitzudenken.
Diese Werkzeuge, Standards und Kompetenzen gehören zu meinem Alltag:
· Branchenstandards: ISO/SAE 21434, UNECE R155
· Cybersicherheits-V-Modell, Secure SDLC
· ECU-Sicherheitsdesign, sichere CAN-Kommunikation, sichere Diagnosesysteme
· Kryptographische Verfahren, Authentifizierungsprotokolle, sichere Bootloader
· Reverse Engineering, Penetrationstests, Firmware-Analyse
· Threat Modeling (z. B. STRIDE, HEAVENS)
· Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit System-, Software- und Safety-Teams
· Tools wie CANoe, Wireshark, JTAG-Debugger, IDEs und Traceability-Tools
Prozessverbesserung: Mehr Effizienz in der Sicherheit
Ein Projekt, auf das ich besonders stolz bin, ist die Optimierung der Sicherheitsanforderungen im Entwicklungsprozess. Ich habe die Initiative ergriffen, um diesen Prozess schneller und effizienter zu gestalten. Dabei konnten wir manuelle Schritte reduzieren, die Nachverfolgbarkeit deutlich verbessern und sicherstellen, dass alle Anforderungen eng mit den übergeordneten Systemzielen verknüpft bleiben. Dadurch erkennen wir potenzielle Probleme deutlich früher und gewinnen wertvolle Zeit in unseren Projektabläufen. Unser gesamter Sicherheitsansatz ist seither flexibler, effizienter und deutlich reaktionsschneller.
Warum ich liebe, was ich tue
Eine der größten Herausforderungen in meinem Job ist, dass sich die Bedrohungslage ständig verändert. Fahrzeuge sind heute stärker vernetzt denn je – mit Bluetooth, WLAN und Mobilfunk – und damit auch anfälliger für Angriffe. Ich setze mich daher aktiv dafür ein, eine Sicherheitskultur im Team zu fördern, damit alle die Bedeutung von Cybersecurity verstehen. Was mich an meiner Arbeit besonders motiviert, ist der direkte Beitrag zur Sicherheit von Fahrer:innen und Passagieren. Wenn man sich vor Augen führt, wie zentral Systeme wie Bremse und Lenkung für die Fahrzeugkontrolle sind, wird schnell klar, warum Cybersicherheit hier entscheidend ist. Gleichzeitig schätze ich die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit – denn gerade wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, entstehen Lösungen, die wirklich sicher und zuverlässig sind.
Erika Briedikova ist ein ZF FutureStarter
Weiterentwicklung und Blick in die Zukunft
ZF bietet mir ein ideales Umfeld für persönliches und berufliches Wachstum. Die Unternehmenskultur fördert kontinuierliches Lernen und unterstützt eine ausgewogene Work-Life-Balance. Je nach Projektlage habe ich die Möglichkeit, meine Arbeitszeit flexibel zu gestalten oder im Homeoffice zu arbeiten – das hilft mir, Beruf und Privates gut zu vereinbaren. Zudem nehme ich an einem Mentorenprogramm teil, das mich mit erfahrenen Führungskräften vernetzt. Diese wöchentlichen Gespräche haben mir geholfen, strategischer zu denken und meine Herangehensweise an Herausforderungen sowie an die Zusammenarbeit im Team weiterzuentwickeln.
Bei ZF bin ich stolz darauf, ein „FutureStarter“ zu sein – jemand, der Innovationen vorantreibt und die Mobilität der Zukunft aktiv mitgestaltet. Mit Neugier, Teamgeist und einer großen Leidenschaft für Cybersicherheit setze ich mich dafür ein, Fahrzeuge sicherer, intelligenter und vertrauenswürdiger zu machen.