Kabel, Chips und Cybersicherheit – Die Geschichte eines Elektroingenieurs
Meine Karriere bei ZF war eine Reise des Wachstums und der Innovation. Vom Sommerpraktikum an habe ich mich weiterentwickelt und zu Projekten in Automobilelektronik, Lenksystemen, Videosystemen und Cybersicherheit beigetragen. Als Senior Technical Specialist erweitere ich meine Fähigkeiten und leite komplexe Projekte im gesamten Unternehmen.
Frühe Funken: Eine Kindheitsfaszination für Elektronik
Ich habe schon in jungen Jahren mit dem Ingenieurswesen begonnen! Als ich vier oder fünf Jahre alt war baute mein Vater eine Platine mit einigen Schraubklemmen, einer Batterie, einer Lampe und einem Schalter. Er gab meinem Bruder und mir einen kleinen Schraubendreher und einige Drahtstücke. Wir sollten so das Licht zum Leuchten bringen. Zu dieser Zeit dachte ich, das sei das Beste auf der Welt!
An meinem zehnten Geburtstag haben mir meine Eltern schließlich ein Buch mit Elektronikprojekten geschenkt. Am Nachmittag gingen wir zu unserem örtlichen Elektroladen – Ein Gewölbe voller elektronischer Artikel und einem Ladentisch mit verschiedenen Komponenten. Wir kauften eine sorgfältig ausgewählte Auswahl von Komponenten, genug, um ein Kristallradio und eine Alarmanlage zu bauen. Wir gaben sogar Geld für eine (und wirklich nur eine) dieser neuartigen (und vor allem teuren!) grünen LEDs aus! Das Bauen des Kristallradios war eine völlig neue Erfahrung – das Löten der Teile auf Lochrasterplatten und dann das Hören von Radio1 ohne Batterien, wobei wir die Bettfedern als Antennen benutzten. Das hat mich gefesselt! In meinen Teenagerjahren sammelte ich weitere zufällige Komponenten, Steckbretter und sogar ein altes analoges Oszilloskop. Ich lernte auch die Familiencomputer zu programmieren (einen ZX Spectrum und einen Amstrad CPC6128).
An der Universität habe ich Elektro- und Elektroniktechnik studiert und währenddessen eine kleine Arbeit über Fahrzeugelektronik geschrieben. Mein Tutor hatte eine Verbindung zur Firma Lucas und schlug vor, dass ich mich um einen Sommerpraktikumsplatz bewerben sollte. Ich war erfolgreich und verbrachte zehn Wochen in diesem Sommer damit Simulationen von elektronischer Servolenkung (die zu dieser Zeit noch kein Produkt, sondern nur ein Forschungsprojekt waren) zu bearbeiten und erhielt dadurch ein Jobangebot für das folgende Jahr.
Beruflicher Werdegang: Von Lucas zu ZF
Nach einem denkwürdigen Start (Ich ließ den magischen Rauch aus einer Platine, an der ich seit dem ersten Tag arbeitete) erwartete ich, dass ich zwei oder drei Jahre bei Lucas verbringen werde. Die Karrieremöglichkeiten schienen zu dem Zeitpunkt darin zu bestehen „in das Projektmanagement zu wechseln und, wenn man Glück hat, Abteilungsleiter zu werden“. Glücklicherweise kam aber alles anders! Die Abteilung, in der ich arbeitete, wurde zu einer internen Beratungsfirma und als Ergebnis habe ich den Rest meiner Karriere damit verbracht, an einer Vielzahl von Projekten im Unternehmen zu arbeiten, sodass ich keinen Grund hatte, zu wechseln.
Martin Thompson, Senior Technical Specialist, UK
Neue und interessante Arbeit war für mich immer vorhanden. Die Firmennamen haben sich aber geändert – Lucas, LucasVarity, TRW, Northrop Grumman (nachdem sie TRW aufgekauft haben), TRW-Automotive (nachdem Northrop Grumman uns wieder abgespalten hat) und schließlich ZF – aber das Interesse ist geblieben!
Bahnbrechende Projekte und Technologien
Meine Karriere als technischer Mitarbeiter hat sich ständig weiterentwickelt. Mir wurden komplexere und interessantere Projekte übertragen, während ich als Ingenieur gewachsen bin. Ich hatte das unglaubliche Glück an vorderster Front an vielen Produkten zu arbeiten; von Lenksystemen über Radare bis hin zu Visionsystemen. Tatsächlich habe ich den Low-Level-Bildverarbeitungscode für das allererste Visionsystem geschrieben, das TRW verkauft hat (T-CAM genannt, bevor wir mit Mobileye zusammengearbeitet und die S-CAM Familien geschaffen haben).
S-Cam 4.8 151
Ich habe ebenso das Leiterplattenlayout für die anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitsabschnitte der Kamera der dritten Generation gemacht. Neben produktbezogenen Aktivitäten, wurde mir die spaßige Aufgabe übertragen eine Multi-Prozessor-FPGA (von Grund auf) zu entwickeln, die unsere Beratungsfirma für eine Vielzahl von Embedded-Systemaufgaben verwendet hat. Ich hatte die Möglichkeit die Elektronik zu entwerfen, das Leiterplattenlayout zu erstellen, die Low-Level-Software zu schreiben, einige Gerätetreiber zu schreiben, Linux zu starten und (in einem Projekt) eine Bluetooth-Verbindung zu einem Mobiltelefon herzustellen (das war damals schwieriger als es sich anhört) – Ich war also eine Art Full-Stack-Ingenieur! Seit 2015 beschäftige ich mich mit Themen der Produktsicherheit, was mir die Möglichkeit gegeben hat viele neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu entwickeln und einen Einfluss zu haben, der sich auf große Teile des Unternehmens ausbreitet. Es macht mir Spaß, pragmatisch die optimalen Typen und Stufen von Cybersicherheitskontrollen zu finden und diese gegen die Einschränkungen der Projekte abzuwägen, in denen sie implementiert werden müssen.
Lebenslanges Lernen
Im Laufe meiner Karriere hat mir das Unternehmen die Möglichkeit gegeben mich technisch weiterzuentwickeln, ohne Managementaufgaben zu übernehmen. Jetzt bin ich ein „Senior Technical Specialist“ (leitender technischer Spezialist), der in Teilzeit an einem Doktortitel arbeitet (Wofür ich ZF für die große Unterstützung sehr dankbar bin!). Außerdem nehme ich an einer Vielzahl von Cybersecuritybezogenen Aktivitäten teil, die Produkte aus allen Produktlinien des Unternehmens betreffen. Ich blicke nun nach vorne und bin gespannt, was die Zukunft bei ZF noch für mich bereithält. Wenn man auf die Vergangenheit zurückblickt und diese beurteilen würde, könnten es noch aufregendere Zeiten sein, die auf mich zukommen.