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Roboter auf der letzten Meile

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Das Internet und E-Commerce haben unser Kaufverhalten massiv verändert, aber zu mehr Lieferverkehr in den Städten geführt. Intelligente Zustellfahrzeuge („Bots“) können die „Letzte Meile“ bis zur Tür nachhaltiger machen und mehr Komfort bringen.
Lars Weitbrecht, 07. Dezember 2017
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Lars Weitbrecht kommt ursprünglich aus der Musik- und Gamingbranche, hält aber neben Gamepad und Gitarre auch gerne Stift und Lenkrad in der Hand.
Die gute Nachricht zuerst: In London hat die Zahl der Pendler abgenommen, was der englischen Hauptstadt, für ihre Luftbelastung berüchtigt, zu Gute käme. Die schlechte Nachricht gleich hinterher: Dennoch ist das Verkehrsaufkommen gestiegen, weil Online-Shopping und E-Commerce für einen Boom der innerstädtischen Logistik sorgt. Da die Lieferfahrzeuge oft in zweiter Reihe (und natürlich mit laufendem Motor) halten, wird das ohnehin verkeilte Londoner Straßennetz nun noch undurchlässiger und stickiger.

Stadtlogistik nachhaltig neu gedacht

Stadtlogistik nachhaltig neu gedacht

Der geschilderte Fall zeigt, dass Verkehrsplaner nicht nur den privaten Pkw und den Personennahverkehr neu denken müssen, sondern auch die Zustell-Logistik. Da ist es vorteilhaft, dass Elektromobilität und autonomes Fahren können auch auf diesem Feld viele Probleme lösen können. Gerade die sogenannte „letzte Meile“, also die Strecke zwischen Verteilerzentrum und Adressat, bietet interessante Herausforderungen und Platz für Innovationen, so eines der Ergebnisse der ZF-Zukunftsstudie 2016 .

Wenn der Roboter zweimal klingelt

Wenn der Roboter zweimal klingelt

Ein Beispiel: Besonders Menschen, die häufig den Warenkorb bei Amazon und Co. befüllen, sind selten während der normalen Zustellzeiten zu Hause anzutreffen. Selbstfahrende Paketbots, angedacht von Start-ups und traditionellen Unternehmen gleichermaßen, könnten hier eine Lösung bieten, beispielsweise indem sie zu Wunschzeiten an der Tür klingeln – selbst dann, wenn der Briefträger schon im Feierabend ist.
Autonome Lieferfahrzeuge können auch die Zusteller unterstützen und effizienter machen. Einen ersten Testlauf in diese Richtung unternimmt die Deutsche Post DHL unternimmt vom Jahr 2018 an. Dann nämlich startet eine kleine Flotte von elektrischen Streetscootern. Diese sollen dank der KI-fähigen Steuereinheit ZF Pro AI selbstständig Teile der Route abfahren und damit dem Postboten Arbeit abnehmen.
Fazit: Hochautomatisierte, lokal emissionsfreie Fahrzeuge können die Versandlogistik in der Stadt der Zukunft nachhaltig ergänzen und entlasten.
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