2019

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Von der Fiktion zur Wirklichkeit

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Tags: NullUnfälle, AutonomesFahren, KünstlicheIntelligenz, SeeThinkAct, Karriere

Dennis Windmeier, 16. Oktober 2019
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Dennis Windmeier schloss 2013 sein Informatik-Studium ab. Seit 2017 ist er als Senior Software Developer bei der ZF-Tochter Zukunft Mobility GmbH in Kösching tätig.
Als Junge begeisterte sich Dennis Windmeier für fahrerlose fliegende Autos. Als Softwareentwickler bei der Zukunft Mobility GmbH schafft er heute die Grundlagen, mit denen autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen Realität werden sollen.

Als Kind habe ich in den 1990er-Jahren einmal eine Geschichte von autonomen Autos gelesen, die sogar fliegen konnten – und war davon völlig begeistert. Dass ich Jahre später einmal Informatik studieren und als Softwareentwickler an Konzepten für künftige Fahrerassistenzfunktionen arbeiten würde, war damals natürlich nicht absehbar. Genauso wenig wie der technologische Fortschritt, durch den heute hochautomatisierte Fahrzeuge oder Fluggeräte greifbare Realität geworden sind.

Um sie tatsächlich im alltäglichen Verkehr einsetzen zu können, müssen vielfältige Ideen für ihre umfangreichen Softwarefunktionen entwickelt und getestet werden. Denn nur so können die nötigen Grundlagen geschaffen werden, die für die spätere Serienentwicklung und Integration in Fahrzeuge benötigt werden. Genau daran darf ich heute als Softwareentwickler täglich mitarbeiten. Für mich ist damit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.

Kernziel: Innovationen schaffen

Kernziel: Innovationen schaffen

Mein Arbeitgeber, die Zukunft Mobility GmbH in Kösching bei Ingolstadt, ist als hundertprozentige Tochtergesellschaft von ZF auf die Entwicklung von Funktionen, Software, Sensorik sowie Simulations- und Testverfahren für Fahrerassistenzsysteme, die integrale Fahrzeugsicherheit und das autonome Fahren spezialisiert. Grundsätzlich ist unser Ziel, Innovationen zu schaffen. Wir haben sehr große Freiräume, um unsere Ansätze entfalten zu können. Wir beginnen mit grundlegenden Ideen und Konzepten für Fahrerassistenzfunktionen. Die wir dann einem „Proof of Concept“, also einem Machtbarkeitsnachweis, unterziehen. Agile Arbeitsweisen, flache Hierarchien und selbstorganisierte Teams gehören zu unserer Firmenkultur.
„Wir haben sehr große Freiräume, um unsere Ansätze entfalten zu können.“
— Dennis Windmeier

Freies Denken gefragt

Freies Denken gefragt

Ideen experimentell umzusetzen und dann zu evaluieren, wofür diese später genutzt werden können, ist die grundsätzliche Methode, mit der wir uns Innovationen nähern. Dazu gehört auch, manchmal in einer Sackgasse zu landen. Dadurch darf man sich nicht demotivieren lassen! Denn auch solche Erkenntnisse sind wichtig, um Schlüsse daraus zu ziehen und Alternativen zu erarbeiten. Trial-and-Error-Learning, wie es im Englischen so schön heißt. Für mich liegt aber genau darin der Reiz: Wir arbeiten nicht von vornherein mit engen Vorgaben und Beschränkungen.

Wir starten also nicht mit einer vorgegebenen konkreten Hardwarekonfiguration, für die wir neue Funktionen entwickeln sollen. Wenn sich eine Softwarefunktion grundsätzlich als interessant herausstellt, um etwa einen Crash durch ein automatisches Fahrmanöver zu vermeiden oder eine Komfortfunktion zu ermöglichen, probieren wir sie auf Versuchshardware in Prototypen aus. Auf einem Prüfgelände lässt sich so real testen und beurteilen, ob Funktionen für die Serienentwicklung realistisch sind und weiterverfolgt werden sollten.

Autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr bringen

Autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr bringen

Dabei können unsere Ergebnisse auch durchaus helfen, künftige Hardwareanforderungen zu erkennen und zu formulieren. Für ZF als Gesamtanbieter automatisierter Fahrsysteme – von der Sensorik bis zur Aktorik – sind solche Impulse wertvoll. Denn unser übergeordnetes gemeinsames Ziel ist es, autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr zu bringen und diesen dadurch sicherer, effizienter und bequemer zu machen.

Die Grundlagen, die meine Kollegen und ich erarbeiten, kann der Konzern vielfältig nutzen. Ob Pkw, Kleinbus, Nutzfahrzeug oder Landmaschine – ZF entwickelt automatisierte Fahrsysteme für zahlreiche Anwendungen.

Mittlerweile bin ich übrigens selbst Vater von zwei Kindern. Für sie werden autonome Fahrzeuge, die für mich früher Fiktion waren, sicher bald erlebbar sein. Natürlich würde ich mich freuen, wenn sie meine Begeisterung dafür teilen. Aber viel wichtiger ist mir, dass der Verkehr dadurch für sie und folgende Generationen sicherer wird. Dass ich dazu mit meinem Beruf ein Stück beitragen kann, ist für mich ein sehr wichtiger Aspekt.

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