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Autonomes Fahren: Angst vor Kontrollverlust?

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Tags: KünstlicheIntelligenz, SeeThinkAct, Connectivity

Von Frankenstein bis Matrix: Literatur und Filme sind voller Konflikte zwischen Maschinen und Menschen. Auch einem autonomen Fahrzeug die Kontrolle zu übergeben, würde den meisten schwerfallen. Dabei bringt die Automatisierung viele Vorteile.
Lars Weitbrecht, 27. August 2019
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Lars Weitbrecht kommt ursprünglich aus der Musik- und Gamingbranche, hält aber neben Gamepad und Gitarre auch gerne Stift und Lenkrad in der Hand.
Hollywood prägt unser Denken. Der mörderische Supercomputer HAL 9000, der Terminator und die böswilligen Matrix-Agenten: Der Kampf Mensch gegen Maschine ist ein gern eingesetzter Konflikt in der Popkultur. Und über die Kinokasse hinaus beeinflussen diese Werke die Diskussion über die Ethik von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung.

Skepsis gegenüber autonomen Fahrzeugen

Skepsis gegenüber autonomen Fahrzeugen

Das gilt auch für das Auto. Einem autonomen Fahrzeug vollständig die Kontrolle zu übergeben – das würde vielen Menschen schwerfallen. So äußerten beispielsweise 67 Prozent der Befragten bei einer von der Bertelsmann-Stiftung beauftragten Umfrage, dass sie komplett autonom fahrenden Fahrzeugen skeptisch gegenüberstehen würden. Befragt nach den Gründen für das Misstrauen, nannten 83 Prozent den Verlust der Kontrolle über das Auto. Nach Angst vor Unfällen und fehlerhafter Technik der zweithöchste Wert.

Wichtiger Schlüssel, um Unfälle zu verhindern

Wichtiger Schlüssel, um Unfälle zu verhindern

Zu Unrecht, wie andere Studien zeigen. Denn gerade die Automatisierung ist ein wichtiger Schlüssel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen. „Autonomes Fahren und automatisierte Assistenzsysteme sind in den kommenden Jahrzehnten ein wichtiger Schlüssel zu einem Verkehr ohne schwere und tödliche Unfälle“, heißt es etwa in der ADAC-Zukunftsstudie „Die Evolution der Mobilität“. Vor allem wird sie dabei helfen, das Unfallrisiko Unaufmerksamkeit zu mindern. Diese gehört nämlich weltweit zu den hauptsächlichen Crashursachen. In manchen Ländern hat Unaufmerksamkeit sogar Trunkenheit am Steuer von Platz 1 verdrängt.
Fakt: Das menschliche Hirn ist nicht optimal für das Autofahren ausgelegt. Einen Pkw bei hoher Geschwindigkeit sicher zu bewegen und dabei auf Verkehrszeichen und die vielen anderen Gefährte zu achten, ist eine ziemliche mentale Anstrengung. Und weil wir Menschen sind, können wir diese nicht immer gleich gut leisten. Viele fühlen sich beim Autofahren überfordert. Deshalb unterstützen uns elektronische Helfer, die unsere Schwächen im immer komplexer werdenden Verkehr ausgleichen.

3 Bereiche, in denen uns Technik optimal unterstützt:

3 Bereiche, in denen uns Technik optimal unterstützt:

1. Sicht
Radar, Lidar und Kamera sehen insgesamt besser – und viel besser bei Dunkelheit oder schwierigen Umweltbedingungen wie Nässe, Nebel oder Schnee. Immer vorausgesetzt, die Sensoren sind auf diese Verhältnisse ausgelegt. Werden sie intelligent gebündelt, gestatten sie einen umfassenden und detaillierten 360-Grad-Blick.

2. Aufmerksamkeit
Ein Computer ermüdet nicht. Auch beim hundertsten Durchfahren derselben Situation ist er von Beginn an „voll da“. Gerade ähnliche und monotone Situationen sind für Menschen aber der Konzentrations-Killer Nummer 1. Ein hoher Grad an Automatisierung macht aber einen Supercomputer nötig. Mit ZF ProAI RoboThink liefert ZF den leistungsstärksten KI-fähigen Zentralrechner im Automotive-Umfeld.

3. Reaktionszeit
Wie es der Begriff „Schrecksekunde“ sagt: Bis der Mensch sich sortiert und zu einer Reaktion durchgerungen hat, vergeht wertvolle Zeit. Hat ein Notbremsassistent ein Hindernis erkannt, handelt er praktisch ohne Verzögerung – und macht so wertvollen Bremsweg gut. Auch ZF entwickelt intelligente Notbrems- und Ausweichassistenten, die den Fahrer im Ernstfall unterstützen können.

Mensch und Maschine: So gelingt ein Miteinander

Mensch und Maschine: So gelingt ein Miteinander

Doch nach wie vor gibt es Bereiche im Straßenverkehr, die der Mensch besser beherrscht als die Technik. Das gilt insbesondere für den Gesamtüberblick. Der Mensch erfasst heute noch Situationen (auch Verkehrssituationen) intuitiv ganzheitlich und das – je nach individueller Erfahrung – sehr schnell. Ob eine Papiertüte vors Auto weht oder ein Hund gesprungen kommt – das ist Menschen auf den ersten Blick klar. Maschinen müssen dieses zuverlässige Interpretieren von Bild- und Sensordaten erst lernen.
Es wird also auf absehbare Zukunft auf ein gutes Zusammenspiel von Mensch und Maschine ankommen. Wie das aussehen kann, zeigt ZF mit dem „Level 2+“-System ZF coPILOT. Das intelligente Fahrassistenzsystem bietet Fahr- und Sicherheitsfunktionen, die deutlich über die Leistung eines regulären Level-2-Systems für teilautomatisiertes Fahren hinausgehen. So analysiert der ZF coPILOT etwa permanent die Fahrzeugumgebung, erkennt dabei Fußgänger oder entgegenkommenden Fahrzeuge und assistiert dem menschlichen Fahrer, sollte der etwas übersehen.

#MobilityLifeBalance

Mit einer Initiative stellt ZF den Menschen in den Mittelpunkt von Mobilitätsangeboten und zeigt Lösungen, wo und wie dies am besten gelingt.

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