Commercial Vehicle Solutions
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City Bus CMS:
Bremst klüger, nicht härter!

Mit Sensoren zu mehr Sicherheit

Es klingt wie eine Floskel, aber der beste Weg zu mehr Verkehrssicherheit ist nach wie vor, Unfälle zu vermeiden. Deshalb gehört zum Konzept des City Bus Collision Mitigation System (kurz: City Bus CMS) eine Auffahrwarnung (Forward Collision Warning, FCW). Hochmoderne Kamera- und Radarsensoren von ZF überwachen dabei kontinuierlich den Verkehrsfluss. Erkennen sie ein mögliches Hindernis im Fahrweg des Busses, schlägt das City Bus CMS Alarm – sowohl durch ein akustisches Signal als auch durch eine optische Anzeige im Armaturenbrett des Fahrers.

Gleichzeitig setzt der aktive Bremsassistent ein. Dieser ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil vom City Bus CMS und reduziert die Geschwindigkeit so stark wie möglich. Allerdings ist das Kalibrieren der Bremskraft für einen Notbremseingriff bei einem Stadtbus keine ganz einfache Angelegenheit.

ZF’s City Bus CMS basiert auf modernster intern entwickelter Sensortechnology.

Anhalten ist einfach, Bremsen will gelernt sein

Wer schon einmal während der Fahrt plötzlich stark bremsen musste, kennt die Kräfte, die auf den Körper wirken und diesen in Richtung Armaturenbrett beschleunigen. Im Auto kann man sich als Insasse auf die Sicherheitsgurte verlassen, um diese Bewegung aufzuhalten. In einem vollbesetzten Bus sieht die Lage ganz anders aus. Hier gibt es keine Sicherheitsgurte, viele Fahrgäste stehen und ahnen dazu nichts vom nahenden Zusammenstoß. „Eine plötzliche Vollbremsung kann zwar einen Aufprall verhindern. Die Fahrgäste könnten sich trotzdem verletzen, wenn sie stürzen oder aufeinanderprallen", erklärt Helmich. Bei der Entwicklung von City Bus CMS war es daher entscheidend, diese beiden Sicherheitsanforderungen in Einklang zu bringen. Die Kernfrage lautete: Wie viel Bremskraft ist notwendig, um die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zu minimieren, und wie viel Bremskraft ist maximal möglich, um dabei die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten?

ZF’s City Bus CMS bietet aktive Bremsunterstützung zugeschnitten auf Stadtbusanwendungen in komplexer, urbanen Umgebung
Mit Helm und Harnisch: Wie das Bremsprofil ensteht

Um das zu klären, gingen die Experten für Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) des ZF-Unternehmensbereichs Commercial Vehicle Solutions (CVS) weit über die gewöhnlichen Versuchsprotokolle hinaus. Auf der Teststrecke in Jeversen zog sich das Team Sicherheitsgeschirre an, setzte Helme auf und stieg, mit einem Fragebogen ausgestattet, in einen Stadtbus.

Das Testen, Dokumentieren und Auswerten der Erfahrungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Bremskräften aus der Sicht der Fahrgäste half dabei, festzustellen, wie viel Bremsintensität bei welcher Geschwindigkeit noch als akzeptabel wahrgenommen wird. „Danach mussten wir diese Erkenntnisse in Algorithmen für die Steuerungssoftware des Systems umsetzen“, sagt Jakob Schmidt, Customer-Requirements-Ingenieur bei ZF. „Wir haben die Daten mit den fortschrittlichen Bremsfunktionen von ZF vernetzt, die genau auf die jeweilige Fahrzeuggeschwindigkeit und das Gewicht des Fahrzeugs abgestimmt sind. Auf diese Weise erreichen wir ein nahtloses Zusammenspiel zwischen Fahrerassistenz- und Bremssystem. Der Bremsdruck wird über das gesamte Bremsprofil hinweg gezielt dosiert. Dadurch werden die Insassen deutlich weniger beeinträchtigt oder aus dem Gleichgewicht gebracht“, erklärt Schmidt. „Ein derart gut designtes Bremsprofil unterstützt den Busfahrer in diesen schwierigen Situationen bestmöglich, ohne die Passagiere zu gefährden.“

Kluges Bremsen ist der Weg nach vorne

Das City Bus CMS ist sowohl hersteller- als auch plattformunabhängig. Das bedeutet, dass es in Bussen unterschiedlichster OEMs eingesetzt werden kann, und zwar sowohl in solchen mit konventionellen Motoren als auch in E-Modellen. „Immer mehr Verkehrsbetriebe und Hersteller stellen auf nachhaltige Antriebe um. Daher haben wir ein System geplant, das sich leicht in eine breite Palette von Fahrzeugmodellen integrieren lässt. Darüber hinaus sind smarte Bremsfunktionen auch für das automatisierte Fahren wichtig – und hier sind Stadtbusanwendungen ein besonders interessanter Anwendungsfall“, sagt Philipp Helmich. „Mit diesem Projekt erschließen wir also nicht nur ein neues Marktsegment für unsere Fahrerassistenzsysteme. Wir entwickeln auch einen entscheidenden Baustein für höhere Automatisierungsgrade – ganz im Sinne unseres Unternehmensziels, die Intelligenz im Nutzfahrzeug voranzutreiben.“