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Komfortabel durch die Kurve mit CDC

E-Busse: Komfortabel durch die Kurve mit CDC

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Elektrobusse machen den öffentlichen Personennahverkehr nachhaltig. Doch sind Batterien oder Brennstoffzellen im Busdach untergebracht, ergeben sich Herausforderungen für Fahrdynamik und Komfort. Diese löst das Dämpfungssystem CDC.
Lars Weitbrecht,
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Lars Weitbrecht kommt ursprünglich aus der Musik- und Gamingbranche, hält aber neben Gamepad und Gitarre auch gerne Stift und Lenkrad in der Hand.
Ob beim Pendeln, Einkaufen oder Ausgehen: Wer als Passagier in den Elektrobus steigt, hat sich guten Gewissens für nachhaltige Mobilität entschieden. Doch die Freude darüber kann bröckeln – insbesondere, wenn die Fahrt durch verwinkelte Straßenzüge führt oder der Busfahrer Hindernissen ausweichen muss.

Meist sind schwere Batterien oder Brennstoffzellen nämlich im Dach untergebracht, um möglichst viel Platz im Passagierraum zu schaffen und eine niedrige Einstiegshöhe zu garantieren. Das verlagert den Schwerpunkt der Fahrzeuge nach oben. E-Busse haben dann ein anderes Fahrverhalten als ihre verbrennungsmotorische Vorgänger, und das führt zu einem grundlegenden Interessenkonflikt. Denn bleibt beim E-Bus das Fahrwerk weiterhin konventionell komfortabel gedämpft, kann der Aufbau schnell ins Wanken geraten. Auch beim Bremsen und Beschleunigen beginnt der Bus schnell zu „nicken“. Das deckt sich dann aber gar nicht mehr mit den Erwartungen, die viele Passagiere an Komfort haben, manchen mag dabei gar mulmig werden. Die naheliegendste Alternative ist eine deutlich straffere Abstimmung, doch die straft Fahrgäste mit meist unnötiger Härte.
Die „Continuous Damping Control“ (CDC) von ZF zeigt, wie sich diese Herausforderung mit einem semi-aktiven Dämpfungssystem und jahrzehntelanger Fahrwerkkompetenz meistern lässt.
CDC für Busse

Von engen Kurven, Komfort und Sicherheit: Wie CDC im E-Bus funktioniert

Von engen Kurven, Komfort und Sicherheit: Wie CDC im E-Bus funktioniert
Dank des adaptiven Dämpfungssystems passt sich das Bus-Fahrwerk in Sekundenbruchteilen der jeweiligen Situation an. Bei Pkw, Lastwagen und Reisebussen hat ZF mit der „Continuous Damping Control“ schon länger ein Produkt parat, dass genau das leistet. Für E-Busse hat der Technologiekonzern nun seine bewährte Technik adaptiert, um auch dort die gleichzeitigen Ansprüche an ein sicheres Fahrverhalten und hohen Komfort weiterhin zu gewährleisten.
Aber wie erkennt CDC, welche Dämpfereinstellung in der aktuellen Situation die richtige ist? Den Ausschlag gibt ein modulares Sensorset, dass Bewegungen an verschiedenen Positionen im Bus erfasst. Eine Steuerungselektronik samt Software registriert und wertet diese Informationen aus. Daraufhin regeln Dämpferventile den Ölfluss: Ein schneller Durchfluss macht den Dämpfer weich, ein langsamer Durchfluss verhärtet die Dämpfung. Das geschieht innerhalb von Millisekunden und radindividuell. Busfahrer steuern dank verbessertem Handling entspannter und sicherer durch enge Kurven und über Unebenheiten. Buspassagiere hingegen genießen mehr Komfort, da weniger Bewegungen an den Fahrgastraum weitergegeben werden. Der (virtuelle) Himmel ist für die elektronische Dämpfungssteuerung der Referenzpunkt. Nach dem „Skyhook“-Prinzip soll das Fahrzeug im übertragenen Sinn wie an einem Haken getragen über Unebenheiten hinwegschweben.
Ein intelligentes Regelsystem aus Systemsensorik, Steuerung und CDC-Stoßdämpfer.

In Zukunft (noch) besser

In Zukunft (noch) besser
Ein weiterer Vorteil von CDC: Das System bietet bereits genügend Entwicklungspotenzial für die nächste und übernächste Generation an Elektrobussen. Etwa durch die Anbindung an fortschrittliche Umgebungssensorik sowie die Vernetzung mit digitalem Kartenmaterial, Cloud-Plattformen und der Infrastruktur. Dadurch können sich Dämpfungen schon im Voraus auf Straßenunebenheiten und Fahrsituationen einstellen, was abermals ein Plus an Stabilität, Fahrdynamik und Komfort bringt. Spätestens dann befördert auch der batterieelektrische Bus seine Passagiere endgültig „wie auf Wolken“.