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GlobalProdukte & TechnologienThe Perfect Match
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The Perfect Match
Produkte & TechnologienThe Perfect Match

The Perfect Match

ZF integriert den Nutzfahrzeugspezialisten WABCO und ergänzt mit dessen Portfolio perfekt die eigene Produktpalette. Dies eröffnet dem Technologiekonzern völlig neue Chancen bei der Entwicklung intelligenter und integrierter Systeme für die Nutzfahrzeugtechnik.

Es ist ein weiterer Meilenstein in der langen Unternehmensgeschichte von ZF: Seit dem 29. Mai 2020 gehört der amerikanische Nutzfahrzeugtechnikhersteller und Bremsen-Spezialist WABCO zum ZF-Konzern. Das ehemals selbstständige Unternehmen geht in der neu geschaffenen ZF-Division Commercial Vehicle Control Systems auf. Die Zusammenführung dieser beiden erfolgreichen Unternehmen macht die Nutzfahrzeug-Systemtechnik des Konzerns noch innovativer und leistungsfähiger. Dank der sich perfekt ergänzenden Produkte und Kompetenzen ist ZF in der Lage, weltweit einzigartige Systemlösungen und Dienstleistungen für Hersteller und Flotten anzubieten. Auf diese Weise gestaltet das Unternehmen aktiv die Zukunft der sich wandelnden Transportbranche.

WABCO ist jetzt Teil von ZF

Die Akquisition von WABCO ist abgeschlossen. Heute ist ZF der führende globale Systemanbieter für Nutzfahrzeugtechnik. Warum die Integration ein „Perfect Match“ ist, erklärt Vorstand Wilhelm Rehm.

Herr Rehm, kaum etwas hat in der Nutzfahrzeugindustrie im vergangenen Jahr für so viel Aufsehen gesorgt wie die Übernahme von WABCO durch ZF. Wie ist der aktuelle Stand?
Wir haben WABCO zunächst als neue Division in den ZF-Konzern integriert. Aktuell verfügen wir daher über zwei Unternehmensbereiche, die den Nutzfahrzeugmarkt bedienen: die Division Steuerungssysteme für Nutzfahrzeuge – ehemals WABCO – und die Division T für die ZF-Nutzfahrzeugtechnik. Unser Ziel ist es, diese beiden Unternehmensbereiche bis 2022 zu einem neuen zusammenzuführen: „Systeme für Nutzfahrzeuge“.

Warum war die Übernahme von WABCO strategisch so wichtig, um die Unternehmensziele von ZF zu realisieren?
Unsere Strategie lautet „Next Generation Mobility“ und beschreibt, was uns antreibt. Wir erleben derzeit einen Wandel in allen Mobilitätsbereichen: Elektrifizierung, automatisiertes Fahren und Digitalisierung geben die Impulse und wir haben den Anspruch, hier eine führende Rolle zu spielen. Eine saubere, sichere, komfortable und erschwingliche Mobilität für jeden und überall: Dieses Ziel verfolgen wir ebenso in der Logistik, die wir damit auch profitabel machen – vom innerstädtischen Lieferverkehr über den ÖPNV bis hin zum Fernverkehr.
„Weil wir ein Anbieter über alle Marktsegmente hinweg sind, haben wir hier einen klaren Vorteil gegenüber den Wettbewerbern.“
Wilhelm Rehm, Mitglied des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG
Lesen Sie das vollständige Interview mit Wilhelm Rehm

Was kann ZF bieten, was es vor der Übernahme nicht hatte?
ZF hat bereits große Kompetenz in der Antriebs- und Fahrwerktechnik für Nutzfahrzeuge, einschließlich der Sensorik oder der Systemintegration. Wir hatten aber beispielsweise keinen direkten Zugriff auf die Druckluft-Technologie. Druckluftsysteme steuern bei Anhängern, schweren Lkw und Bussen Bremsen und Federungselemente. Da ergänzen sich die Portfolios beider Unternehmen perfekt. Aber nicht nur komplementäre Elemente haben für die Übernahme gesprochen: Was uns verbindet, ist der innovative Geist, der die Kultur in beiden Unternehmen prägt – und das Streben nach einer gemeinsamen Vision: Bei WABCO war die strategische Ausrichtung durch die drei Begriffe automatisiert, vernetzt und elektrifiziert skizziert.
Das steht im Einklang mit unserem Weg zur „Vision Zero“ – einem gewerblichen Verkehr, in dem Unfälle und CO₂-Emissionen so weit wie möglich reduziert werden. Durch die Übernahme sind wir nun in der Lage, unsere strategischen Ziele noch konsequenter umzusetzen.

Also nicht nur quantitatives, sondern vor allem qualitatives Wachstum?
Wir wollen die Zukunft des Güter- und Personenverkehrs aktiv mitgestalten, indem wir weltweit einzigartige Systemlösungen und Dienstleistungen für Hersteller und Flotten anbieten. Damit versetzen wir unsere Kunden in die Lage, den Herausforderungen der Branche zu begegnen: zum Beispiel den Emissionsgrenzwerten, dem Kostendruck im Transportsektor oder dem Mangel an Fahrern – bei gleichzeitig steigendem Transportaufkommen. Wir können Kundenwünsche noch besser erfüllen und einen deutlichen Mehrwert schaffen. Als integrierter Systemlieferant für Lkw und Busse, der intelligente Komponenten, Systemlösungen und Dienstleistungen kombiniert und alle logistischen Elemente digitalisiert. Deswegen sprechen wir vom „Perfect Match“.

Neben dem qualitativen Wachstum entsteht aber auch eine neue Dimension, wenn zwei Unternehmen dieser Größe zusammenkommen.
Die Zahlen sind in der Tat sehr beeindruckend. Wir haben weltweit rund 153.500 Mitarbeiter, von denen rund 25.000 im Nutzfahrzeuggeschäft tätig sind – an 61 Standorten in 28 Ländern. Unser weltweit vernetztes F&E-Netzwerk ist auf 18 Hauptentwicklungszentren in acht Ländern verteilt. Allein ZF hat im vergangenen Jahr 1.264 Patente angemeldet und 7,7 Prozent des Umsatzes in F&E investiert.

Welche Kunden werden am ehesten von der Integration profitieren?
ZF verfolgt die Philosophie, Technologien in allen Marktsegmenten einzuführen. Ein gutes Beispiel ist unser „See-Think-Act“-Ansatz, bei dem die Sensorik, die notwendige Intelligenz und die Steuerung der jeweiligen Aktuatoren entwickelt werden. Unsere Nutzfahrzeug-Kunden profitieren vom Technologietransfer innerhalb des ZF-Konzerns. Weil wir ein Anbieter über alle Marktsegmente hinweg sind, haben wir hier einen klaren Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern.

Gilt das für alle Technologiefelder?
Wir unterteilen unsere Technologien für die „Next Generation Mobility“ in vier Felder und haben den Anspruch, dort überall Systemlösungen anzubieten, mit denen wir die technologische Führerschaft im Markt übernehmen. Integrierte Sicherheit umfasst die Entwicklung von aktiven und passiven Systemen, die zu weniger Unfällen führen können. Elektromobilität ist der zweite Bereich, für den wir emissionsfreie, effiziente und damit sparsame Antriebe in allen Fahrzeugsegmenten vom Lastenfahrrad bis zum schweren Lkw anbieten können. Ein Beispiel dafür ist der elektrisch angetriebene Sattel-Auflieger, der den Kraftstoffverbrauch eines Sattelzuges um circa 16 Prozent senken kann. Im dritten Bereich, dem automatisierten Fahren, entwickeln wir Systeme für verschiedene Automatisierungsgrade bis hin zum autonomen Fahren – von der Kamera über die intelligente Fahrerassistenz bis hin zu Funktionen wie dem autonomen Ankuppeln eines Anhängers. Schließlich umfasst Vehicle Motion Control alle Technologien für die Steuerung der Fahrzeugbewegungen in Längs-, Quer- sowie Vertikalrichtung. Übergeordnet sehen wir die Digitalisierung in allen vier Hauptbereichen als verbindendes Element.

Im Nutzfahrzeugmarkt geht es nicht nur um Technik, sondern beispielsweise auch um Service. Da spielt die Präsenz vor Ort eine entscheidende Rolle. Wie sind Sie da zusammen mit WABCO aufgestellt?
Wir konzentrieren uns auf alle Aspekte, die für OEMs oder Flottenbetreiber im Nutzfahrzeugsektor von Bedeutung sind. Die Nähe zum Markt ist eine Stärke unseres Unternehmens und war auch eine Stärke von WABCO. Für unsere Systeme verfolgen wir einen konsequenten Lifecycle-Ansatz. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur während des Entwicklungsprozesses sehr eng an den Anforderungen unserer Kunden ausrichten, sondern sie auch mit Service und Updates in ihrer alltäglichen Effizienz unterstützen. Unter Lifecycle-Management verstehen wir, in jeder Phase des Lebenszyklus unserer Produkte ein kompetenter Ansprechpartner zu sein. Mit der gestiegenen Anzahl unserer Standorte haben wir zudem unseren weltweiten Support und Service vor Ort weiter ausgebaut. Für Service- und Aftermarket-Lösungen sind wir immer in der Nähe des Kunden – egal wo! Darüber hinaus gehört Flottenmanagement mit entsprechenden Lösungen definitiv zu unseren Stärken.

Technologie-Highlights

Transport der Zukunft

ZF verfolgt kontinuierlich das Ziel der Vision Zero - null Emissionen, null Unfälle - für einen sichereren, saubereren und effizienteren Transport von Gütern und Personen.

Elektrisch und effizient

Ob Lkw, Trailer oder Bus – ZF bietet für Nutzfahrzeuge ganzheitliche Technologielösungen, um den Personen- und Gütertransport zu elektrifizieren und effizienter zu machen.

Lightweight Future Truck und OptiFlow

Ein Beispiel, wie künftige Nutzfahrzeug-Konzepte aussehen könnten, ist der Lightweight Future Truck. Dies ist eine Kombination aus einer Zugmaschine mit bauraumoptimiertem Leichtbau-Fahrwerk und einem Trailer mit fortschrittlicher Aerodynamik.

PowerLine

ZF bringt ein ganz neues Getriebe auf den Markt: das vollautomatische Lastschaltgetriebe PowerLine ist speziell auf die mittelschwere Fahrzeugklasse abgestimmt und leistet im Lkw genauso hervorragende Dienste wie im Bus oder im Sonderfahrzeug.

Sicher und komfortabel

Fortschrittliche Fahrassistenzssysteme können erheblich dazu beitragen, den Nutzfahrzeugverkehr sicherer und komfortabler zu machen. Dr. Christian Brenneke, Senior Vice President Product Engineering bei der Division Commercial Vehicle Control Systems spricht im Video über die Strategie von ZF in diesem Bereich.

ADOPT

Adopt (Autonomous Driving Open Platform Technology) ist eine Software-Plattform für Nutzfahrzeuge, die das Autonome Fahren unterstützt. Sie nimmt KI-basierte Daten auf und wandelt diese unmittelbar und präzise in Anweisungen für die Aktuatoren um.

Automated Coupling Assist

Das Kuppeln eines Lkw mit einem Auflieger ist ein komplexes Manöver, das insbesondere für weniger erfahrene Fahrer eine Herausforderung darstellt. ZF liefert nun den Proof-of-Concept für ein innovatives Assistenzsystem, mit dem Lkw vollautomatisiert einen definierten Auflieger erkennen und an diesen ankuppeln können.

Advanced Reversing Assist

Die Systemlösung mit Kamera und Sensoren von ZF löst ein großes Problem beim Rückwärtsfahren mit Trailern: die mangelnde Übersicht. Der fortschrittliche Rückfahrassistent erleichtert das Rangieren und senkt die Unfallgefahr beträchtlich.

Produktportfolio

Der neue Nutzfahrzeugspezialist

Wie sich die Produktportfolios von WABCO und ZF ergänzen

Produktportfolios von WABCO und ZF

Bewährte Partnerschaft

Mit WABCO arbeitet ZF schon seit langer Zeit zusammen – warum also nicht einfach an das bisher Erreichte anknüpfen?

Automatisierte Manuelle Schaltgetriebe

Aus einer Kooperation zwischen ZF und WABCO ging vor 25 Jahren das erste Integrierte Automatisierte Manuelle Schaltgetriebe hervor.

Luftpresserkupplung

WABCO suchte nach einem Entwicklungspartner für eine pneumatische Kupplung und fand ihn in ZF. Nach dem Produktionsstart (2008) war das Produkt rasch erfolgreich. Heute bieten mehrere Nfz-Hersteller ihren Kunden die Kupplung mit abzukoppelndem Kompressor an, die Komponenten von WABCO und ZF enthält.

CDC (Continuous Damping Control)

CDC ist ein elektronisch geregeltes Dämpfungssystem für Nutzfahrzeuge, das 1997 in Serie ging. Es schützt nicht nur die Ladung und den Straßenbelag, sondern trägt darüber hinaus erheblich zu Komfort und Sicherheit bei. ZF fertigt den Schwingungsdämpfer, WABCO die Steuerung.

CALM

CALM lautet der Name eines gemeinsam entwickelten Schwingungsdämpfermoduls für luftgefederte Fahrerkabinen. WABCO steuert das Abrollrohr mit Ventileinheit bei, ZF die Schwingungsdämpfer. CALM ging im Jahr 2002 in Serie und ist bis heute ein Erfolgsprodukt.

Evasive Maneuver Assist

Im Jahr 2016 verbauten Ingenieure im ZF Innovation Truck den Evasive Maneuver Assist (EMA) von WABCO. Dies ist ein System zum Schutz vor Auffahrunfällen durch Lkw am Stau-Ende.

News

100 Tage WABCO-Integration

Fredrik Staedtler und Andreas Moser – die Leiter der beiden Divisionen Commercial Vehicle Control Systems (vormals WABCO) und Commercial Vehicle Technology – geben im Video einen Überblick, was in den ersten 100 Tagen der Integration technologisch erreicht wurde.

WABCO-Übernahme abgeschlossen

WABCO ist nun Bestandteil des ZF-Konzerns und agiert als Division Commercial Vehicle Control Systems unter dem Dach der ZF Friedrichshafen AG. Im Bild: ZF-Vorstandsvorsitzender Wolf-Henning Scheider (l.) und der neue Divisionsleiter Fredrik Staedtler.

Produktwelten

Produktwelt Lkw

Mit modularen, intelligent gesteuerten Getriebesystemen steigert ZF die Effizienz aller kommerziellen Fahrzeuganwendungen.

Produktwelt Bus

ZF macht die Personenbeförderung attraktiver und ökonomischer – beispielweise durch Busgetriebe, die nicht nur die Abgasemissionen reduzieren.