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Nachhaltigkeit: Das zweite Leben der ZF-Computer

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Statt ausgemusterte, aber funktionierende PC zu verschrotten, werden sie bei ZF gesammelt, von einem Spezialdienstleister aufgearbeitet und wieder verkauft. Dieser Nachhaltigkeitsansatz verlängert die Lebensdauer und spart kostbare Rohstoffe ein.
Frank Thoma, 07. August 2020
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Frank Thoma arbeitet seit dem Jahr 2011 als Corporate Editor bei ZF. Der Diplom-Journalist plant, produziert und redigiert Beiträge für alle internen und externen Medien des Konzerns.
Kein Zweifel, das Leben wird immer digitaler und damit angenehmer. Tagtäglich nutzt jeder von uns privat mit der größten Selbstverständlichkeit die unterschiedlichsten elektronischen Geräte, darunter PC, Tablets oder Smartphones. Auch für ZF ist ein Arbeiten ohne die genannten Geräte natürlich undenkbar. Regelmäßig werden diese Werkzeuge der Informationstechnologie erneuert. Dies garantiert hohe Leistung und Zuverlässigkeit. Was passiert jedoch mit den alten, noch funktionsfähigen Geräten nach einem Austausch? Wir sind dieser Frage einmal nachgegangen und beantworten sie hier. Soviel vorab: Nein, bei ZF sind diese Geräte und ihr Zubehör kein Elektroschrott, der einfach entsorgt wird.

Elektroschrott: Ein gewichtiges Problem

Elektroschrott: Ein gewichtiges Problem

Ausgemusterte elektronische Geräte – oft als Elektroschrott bezeichnet – und der Umgang damit sind eines der großen drängenden Umweltthemen unserer Zeit. Wie die Autoren des gerade erschienenen „Global E-Waste Monitor 2020“ ermittelt haben, fielen allein im vergangenen Jahr weltweit 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Das ist das Gewicht von etwa 350 großen Kreuzfahrtschiffen. Der von der Weltgesundheitsorganisation und dem deutschen Entwicklungshilfeministerium gesponserte „Global E-Waste Monitor 2020“ ist eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Organisationen, darunter auch solche der Vereinten Nationen.

Verwerten statt wegwerfen

Verwerten statt wegwerfen

Statt funktionsfähige Geräte einfach wegzuwerfen und damit den ohnehin riesigen Abfallberg weiter zu vergrößern, geht ZF bei seiner ausgedienten IT-Technik einen anderen Weg. Bereits vor drei Jahren fiel die Entscheidung, künftig jeden alten PC an den Hersteller Lenovo zurückzugeben. Ein Refurbishing-Dienstleister nimmt sich dann dieser Altgeräte an. Refurbishing bedeutet, dass gebrauchte Geräte in einem qualitätsgesicherten Prozess überholt, geprüft und zu einem attraktiven Preis wieder verkauft werden.
Im vergangenen Jahr hat ZF rund 37.000 PC gekauft, im Schnitt sind es jährlich etwa 30.000. Zurückgegeben wurden im gleichen Zeitraum etwa 10.000 Rechner sowie 2.000 Bildschirme. Ebenfalls vom Recycling erfasst wird Hardware wie Docking-Stations, Drucker, Computermäuse und Tastaturen.
Mitarbeiter beim Refurbishing-Dienstleister prüfen alle Komponenten der angelieferten Geräte und reinigen die Computer.

IT-Recycling bei ZF: So funktioniert’s

IT-Recycling bei ZF: So funktioniert’s

Bei der Lieferung von neuen Geräten nehmen die IT-Mitarbeiter die ausgemusterten Geräte mit, um sie an den Hersteller weiterzuleiten. Dies gilt im Konzern weltweit seit dem vergangenen Jahr. „ZF hat sich verpflichtet, die IT-Geräte zurückzugeben; dafür erhalten wir bei den Neugeräten einen Preisnachlass“, sagt Gerhard Schauer, bei ZF verantwortlich für die IT-Arbeitsplatz-Infrastruktur. Derzeit arbeiten er und seine Kollegen daran, 80 Prozent der ZF-Standorte in das Programm aufzunehmen.
Nach Ablauf der Nutzungsdauer schicken alle Standorte weltweit ihre IT-Geräte nach Dänemark zum Recyclingunternehmen Tier1Asset A / S, dem Vertragspartner von Lenovo. Nach der Eingangskontrolle reinigen Mitarbeiter dort die Geräte und testen alle Komponenten. Danach erfolgt die Einteilung in unterschiedliche Qualitätskategorien.
Nach dem Aufspielen eines neuen Betriebssystems gehen die Rechner in den Wiederverkauf. Hakan Budak, Geschäftsführer von Tier1Asset erklärt: „Wir rechnen mit einer Verlängerung der Produktlebenszeit um weitere sieben Jahre. Von den angelieferten Geräten können wir rund 90 Prozent aufarbeiten.“ Und was passiert mit den verbliebenen zehn Prozent? Immerhin 90 Prozent davon lassen sich recyceln. Recycling meint die Demontage und Trennung von Bauteilen sowie Rohstoffen wie Gold, Blei, Cadmium oder Kunststoff. Insgesamt kommen alle IT-Geräte so auf eine Recycling- und Wiederverwertungsquote von 99 Prozent.
In diesem Video erhalten Sie mehr Informationen zum Wiederaufarbeiten von Computern und zum Recycling.
Wichtiger Prozess-Schritt: Der Dienstleister löscht bei allen Computern die Daten endgültig und sicher von der Festplatte.