see. think. act.

Technologie

#AutonomousEverything

Level 2+: Intelligente Fahrerassistenzsysteme

min Lesezeit
Tags: AutonomesFahren, Sicherheit, SeeThinkAct
Teilautomatisierte Level 2+ Lösungen können dabei helfen, die Sicherheit und den Komfort von Pkw zu erhöhen. ZF bietet eine Bandbreite an intelligenten Fahrerassistenzsystemen, die hinsichtlich Kosten und Funktionen skalierbar sind.
Kathrin Wildemann, 28. Januar 2020
author_image
Kathrin Wildemann gehört seit 2016 zum festen Autorenteam bei ZF. In On- ebenso wie in Offline-Beiträgen beschäftigt sie sich bevorzugt mit Elektromobilität und anderen Nachhaltigkeitsthemen.
Das komplett selbstfahrende Auto in der heimischen Garage als Inbegriff der Mobilität von morgen? Diese Zukunftsvision sehen viele Endkunden eher skeptisch.

Zwar gehen die Meinungen zum autonomen Fahren im internationalen Vergleich laut einer Studie von Deloitte stark auseinander – während in China und Indien knapp 60 Prozent der Befragten den Trend als positiv einstuften, lag dieser Wert in den USA und Deutschland mit weniger als 40 bzw. 25 Prozent deutlich niedriger.
Eines aber haben alle untersuchten Länder gemeinsam: Geht es um smarte Assistenzsysteme, die dabei helfen, bei der Fahrt auf der Autobahn oder im Stadtverkehr zu entlasten, steigt die Zustimmung deutlich an. So bewerteten fast 70 Prozent der Chinesen, rund 65 Prozent der US-Amerikaner und über die Hälfte der eher skeptisch eingestellten Deutschen die fahrzeugseitige Unterstützung beim Einparken, Spurhalten, der adaptiven Geschwindigkeitsregelung oder der automatischen Notfallbremse als wünschenswert. Am besten kommen diese einzelnen Assistenzfunktionen zum Tragen, wenn sie nahtlos ineinandergreifen: Level 2+ lautet das Schlagwort, unter dem ZF existierende Systeme durch eine gemeinsame Steuereinheit zu einer intelligenten teilautomatisierten Lösung vernetzt. Mit einem breitgefächerten Portfolio für alle Anforderungen sorgt der Konzern dafür, dass auch die Besitzer von Volumenmodellen von dieser Entwicklung profitieren.
Mit einem Demo-Fahrzeug präsentierte ZF am Rande der CES Journalisten das ZF coASSIST System

Zweigleisig unterwegs zum automatisierten Fahren

Zweigleisig unterwegs zum automatisierten Fahren
Dass fahrerlose Pkw ein ganzes Stück von der Marktreife entfernt sind, ist eine Erkenntnis, die sich in der Automobilbranche zunehmend durchsetzt. Das hat viele Gründe: Dazu gehört, dass die rechtlichen und gesetzlichen Voraussetzungen für autonome Fahrzeuge im freien Straßenverkehr noch nicht gegeben sind. Ein anderer wichtiger Faktor: Die Kosten für die Lieferung eines Level 4/5-Fahrzeuges übersteigt das Budget der meisten Fahrzeugkäufer. „Trotz der technischen Hürden und der anspruchsvollen Rahmenbedingungen wird es sich lohnen, das automatisierte Fahren mit aller Kraft weiterzuentwickeln. Denn die Automatisierung der Mobilität der nächsten Generation wird unserer Gesellschaft immense Vorteile bei der Sicherheit, der Umwelt und dem Komfort bringen“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider.
ZF setzt beim Trend zur Automatisierung auf einen zweigeteilten Ansatz: Für Nutzfahrzeuge und People-Mover, die in naher Zukunft voraussichtlich ausschließlich auf geschlossenen Arealen oder abgegrenzten Fahrspuren unterwegs und damit nur einer begrenzten Anzahl verschiedener Verkehrssituationen ausgesetzt sind, entwickelt der Konzern vollautomatisierte Konzepte nach Level 4 und höher. Im Pkw-Bereich setzt ZF dagegen auf intelligente Teilautomatisierung. „Level 2+ Systeme erfüllen nicht nur kommende Sicherheitsvorgaben, sie helfen, den Fahrer zu entlasten und bringen ihm so einen echten Mehrwert. Bei ZF gehen wir davon aus, dass in naher Zukunft ein Großteil der Fahraufgaben im Pkw von teilautomatisierten Systemen übernommen wird”, sagt Christophe Marnat, Leiter der ZF-Division Elektronik und Advanced Driver Assist Systems (ADAS). „Darüber hinaus geben uns Level 2+ Lösungen die Möglichkeit, Daten über verschiedenste Verkehrsszenarien zu sammeln und damit unsere Produkte weiterzuentwickeln.“
Christophe Marnat erklärt Level 2+

Entlastung für den Fahrer

Entlastung für den Fahrer
Für den Fahrer kann Level 2+ eine spürbare Entlastung bedeuten: Spurhalteassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung und Co. werden intelligent miteinander verknüpft und erlauben dem Fahrer, in bestimmten Situationen auch mal kurz die Hände vom Steuer und die Füße vom Pedal zu nehmen. Darüber hinaus tragen teilautomatisierte Systeme dazu bei, die bei Autofahrern oft vorhandene Scheu vor Kontrollverlust zu überwinden. Der Fahrer hat die Möglichkeit, sich daran zu gewöhnen, dass das Auto selbst zeitweise das Steuer übernimmt – kann aber eingreifen und bleibt immer für die Überwachung des Umfelds verantwortlich.
Damit möglichst viele Menschen von diesen Vorteilen profitieren können und der zusätzliche Komfort nicht den Besitzern von Oberklasse-Wagen vorbehalten bleibt, hat ZF eine ebenso smarte wie kosteneffiziente Lösung entwickelt: ZF coASSIST ist das branchenweit kosteneffizienteste Level 2+ System. Die Nachfrage ist groß – schon ab Ende 2020 wird ZF coASSIST in den Volumenmodellen eines großen asiatischen Automobilherstellers in Serie gehen.
„Mit diesen Systemen bieten wir das branchenweit umfassendste Portfolio im Bereich Level 2+. Unsere Kunden können passgenau den für sie notwendigen Automatisierungsgrad auswählen und ihn auf ihre Bedürfnisse abstimmen.“
— Christophe Marnat - Leiter der ZF-Division Elektronik und Advanced Driver Assist Systems (ADAS)

Skalierbare Lösungen für intelligente Fahrerassistenzsysteme

Skalierbare Lösungen für intelligente Fahrerassistenzsysteme
ZF coASSIST ist Teil des dreistufigen Angebots, in dem ZF seine Level 2+ Lösungen bündelt:
„Mit diesen Systemen bieten wir das branchenweit umfassendste Portfolio im Bereich Level 2+. Unsere Kunden können passgenau den für sie notwendigen Automatisierungsgrad auswählen und ihn auf ihre Bedürfnisse abstimmen“, sagt Marnat. Nach dem Markstart von ZF coASSIST in 2020 sollen auch die beiden anderen Systemvarianten im Lauf der nächsten drei Jahre Serienreife erlangen.

Mehr zu diesem Thema