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2019

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Raus aus der Komfortzone

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Tags: Karriere
Arvind Ravishankar, 12. August 2019
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Arvind Ravishankar startete 2016 als Trainee seine Laufbahn bei ZF. Heute ist er am Standort Alfdorf im Bereich „Integrated Safety System House“ als Customer Engineer tätig.
Geboren und aufgewachsen bin ich in Bangalore, heute bekannt als eine der großen IT-Städte Indiens. Seit Anfang 2000 haben sich dort viele Technologieunternehmen und -Startups angesiedelt. Inzwischen zählt meine Heimatstadt zu den Top Fünf kosmopolitischen Städten Indiens, und das merkt man deutlich: Bangalore ist sehr jung, viele Bewohner sind Immigranten – es ist der perfekte Ort für Tech-, Startup- und natürlich Curry-Enthusiasten.

Während meines Bachelor-Studiums des Maschinenbaus konnte ich erste Erfahrungen in der Automobil-Branche sammeln, meine Bachelorarbeit habe ich 2011 bei einem Automobilzulieferer schreiben dürfen. Im Anschluss ergab sich für mich die Gelegenheit, ein Traineeprogramm bei einem Hersteller von Antriebs- und Steuerungstechnik in Bangalore zu absolvieren. Eine super Chance, um mich in Bestandsmanagement und Produktionsplanung für die Montage von hydraulischen Off-Highway-Zahnradpumpen fortzubilden.
2013 beschloss ich, meinen Master in „Management Engineering (M.Sc.)“ in Italien zu beginnen. Meine Heimat zu verlassen, war ein riesen Schritt für mich. Denn der Umzug ins Ausland bedeutete: Raus aus der Komfortzone! Aber ich war neugierig und wollte herausfinden, wie man in anderen Ländern denkt, lebt und arbeitet.

Im darauffolgenden Jahr kam ich das erste Mal in Kontakt mit ZF. Ich wurde ausgewählt für das Unitech-Programm, das ZF als Partner unterstützt. Im Rahmen dessen bekam ich die Chance, ein Auslandssemester an der Universität von Loughborough in Großbritannien zu absolvieren. Ein Jahr später ging es dann nach Deutschland für ein Praktikum bei einem großen Industriekonzern. Außer den Stereotypen wusste ich nicht viel über das Land: Alle Deutschen trinken gerne Bier und lieben Fußball. Die Sprache war zum Glück kein Problem, meistens wurde ohnehin Englisch gesprochen. Und wenn nicht, konnte ich auf „ein bisschen Deutsch“ zurückgreifen, das ich mir während der kurzen Zeit in Deutschland angeeignet habe.
Schon während meines Studiums habe ich durch das Unitech-Programm Kontakte zu Mitarbeitern und Talentscouts bei ZF knüpfen können. Dabei habe ich viele positive Erfahrungen mit den Menschen und dem Land selbst gemacht. Deshalb habe ich damals beschlossen, mich für das 15-monatige Trainee-Programm von ZF zu bewerben – und aus diesem Grund bin ich auch aktuell weiterhin im Konzern tätig. Durch das rotierende Programm hatte ich bereits die Möglichkeit, verschiedene Standorte – in Deutschland sowie den USA – und Abteilungen von ZF kennenzulernen. Das hat mir einerseits geholfen zu verstehen, wie ZF als Unternehmen denkt und funktioniert. Zum Anderen konnte ich Dinge probieren, die ich normalerweise nicht gemacht hätte oder noch nicht kannte. Ich wollte unbedingt in möglichst viele verschiedene Funktionen hineinschnuppern, um herauszufinden, wo ich am besten hinpasse – und welchen Job ich künftig machen möchte. Das war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar.
„Das Unternehmen ZF durchlebt eine große Transformation, was mir die einzigartige Chance bietet, Teil davon zu sein und meinen Teil beizutragen. Das ist spannend und herausfordernd.“

Derzeit bin ich in der „schwäbischen Metropole“ Alfdorf im Bereich „Integrated Safety System House“ als Costumer Engineer im Einsatz. Hier koordiniere und prüfe ich die Abläufe verschiedener Projekte, verwalte die Budgets und versorge die Unternehmensführung mit Status-Updates. Ich bin eine Art Bindeglied zwischen der Unternehmensseite und der Abteilung selbst. Integrated Safety ist noch ein relativ junges Feld bei ZF, das sich mit der Vorentwicklung von Sicherheitskonzepten, beispielsweise im Bereich des autonomen Fahrens und der Fußgängersicherheit, befasst.

Wieso ZF? Darauf könnte ich jetzt die Standardantwort geben: „ZF ist einer der Top-Automobilzulieferer weltweit mit einem großen Namen, der für deutsche Qualität und Zuverlässigkeit steht.“ Mein tatsächlicher Beweggrund lautet: Es ist interessant, gerade jetzt Teil von ZF zu sein, da der Konzern derzeit eine große Transformation durchlebt, was mir wiederum die einzigartige Chance bietet, einen Teil dazu beizutragen. Das ist spannend – und herausfordernd.
Außerdem bin ich flexibel und habe mit vielen verschiedenen Ansprechpartnern aus dem strategisch wichtigen Feld „Integrated Safety System House“ zu tun. ZF investiert derzeit stark in die Entwicklung dieses Bereichs. Es ist toll, mittendrin zu sein. Jeder Tag ist anders – manchmal auch mit vielen Fragezeichen oder Überraschungen – aber immer besonders.

Wo ich in fünf Jahren sein werde, kann ich nicht sagen – und ich möchte mich auch gar nicht festlegen. Noch bin ich in meiner persönlichen Findungsphase. Ideal wäre eine Mischung aus Technologie- und Strategiethemen. Nach Europa zu ziehen und bei ZF zu arbeiten, hat meine Vorstellung von meinem Traumjob verändert – und es kommen sicher noch weitere Erfahrungen hinzu, die dazu beitragen. Warum sollte ich also jetzt bereits meine Zukunft in Stein meißeln? Wohin die berufliche Reise geht, möchte ich mir noch offen halten.
Wenn ich auf fast drei Jahre bei ZF zurückblicke, freue ich mich über das große Netzwerk, das ich während meiner Zeit in Deutschland und im Unternehmen aufbauen konnte. Mit einigen der Besten des Konzerns durfte ich zusammenarbeiten. Ich fühle mich hier sehr wohl. Meine Frau wohnt inzwischen sogar auch in Deutschland. Ob es meine neue Heimat wird, weiß ich noch nicht. Es ist immer gut, eine offene Tür zu haben und nicht zu weit vorauszudenken, sondern im Hier und Jetzt zu leben – und da ist aktuell Deutschland mein Zuhause. Natürlich vermisse ich Freunde und Familie und auch die Kultur. Aber es gibt vieles, das ich an Deutschland mag: das Wesen und die verbindliche Art der Menschen sowie das gegenseitige Vertrauen. Ich bin dankbar dafür, dass ich durch meine Arbeit bei ZF so viel mehr als nur die Stereotypen, die ich früher kannte, kennengelernt habe – eine ganz besondere Lebenserfahrung und Wegweiser für meine weitere berufliche Reise mit ZF.