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2019

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Den Hackern voraus sein

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Tags: Unternehmen, Sicherheit
Dr. Brian Murray, 19. Juni 2019
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Dr. Brian Murray ist Director of Global Safety und Security Excellence bei ZF.
„Man hat mich gehackt!“ Es gibt nur wenige Sätze, die einem mehr Angst machen können. Da Phänomene wie Identitätsdiebstahl und Verletzung des Datenschutzes immer stärker in den Fokus kommen, steigen auch die Anforderungen an die Sicherheit von Produkten, von Smartphones über Babyfone bis hin zu Fahrzeugen.

Fahrzeuge werden mit mehr und mehr konnektivitätsbasierten Features und automatisierten Funktionen ausgestattet. Diese bieten natürlich große Vorteile, können jedoch gleichzeitig auch Schwachstellen darstellen. Daher müssen proaktive wie reaktive Maßnahmen die höchste Priorität haben, damit unsere Fahrzeuge und die in ihnen verbauten Systeme sicher sind. Denn mit Geräten, die über eine große Masse verfügen und die Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h erreichen, ist schließlich nicht zu spaßen.
Der Versuch, Hackern immer einen Schritt voraus zu sein, gleicht einem Katz- und Maus-Spiel, und nichts ist jemals zu 100 Prozent sicher. Wir müssen gründlich arbeiten und auf grundlegende Dinge achten. Die meisten Sicherheitsverletzungen gelingen zum Beispiel mit Hilfe von Bugs – Schwachstellen in der Software –, weshalb wir daran arbeiten, diese zu eliminieren.
So wie Sie auch niemals einen Fremden einfach so in Ihr Haus lassen würden, zielt ein wichtiger Teil von Cybersicherheitsmaßnahmen darauf ab, nur vertrauenswürdige Kommunikation mit und zwischen unseren elektronischen Systemen zuzulassen. Das Prinzip ähnelt jenem eines verpflichtenden, sicheren Log-Ins für Computer.

Fahrzeuge sind verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt, vom Zugriff auf schlüssellose Zugangssysteme bis hin zum Extrahieren privater Informationen aus Infotainment-Geräten.

Gemeinsame Anstrengungen der Automobilindustrie

Gemeinsame Anstrengungen der Automobilindustrie

Ihr geliebter 57er Chevy ohne signifikanten Elektronikanteil ist wahrscheinlich vor Hackern sicher, aber moderne Fahrzeuge sind verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt, vom versuchten Zugriff auf schlüssellose Zugangssysteme bis hin zum Extrahieren privater Informationen aus Infotainment-Geräten.
Unser Programm bei ZF ist darauf ausgerichtet, unsere Systeme zu verteidigen, damit ein unerlaubter Cyberzugriff auf ein Fahrzeug sich nur minimal auf die Funktionen auswirken kann, für die wir verantwortlich sind. Da viele unserer Produkte sicherheitsrelevant sind, ist das unser erster Schwerpunkt.
Was tut die Branche insgesamt? ZF ist Mitglied des Automotive Information Sharing and Analysis Center (Auto-ISAC), eines Branchengremiums, das sich über Bedrohungen der Cybersicherheit, Schwachstellen und Gegenmaßnahmen austauscht und Reaktionen auf Ereignisse in der Automobilindustrie weltweit koordiniert. Außerdem arbeitet die Branche vereint an der Entwicklung einer Cybersicherheits-Norm, der ISO 21434. Hierbei bringen wir uns aktiv bei der Erarbeitung eines gemeinsamen, weltweiten Standards durch die ISO- und SAE-Teams ein.
In Summe ist unser Anliegen, dass sich Kunden und Öffentlichkeit auf ihre Fahrzeuge und auf die von ZF gebauten Systeme verlassen können.

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