ZF Kunststiftung


18.09.2020

Ignacio Acosta
Archaeology of Sacrifice

Vom 18.9. bis 6.12.2020 zeigt die ZF Kunststiftung die Zwei-Kanal-Video-Installation Archaeology of Sacrifice des chilenischen Künstlers Ignacio Acosta im Zeppelin Museum Friedrichshafen.

Der chilenische Künstler und Forscher Ignacio Acosta ist der 39. Stipendiat der ZF Kunststiftung. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht die intensive Auseinandersetzung mit der wachsenden Bedrohung von wertvollen, natürlichen Lebensräumen, aber auch von Tradition und kulturellem Erbe durch den exzessiven Abbau von Bodenschätzen. Mittels Fotografie und Film erforscht Acosta dabei Orte, die, wie er sagt, „durch die Ausbeutung der Ökologie, durch koloniale Eingriffe oder intensive Kapitalisierung verwundbar geworden sind.“ Ein besonderes Interesse gilt dabei Orten aber auch Materialien mit symbolischer Bedeutung.

Während des Stipendiums der ZF Kunststiftung ist die Zwei-Kanal-Videoinstallation Archaeology of Sacrifice entstanden, die erstmals vom 18. September bis 6. Dezember 2020 im ZeppLab des Zeppelin Museums Friedrichshafen gezeigt wird.

Verortet ist Archaeology of Sacrifice am Mormont, einem Kalk- und Mergelsteinbruch im Schweizer Kanton Waadt. Bei einer archäologischen Grabung wurden 2016 keltische Siedlungsreste entdeckt, bei der die Archäologen auch menschliche und tierische Überreste, Werkzeuge und Bronzegefäße fanden. Die Artefakte deuten darauf hin, dass sich am Mormont eine weitläufige rituelle Opferstätte der Kelten befunden haben muss. Weitere Befunde deuten darauf hin, dass die Kelten eine Krise durchlebten, möglicherweise ausgelöst durch die Invasionen der Germanen Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr. und mittels der rituellen Opfergaben um göttliche Führung und einen glücklichen Ausgang der Krise baten.

In Archaeology of Sacrifice zeigt Acosta anhand der Ausgrabung einer keltischen, rituellen Opferstätte auf dem Mormont, wie sich die Bedeutung des Ortes als Opferstätte im Laufe der Jahrhunderte grundlegend verändert: vom einst heiligen Ort, an dem archaische Opferrituale um göttlichen Beistand für eine glückliche Zukunft bitten, hin zu einem Ort, an dem Natur und kulturelles Erbe wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen.

In einem kontinuierlichen Wechselspiel zwischen Fakt und Fiktion konfrontiert Acosta meditative Landschaften mit Dronenaufnahmen des Steinbruchs, historischem Filmmaterial und animierten 3D-Modellen von imaginären Mineralien. Archaeology of Sacrifice reflektiert die prekäre Situation unseres Planeten und dessen Aneignung durch den Menschen. Inspiriert von der gegenwärtigen Krise setzt sich das Projekt so auch für eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft ein, für den respektvollen Umgang mit natürlichen Lebensräumen und dem menschlichen kulturellen Erbe.

Die miteinander verwobenen Kunst- und Forschungsprojekte von Acosta umfassen umfangreiche Feldforschung, investigative Analyse, visuelle Dokumentation und kritische Texte. Ein essenzieller Bestandteil seiner Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit Künstlern, Wissenschaftlern, politischen Aktivisten und indigenen Bevölkerungsgruppen. So entstand Archaeology of Sacrifice in Kooperation mit der Redakteurin und Filmemacherin Lara García Reyne, den Künstlern Valle Medina und Benjamin Reynolds (Pa.LaC.E), dem Schriftsteller Carlos Fonseca, dem Sound Designer und Komponisten Udit Duseja und dem Koloristen Paul Wills.

Gemeinsam mit der Kunst- und Designhistorikerin Louise Purbrick und dem Fotografen Xavier Ribas entwickelte Acosta das Forschungsprojekt Traces of Nitrate ( tracesofnitrate.org ), finanziert vom Arts and Humanities Research Council (AHRC - Forschungsrat für Kunst und Geisteswissenschaften). Darüber hinaus ist er Mitglied in den Forschungsgruppen Arte Sur, European Prospects, Ph: The Photography Research Network und Temporal School of Experimental Geography (TSOEG).

www.ignacioacosta.com
www.zf.com/kunststiftung

Die Ausstellung kann während der gesamten Ausstellungsdauer kostenfrei besucht werden! Der Besuch der Ausstellung unterliegt den geltenden Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg.

Der Eintritt ins ZeppLab ist aufgrund der neuesten Corona-Regeln auf
8 Personen begrenzt! Alle Besucher*innen müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, bei ihrer Ankunft Ihre Kontaktdaten hinterlegen und den Mindestabstand von 1,5 m wahren.

NEU!

Die geplante Eröffnung Ignacio Acosta. Archaeology of Sacrifice, findet am 17.9.2020, 17 – 21 Uhr als Soft Opening ohne Reden statt!

Vor Kurzem haben wir erfahren, dass der Eintritt ins ZeppLab im Zeppelin Museum Friedrichshafen aufgrund der neuesten Corona-Regeln auf 8 Personen begrenzt ist. Die Zwei-Kanal-Video-Installation Archaeology of Sacrifice von Ignacio Acosta läuft 16:50 Minuten. Damit möglichst viele Besucher*innen Archaeology of Sacrifice sehen können, haben wir uns für ein anderes Format entschieden: Wir verzichten auf Reden und erweitern die Präsentation als Soft Opening auf ein Zeitfenster von vier Stunden.

Soft Opening
Ignacio Acosta. Archaeology of Sacrifice
ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum Friedrichshafen
Donnerstag 17.9.2020, 17 – 21 Uhr
Treffpunkt: Foyer Zeppelin Museum Friedrichshafen

Gespräche über das Kunstprojekt und mit dem Künstler kommen dennoch nicht zu kurz: Ignacio Acosta (Künstler) / Regina Michel (Kuratorin) / Ina Neddermeyer (Laudatorin) / Matthias Lenz (Vorstand der ZF Kunststiftung) stehen für Gespräche und Gedankenaustausch zur Verfügung – mit Mund-Nasen-Schutz und dem vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern.