Neuer E-Antrieb für Stadtbusse

In ungewöhnlich hohem Tempo hat ZF für den Einsatz in Stadtbussen einen neuen elektrischen Zentralantrieb entwickelt und umgesetzt. Ein Versuchsträger fährt damit auf der Fachmesse „Busworld 2017“ vor.

Weltweit erfahren unsere Städte durch Zuzug ein starkes Wachstum. In dieser Situation wird der öffentliche Personennahverkehr zu einem wichtigen Instrument, den überall drohenden Verkehrsinfarkt abzuwenden. Für einen reibungslosen Transport der Menschen in den Metropolen sind Busse von zentraler Bedeutung. Wie für Privatfahrzeuge gelten auch für sie die zunehmend strenger werdenden Abgasvorschriften durch die Gesetzgeber weltweit. Bei einem Durchschnittsverbrauch von mindestens 30 Liter Diesel auf 100 Kilometer ist das keine einfache Aufgabe.

Für mehr Umweltschutz: Umstieg auf den E-Antrieb

Um die Lärm- und Abgasemissionen in Städten zu senken, bietet sich die Elektromobilität als Lösung an. ZF hat als Systemanbieter mehrere E-Antriebe für unterschiedliche Fahrzeugtypen im Portfolio. So bewährt sich etwa die Elektroportalachse AVE 130 bereits im Serieneinsatz in Niederflurbussen. „In vielen Regionen, und besonders im Wachstumsmarkt China, sind Hochflur-Plattformen jedoch der Standard“, sagt Dr. Jochen Witzig. Er verantwortet bei ZF die Entwicklung von Getriebesystemen in Bussen. Speziell für Hochbodenbusse, aber auch für den Einsatz in Niederflurbussen geeignet, entwickelten die Ingenieure deshalb den elektrischen Zentralantrieb CeTrax. Mit einer maximalen Leistung von bis zu 300 Kilowatt und einem maximalen Drehmoment von 4.400 Newtonmeter steht CeTrax bei der Performance einem konventionellen Antrieb in nichts nach. Dank einer Steigfähigkeit von 25 Prozent meistert der neue Antrieb von ZF auch herausfordernde urbane Topografien.

Versuchsträger: Der elektrische Zentralantrieb CeTrax lässt sich sowohl in Hochflurbussen als auch in Niederflurbussen einsetzen.

CeTrax: Leichte Integration in vorhandene Bus-Plattformen

Kompaktes Kraftpaket: Der im Betrieb sehr leise elektrische Zentralantrieb liefert ein maximales Drehtmoment von 4.400 Newtonmeter.

Die Premiere erlebt CeTrax gerade bei der wichtigsten Branchenmesse „Busworld 2017“ im belgischen Kortrijk. Dort präsentiert ZF einen Versuchsträger mit dem neuen elektrischen Zentralantrieb. Bei einer Presserundfahrt können sich Fachbesucher und Medienvertreter aus aller Welt von der Alltagstauglichkeit des neuen Antriebs überzeugen.

„Der Clou an CeTrax ist sein „Plug-and-Drive“-Ansatz“, erklärt Witzig. Das bedeutet, dass sich CeTrax in bestehende Bus-Plattformen installieren lässt, und das ohne Änderungen

  • am Fahrwerk,
  • an den Achsen,
  • bei der Statik oder
  • beim Differenzial.

„Damit wenden wir uns gezielt an Hersteller, die vorhandene konventionelle Busmodelle zusätzlich auf den elektrischen Antrieb umstellen wollen. Unsere Lösung CeTrax spart Kosten und Aufwand bei der technischen Integration sowie beim Service“, so Witzig. Auch beim Versuchsträger von ZF ist die Basis ein Serienfahrzeug.

Saubere Luft, kaum Lärm, mehr Komfort

Für Fahrgäste, Fußgänger, Busbetreiber und Kommunen ist CeTrax ein echter Gewinn: Busse fahren durch den elektrischen Antrieb lokal emissionsfrei. Das bedeutet, dass Passagiere an den Haltestationen nicht länger Abgase einatmen müssen. Auch entfällt die Belastung der Innenstädte mit klimaschädlichem CO₂ und gesundheitsschädlichen Stickoxiden. Dazu kommt, dass ein Elektroantrieb wie CeTrax im Betrieb natürlich viel leiser ist als ein Verbrennungsmotor. Davon profitieren Fahrgäste wie Anwohner gleichermaßen. So übertönen die Abrollgeräusche der Reifen das Motorengeräusch von CeTrax.

In Rekordzeit von der Idee zum Produkt

Auf der Nutzfahrzeug-IAA 2016 stellte ZF den elektrischen Zentralantrieb CeTrax erstmals der Öffentlichkeit vor. Die Weiterentwicklung, Installation und Abstimmung des E-Antriebs in einem ZF-Versuchsträger gelang innerhalb nur eines knappen Jahres – beispielhaft für den schlanken, dynamischen Entwicklungsprozess. Mit dem elektrischen Zentralantrieb CeTrax reagiert das Unternehmen nicht nur schnell auf veränderte Marktbedürfnisse, sondern treibt den Wandel hin zur Elektromobilität voran.

In Kürze

ZF macht Stadtbusse durch den Einsatz von Elektroantrieben lokal emissionsfrei. Ist die elektrische Achse AVE 130 bereits in Niederflurbussen im Einsatz, präsentiert ZF auf der Leitmesse für Busse, der „Busworld 2017“ nun einen elektrischen Zentralantrieb für Hochflurbusse, der sich aber auch für Niederflurbusse eignet. Dieser CeTrax genannte Antrieb ist bereits in einem Innovationsträger unterwegs. CeTrax zielt auf Märkte wie China, in denen Hochbodenbusse im Stadtverkehr sehr weit verbreitet sind. Eine Besonderheit von CeTrax ist, dass sich dieser Zentralantrieb problemlos in bereits bestehende Fahrzeugplattformen integrieren lässt.

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