Woodward Dream Cruise Mehr als nur eine Autoshow

Wie der Traum von einem Fußballplatz in Michigan zum größten eintägigen Automobil-Ereignis der Welt wurde.

1995 zerbrachen sich der Bürgermeister und die Anwohner von Ferndale im Bundesstaat Michigan den Kopf darüber, wie man das Geld zur Finanzierung eines Fußballplatzes für die Kinder des Städtchens aufbringen könnte. Es wurde beschlossen, in der an Detroit angrenzenden Kleinstadt eine einmalige Oldtimer-„Cruise“ zu veranstalten, bei der die Klassiker der Straße die Woodward Avenue hoch und runter fahren sollten. Die Organisatoren, die zunächst mit 25.000 Besuchern gerechnet hatten, waren überwältigt, schließlich mehr als 250.000 Menschen willkommen zu heißen. Und schon war die Woodward Dream Cruise geboren.

Heute zieht das weltweit größte, eintägige Automobil-Event jedes Jahr fast 1,5 Millionen Menschen sowie 40.000 Muscle Cars, Sammler- und Special-Interest-Fahrzeuge aller Art in die Stadt.

Die Woodward Dream Cruise feiert die Ära der klassischen amerikanischen Autos unmittelbar am Geburtsort des amerikanischen Automobils. Die Veranstaltung, die entlang eines 16 Meilen langen Abschnitts der Woodword Avenue von Pontiac nach Femdale, Michigan, stattfindet, hat sich für viele zu einem jährlichen Sommer-Ritual entwickelt – so auch für ZF-Mitarbeiter.

Eine Familienangelegenheit

Für das Mutter-Sohn-Gespann Nina und Dominic Palazzolo ist dieses Event ihr jährlicher Familienausflug. „Unsere Familie hegte schon immer eine Leidenschaft für Autos, und im Laufe der Jahre wurde unsere Fahrzeug-Sammlung ständig erweitert“, erklärt Nina, eine Vorstandsassistentin bei ZF. „Dieses Jahr war ich mit meinem 1970er Mercury Cougar Eliminator bei der Show und Dominic mit seinem ersten Auto, einem 1964er Mercury Comet.“

Die Cruise hat sich im Verlauf ihrer 23-jährigen Geschichte zwar weiterentwickelt, erinnert aber noch immer an die 50er und 60er Jahre, in denen die Menschen die Woodward Avenue hoch und runter fuhren, um mit ihren Autos zu protzen. Abgesehen vom „Cruisen“ finden im Rahmen des Events viele weitere Veranstaltungen statt, wie beispielsweise Fahrzeugausstellungen, Sicherheits- und Technologiedarbietungen sowie jede Menge kulinarische und musikalische Highlights. Hier treffen sich scheinbar an jeder Ecke langjährige Besucher, die die vorbeifahrenden Fahrzeuge bewundern und kritisch kommentieren und gleichzeitig Geschichten über ihre ersten Erlebnisse auf der legendären Straße austauschen.

„Mein Vater nannte Woodward immer die historische und mythische Straße, auf der er in den 60er-Jahren seinen 1966er Tri-power Pontiac GTO fuhr“, erinnert sich Neb Stevanovich, Engineering Program Manager bei ZF. „Ich habe heute eine 1995er C4 Corvette mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe von ZF. Jedes Jahr freue ich mich darauf, sie für die Dream Cruise herauszuholen, und dann trage ich beim Fahren ganz stolz mein ZF-Polo.“

Auch wirtschaftlich ein Erfolg

Doch die Veranstaltung begeistert nicht nur die Teilnehmer, sie bringt auch einen Nutzen für die lokale Wirtschaft. Dem Tourismusverband Detroit Metro Convention and Visitors Bureau zufolge soll die diesjährige Cruise bis zu 240 Millionen US-Dollar in die Kassen der Region Detroit spülen – mit dieser Größenordnung kann es nur die International Auto Show in Nordamerika aufnehmen. Darüber hinaus kommen etwa 26 Prozent der Besucher – das sind rund 338.000 Personen – von außerhalb; sie erkunden dann die Stadt und finden heraus, was Detroit so alles zu bieten hat. Das historische Event werden Autoliebhaber aus aller Welt wieder als schöne Erinnerung im Kopf behalten.

“Ich bin die Woodward Avenue schon in allem hoch und runter gefahren, von einer Familien-Kutsche über das klassische Cabrio bis hin zu einem Winnebago – alles dreht sich um das Erlebnis und die Erinnerung“, erklärt Neb. „Ich war schon als kleiner Junge ein passionierter Autoliebhaber und habe meinem Vater in der Garage die Lampe gehalten, wenn er an seinem Auto gearbeitet hat. Eigentlich habe ich meine Corvette hauptsächlich gekauft, damit ich etwas habe, woran ich herumbasteln kann und was ich mit meinem Sohn teilen kann, wie das mein Vater mit mir tat.“

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