Vision Zero Eine Vision wird zur Mission

Konsequent verfolgt ZF das Ziel „Vision Zero“ – eine Mobilität ohne Unfälle und ohne Emissionen. Mit seinen Technologien hat der Konzern die Werkzeuge, den Verkehr von morgen sauber und sicher zu gestalten.

Schwedische Autos stehen im Ruf, ihre Insassen besonders gut zu schützen. Auch darüber hinaus gilt das Land weltweit als Vorbild bei der Verkehrssicherheit. Im Jahr 2015 kamen dort statistisch nur 2,4 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Im weltweiten Durchschnitt waren es 17,4 Tote, in den USA 10,4 und in Deutschland immerhin noch 4,3 Getötete. Für Schwedens gutes Abschneiden haben die Politiker dort schon früh die Weichen gestellt. So machte das Parlament im Jahr 1997 die Vision Zero zur Grundlage der Verkehrspolitik. Ziel war es, die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr auf Null zu senken. Andere Nationen – darunter auch Deutschland – folgten den Schweden bei diesem Vorhaben, ebenso Organisationen wie die Europäische Union. Die EU will erreichen, dass bis zum Jahr 2050 europaweit „nahezu niemand“ mehr sein Leben bei Verkehrsunfällen verliert.

Ehrgeizige Ziele des ZF-Konzerns

ZF legt für sich die Vision Zero noch strenger aus. Zunächst verschärfte der Technologiekonzern die ursprüngliche Definition der Vision Zero. Das Fernziel lautet, sämtliche Crashs zu verhindern, unabhängig von deren Art und Schwere. Außerdem leitete ZF aus der „Null“ noch einen zusätzlichen, ebenso ehrgeizigen Anspruch ab: eine Welt, in der Fahrzeuge keine Emissionen mehr verursachen. Beides zugleich ist nur mit einer Mobilität zu erreichen, die vollelektrisch und autonom erfolgt.

Schließlich lässt sich menschliches Versagen nur ausschließen, wenn immer und überall der Computer lenkt. Derzeit ist der Mensch noch der Verursacher von circa 90 Prozent aller Verkehrsunfälle und somit überwiegend verantwortlich für die jährlich etwa 1,25 Millionen Verkehrstoten weltweit.

Kein Zweifel, die Straße zum Fernziel Vision Zero ist lang und anspruchsvoll. Entwickler bei ZF haben bereits eine erste, wichtige Etappe zurückgelegt: mit fortschrittlichen Technologien und neuen Ansätzen. „Unser Innovationsschwerpunkt liegt auf intelligenten mechatronischen Systemen, die wir aus einer Hand anbieten und die wesentlich zu einer mobilen Welt ohne Emissionen und Unfälle beitragen“, sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG.

Es ist ein Alleinstellungsmerkmal von ZF in der Branche, dass das Unternehmen die Kompetenz und das Produktportfolio besitzt, Fahrzeuge sehen, denken und handeln zu lassen. Griffig zusammengefasst ist dies im Dreiklang „See – Think – Act“, das Leitmotiv des Technologiekonzerns. So kann ZF beispielsweise Kameras und Sensorsysteme wie Radar oder Lidar verknüpfen und so für eine 360-Grad-Rundumsicht sorgen (See). Zusätzlich entwickelt, produziert und verbindet ZF die Schaltzentrale des Fahrzeugs durch ein Netz von elektronischen Steuergeräten (Think). Und natürlich kann das Unternehmen mechatronische Systeme in Antrieb, Fahrwerk oder Lenkung verbinden, um moderne Fahrfunktionen zu schaffen (Act). Auf diese Weise lassen sich Fahrzeuge nicht nur sicherer machen, sondern auch deren Effizienz steigern.

Fit machen für die Zukunft

Das ZF ProAI ist ein Steuergerät mit künstlicher Intelligenz, das in Zusammenarbeit mit Computerexperte Nvidia entsteht.

Gerade weil die Fahrzeuge von morgen, die elektrisch und autonom unterwegs sein werden, extrem komplex sind, arbeitet ZF mit voller Kraft daran, vorhandene Wissens- und Technologielücken schnell zu schließen. So übernahm das Unternehmen im Frühjahr 2015 den US-Wettbewerber TRW Automotive und gliederte den Spezialisten für Sicherheitstechnik als weitere Division in den ZF-Konzern ein. Heute entwickelt und produziert die Division Aktive & Passive Sicherheitstechnik beispielsweise intelligente Bremssysteme, Kameras und Umfeldsensoren sowie Insassenschutzsysteme wie Sicherheitsgurte und Airbags. Deutlich weiter zurück reichen die Aktivitäten des Konzerns auf dem Zukunftsfeld Hybridtechnik. Bereits im Jahr 2008 eröffnet ZF in Schweinfurt die erste Produktionsstätte in Europa zur industriellen Fertigung von Hybridmodulen für Pkw. Seit Anfang 2016 widmet sich ebenfalls eine eigene Division, die Division E-Mobility, noch intensiver als zuvor der Entwicklung und dem Vertrieb von Hybridmodulen, Plug-in-Hybridgetrieben und rein elektrischen Antriebssystemen.

Parallel dazu treibt ZF über alle Bereiche hinweg seine Digitalisierungsstrategie voran: Überall im Fahrzeug verwandeln Elektronik und Elektrifizierung ehemals passive mechanische Komponenten in intelligente, aktive Systeme. Beispiele dafür sind intelligente Dämpfersysteme oder eine schlau kombinierte Vorderachs- und Hinterachslenkung. Am Gipfel dieser Entwicklung steht die alles vernetzende, künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI). In Fahrzeugen mit künstlicher Intelligenz können Computer selbständig Erfahrungen sammeln und daraus lernen. Diese Fähigkeit gilt als der Schlüssel fürs autonome Fahren. In einer Kooperation mit Computerspezialist Nvidia ist ZF dabei, Nvidia-Supercomputer fit für den Einsatz im Auto zu machen.

Durch Zusammenarbeit mehr erreichen

Dennoch beschreibt das bisher Genannte nur einige Puzzleteile des ganzen Bildes, genannt „ZF Vision Zero Ecosystem“. Dieses System erweitert ZF permanent, etwa durch neue Kooperationen mit hochspezialisierten Partnern oder aber durch Beteiligungen an für ZF interessanten Technologieunternehmen. „Alleine 2016 kündigten wir gemeinsam mit Nvidia die Markteinführung von ZF ProAI an, dem weltweit ersten Steuergerät mit künstlicher Intelligenz, beteiligten uns am Lidar- und Softwarespezialisten Ibeo, erwarben Anteile des Ultrahochfrequenz-Radarherstellers Astyx und gingen eine strategische Partnerschaft mit dem Innenraumspezialisten Faurecia zur Gestaltung des Cockpits der Zukunft ein“, nennt CEO Sommer weitere Beispiele und ergänzt: „Zusätzlich verbessert die im Juni 2017 beschlossene, strategische Zusammenarbeit mit Hella bei der Sensortechnologie unsere Position als kompletter Systemanbieter für moderne Assistenzsysteme wie auch für autonome Fahrfunktionen.“

Dass mit Technik für die Fahrzeuge von morgen schon heute sofort mehr Sicherheit und mehr Effizienz möglich ist, zeigt ZF mit seinem gerade der Öffentlichkeit vorgestellten rein elektrisch angetriebenen Innovationsfahrzeug „Vision Zero Vehicle“. Dieser Familien-Van enthält Sicherheitsfunktionen, die ein großer Schritt sind auf dem langen Weg zur Vision Zero. Auch vermittelt dieser Technologieträger bereits ein Gefühl, wie der Computer künftig den Fahrer entlastet und die Steuerung des Fahrzeugs übernimmt.

Welchen Stellenwert die Vision Zero für ZF hat, zeigt der neue Innovationsträger: Das Vision Zero Vehicle.

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