ZF in Mexiko Eine große Familie

Für die Mitarbeiter in Mexiko, weltweit das Land mit den zweitmeisten ZF-Beschäftigten, ist die Arbeit mehr als nur ein Job. Wie zwei Standorte Familienwerte, Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung im Arbeitsalltag umsetzen.

Kinder rennen lachend durch die Gegend, Erwachsene spielen begeistert mit, und im Hintergrund unterhalten Zauberer und Clowns ihr Publikum. Das klingt eher nach Jahrmarkt oder nach einer Party, doch das alles spielt sich vor dem ZF-Werk für Insassenschutzsysteme in Reynosa, Mexiko, ab. Dort findet nämlich das jährliche Kinder-Sommerlager statt.

Das Sommerlager, das dieses Jahr in die siebzehnte Runde ging, beschränkt sich nicht nur auf eine Stunde am Nachmittag im Sommer. Stattdessen bietet der Standort eine ganze Woche lang ein Tagesprogramm an, zu dem die Kinder aller Mitarbeiter eingeladen sind. Dieses Jahr haben 350 Kinder gelernt, wie wichtig Sicherheitsgurte sind und wie sie ihre Zähne richtig putzen. Außerdem konnten sie gemeinsam mit ihren Müttern oder Vätern zu Mittag essen. Außerdem bekam jedes Kind zum Abschluss einen Korb voller Geschenke.

Warum organisiert ein Automobil-Werk, das auf Sicherheitstechnik spezialisiert ist, ein einwöchiges Sommerlager für Kinder? „Wir wünschen uns, dass die Familien unserer Mitarbeiter Teil unserer großen ZF-Familie werden“, erklärt Edith Gutierrez, Personalleiterin am Standort. „Sie sollen wissen, wo Mama oder Papa arbeiten und womit sie ihr Geld verdienen. Abgesehen davon macht es einfach Spaß, sie bei uns zu haben!“

Arbeit, die sich lohnt

Die Kinder der Mitarbeiter gehören am Standort Reynosa zur großen ZF-Familie.

Obwohl es natürlich harte Arbeit ist, eine ganze Woche lang Aktivitäten für 350 Kinder zu organisieren, betont Frau Gutierrez, dass es die Mühe mehr als wert ist. Tatsächlich ist das Kinder-Sommerlager nur eine der vielen Werksinitiativen, die nicht nur darauf abzielen, einen sicheren und schönen Arbeitsplatz zu schaffen, sondern auch eine Gemeinschaft für die Mitarbeiter aufzubauen, in der sie sich willkommen fühlen und zufrieden sind. In einem Geschäft direkt auf dem Firmengelände, das gängige Lebensmittel wie Milch, Eier und Snacks führt, kaufen etwa 1.200 Mitarbeiter pro Monat ein. Mit einer Privatklinik und einem Friseursalon, in dem sich Mitarbeiter gratis die Haare schneiden lassen können, stehen den Mitarbeitern am Werksstandort zwei weitere praktische Service-Einrichtungen zur Verfügung. Die Firma feiert regelmäßig Muttertag und Vatertag, organisiert jährliche Gesundheits- und Wohnungsbaumessen und hat sogar ihre eigene Ausgabe der erfolgreichen Fernsehserie The Voice.

„All diese Angebote und Aktivitäten sorgen für ein gesundes Umfeld, das uns alle zusammenschweißt“, erklärt Frau Gutierrez. Was noch wichtiger ist: Indem ZF seinen Mitarbeitern Gesundheitsleistungen, einen Friseur und ein kleines Lebensmittelgeschäft vor Ort zur Verfügung stellt, trägt das Unternehmen zur Sicherheit seiner Mitarbeiter bei. Die Menschen erhalten so eine Alternative zu den Geschäften außerhalb, die manchmal in gefährlichen Gegenden liegen.

Dieses Engagement für die Mitarbeiter trägt Früchte in Form von niedriger Mitarbeiterfluktuation und langjährigen Karrieren. Eine Handvoll Mitarbeiter arbeitet sogar schon seit 40 Jahren für das Unternehmen, und Mitarbeiter aus mehreren Generationen ein- und derselben Familie sind auch keine Seltenheit. „Es arbeitet sogar schon die dritte Generation in unserem Werk – Großeltern, Eltern und Kinder“, erzählt uns Frau Gutierrez.

Familie bedeutet Vertrauen

Das ZF-Werk für Dämpfungsmodule in Guadalajara sieht sich selbst auch mehr als Familie denn als Unternehmen. Diese Kultur wirkt sich schlussendlich auch auf die Arbeit aus, die am Standort geleistet wird. „Wir sind nicht nur Kollegen am Arbeitsplatz. Wir interessieren uns auch für das Privatleben der anderen“, erklärt Jaime Bañuelos, der im Werk für Umweltschutz sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz verantwortlich ist. „Diese Nähe zueinander spiegelt sich auch in unserer Arbeit wider. Bei Herausforderungen können wir uns leichter organisieren und das entsprechende Problem lösen, weil wir einander vertrauen und uns aufeinander verlassen können.“

Diese Einstellung zahlt sich immer wieder aus.

Das Werk hat mittlerweile zum neunten Mal den National Award for Automotive Quality (den Landespreis für Qualität im Bereich Automotive) erhalten, diesmal für seine Stoßdämpfer der Baureihe BOGE. Der Preis zeigt, dass der Markt hochqualitative Produkte bevorzugt. Er wird nicht von einer Institution, einem Verein oder der Regierung vergeben, sondern von mehr als 57.300 Werkstätten im ganzen Land. Im Jahr 2016 produzierten die mehr als 2.265 Mitarbeiter ca. 20 Millionen Stoßdämpfer und Federbeine für Pkw, schwere Nutzfahrzeuge und andere Anwendungen außerhalb des Automotive-Bereichs.

Vertiefter Gemeinschaftssinn

Der ZF-Standort Guadalajara hat sich neben der Stärkung des Gemeinschaftssinns für seine Mitarbeiter auch dem Umweltschutz verpflichtet. „Wir wollen auf keinen Fall negativ auf unsere Umwelt Einfluss nehmen“, versichert uns Bañuelos. „Indem wir die Umwelt schützen, stellen wir für die Menschen, die um ZF Guadalajara herum leben, ein ruhiges und gesundes Leben sicher und tragen dazu bei, weltweite Umweltprobleme zu lösen.“

Kürzlich wurde der Standort von einer regionalen Gruppe von Umweltschützern sowie der Stadtverwaltung von Ixtlahuacan de Los Membrillos für seine kontinuierlichen Umweltschutz-Bemühungen geehrt. Innerhalb eines Jahres konnten dabei zahlreiche Erfolge erzielt werden:

  • 5.116 Bäume wurden vor der Abholzung bewahrt
  • 32.142.000 Liter Wasser wurden gespart
  • CO2-Emissionen wurden um 13.292 Tonnen reduziert
  • 12,691.959 kW Strom gespart

Das Umweltschutzengagement des ZF-Standorts Guadalajara hat großen Einfluss auf die Standortgemeinde um das Werk herum.

„In einer vernunftgesteuerten Gesellschaft ist jeder von uns dafür verantwortlich, das einzige ‚Haus‘, das wir haben, zu erhalten“, so Herr Bañuelos. Sein Standort ist außerdem kürzlich Mitglied einer ausgewählten Gruppe von Unternehmen geworden, die vom Mexican Center for Philanthropy (Mexikanisches Zentrum für Philanthropie) als Socially Responsible Company, also als Unternehmen mit sozialer Verantwortung geehrt wurden. Das Zentrum verleiht diesen Preis einmal im Jahr.

Das Werk organisiert eine Reihe von Initiativen, die zum Erhalt dieses Preises beigetragen haben. So fördert oder ermöglicht es beispielsweise Spendenaufrufe für Schulmaterial, Bäume oder sogar Blutspendeaktionen. Und all das geschieht zum Wohle aller.

„Es liegt uns als Unternehmen sehr am Herzen, etwas für die Gemeinschaft zu tun“, erklärt Miguel Pérez, der Betriebsleiter von Guadalajara. „Es liegt in unserer Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen und diese Kultur an all unsere Mitarbeiter und die Standortgemeinde, in der wir tätig sind, weiterzugeben. Die Zertifizierung aufrechtzuerhalten ist für uns nicht nur Ziel, sondern Verpflichtung, denn wir streben danach, ein besseres Umfeld für alle zu bieten. Schon heute arbeiten wir so an der Zukunft.“

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