Intelligentes Getriebe für schnelle Schiffe

Auf der Marine-Messe SMM präsentierte ZF ein neues Getriebe für Behördenschiffe und Hochgeschwindigkeitsfähren. Der Clou dabei: Die erweiterte Zustandsüberwachung.

„Digitalisierung und Big Data sind auch in der Marine-Branche die dominierenden Trends. Und diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Eine tolle Herausforderung, der wir uns gerne stellen“, sagt André Körner, Leiter der Produktlinie Commercial & Fast Craft im Geschäftsfeld Marine-Antriebstechnik von ZF. Dass das Unternehmen auch im Marine-Bereich für die Zukunft gerüstet ist, zeigte es jüngst auf der SMM in Hamburg, einer der wichtigsten Messen für die maritime Industrie. ZF präsentierte dort erstmals das neue Getriebe ZF 83700, entwickelt für schnelle Schiffe wie Hochgeschwindigkeitsfähren und Behördenfahrzeuge. Das neue Getriebe erweitert das Portfolio und ist mit seinem Leistungsbereich oberhalb des ZF 63000 angesiedelt und ist damit das größte und leistungsstärkste Fast Craft Getriebe.

Video: ZF Marine präsentiert ZF 83700 mit erweiterter Zustandsüberwachung

Perfekter Technologietransfer im Unternehmen

Der Clou versteckt sich im Inneren des Getriebes: Denn neben der Standard-Überwachung von Parametern wie Ölstand, Zustand der Kupplung oder der Ein- und Austrittstemperaturen am Kühler erfasst die im Getriebe verbaute erweiterte Zustandsüberwachung nun auch dynamische Lasten, Schwingungen an Lagern und Zahnrädern und den Partikel- und Wassergehaltes des Öls. „Die Zustandsüberwachung ist ein perfektes Beispiel für den Technologietransfer im Unternehmen“, sagt Daniel Härter, Leiter des Geschäftsfeldes Marine-Antriebstechnik. Denn ursprünglich sei sie für Getriebe großer Windkraftturbinen entwickelt worden. Nun habe ein Entwickler-Team die Zustandsüberwachung für die Anforderungen der kommerziellen Schifffahrt adaptiert.

Auf der Marine-Messe SMM in Hamburg zeigte ZF ein Modell des neuen Getriebes ZF 83700 mit erweiterter Zustandsüberwachung.

Und mittlerweile arbeiten die Entwickler bereits daran, das Getriebe noch intelligenter zu machen. Die nächste Stufe der Systemüberwachung wird es Schiffsbetreibern und Wartungskoordinatoren ermöglichen, den Zustand wichtiger Schiffskomponenten einzuschätzen und dazu beitragen, das Potenzial ungeplanter Schiffs-Stillstandzeiten zu minimieren. Auch lassen sich dann mithilfe der Zustandsüberwachung Betriebskosten senken, weil unnötige Wartungsarbeiten wegfallen. Schließlich wird es möglich sein, Wartungsarbeiten und Einsatzzeiten des Schiffes genauer zu koordinieren.

Der Leiter des Geschäftsfeldes Marine-Antriebstechnik, Daniel Härter, vor dem Modell des neuen Getriebes.

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