Integrated Brake Control Ein Plus an Sicherheit

Die wesentlichen Aktuatoren im Fahrzeug sind Brems- und Lenksystem. Mit der Integrated Brake Control hat ZF ein Bremssystem entwickelt, das die Fahrsicherheit erhöht und für automatisierte Fahrfunktionen einsetzbar ist.

Bremssysteme im Automobil gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zum einen haben sie eine Schlüsselrolle für die Fahrzeugsicherheit, zum anderen sind sie integraler Bestandteil der Technik, die automatisiertes Fahren ermöglich, das bis 2020 alltagstauglich realisiert werden soll. Erste Schritte in diese Richtung sind die zahlreichen Assistenzsysteme, die in den letzten Jahren entwickelt wurden und Bremssysteme sinnvoll ergänzen. Des Weiteren unterstützen Assistenzsysteme in entsprechenden Situationen die Notbremsung oder sie prüfen mittels Radar, z. B. den Abstand zum vorausfahrenden Verkehr und verhindern Auffahrunfälle durch vorausschauendes Bremsen.

Integrated Brake Control: Bremstechnologie der Zukunft

Ab 2018 wird das integrierte Bremssystem Integrated Brake Control (IBC) in signifikanter Stückzahl bei einem großen Fahrzeughersteller in Serie gehen. Es unterstützt sowohl konventionelle Bremsfunktionen als auch teilautomatisierte Fahrfunktionen.

IBC ersetzt das System für elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) und die Vakuumverstärkung, die bisher gebraucht wurde, um den Unterdruck im Ansaugsystem des Motors zur Bremskrafterhöhung zu nutzen. Das System funktioniert dementsprechend bei nahezu allen Antriebskonfigurationen. Im IBC wird ein hochpräziser Aktuator von einem extrem schnell arbeitenden Elektromotor angetrieben. Dieser Motor ermöglicht eine exzellente Bremsleistung und die ESC-Funktionen des IBC.

Bremstechnik bei ZF: Weltweit im Einsatz

Auf dem Gebiet fortschrittlicher Brems- und Lenksysteme nimmt ZF eine weltweit führende Rolle ein und treibt die weitere Entwicklung mit hoher technischer Kompetenz voran: Im Bereich Bremstechnik verfügt ZF über Produktionsstätten in zwölf Ländern mit 11.800 Beschäftigten sowie Entwicklungseinrichtungen in fünf Ländern mit 2000 Mitarbeitern rund um den Globus.

Der Motor ist so entworfen, dass er in weniger als 150 Millisekunden einen hohen Bremsdruck erzeugt. Dementsprechend hilft er dabei, den Anhalteweg zu verkürzen. Das ist eine Voraussetzung dafür, die neuen anspruchsvollen Testprotokolle des EURO NCAP (Europäisches Neuwagen-Bewertungs-Programm) zu erfüllen, die kreuzende Fußgänger und Fahrradfahrer simulieren und entsprechend kürzere Bremswege fordern. „Eine große Rolle spielen die NCAP-Anforderungen für die automatische Notfallbremse (AEB). Denn neben der Verbesserung von Fahrassistenten durch leistungsfähige Kameras und Radare sind dafür schnellere und leistungsfähigere Bremssysteme entscheidend“, erklärt Manfred Meyer, Vice President Engineering für den Bereich Bremssysteme bei ZF TRW.

Im Outdoor-Test mit Fußgänger-Dummys muss die IBC ihre Bremskraft beweisen.

Integration von Fahrfunktionen

Eine weitere Innovation von ZF ist die Premium-Variante der elektronischen Stabilitätskontrolle EBC 460, die unter anderem im neuen 7er BMW verwendet wird. Das System ermöglicht nicht nur zahlreiche fortschrittliche Bremsfunktionen, sondern kann auch als Integrationsplattform fungieren, die Software-Algorithmen zur Steuerung von Funktionen für automatisiertes Fahren, Sicherheit, Fahrwerk und Antriebsstrang beinhaltet.

Neben Bremsen produziert ZF auch Lenksysteme, die ebenfalls zu den Aktuatoren im Automobil zählen und so ein wichtiger Baustein im ZF-Konzept SEE, THINK, ACT sind. 2016 hat ZF außerdem unter der Bezeichnung Active Kinematics Control (AKC) eine Spurverstellung an der Hinterachse für Pkw realisiert, die Vorteile in nahezu jeder Fahrsituation bringt. So verkleinert sich der Wendekreis, verbessert sich die Fahrdynamik in Kurven und erhöht sich die Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten.

Fotos: ZF

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