Neue globale Strategie Remanufacturing ohne Grenzen

Remanufacturing hat bei ZF Tradition. Seit 1962 bietet die Aufarbeitung von Komponenten in Erstausrüsterqualität eine schnelle und nachhaltige Reparaturlösung. Nun rollt ZF Services wegweisende Prozesse für die Aufbereitung von Non-ZF-Getrieben rund um den Globus aus. Ein Aufbruch zu neuen Märkten und Kunden.

Nachhaltig und umweltschonend soll Mobilität weltweit sein. Jenseits von Emissionen oder Schadstoffgrenzen geht es dabei auch um den schonenden Umgang mit Ressourcen. Das Konzept des Remanufacturing ist bei ZF ein Schlüssel dazu: Schon heute werden an zehn Standorten auf vier Kontinenten zahlreiche Komponenten aufgearbeitet, unter anderem Pkw-Getriebe.

Für zahlreiche Märkte oder Getriebe anderer Hersteller gab es jedoch bisher keine global verbindliche Komplettlösung. Deshalb hat ZF Services seine globale Remanufacturing-Strategie nun auf eine neue Stufe gestellt und Prozesse geschaffen, von denen erheblich mehr Marktpartner als bisher profitieren.

So gut wie neu: Aufgearbeitete Komponenten entsprechen Erstausrüsterqualität.

Pilotmarkt China

Das Projekt wurde in weniger als einem Jahr umgesetzt. Dr. Jun Xu, Vertriebsleiter von ZF Services in China, zeigt auf: „China bot sich dabei als Pilotmarkt besonders an, denn strenge Handelsgesetze verbieten den Import von aufgearbeiteten mechanisch-elektischen Komponenten, sodass häufig nur Neuprodukte teuer importiert werden können.“ Somit konnte man nicht auf die etablierten Reman-Center in Europa oder den USA zurückgreifen.

Ende 2014 begann ein interdisziplinäres Team intensiv daran zu arbeiten, vor Ort ein Leistungszentrum aufzubauen, das auch die Aufarbeitung für Non-ZF-Komponenten ermöglicht. Das Besondere: Von Anfang an saßen Vertreter der Automobilhersteller mit am Tisch, um die Prozesse und den individuelle Know-how-Transfer erfolgreich mitzugestalten. Diese enge Vernetzung war außerdem der Schlüssel dazu, den Zulauf der sogenannten „Cores“, der Altteile, sowie der aufgearbeiteten Aggregate zu sichern. Im Fokus standen zunächst die populären 6/8/9HP-Getrieben, die bei den vor Ort gängigen BMW-, Jaguar-, Land Rover- und Audi-Modellen zum Einsatz kommen.

„So haben wir in China bereits ein sogenanntes Dropship-System für Chrysler etabliert. Das ist ein Streckengeschäft, bei dem wir aufgearbeitete Teile direkt an die OES-Werkstatt liefern und von dort aus auch die Cores im Auftrag von Chrysler zurückholen. Der Hersteller muss damit keine Pkw-Automatgetriebe mehr in seinem Lager vorhalten. Das gleiche System könnten wir künftig auch unseren Großhandelspartnern anbieten“, erklärt Peter Corbe, Leiter des Pkw OES-Vertriebes von ZF Services.

Internationaler Roll-out

„Die neuen Prozesse werden auch in Nordamerika und Europa etabliert. So kann ZF Services aus einer Hand überall auf der Welt neben ZF- auch Non-ZF Getriebe nach spezifischen Bedürfnissen aufarbeiten und global agierende Kunden bedarfsgerecht beliefern“, berichtet Norbert Schmelz, National Sales Manager OES bei ZF Services USA.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Partner können im Reparaturfall überall passende, günstige und zugleich schnelle Alternativen beziehen. So vergehen vom Eingang einer Schadensmeldung bis zur Anlieferung des aufgearbeiteten ZF- oder Fremdgetriebes maximal drei Tage. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass aufgearbeitete Komponenten den lokalen CO2-Footprint verbessern. „Energieverbrauch und Emissionen gehen um bis zu 90 Prozent zurück, der Materialbedarf reduziert sich im Vergleich zur Herstellung eines Neuprodukts um 50 bis 90 Prozent.“, führt Jens Uhl, Leiter Remanufacturing & Repair bei ZF Services, aus. Eine Entwicklung, mit der ZF Services getreu seiner Strategie „In the region for the region“ die Zukunft gestaltet.

Der globale Prozess von ZF Services öffnet das Remanufacturing für zusätzliche Märkte und Produkte

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