Jobs mit Zukunft Vernetzt mit der Cloud

Volker Vogel arbeitet an der Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet. Für das viel beachtete ZF-Konzeptfahrzeug Advanced Urban Vehicle entwickelte der Softwareingenieur ein cloudbasiertes Assistenzsystem.

Typischerweise bremsen die Leute zu spät“, sagt Volker Vogel. Der Softwareingenieur steht vor dem Advanced Urban Vehicle, mit dem ZF erstmals auf der IAA 2015 für Aufsehen sorgte, und erklärt anhand eines Tablets die Vorteile des Assistenzsystems PreVision Cloud Assist. „Normalerweise wird beim Bremsen Energie verschwendet. Was wir jetzt hier machen, ist, das Drehmoment vor der Einfahrt in die Kurve nach unten zu regulieren und so ohne mechanisches Bremsen die Geschwindigkeit zu verlangsamen. Das spart Energie und erhöht die Fahrzeugsicherheit“, erklärt Vogel.

Arbeiten an den großen globalen Themen

Volker Vogel im Advanced Urban Vehicle: bereits der dritte ZF-Innovationsträger, an dem er mitgearbeitet hat.

Möglich macht das die Vernetzung mit der Cloud. Denn bei jeder Fahrt sammelt der Kurvenassistent Daten zur Fahrzeugposition, zur aktuellen Geschwindigkeit sowie zur Quer- und Längsbeschleunigung – das sind die Kräfte, die beim Kurvenfahren, Beschleunigen und Abbremsen wirken – und speichert diese Informationen in der digitalen Wolke. Aus diesen Daten sowie dem vorab hinterlegten GPS-Kartenmaterial berechnet das System die optimale Fahrweise für jeden gefahrenen Streckenabschnitt. Ist der Fahrer beim nächsten Mal auf der gleichen Strecke zum Beispiel überdurchschnittlich schnell in Richtung Kurve unterwegs, drosselt der PreVision Cloud Assist frühzeitig das Antriebsmoment, bis das Fahrzeug die ideale Geschwindigkeit erreicht hat und ohne mechanisches Bremsen in die Kurve fährt.

Für Vogel, der in Stuttgart Technische Kybernetik studiert hat und nun in der Zentralen Forschung und Entwicklung von ZF in Friedrichshafen arbeitet, war das Advanced Urban Vehicle bereits der dritte ZF-Innovationsträger, an dem er mitgewirkt hat. Eine Arbeit, die ihm Spaß macht. „Das ist ja der Traum eines jeden Ingenieurs, seine kreativen Ideen ausleben zu können“, sagt er. „Und natürlich kann ich damit auch der Gesellschaft helfen. Denn ich arbeite an den großen, globalen Themen − weniger Verbrauch, weniger CO2 und erhöhe gleichzeitig noch die Fahrsicherheit.“

Enger Austausch zwischen den Entwicklern

Der Reiz liegt für Vogel zudem in der Arbeit mit den Kollegen verschiedenster Disziplinen. Bei der Entwicklung des PreVision Cloud Assist gehörte vor allem der enge Austausch mit Informatikern und Telematik-Experten im Unternehmen zum Erfolgsgeheimnis. Und natürlich das Zusammenspiel mit den Kollegen, die die vielen weiteren Innovationen des Advanced Urban Vehicle entwickelten, etwa den radnahen, rein elektrischen Hinterachsantrieb eTB (Electric Twist Beam), die Vorderachse mit einem Einschlagwinkel von bis zu 75 Grad, den Parkassistenten oder das intelligente Lenkrad, das erkennt, ob der Fahrer die Hände am Steuer hat oder nicht.

„Unsere Ideen gemeinsam im Advanced Urban Vehicle umzusetzen und dann am Ende im Fahrzeug zu testen, war schon ein tolles Erlebnis“, sagt Vogel. Doch die nächsten Projekte stehen bereits an. Denn die cloudbasierte Technologie, die beim PreVision Cloud Assist zum Einsatz kommt, lässt sich auch für andere Assistenzsysteme nutzen.

Video: Volker Vogel erklärt das Assistenzsystem PreVision Cloud Assist und die Motivation an seiner Arbeit.

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