Jobs mit Zukunft Querdenken für neue Wege

Malgorzata Wiklinska ist die Leiterin der ZF-Denkfabrik. Mit ihrem Team entwickelt die 32-Jährige in Start-up-Geschwindigkeit innovative Produkte und Geschäftsmodelle.

Lockere Atmosphäre unter Ingenieuren, Psychologen und Naturwissenschaftlern: Was zählt ist Kreativität.

Moderne, aufgeräumte Büroräume in der Nähe des Flughafens in Friedrichshafen: Hier sitzen junge Leute an ihren Laptops, in der Ecke liegen Kreativspiele, die Stimmung ist locker und unkonventionell. Was wirkt wie ein junges Start-up-Unternehmen in Berlin, ist in Wirklichkeit die ZF-Denkfabrik. Ingenieure, Naturwissenschaftler, Betriebswirte und Psychologen entwickeln hier zusammen Produkte und Geschäftsmodelle in Start-up-Geschwindigkeit. „Ein Hirnforscher wäre sicher von Vorteil – Fahrzeuge werden immer emotionaler“, sagt Malgorzata Wiklinska.

Sie ist die Leiterin der Denkfabrik und erst 32 Jahre alt. Seit Januar 2015 arbeitet die studierte Ingenieurin mit ihrem Team daran, neue Geschäftsfelder für ZF zu denken, zu entwickeln und Produkte zur Marktreife zu bringen. Zu den ersten Erfolgen gehört "uflip"– eine App, mit der eine Verkehrs- und Mobilitätscommunity geschaffen wird. Mit ihrer Hilfe kann der Nutzer vor Fahrten von A nach B in Echtzeit herausfinden, welches Verkehrsmittel das schnellste und günstigste ist, wie die Parkplatzsituation vor Ort aussieht – und ob andere User nicht selbst gerade auf dem gleichen Wege sind und man zusammen fahren könnte. „Auf die Idee für „uflip“ bin ich gekommen, als ich einen Weg finden musste, mich ohne Fahrzeug aus meinem Dorf fortzubewegen, in dem ich unter der Woche lebe“, sagt Wiklinska.

Video: Die Leiterin der ZF-Denkfabrik über ein inspirierendes Team und Scheitern als Chance.

Nur vier Monate haben die Leute von der Denkfabrik für die App benötigt, von der ersten Idee bis zur Marktreife. Mehr als sechs Monate soll kein Projekt in Anspruch nehmen. Eine weitere Idee der Denkfabrik war auf dem ZF-Stand auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zu sehen – eine Gesichts- und Emotionserkennung, die zur Kommunikation zwischen Mensch und Fahrzeug dient. Inzwischen arbeiten Wiklinska und ihr Team an einem Wearable für Fußgänger und Jogger, einem tragbaren Kleingerät, das etwa in ein Armband oder die Kleidung integriert werden kann und mit Autos kommuniziert, damit die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer frühzeitig erkannt werden.

„Wir suchen nach neuen Wegen. Unser Ziel ist, ,Motion und Mobility‘ neu zu definieren und Produkte auch außerhalb des Kerngeschäfts zu entwickeln“, sagt sie. Dabei ist fast alles erlaubt – ausdrücklich auch Fehler zu machen. Denn unkonventionelle Wege zu gehen und auch einmal quer zu denken, gehört für Wiklinska zum Konzept der Denkfabrik.

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