Jobs mit Zukunft Faszination E-Mobility

Der Mechatroniker Mathias Döring entwickelt maßgeschneiderte Elektromotoren.

Mathias Döring arbeitet an der Zukunft des Automobils. „CO₂-Ziele ohne eine große Verbreitung von elektrischen Maschinen zu erreichen - das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Im Jahr 2008 beendete der heute 31-Jährige sein Ingenieurinformatik-Studium, eine Kombination aus Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik, und heuerte umgehend bei ZF in Schweinfurt an. Das Unternehmen kannte er durch diverse Praktika, die er dort absolviert hatte. Und er wusste, woran sie hier arbeiten – und dass ihn das interessiert.

Gut, der Titel seiner Abteilung klingt etwas sperrig: „Auslegung Elektrische Maschine, Systementwicklung“. Dahinter verbirgt sich die Arbeit an der optimalen Kombination aus Software, Regelung, Leistungselektronik, Elektromotor und Batterie. Aber um Außenstehenden zu vermitteln, wo da für Döring der spezielle Reiz liegt, reicht ein Wort: Elektromobilität .

Gestiegene Ansprüche an Antriebssysteme

Hält die Realität auf dem Prüfstand, was Dörings Simulation verspricht? Abweichungen seien selten, erzählt der Ingenieur stolz.

Die Ansprüche der Automobilindustrie an den Antrieb der Zukunft werden vielfältiger – und komplexer. Wenn es den richtigen Motor für die speziellen Kundenwünsche noch nicht gibt, landen die Anfragen bei ZF-Experten wie Mathias Döring.

Der Mechatroniker erkundigt sich dann erst einmal, ob schon Vorarbeiten gemacht wurden, „ob wir einen passenden Blechschnitt haben, also ein geometrisches Design vom Motor“. Wenn das nicht der Fall ist, beginnt die Entwicklung ganz von vorne, dann laufen die Computer in seiner Abteilung auf Hochtouren. „Ich sitze eigentlich den ganzen Tag vor dem Rechner und führe Simulationen durch“, sagt Döring. Und auch am Prüfstand dominiert die Arbeit am Computer. Die Kommunikation mit anderen ZF-Experten läuft vorwiegend virtuell. Er konferiert regelmäßig mit den Leistungselektronikern aus Auerbach oder Friedrichshafen.

Video: Für Mathias Döring ist Entwicklung von Elektromotoren ein Traumjob. Hier erzählt er, was genau seine Aufgabe dabei ist.

Spannung auf dem Prüfstand

Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklungsarbeit ist die sogenannte Modellbildung. „Das war auch schon während meines Studium ein großes Thema“, sagt Döring: „Technische Systeme, Transferfunktionen als Modell abbilden und simulieren.“ Für die Auslegung des Motors braucht Döring, von der ersten Idee bis zur Berechnung, drei bis vier Wochen konzentrierter Arbeit vor dem Bildschirm. „Kennfeldberechnung, Zyklensimulationen – ohne leistungsfähige Rechner wäre unser Beruf nicht vorstellbar“, sagt er. Früher, das haben ihm die älteren Mitarbeiter erzählt, war dafür viel Bauchgefühl nötig, viel Erfahrung, dokumentiert und festgehalten in zahllosen Aktenordnern.

Ist die Modellbildung abgeschlossen, sind die Kollegen von der Konstruktion an der Reihe. Insgesamt, vom Auftragseingang bis zum fertigen Prototyp, dauert die Entwicklung eines E-Motors mindestens ein Dreivierteljahr. Elf Fachleute arbeiten in seinem Team, die meisten in Dörings Alter. Spannend wird es für alle, wenn die entwickelte Maschine auf den Prüfstand kommt und ihre Leistungsdaten abgefragt werden. Liefert sie, was gefordert ist? In aller Regel ja, sagt Döring mit Ingenieursstolz: „Dass Prüfstandergebnisse von der Simulation abweichen, ist nur ganz selten der Fall.“

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