Jobs mit Zukunft Forschen am Antrieb von Morgen

Die Leistungselektronikerin Claudia Hopfensitz entwickelt Elemente, die später in Elektro- und Hybridautos eingesetzt werden.

Um die hohen Anforderungen an E-Motoren zu erfüllen, muss man gelegentlich lange Wege gehen. Die Leistung muss stimmen, eine Fehlertoleranz gibt es nicht. Claudia Hopfensitz arbeitet daran – in der Zentralen Forschung und Entwicklung in Friedrichshafen.

Der Computer gehört genauso zu Claudia Hopfensitzs Arbeitsinstrumenten wie der Lötkolben, mit dem sie die Platinen bearbeitet.

Mit langen Wegen kennt sie sich aus. Um für ZF zu arbeiten, hat die 30-jährige Leistungselektronikerin ihre Heimat verlassen und ist an den einige tausend Kilometer entfernten Bodensee gezogen. Claudia Hopfensitz ist, was ihr Name nicht unbedingt verrät, gebürtige Mexikanerin. Ihre beiden Eltern sind Juristen.

„Früher war mein Vater ein leidenschaftlicher Autoschrauber und hat fast alles immer selber gemacht“, erzählt Hopfensitz. Ihm gefiel die Idee seiner Tochter, einen technischen Beruf zu erlernen. Sie entschied sich für das Ingenieurstudium mit Schwerpunkt Elektronik. Ihren Master hat sie nach dem Grundstudium in Guadalajara im allgäuischen Kempten erworben. Warum Deutschland? „Weil hier die besten Autos herkommen“, sagt die junge Frau. „Das weiß in Mexiko jeder.“

Vater begeisterte sie für ZF

Und warum nach dem Studium der Karrierestart bei ZF? „Das hatte auch ein bisschen mit meinem Vater zu tun. Der erzählte mir schon als Kind: ZF-Getriebe sind die besten!“ Es lag natürlich aber auch an den speziellen Herausforderungen, die an die Leistungselektronik gestellt werden. „Ich arbeite mit an der Entwicklung für Elemente, die später in Elektro- und Hybridautos eingesetzt werden“, erklärt Hopfensitz.

Ihr Arbeitsfeld ist weit und besonders spannend. Die Kunden erwarten, dass die Leistungsmodule, die bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen die Energie aus den Akkus in Antriebskraft umwandeln, mindestens 15 Jahre ohne jeden Aussetzer funktionieren. Und das angestrebte autonome Fahren „macht die Sache noch komplizierter“, weiß die Leistungselektronikerin.

Video: Junges Team, große Herausforderungen - Claudia Hopfensitz erzählt, was ihren Job als Leistungselektronikerin so besonders macht.

Enorme Hitzeentwicklung als Herausforderung

Hopfensitz arbeitet vor allem an der Hardware-Seite. Sie tüftelt an Wechselrichtern, die den von den Batterien gelieferten Gleichstrom in den von den E-Maschinen benötigten Wechselstrom umwandeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der enormen Hitzeentwicklung. „Mehr Leistung heißt mehr Strom“, erläutert die Ingenieurin. Und der fließt durch die Halbleiter, „das Herz dieses Systems“. Die werden dabei 150 Grad heiß. „Diese Energie bleibt im Gerät und wärmt das ganze System auf – wir müssen also Kühlung aufbauen.“ Die Bauräume aber sind immer eng – da besteht Feuergefahr, die gebannt werden muss.

Den Großteil ihrer Forschungszeit verbringt Claudia Hopfensitz natürlich vor dem Rechner. Aber wenn die Software-Entwickler von nebenan neue Anforderungen an die Hardware stellen, dann geht sie ran an die Platinen. Und zwar mit einem Lötkolben. Der hat auch in Zeiten von Digitalisierung und Big Data nicht ausgedient. Claudia Hopfensitz jedenfalls bedient ihn so souverän wie ihre Computer-Maus.

Weitere Jobporträts im Bereich Leistungselektronik

"Mich hat es immer schon gereizt, neue Produkte zu entwickeln. Und wenn diese nachher in hoher Stückzahl eingesetzt werden und nicht für die Tonne produziert werden, ist die Motivation natürlich noch viel höher", sagt Alexander Birk. Er arbeitet als Entwicklungsingenieur im Bereich Leistungselektronik/Hardware und entwickelt Leistungselektronikkomponenten für Hybrid- und elektrische Fahrzeuge.

Nach dem Studium der technischen Informatik fing Melanie Izyk bei ZF als Entwicklungsingenieurin in der Leistungselektronik im Bereich Software an. "Ich arbeite viel mit Mikrocontrollern zusammen und habe von Anfang an programmiert. Das ist genau das, was ich gesucht und nun auch gefunden habe."

Seit Kurzem arbeitet Manuel Schwab als Entwicklungsingenieur in der Leistungselektronik/Hardware. Bereits zu Beginn erarbeitete er innerhalb eines Projekts eigene Lösungskonzepte. "Die Zusammenarbeit im Team ist super, jeder kann vom anderen lernen und wir kommunizieren viel miteinander, was vor allem uns junge Mitarbeiter weiterbringt."

Weitere Artikel zu dem Thema