Antwort auf Megatrends Gemeinsam Fahrt aufnehmen

Die Technologien von TRW ergänzen das ZF-Portfolio für Pkw auf ideale Weise. Damit kann der Konzern vorhandene Produkte vernetzen und künftig leistungsfähige, aktive Systeme aus einer Hand anbieten.

Komplette Systemlösungen will das vereinigte Unternehmen aus ZF und TRW zur Verfügung stellen, erklärte ZF-Chef Dr. Stefan Sommer anlässlich des Zusammenschlusses der Unternehmen. Aber was heißt das konkret? Und inwieweit lassen sich die Kompetenzen der vormals eigenständigen Unternehmen so koppeln, dass neue Produktentwicklungen mit hohem Kundenmehrwert möglich sind? Drei konkrete Beispiele zeigen, dass dies geradezu ideal gelingen kann.

Bremse plus Antriebsstrang

Rekuperation, also die Möglichkeit, beim Bremsen elektrische Energie zu erzeugen, gehört seit jeher zu den Vorzügen von Hybrid- oder reinen Elektro-Fahrzeugen. Gebremst wird dabei nicht mit den Betriebsbremsen am Rad, sondern mit der elektrischen Maschine. Diese kann in Sekundenschnelle vom Motorbetrieb in den Generatorbetrieb umschalten. Der Nachteil: Die Bremswirkung – ausgelöst durch das Schleppmoment des Generators – ist nur für leichtere Bremsmanöver ausreichend. Beim beherzten Tritt aufs Bremspedal müssen immer noch die Betriebsbremsen zupacken. Im Alltag ist diese Trennung oft fließend. Ruckhafte Verzögerungen stören dabei den Fahrkomfort immer dann, wenn die Bremswirkung von der E-Maschine auf die Betriebsbremse „umgeschaltet“ wird. Optimales Umschalten, das sogenannte „Brake-Blending“ ist gefragt – und das kann ZF durch die Integration von Bremse und Antriebsstrang künftig leisten.

Das ist allerdings nicht nur eine Frage des Komforts. „Wir können das gesamte Energiemanagement optimieren, wenn Bremse und E-Maschine aus einer Hand kommen“, erklärt Dr. Harald Naunheimer, Leiter der Zentralen Forschung und Entwicklung bei ZF. Dadurch werden Hybrid- und E-Fahrzeuge deutlich effizienter. Weiterer angenehmer Nebeneffekt, der sich für Automobilhersteller und Endkunden bezahlt machen dürfte: Der Verschleiß bei den Betriebsbremsen sinkt ebenfalls.

Lenkung plus Bremse plus Fahrwerk

Stabilitätsprogramme sind heute ein weitverbreiteter Standard. Sie verhindern, dass ein Auto in den Grenzbereich oder gar ins Schleudern gerät, indem sie einzelne Räder gezielt abbremsen. Mit der Vernetzung von Lenkung, Bremse und aktiven Fahrwerksystemen könnte ZF den Grenzbereich sogar verschieben. So kann eine Kombination von Lenkung, Bremse und Hinterachslenkung AKC (Active Kinematics Control) durch gezielte Lenk- und Bremseingriffe die Fahrt stabilisieren und ein seitliches Ausbrechen des Fahrzeugs verhindern. Zum anderen bringt die Vernetzung von Lenkung, aktiver Dämpfung CDC (Continuous Damping Control) und der Wankstabilisierung ERC (Electric Roll Control) Vorteile. Sie verhindert ein Wanken und Aufschaukeln des Fahrzeugaufbaus – und gewährleistet besseren Bodenkontakt der Reifen und damit höhere Sicherheitsreserven.

Ideal für Assistenzsysteme

Beide denkbaren Systeme brächten nicht nur ein Sicherheitsplus für Fahrzeuge, die von Fahrern selbst gesteuert werden. Sie sind auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausweich- und Notbremsassistenzsysteme, in denen Sensoren und Kameras aus dem Produktportfolio von ZF TRW Gefahrensituationen erkennen und die Steuerungselektronik daraus Fahrmanöver berechnet. „Kommt ein Fahrerassistenzsystem aus einer Hand – nämlich aus unserer –, können die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt werden und sind damit leistungsfähiger“, so Dr. Alois Seewald, Technischer Direktor Automatisiertes Fahren bei ZF TRW.

Foto: Getty Images, Grafiken: ZF

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