ZF-Musikpreis 2014 Aaron Pilsan spielt sich gefühlvoll zum Sieg

Bis zur letzten Minute blieb es spannend, dann stand der Sieger fest: Aaron Pilsan ist der Gewinner des ZF-Musikpreises 2014. Der 19-Jährige setzte sich mit seinem gefühlvollen Spiel beim Abschlusskonzert des Klavierwettbewerbs im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen gegen die starke Konkurrenz durch.

Die Gewinner des ZF-Musikpreises 2014: Wei Cao, Alina Bercu und Aaron Pilsan (von links).

Die Erwartungen an die drei jungen Finalisten beim ZF-Musikpreis 2014 waren hoch und sie wurden sogar noch übertroffen. Gewinner des mit 5000 Euro dotierten ZF-Musikpreises ist der erst 19-jährige Aaron Pilsan aus Dornbirn (Vorarlberg/Österreich). Auch die beiden weiteren Teilnehmer der Finalrunde wussten das Publikum zu begeistern. Den mit 2000 Euro dotierten zweiten Preis erspielte sich die rumänische Pianistin Alina Bercu, Jahrgang 1990. Dritter wurde der Chinese Wei Cao, Jahrgang 1987, der ein Preisgeld von 1000 Euro erhielt.

Die Finalisten hatten schon in den ersten beiden Auswahlrunden in Lindau hohe Musikalität und Virtuosität bewiesen, als sie sich bei der Interpretation von Werken Johann Sebastian Bachs, der Wiener Klassik, der Deutschen Romantik und Neuer Musik gegen ihre Konkurrenten durchsetzten. Konzert-Etüden sowie Werke des 19. und 20. Jahrhunderts waren gefordert. Die drei Finalisten hatten ein anspruchsvolles Programm ausgewählt, das dem Publikum Musikgenuss auf höchstem Niveau bot.

Musikalische Höhepunkte

Bereits bei den ersten beiden Wettbewerbskonzerten überzeugte Aaron Pilsan. Seine Interpretationen der Partita in G-Dur von J.S. Bach, der Sonate C-Dur Hob. XVI:50 von J. Haydn und der „Kreisleriana“ von R. Schumann waren besondere musikalische Höhepunkte dieses Wettbewerbs. Pilsans Vorliebe für die Komponisten aus dem deutschen Sprachraum zeigte sich auch dort, wo er diesen Kulturraum hätte verlassen können, wie bei der Wahl der zeitgenössischen Literatur, dreier glänzend dargebotenen Stücke aus dem Zyklus „Humoresken“ von J. Widmann und in der Finalrunde mit der Fantasie C-Dur D 790 („Wandererfantasie“) von F. Schubert.

Herausragende technische Fähigkeiten

Mittlerweile ist er ECHO-Preisträger: Herbert Schuch beim ZF-Musikpreis 2004.

Seine breite Klangfarbenpalette, die Natürlichkeit und Souveränität im Gestalten der musikalischen Strukturen sowie seine herausragenden technischen Fähigkeiten waren die beeindruckenden Säulen seines Spiels und brachten ihm dem Jurypreis für den Gesamtwettbewerb ein. Der internationalen Jury unter Vorsitz von Peter Vogel gehörten in diesem Jahr Jeanne Mikitka und Roland Krüger an. Mit dem Sieg reiht sich Aaron Pilsan in die hochkarätige Galerie der bisherigen Sieger dieses Wettbewerbs ein, zu denen so namhafte Pianisten wie Herbert Schuch, Alexej Gorlatch oder Claire Huangci gehören.

Bereits im Jahr 2004 gewann Herbert Schuch den ZF-Musikpreis, direkt danach folgte der Beethoven-Preis. Den Bayerischen Kunstförderpreis erhielt er im Jahr 2010. Zwei Jahre später wurde er für seine Aufnahme der Quintette für Klavier und Bläser von Mozart und Beethoven mit einem ECHO Klassik in der Kategorie „Kammermusikeinspielung des Jahres“ ausgezeichnet.

Alexej Gorlatch gewann 2008 den ZF-Musikpreis. Drei Jahre später war er beim renommierten ARD-Musikwettbewerb erfolgreich und belegte dort den ersten Platz. Heute tritt er als Solist weltweit mit bekannten Orchestern auf.

Das Publikum darf beim ZF-Musikpreis auch selber aktiv werden. Deshalb können die Zuhörer bei jedem Konzert ihren persönlichen Favoriten wählen und einen mit jeweils 250 Euro dotierten Publikumspreis vergeben. Hatte in der zweiten Wettbewerbsrunde Wei Cao die Zuhörer überzeugt, so waren sich Jury und Publikum beim Finale einig: Aaron Pilsans gefühlvolle Darbietung der vorgegebenen Chopin-Etüden machten ihn zum Publikumsliebling.
Bereits zum siebten Mal vergab die ZF Kunststiftung den ZF-Musikpreis. Der öffentliche Klavierwettbewerb wurde – wie in den Vorjahren – vom Internationalen Konzertverein Bodensee e.V. unter der künstlerischen Leitung von Peter Vogel organisiert.
Weitere Informationen gibt es auf der Facebookseite oder auf der Seite der ZF Kunststiftung.

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