Remanufacturing So gut wie neu

Gebrauchte Fahrzeugkomponenten aufzuarbeiten, wird immer wichtiger. Weltweit werden an ZF-Standorten wie im britischen Nottingham die unterschiedlichsten Altteile industriell aufbereitet. Das hilft, wertvolle Rohstoffe und Energie zu sparen.

Mitarbeiter wie Ron White bringen langjährige Erfahrung im Umgang mit ZF-Produkten mit: ein Bonus fürs Remanufacturing.

Facharbeiter schrauben Bauteil für Bauteil eines Getriebes auseinander und begutachten den Zustand jedes Teils und jeder Schraube. Was für gut befunden wird, kommt in eine Industriewaschanlage. Beim anschließenden Wiederzusammenbau werden als fehlerhaft erkannte Komponenten durch Neuteile ersetzt. Auch wird die Software wird auf den neuesten Stand gebracht. Bis zu 90 Prozent der Komponenten lassen sich wieder aufarbeiten. So funktioniert Remanufacturing.

„Mit dem englischen Begriff Remanufacturing betonen wir, dass die Aufarbeitung nach industriellen Standards und nicht in einer Reparaturwerkstatt durchgeführt wird“, erläutert Jens Uhl. Er verantwortet bei ZF Services den Bereich Aufarbeitung und Reparatur. Wie im englischen Nottingham arbeiten Spezialisten an immer mehr Standorten Altteile in großem Maßstab auf. Ein neues Leben erhalten nicht nur komplexe Getriebe, sondern auch Achsen, Lenkungen oder Kupplungen.

Generell gilt: Je hochwertiger ein System ist, desto mehr lohnt sich die industrielle Aufbereitung und desto höher ist der Anteil der wiederzuverwendenden Bauteile. Kein Wunder also, dass die Quote bei Getrieben für Nutzfahrzeuge und Arbeitsmaschinen besonders hoch ist. Zudem ist gerade bei Nutzfahrzeugen die Verwendung von Austauschaggregaten für den Fahrzeugbesitzer besonders attraktiv, da er gegenüber einer Reparatur erheblich Zeit spart. Die Zeit, in der das Fahrzeug still steht, verringert sich um bis zu 60 Prozent.

Herausforderung Elektronik

Wie die gesamte Remanufacturing-Branche muss sich auch ZF einer besonderen Herausforderung stellen: In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Anteil der Elektrik und der Elektronik in allen Fahrzeugsystemen deutlich gestiegen. Doch Chips lassen sich nicht waschen und polieren – und vor allem sind sie einige Zeit nach Auslaufen der Serienfertigung eines Aggregats gar nicht mehr erhältlich. „Hier arbeiten wir an einer Lösung“, sagt Uhl.

Drei Mitarbeiter aus dem ZF-Werk Nottingham zeigen, welche Vorteile Remanufacturing hat

Heute macht der ZF-Konzern bereits rund ein Prozent des Gesamtumsatzes mit aufbereiteten Teilen, doch ist sich Uhl sicher: „Remanufacuturing bekommt für ZF künftig eine noch größere Bedeutung“. Kein Zweckoptimismus. Allein die hohen Einsparungen bei Energieverbrauch und Rohstoffen sprechen fürs Remanufacturing: Sie erreichen bis zu 90 Prozent. Dazu Uhl: „Wir als ZF richten unser gesamtes Handeln auf nachhaltige Mobilität aus.“

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