ZF-Intarder Zusätzliche Sicherheit

Ein tonnenschweres Fahrzeug wie einen Lkw oder einen Zug bergab zu verzögern, ist für die Betriebsbremsen Schwerstarbeit. Mehr noch: Sie nutzen sich schnell ab oder verlieren sogar an Wirkung. Der ZF-Intarder beugt vor.

Der Intarder ist so kompakt, dass er sich ins Getriebe integrieren lässt.

Es kommt nicht nur auf die Kraft des Motors an. Das gilt für Pkw ebenso wie für Nutzfahrzeuge. Fährt ein vollbesetzter Reisebus von einer Passhöhe hinab ins Tal, muss die volle Bremskraft stets abrufbereit sein. Trucker oder Busfahrer, die auf eine hydrodynamische Zusatzbremse wie den ZF-Intarder zurückgreifen können, bewegen sich immer auf der sicheren Seite.

Diese Zusatzbremse ist so kompakt, dass sie sich ins Getriebe integrieren lässt. Dort unterstützt der Intarder nicht nur die Motorbremskraft, sondern entlastet – gerade bei längeren Bergab-Passagen – auch die Betriebsbremse um bis zu 90 Prozent. So bleibt diese kühl und bewahrt ihr volles Potenzial für eventuelle Notbremsmanöver. Auch frühzeitig verschlissene Bremsbeläge oder eine nachlassende Verzögerungswirkung unter Dauerstress, das Fading, gibt es nicht bei Fahrzeugen mit Intarder. Wie die vergleichsweise kleine und 65 Kilogramm leichte Dauerbremse von ZF ihre großen Aufgaben bewältigt, zeigt ein Blick ins Innenleben.

Kräftige und dauerhafte Verzögerung

Das Öl strömt in den Intarderraum, wird vom Rotor beschleunigt und in eine kreiselnde Bewegung versetzt.

Im Intarder stehen sich zwei Schaufelräder gegenüber: zum einen der schnelldrehende, über Zahnräder mit dem Getriebeabtrieb verbundene Rotor und zum anderen der unbewegliche Stator. Wird die Zusatzbremse aktiviert, befördert eine elektronisch gesteuerte Hydraulikpumpe Öl in den Intarderraum. Der Rotor beschleunigt nun die zähe Flüssigkeit und versetzt sie zugleich in eine kreiselnde Bewegung. So gelangt das Öl auch in die stillstehenden Schaufelräume des Stators, die es wiederum zurück zum Rotor umlenken. Dabei wirkt die Ölströmung der ursprünglichen Bewegungsrichtung des Rotors stark entgegen – es entsteht ein Bremsmoment, das sich auf den Getriebeabtrieb und weiter auf den Antriebsstrang überträgt: Das Nutzfahrzeug verzögert kräftig und dauerhaft, obwohl weder die Betriebs- noch die Motorbremse am Werk ist.

Der Prozess läuft rasant ab, das heißt in maximal einer Sekunde. Das genügt den ZF-Intardern der aktuellen, dritten Produktgeneration, um dauerhaft bis zu 4000 Newtonmeter Bremsmoment und eine maximale Bremsleistung von 600 Kilowatt bereit zu stellen – ob automatisch oder in einer der fünf vom Fahrer frei wählbaren Stufen. Damit kann der Intarder den Vorwärtsdrang wirkungsvoll im Zaum halten – selbst Schaltvorgänge unterbrechen die Bremswirkung nicht. Für die Fahrsicherheit relevante Systeme wie ABS und ESP bleiben ebenfalls immer aktiv.

So funktioniert ein Intarder

Gut für die Umwelt

Angesichts der Vorzüge verwundert es kaum, dass mittlerweile etwa jedes dritte Nutzfahrzeuggetriebe mit einem optionalen Intarder ausgestattet wird. Allein ZF hat seit dem Produktionsstart vor zwölf Jahren 800.000 Getriebebremsen ausgeliefert. Davon entstammen 100.000 der technisch neuesten Produktgeneration. Zudem schont die verschleißfreie Zusatzbremse die Umwelt: Die bislang produzierten 800.000 ZF-Intarder vermeiden bei jeweils einer Million zurückgelegten Kilometern rund 16.320 Tonnen Bremsstaub.

Weitere Informationen zum ZF-Intarder finden Sie hier.

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