Plug-in Hybrid Mit Tempo in die Zukunft

Plug-in-Hybride werden immer populärer, denn sie verbinden die Vorteile beider Antriebsarten – die Reichweite des Verbrennungsmotors mit dem lokal emissionsfreien Elektroantrieb. Und sie bieten jede Menge Fahrspaß.

Hybridfahrzeuge wirken sich positiv auf die Geräuschkulisse aus. Doch nicht nur das. Sie verringern vor allem die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die Belastung der Luft in den Städten im weltweiten Alltagsbetrieb – solange zumindest wie der dafür benötigte Strom aus regenerativen Energiequellen stammt. Hinzu kommt eine Menge Fahrspaß für die Kunden und das gute Gefühl, schon heute mit einem zukunftsweisenden Antrieb unterwegs zu sein.

Zukunftstechnologie: Plug-in-Hybrid

Über das größte Marktpotenzial verfügen derzeit Plug-in-Hybride – also Fahrzeuge, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb kombinieren und deren Stromspeicher an der Steckdose geladen werden kann. Dank deutlich größerer Batterien als bei den bisherigen Mild- und Vollhybriden sind mit ihnen auch rein elektrische Überlandfahrten bei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h kein Problem mehr. Die größten Vorteile bieten Plug-in-Hybride allerdings im Stadtverkehr – dort können sie bis zu 50 Kilometer abgasfrei und leise fahren. Gerade diese Eigenschaften könnten Plug-in-Hybride künftig zum Erfolgsmodell machen. Denn in den Städten herrscht weltweit dicke Luft. Abgase belasten die Gesundheit: Mehr als die Hälfte der städtisch verkehrsnahen Messstationen in Deutschland überschritten 2013 laut Umweltbundesamt den zulässigen Jahresmittelwert an Stickstoffdioxid.

Besonders im Stadtverkehr mit häufigen Ampelstopps laufen Otto- und Dieselmotoren nicht im optimalen Wirkungsbereich. Am konsequentesten lässt sich die Belastung für die Stadtbewohner daher durch leise und lokal emissionsfreie Elektroantriebe reduzieren. Nicht nur mit geringeren Emissionen und dem damit einhergehenden guten Umweltgewissen begeistern sie den Fahrer, sondern auch mit ihrem hohen Anfahrmoment aus dem Stand.

Grosser Schritt bei den Batterien

Führende Batterielieferanten kündigen bis 2020 einen bedeutenden Entwicklungssprung in der Batterietechnologie an: Die nächste Generation der Lithium-Ionen-Speicher soll doppelt so leistungsfähig werden.

Bisher waren vor allem schwere und teure Batterien der Pferdefuß der lokal emissionsfreien Mobilität. Die Akkus verfügten zunächst nur über ein Tausendstel der Energiedichte von flüssigem Kraftstoff. Bis heute ist der Praxisradius der meisten reinen Elektroautos auf knapp 150 Kilometer beschränkt. Selbst solche Fahrtstrecken setzen lange Ladezeiten und moderates Wetter beziehungsweise eine Batterieklimatisierung voraus. Sinken die Temperaturen unter den Nullpunkt, verlieren Elektroautos mit kalten Batterien viel der verfügbaren Kapazität. Praxisreichweiten von mehr als 200 Kilometern werden dem Elektroantrieb bis zum Ende des Jahrzehnts zusätzliche Schubkraft verleihen. Allerdings gilt dieser Zielwert nur für relativ leichte City-Flitzer. Bei größeren Fahrzeugen steigt der Energieverbrauch und damit die benötigte Batteriekapazität rapide an.

Ab der automobilen Mittelklasse liegt das Effizienz- und Komfortoptimum daher in einer cleveren Koppelung eines Verbrennungs- mit einem Elektromotor: Der Kraftstoff als idealer Energiespeicher für längere Strecken wird bei Plug-in-Hybriden durch den emissionsfreien Antrieb für urbane Gebiete ergänzt. Welches Einsparpotenzial darin steckt, wenn die beiden Antriebsarten ihre jeweiligen Stärken optimal ausspielen, zeigen zum Beispiel Testfahrten rund um Stuttgart. Auf einer rund 65 Kilometer langen Strecke mit Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnpassagen verglichen Automobilingenieure verschiedene (Plug-in-) Hybride miteinander. Die Ergebnisse sind selbst für Menschen mit Benzin im Blut verblüffend.

Verbrennungsmotor abstellen

Während ein bisheriges Vollhybridsystem bis zu einem Viertel des Kraftstoffs sparen kann, den ein konventioneller Benzinmotor benötigt, halbiert sich der Verbrauch mit einem Plug-in-Hybrid. Die Logik dahinter lautet, dass der Verbrennungsmotor so oft wie möglich abgestellt wird.

Plug-in-Hybride sind hocheffiziente Allrounder, die das Platzangebot und die Langstreckentauglichkeit eines Reisewagens mit einem sauberen Umweltgewissen kombinieren. In einer Innenstadt mit Umweltzone oder sogar Verbotszonen für Verbrennungsmotoren fährt das Doppelherz-Auto rein elektrisch, um dann auf der Autobahn auf den fossilen Kraftstoff an Bord zurückzugreifen. Kennt das intelligente Navigationssystem den Zielort, kann das System entweder elektrische Reichweite für die abschließende Fahrt in der Stadt aufsparen, oder die Batterien werden unterwegs beim Verzögern über die E-Maschine geladen, damit in der City wieder lokal emissionsfrei gefahren werden kann.

Die Attraktivität dieser souveränen Form der Fortbewegung steigt noch, wenn sich Elektrofahrer wie in London die City-Maut sparen können oder exklusive Fahrspuren wie in Kalifornien das Durchkommen im Berufsverkehr erleichtern.

Gut für Effizienz und Fahrspass

Das alles ist keine Zukunftsmusik, vielmehr nimmt der Trend zu den Plug-in-Hybriden immer mehr an Fahrt auf: Erstens werden wohl vergleichsweise wenig Autofahrer ihr bisheriges Komfort-, Reichweiten und Verfügbarkeitsniveau aufgeben und auf rein elektrische Autos umsteigen. Hinzu kommt, dass sich in Plug-in-Hybriden die Vorteile beider Antriebsarten sehr gut ergänzen und deren einzelne Stärken dort ausspielen, wo es Sinn macht. Zweitens wächst der politische Handlungsdruck, die Luftqualität gerade in Innenstädten zu verbessern. Autozulassungen in Metropolen wie Peking und Schanghai werden immer weiter limitiert. Nur (teil-) elektrische Fahrzeuge sind von den Beschränkungen ausgenommen. Drittens führt gerade bei den Premium-Autoherstellern kein Weg an der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotoren vorbei, um künftige CO₂-Flottenlimits zu erfüllen. Dass der Elektro-Boost nicht nur die Effizienz, sondern auch den Fahrspaß steigert, ist ein durchaus willkommener Nebeneffekt dieses zukunftsweisenden Sparantriebs.

Bilder: Corbis (Kopf), Corbis, ZF, Corbis (Galerie), Gallery Stock (Startseite); Illustrationen: Sascha Bierl

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