Wachstumsmarkt Indien Baustelle Zukunft

Dringend nötige Infrastrukturprojekte machen Indien noch für viele Jahre zu einer riesigen Baustelle. Dies freut nicht nur die Hersteller von Baumaschinen, sondern lässt auch die Nachfrage nach Antriebstechnik und Achssystemen für Arbeitsmaschinen aus dem ZF-Konzern steigen.

1,21 Milliarden Menschen leben in Indien – 181 Millionen mehr als noch vor zehn Jahren. „Unser Land wächst und wächst und ist deshalb eine einzige große Baustelle. Das ist gut für uns Baumaschinenhersteller, sagt Rajesh Khatri. Khatari ist Geschäftsführer von Werk 1 der JCB India Ltd. in Pune. Hier werden Bagger, Radlader, Straßenwalzen und Mischmaschinen produziert. „Die Nachfrage ist groß“, freut er sich.

Bildergalerie – Bauboom in Indien

Baumaßnahmen machen derzeit in Indien bis zu 50 Prozent des jährlich investierten Kapitals aus. Dies entspricht sieben bis acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von umgerechnet 1,53 Billionen US-Dollar im Jahr 2010. Und der finanzielle Einsatz steigt weiter, und zwar beträchtlich. Im Fokus der Investitionen stehen besonders Straßen und Autobahnen, Häfen und Flughäfen, Bewässerungsprojekte sowie die Eisenbahn, Telekommunikation, Energieversorgung und urbane Infrastruktur.

Neues Montagewerk

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist ZF über Joint Ventures und Lizenzpartnerschaften in Indien vertreten. Im Jahr 2007 nahm die ZF India Private Ltd. in Pune den Betrieb auf. Im Mittelpunkt der Fertigung steht das Geschäft mit Achsen, Arbeitsmaschinenantriebstechnik und Nutzfahrzeugtechnologie. Robert Strebl, der Verantwortliche für Baumaschinensysteme bei ZF India Private Ltd. im Werk am nördlichen Stadtrand von Pune, soll gemeinsam mit dem Geschäftsführer von ZF India, Piyush Munot, neue Produktionslinien für Achsen und Antriebe für Arbeitsmaschinen aufbauen. Der Aufschwung auf dem Baumaschinensektor zeigt sich auch am Auftritt von ZF. So umfasst das neue Montagewerk Hallen mit einer Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern plus ein 1500 Quadratmeter großes Lager und eine integrierte After-Market-Service-Einheit.

Seit Januar 2010 produziert ZF hier Achsen für den Pilotkunden Telco Construction Equipment Co. Ltd., einen führenden indischen Baumaschinenhersteller. Parallel startete eine Getriebemontage, die seit Januar 2011 zur Serienlieferung führt. Als drittes Produkt geht eine Radladerachse für JCB in Serie. „Vom Jahr 2012 an sollen in diesem Werk jährlich zirka 5 000 Getriebe und 7 000 Achsen produziert werden“, erklärt Munot.

Gemeinsam mit den Kunden, erläutert Geschäftsführer Munot, übernehme ZF India als Systemanbieter die Verantwortung ab der Projektphase, also von der Planung über die Produktentwicklung, die Qualitätssicherung und die Logistik, bis hin zur Serienfertigung.

Strategische Partnerschaft

Dieser umfassende Betreuungsansatz überzeugt auch Rajesh Khatri von JCB India Ltd., deren Radlader mit Achsen und Getrieben von ZF ausgerüstet sind: „Wir arbeiten sehr eng mit unseren strategischen Partnern im gesamten Produktentwicklungszyklus zusammen. ZF India ist daher Teil des gesamten Entwicklungsprozesses bei JCB.“

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