Ernst SachsBiographie

Gemeinsam mit Karl Fichtel gründete Ernst Sachs die "Schweinfurter Präcisions-Kugellager-Werke Fichtel & Sachs", Ursprungsgesellschaft des Traditionsunternehmens, das seit 2001 zur ZF gehört.

Ernst Sachs

In der Präzisionswerkzeugindustrie im Schwarzwald verbrachte er seine Lehr- und Gehilfenzeit und nahm 1889 eine Stelle in Frankfurt bei der renommierten Uhrmacher-Werkzeugfabrik Lorch, Schmidt & Co. an. Mit dem Aufkommen der ersten Fahrräder in den achtziger Jahren entdeckte der überaus sportlich ambitionierte Sachs seine Liebe zu diesem Fortbewegungsmittel. Als Amateurfahrer und Mitglied des elitären Frankfurter „Velociped-Clubs“ feierte er glänzende Erfolge bei Rennen auf dem Hoch-, Drei- und Niederrad. Später fühlte er sich auch dem Automobilsport verbunden und fuhr einige Siegestrophäen nach Hause.

Gemeinsam mit Karl Fichtel gründete Ernst Sachs im Jahre 1895 die „Schweinfurter Präcisions-Kugellager-Werke Fichtel & Sachs“, Ursprungsgesellschaft der früheren ZF Sachs AG. Karl Fichtel – Partner mit kaufmännischem Geschick 1863 als Sohn eines Fabrikanten in Schweinfurt geboren, entschied sich für eine fundierte kaufmännische Ausbildung und war zehn Jahre im Ausland tätig. Als er Ernst Sachs kennen lernte, stellte sich rasch heraus, dass ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sich aufs Beste ergänzten. Die im Jahr 1894 erfolgte Patentierung der Sachs’schen Erfindung war Anlass für die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens am 1. August 1895.

Technischer Leiter war Ernst Sachs, die kaufmännische Leitung hatte Karl Fichtel inne, der auch das nötige Kapital eingebracht hatte. In einem einstöckigen Haus in der Schultesstraße auf dem Grundstück der Eltern Fichtels konnte eine kleine Werkstatt eingerichtet werden, in der zunächst zwei Gesellen und ein Lehrling beschäftigt wurden. Fichtel organisierte das junge Unternehmen auf eine für die damalige Zeit großzügige und gut durchdachte Weise. Sein marktorientiertes Engagement trug neben der Qualität der Produkte maßgeblich zu einem raschen Erfolg bei. Fichtel erhielt verschiedene Auszeichnungen der bayerischen Regierung und wurde 1909 zum Kommerzienrat ernannt. Am 8. September 1911 starb er unerwartet früh an den Folgen eines Nervenleiden.

Unternehmensentwicklung Meilensteine

  • 1895: Gründung der „Schweinfurter Präzisions-Kugellagerwerke Fichtel & Sachs“
  • 1903: Markteinführung der „Torpedo“ Freilaufnabe für Fahrräder
  • 1929: Verkauf Kugellager-Sparte; Ausbau der Aktivitäten mit Fahrzeugmotoren sowie Kupplungen und Stoßdämpfern
  • 1959/60: Gründung erster Tochtergesellschaften Amortex S.A., (Kupplungen) in Sao Paulo (Brasilien)
  • 1987: Mannesmann AG übernimmt Aktienmehrheit an der Fichtel & Sachs AG
  • 1997: Umbenennung in Mannesmann Sachs AG; Abschluss der Restrukturierung mit Konzentration auf das Automotive-Geschäft; Neue Gesellschaften in Argentinien, Mexico und USA
  • 1998: Gründung neuer Produktionsstandorte in Mexico, China und Türkei; Gründung Sachs Race Engineering GmbH
  • 2001: Übernahme von Mannesmann Sachs durch ZF Friedrichshafen AG; Umbenennung in ZF Sachs AG
  • 2005: Ausgliederung der Gesellschaften Sachs Automotive France S.A.S. (Steuerketten) und Sachs Gießerei GmbH
  • 2006: Grundsteinlegung für den neuen Standort Levice in der Slowakei zur Fertigung von Fahrwerkkomponenten
  • 2008: Eröffnung der ersten Hybridmodulfertigung in Europa am Standort Schweinfurt
  • 2011: ZF Sachs wird auf die ZF Friedrichshafen AG verschmolzen

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