Ferdinand Graf von ZeppelinBiographie

Graf Zeppelin, der erst nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn im Alter von 52 Jahren zum Techniker und Erfinder wurde, entwickelte sich schnell zu einem Visionär seiner Zeit.

Ferdinand Graf von Zeppelin

Denn er hatte neben technischem Ideenreichtum auch die Gabe, Menschen von seinen damals kühn anmutenden Projekten überzeugen zu können, auch über Rückschläge hinweg.

Namhafte Persönlichkeiten seiner Zeit, unter ihnen Claude Dornier, Karl Maybach, Alfred Colsman, Hugo Eckener und Alfred Graf von Soden-Fraunhofen, kamen nach Friedrichshafen, um mit Zeppelin zusammen zu arbeiten. Friedrichshafen am Bodensee wurde zu einem wichtigen Technologiezentrum. Nicht weit von Friedrichshafen entfernt, bei Manzell am Bodensee, erhob sich am 2. Juli 1900 das erste Luftschiff ""LZ 1"" zu einem ersten Testflug in die Lüfte. Zeppelin und seine Mitarbeiter verfeinerten die Technik, zwei weitere Luftschiffe wurden entwickelt und wieder abgewrackt. Einen herben Rückschlag musste der Graf im Jahr 1908 verkraften. Nach einer Notlandung in Echterdingen bei Stuttgart verbrannte das Luftschiff LZ 4 am Boden.

Doch inzwischen war das Interesse der Öffentlichkeit enorm. Nach dem Unfall setzten Geldsammlungen in ganz Deutschland ein, um Zeppelin die Weiterarbeit an seinen ""Giganten der Lüfte"" zu ermöglichen. Das überraschende Ergebnis dieser Sammlungen - fast 6 Millionen Mark kamen zusammen - verwendete der Graf dazu, seine Pläne wirtschaftlich zu ""flankieren"". Denn Zeppelin und seine Ingenieure waren sich bewusst, dass ihr Luftschiff technologische Komponenten benötigte, für die es damals praktisch keine Lieferanten gab: Leistungsfähige, aber leichte Großmotoren, leichtes Gas, fortschrittliche Materialtechnik, optimale Getriebe - eine für damals moderne Technologie, die auch für andere spätere Entwicklungen eine entscheidende Rolle spielen sollte. So initiierte Zeppelin eine Reihe von Unternehmensgründungen.

1908 gründete er die ""Luftschiffbau Zeppelin GmbH"", nachdem er zur Verwaltung der gesammelten Gelder die Zeppelin-Stiftung ins Leben gerufen hatte - die Keimzelle des Konzerns. In den nachfolgenden sieben Jahren kamen weitere Firmen hinzu. Die noch heute in Friedrichshafen bestehenden Nachfolgeunternehmen und viele weitere Unternehmensgründungen stammen aus dieser Zeit. 1915 wurde die ""Zahnradfabrik"" aus der Taufe gehoben. Ihre Zahnräder und Getriebe, nach einem damals neuen Patent präzisionsgefertigt, versprachen eine optimale Kraftübertragung zwischen Motoren und Propellern der Zeppelin-Luftschiffe. Heute ist die ZF Friedrichshafen AG das größte Unternehmen, das aus dem Erbe Zeppelins entstanden ist. Am 8. März 1917 starb Ferdinand Graf von Zeppelin nach einer Operation im Alter von 79 Jahren in Berlin als weltweit anerkannte Persönlichkeit.

Weitere Informationen