Alfred ColsmanBiographie

Alfred Colsman, Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH (LZ) von 1908 bis 1929, war eine der Schlüsselfiguren in der frühen Unternehmensgeschichte von ZF.

Alfred Colsman

Colsman führte die Verhandlungen mit dem Schweizer Ingenieur Max Maag, die 1915 zur Gründung der Zahnradfabrik führten und war 1921 die treibende Kraft hinter der Umwandlung zur AG. Dabei hat Colsman selbst sein Engagement für ZF nie besonders herausgestellt. Obwohl Zahnräder und Getriebe für Kraftfahrzeuge für Colsman keine Herzensangelegenheit waren – anders als etwa eine weltweit operierende Luftschiff-Flotte – erkannte er doch das langfristige ökonomische Potenzial der Zahnradfabrik. Dies hatte auch mit seiner Herkunft zu tun.

Der Sohn eines Aluminiumfabrikanten wurde am 7. Mai 1873 in Werdohl (Sauerland) geboren. Nach dem Studium an der Technischen Hochschule Charlottenburg unternahm er Auslandsreisen u. a. nach Russland, Schweden und in die Türkei. Der Kontakt mit dem Luftschiffbau in Friedrichshafen kam zustande, nachdem Colsman seine spätere Ehefrau, die Fabrikantentochter Helene Berg aus Lüdenscheid, kennengelernt hatte. Helenes Vater Carl Berg besaß ebenfalls einen aluminiumverarbeitenden Betrieb, war ein eifriger Förderer des Grafen Zeppelin und lieferte Material für das Aluminiumskelett des ersten Zeppelin-Luftschiffs. Als Carl Berg 1906 verstarb, traf Colsman Graf Zeppelin auf der Beerdigung seines Schwiegervaters.

Kurz nach der Luftschiff-Katastrophe von Echterdingen im August 1908 traf Colsman in Friedrichshafen mit Graf Zeppelin zusammen, der noch immer unter dem Schock der Ereignisse stand. Zeppelin fragte, ob Colsman einem zu gründenden Luftschiff-Unternehmen als Direktor vorstehen wolle. Dieser sagte sofort zu und wurde damit zur Schlüsselfigur beim Aufbau der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und ihrer Tochterfirmen, darunter auch ZF.

Nachdem Colsman sich mit Hugo Eckener über die strategische Ausrichtung des Konzerns entzweit hatte, verließ er 1929 die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und kehrte als Leiter der väterlichen Fabrik in seine Heimatstadt Werdohl zurück. Der Luftschiffbau fand in Friedrichshafen 1939 sein vorläufiges Ende, doch die von Colsman gegründeten Konzerntöchter existierten weiter. Alfred Colsman verstarb am 9. Januar 1955.

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