Antriebstechnik und Fahrwerktechnik

"Schritt halten mit der Evolution"

Hermann Beck über Baumaschinen-

Technologie mit Zukunft

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Steigende Treibstoffpreise, wachsender Kostendruck, strengere Emissionsvorschriften und Sicherheitsanforderungen: Auf der bauma in München präsentierte ZF vor diesem Hintergrund seine Lösungen. Hermann Beck, Leiter des Geschäftsfeldes Baumaschinensysteme bei ZF, im Gespräch über ein evolutionäres 3-Stufen-Entwicklungsprogramm für eine Baumaschinen-Technologie mit Zukunft.

Die bauma in München ist die Leistungsschau der Baumaschinen-Anbieter. Mit welchem Anspruch geht ZF auf die Messe?

Beck: Die Ansprüche definiert der Markt. Zum einen über die langfristig steigenden Preise für endliche fossile Kraftstoffe. Zum anderen durch immer strengere Emissionsvorschriften, wie die USA-EPA und EU-Richtlinien. Vor diesem Hintergrund peilen wir mit unseren Neuentwicklungen bis zu 20 Prozent Treibstoffersparnis und bis zu 40 Prozent Produktivitätssteigerung an. Dazu entwickelt ZF neben Einzelkomponenten vielmehr die gesamte Driveline vom Getriebe über die Achse bis hin zu den elektronischen Steuerelementen.

Heißt dies, dass bestehende Technologien den gesetzlichen Anforderungen angepasst werden?

Beck: Die Aufgaben stellen sich für ZF deutlich komplexer. So sind bei Dieselmotoren technologische Einschränkungen und Zwänge abzusehen, die mit konventionellen Getrieben in Zukunft schwer erfüllbar wären. Wir sind jedenfalls vorbereitet, wir haben die jeweils passende Technologie.

Wie wollen Sie damit an den Markt gehen?

Beck: ZF hat auf der bauma erstmals ein neues 3-Stufen-Entwicklungsprogramm vorgestellt. Das Konzept folgt einem evolutionären Technologie-Entwicklungsprozess, wie er für ZF typisch ist. Im ersten Schritt haben wir das aktuelle ERGOPOWER-Getriebe mit seinem EFFICIENCY PACKAGE aufgelegt. Damit können wir bei Baumaschinen bereits jetzt bis zu 20 Prozent Kraftstoff einsparen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Beck: Den Fahrer wird in der Praxis durch die einfache Handhabung der Wandlerüberbrückungskupplung und anderer Komponenten unterstützt. Zu nennen wären hier die komplexen Multitrac- und Multisteer-Achsen und das optimierende Zu- oder Abschalten der lastschaltbaren Differenziale. Damit erzielen wir mehr Kraftstoffeinsparung, weniger Emissionen und eine höhere Lebensdauer.

Wann erfolgt der nächste Schritt und was bringt er?

Beck: Ab etwa 2012 wollen wir in Entwicklungsstufe zwei mit dem neu entwickelten CVT Getriebe für Baumaschinen an den Start gehen. Dazu haben wir die aus der Landmaschine bekannte leistungsverzweigte Stufenlostechnologie schon jetzt entsprechend weiter entwickelt. Das Ziel sind weitere signifikante Verbrauchsvorteile und Produktivitätssteigerungen.

Fehlt noch Stufe 3 des ZF-Entwicklungsprogramms....

Beck: Ab 2014 plant ZF die Hybridisierung des Antriebsstrangs. Die ZF Hybridkomponente auf Basis der ERGOPOWER Baureihe ist die logische Evolutionsstufe hin zum elektrischen Antrieb. Sie trägt dem Trend zu mehr Umweltschutz und Ressourcenschonung Rechnung. Als Parallelhybrid bringt ZF dabei eine leistungsfähige elektrische Maschine zum Einsatz, die je nach Größe bis zu 85 oder 120 Kilowatt Leistung liefert.

Die Hybrid-Technologie ist derzeit im Motorenbau das Mittel im Kampf gegen den Klimawandel und die steigenden Kosten. Was bringt diese Technologie in Baumaschinen?

Beck: Durch ein optimiertes Energie- und Hybridantriebsmanagement lässt sich, beispielsweise bei Radladern oder Baggern, dass Zusammenspiel von elektrischer Maschine und Verbrennungsmotor ideal abstimmen. Fahrzustände mit schlechtem Wirkungsgrad und erhöhten Emissionen sind dann Schnee von gestern.

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