Revolutionäre Leichtigkeit
Faserverbund-Fahrwerk
ZF arbeitet an einem funktionsintegralen Leichtbau-Fahrwerk mit ca. 10 Prozent geringerem Gewicht gegenüber einem konventionellen Stahl-Fahrwerk. Kernkomponente der Studie ist eine radführende Querblattfeder aus Glasfaser-Kunststoff (GFK).
Mehr als nur ein Trend
Eine Pkw-Achse aus GFK? Wer bei Faserverbunden nur an leichte Karosserien und Motorsport denkt, wird beim Gedanken an lasttragende Bauteile die Stirn runzeln. Zu Unrecht: Seit Jahrzehnten beweisen diese Werkstoffe in der Luftfahrt und in der Windindustrie, was in ihnen steckt. Richtig konstruiert übertreffen sie die Festigkeit von hochfestem Stahl. Gleichzeitig können sie auch sehr elastisch gestaltet werden – ein positiver Aspekt ihres extrem flexiblen Aufbaus. Ihre Vielseitigkeit macht Faser-Kunststoff-Verbundwerkstoffe auch für den Einsatz im Fahrwerk interessant: Hier sind Haltbarkeit und hohe Funktionalität gefragt, gleichzeitig bieten superleichte Konstruktionen viele Vorteile. ZF vereint die zunächst widersprüchlichen Anforderungen in der Leichtbaustudie einer Pkw-Hinterachse.
Neues Material – neue Konstruktion
Wo im konventionellen Fahrwerk ein komplexes Lenker- und Feder-Konzept für die optimale Straßenlage sorgt, übernimmt in der ZF-Studie nur ein Bauteil – die radführende Querblattfeder –diese Aufgaben. Diese Bauteilintegration verringert die Komplexität der Achse, ihr Einbau ist deutlich einfacher. Weniger Bauteile bedeuten zudem weniger Gewicht. Möglich macht dies das extrem leichte und elastische GFK: In einem sorgfältigen Entwicklungsprozess fanden die Ingenieure die passende Faser-Kunststoff-Kombination für das Hinterachssystem. Die Studie ist dabei mehr als ein bloßer Know-how-Beweis: Bei vergleichbarem Komfort und Kostenaufwand kann sie künftig wirtschaftlich in Großserie produziert werden.
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Holger Kirsch
Pressereferent Pkw
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