Oldtimer-Ersatzteilversorgung:
Das Projekt S 5-20

Zurück in die Zukunft

  • ZF fertigt das S 5-20 in einmaliger Auflage nach
  • Reparatur-Sätze (Kits) für Verschleißteile werden längerfristig nachgefertigt

Das Projekt Nachbau S 5-20 ist erfolgreich verlaufen: ZF bietet nun durch den Nachbau die Möglichkeit, von 4-Gang auf 5-Gang-Getriebe mit Originalersatzteilen umzurüsten. Viele Kunden, die sich mehr Fahrkomfort und -Spaß durch niedrigere Drehzahl und einen ökonomischen Verbrauch gewünscht hatten, haben bestellt. Auch Reparatur-Kits mit jeweils Synchron-, Lager- und Dichtungssätzen werden angeboten. Diese Teile wurden unter anderem auch in verschiedenen Maserati-Fahrzeugen eingebaut, unter anderem im Mistral und in der 4,2-Liter Ausführung des Quattroporte GT.

Jedes einzelne Getriebe wird fachgerecht von Hand montiert und zu einem Funktionslauf auf einem Prüfstand getestet werden. Bei der Produktion werden neueste Maschinen, neueste Fertigungstechnologie wie Wärmebehandlungs- und Oberflächenbearbeitungsverfahren angewendet. Auch die Prüfung der Qualität wird nach neuesten Mess- und Prüfverfahren durchgeführt werden. Die Auslieferung soll im Januar 2012 beginnen.

Damit auch in Zukunft die Ersatzteilversorgung sichergestellt sein wird, hält ZF auch für diese einmalige Nachfertigung die wichtigsten Verschleiß- und Ersatzteile bereit.

Das S 5-20 wurde damals mit zwei Wellen (Haupt- und Vorgelegewelle) in klassischer Bauweise konstruiert. Die Haupt- und Vorgelegewelle waren mit ihrem großen Querschnitt in massiver Ausführung angelegt. Insgesamt war das S 5-20 wesentlich kleiner als vergleichbare Getriebe zu dieser Zeit und somit eine kompakte und solide Konstruktion auf ziemlich kleinem Bauraum.

Die kurze Baulänge erregte damals einiges Aufsehen: über den Abtriebsflansch und die Kardanwelle wird im Vergleich zu anderen Getrieben viel Leistung an die Räder übertragen. Der Längenausgleich im Abtriebsstrang liegt beim S 5-20 an der Kardanwelle und nicht in Getriebebaukomponenten.

Das Getriebe zeichnet sich zudem durch sein stabiles Graugussgehäuse aus. Die Räder haben einen soliden Grundquerschnitt und die Nadellager weisen einen großen Durchmesser auf. Das S 5-20 konnte teilweise geradezu als revolutionär bezeichnet werden, denn im Nachhinein betrachtet war es hinsichtlich seiner Dimension in der Getriebeentwicklung seiner Zeit rund 10 Jahre voraus. Der Getriebe-Konstrukteur Karl-Heinz Bordowsky kam damals von Porsche zu ZF und hatte bei der Konstruktion großen Wert auf Vereinheitlichung der Bauteile gelegt. In der damaligen Zeit sind auch einheitliche Lagerungen an Antriebs- und Abtriebsseite nicht immer üblich gewesen. Das Einsetzen identischer Synchronringe reduziert zusätzlich die Teilevielfalt im S 5-20.

Das S 5-20 wurde insgesamt von 1964 bis 1976 produziert und damals optional für den 230 SL, 250 SL, 280 SL sowie den 300 SE, SEb und SEL zum Preis von 1200 DM angeboten. Die Stückzahl betrug insgesamt 3664 Stück. Das Getriebe wurde an Maserati mit Aluminiumgehäuse ausgeliefert, das Grundkonzept der Konstruktion war jedoch bei beiden Getriebe-Varianten dasselbe.

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Kontakt & Bestellung

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